Trinkwasser-Nachspeise-Set: Funktionsweise und Anwendung

Die Trinkwasser-Nachspeisung für Regenwasserzisternen ist ein wichtiges Element moderner Regenwassernutzungsanlagen. Sie sorgt dafür, dass der Regenspeicher in langen Trockenzeiten bedarfsgerecht mit Trinkwasser nachgefüllt wird und damit die Wasserversorgung für Toiletten, Waschmaschine, Gartenbewässerung und weiteren Verbrauch sicherstellt.

Grundprinzip und Varianten der Nachspeisung

Entscheidend für die eingespeiste Trinkwassermenge ist die Steuerung. 2 Varianten gibt es, einmal die Steuerung über einen Schwimmerschalter oder aber über Messsensoren.

Mit einem Schwimmerschalter, der den Wasserstand in der Zisterne um ca 10cm - 20cm auffüllt, kommen so in eine Betonzisterne mit 2m Durchmesser ca 0,47m3 TW. Mit einer Steuerung über Sensoren werden ca 1cm, sprich 0,03m3 eingespeist. Beide Steuerungsarten gibt es auch bei den sog. "Hauswasserzentralen".

Bei Schwimmerschaltern sind beide Systeme ungenau, bei elektronischer Ansteuerung können beide Systeme gleich genau sein. Es kommt nicht darauf an wohin man nachspeist, sondern nur wie die Nachspeisung gesteuert wird!

Freier Auslauf vs. interne Nachspeisung

Zur Trinkwasser-Nachspeisung mit freiem Auslauf, einbaufertig: Die Nachspeisung orientiert sich am tatsächlichen Bedarf und eignet sich ideal zur Versorgung des Tagesbedarfs eines Einfamilienhauses. Der freie Trinkwasser-Auslauf ist elektrisch gesteuert und für die sichere Nachspeisung vorbereitet.

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Ein wesentlicher Nachteil der teuren Systeme mit interner Nachspeisung besteht darin, dass sie nur mit Saugpumpen im Haus funktionieren. Bei interner Nachspeisung über einen Zwischenbehälter wird bei dieser Variante über einen Zwischenbehälter kein Tropfen Trinkwasser zusätzlich eingespart! Es wird bei interner Nachspeisung über einen Zwischenbehälter kein Tropfen Trinkwasser zusätzlich eingespart!

Hauswasserzentralen: Komfort, Kosten und Praxis

Hauswasserzentralen bringen Komfort und schalten bei Wassermangel automatisch auf Frischwasser um. Hauswasserzentralen kosten so um die 1.000 Euro. Für 1000,-€ für eine Hauswasserzentrale, oder wie man das Teil nennen möchte, kann man eine Menge, bei uns z.B. 408cbm Wasser, also 4080 mal 100 Liter einspeisen. Selbst wenn man jeden Tag 100 Liter einspeist, ist man über 11 Jahre damit versorgt.

Komfort bringt eine Hauswasserzentrale, keine Frage, aber ich habe so ein Teil vor ca. 10 Jahren bei meiner Mutter eingebaut, alle 4 Wochen wechselt das Teil den Wasserinhalt (vielleicht 10 Liter), bei jedem zweiten Mal hängt der Schwimmer. Dieser widerum wurde schon ersetzt, zig mal zerlegt usw. Bringt nur kurzfristigen Erfolg.

Ich habe aber etwas dagegen, dass Kunden unter dem Deckmantel eines Fachhandwerkers falsch beraten werden und Module mit falschen Werbeargumenten und längst widerlegten Vorurteilen verkauft und Bauherren, die sich auf "Fachwissen" verlassen, unnötig Geld aus der Tasche gezogen wird, was dann bei knappem Budget dazu führen kann, dass gar keine Anlage, weil zu teuer, gebaut wird.

Sicherheit: Vermeidung von Querverbindungen und Hygiene

Trinkwasserleitungen sind grundsätzlich ausgeschlossen. Aus hygienischen Gründen gehört die Abwasserbeseitigung mit zu den wichtigsten Aufgaben in der Gebäudetechnik. Feststoffe und die Qualität des Regenwassers werden von der Technik der Regenwasseranlage bestimmt. Die Nachspeisung muss so ausgeführt sein, dass eine unzulässige Querverbindung zwischen Trinkwasser und Regenwassersystem ausgeschlossen bleibt.

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Die Nachspeisestation (freier Auslauf!) beim Trockenfallen des Regenwassertanks übernimmt die Versorgung sicher, wenn sie korrekt installiert ist. Wichtig ist ein freier Auslauf (Trennstelle) und ein Magnetventil zur kontrollierten Einspeisung.

Praktische Aspekte und typische Probleme

Sinkt der Wasserstand in der Zisterne unter das gewünschte Niveau, aktiviert der Schwimmerschalter die Nachspeisung. Über das Magnetventil wird Trinkwasser kontrolliert in den Speicher eingeleitet. Der Schalthebel des Schwimmerschalters definiert den Schaltbereich dabei so präzise, dass sich der Wasserspiegel nur um etwa 4 cm verändert.

Der Schwimmer kann defekt gehen, egal, wer ihn eingebaut hat. Sowas als Argument anzuführen ist reine Meinungsmache. Übrigens kann auch bei einer Hauswasserzentrale der Schwimmer oder der Sensor seinen Geist aufgeben, auch, wenn eingebaut von Fachfirma "ohne Gänsefüßchen". Auch dann kann es geschehen, dass die Anlage permanent mit Trinkwasser gefahren wird.

Bei einer Anlage (Durch "Fachfirma" eingebaut) gingen mal Nacht über Nacht 33m³ Wasser durch den Kanal, weil der Schwimmer defekt war und es im Haus keiner gehört hat. Ein Schwimmer geht defekt, egal, wer ihn eingebaut hat. Solche Ereignisse zeigen, dass neben der Technik auch Wartung und Bedienkompetenz wichtig sind.

Beispiele aus der Praxis

  • Bei einem Anwender gingen bei einem falsch bedienten System über 3/4 Jahr 10 Parteien Trinkwasser "verbraten", weil der Hausmeister den falschen Knopf gedrückt hatte.
  • Ein Nutzer berichtet, dass bei ihm die Nachspeisung nur 22 Liter beträgt und über Jahre hinweg ca. 800 m³ Wasser ohne Probleme durchgingen. Er würde trotz Mehrpreis wieder ein Raincenter einbauen.
  • Andere Nutzer bevorzugen eine manuelle Nachspeisung per Schlauch und argumentieren, dass eine Hauswasserzentrale teuer ist und Wartungsprobleme verursachen kann.

Wirtschaftlichkeit und Wasserbilanz

Ich gehe aber jetzt noch weiter und behaupte, dass es für die nachgespeiste Trinkwassermenge aufs Jahr gerechnet, völlig gleichgültig ist, ob ich mit einem Schwimmerschalter oder mit Sensoren arbeite. Ob ich mit einer Nachspeisung 10 oder 100 Liter einspeise, hat für das Gesamtergebnis keine Bedeutung. Darüber entscheiden Regenertrag und Bedarf.

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Das im ersten Fall eingesetzte Trinkwasser ist ja nicht verloren, es hat auch kein Regenwasser verdrängt. Es verschiebt nur den Zeitpunkt, an dem wieder nachgespeist werden muss, nach hinten. So sehe ich das. Deine Betrachtung ist nur dann richtig, wenn Du davon ausgehst, dass die Zisterne nie voll wird. Sobald das geschieht geht Trinkwasser verloren.

In der Praxis sieht es so aus, dass, wenn Sie einen hohen Ertrag haben und die Zisterne öfters überläuft, relativ selten nachgespeist werden muss. Die von mir angeführten 15 cm Trinkwasser werden dann entsprechend selten eingespeist und warten eine Ewigkeit darauf, angefordert zu werden.

Tipps zur Auswahl und Installation

  1. Informieren Sie sich über verfügbare Systeme: einfache Schwimmerschalter-Lösungen, elektronische Sensoren, fertige Nachspeisemodule und Hauswasserzentralen.
  2. Achten Sie auf freie Auslauf-Lösungen und geprüfte Rückflussverhinderer, um eine unzulässige Rückverbindung zu vermeiden.
  3. Berücksichtigen Sie Wartung und Bedienung: Eine Anlage ist nur so gut wie ihre regelmäßige Kontrolle.
  4. Vergleichen Sie Kosten: Eine Hauswasserzentrale kostet typischerweise um die 1.000 Euro, kann aber Komfortvorteile bieten. Einfachere Nachspeisungen in die Zisterne sind preiswerter und keineswegs sinnlos.
  5. Planen Sie Speichergröße und Dachflächenzufluss: Geld in eine größere Zisterne zu investieren kann oft sinnvoller sein als eine teure Nachspeiseeinrichtung.

Praktische Produkte und Messgeräte

Der RAINMASTER D 24 ist eine Füllstandanzeige für Wassertanks bis 3 m Wassertiefe. Bei Anlagen mit Unterwassermotorpumpe steuert er gleichzeitig ein Magnetventil zur Trinkwassernachspeisung in eine Zisterne. Der RAINMASTER Eco-FS zeigt den Wasserstand der Zisterne durch Leuchtdioden an (in Prozent des maximalen Wasserstandes).

Die WISY Trinkwassernachspeisung 1/2 Zoll sorgt dafür, dass Ihr Regenspeicher oder Ihre Zisterne auch während längerer Trockenzeiten zuverlässig und bedarfsgerecht mit Trinkwasser nachgespeist wird. Die Nachspeisung orientiert sich am tatsächlichen Bedarf und eignet sich ideal zur Versorgung des Tagesbedarfs eines Einfamilienhauses.

Schema: Trinkwasser-Nachspeisung mit freiem Auslauf und Magnetventil

Wartung und Kontrolle

Wartung ist essentiell: Schwimmer, Sensoren, Magnetventile und Rückflussverhinderer müssen regelmäßig geprüft werden, um Defekte und unnötigen Trinkwasserverbrauch zu verhindern. Auch die Bedienkompetenz des Betreibers ist entscheidend: Fehlbedienungen können zu erheblichem Mehraufwand führen.

Wer bei seinem Bau genügend Geld und Platz hat, soll sich ruhig ein teures Teil anschaffen und damit glücklich werden (Er kennt ja dann nichts anderes). Ich habe aber etwas dagegen, dass Kunden unter dem Deckmantel eines Fachhandwerkers falsch beraten werden und Module mit falschen Werbeargumenten verkauft werden.

Erklärungsvideo: Funktionsweise einer Trinkwasser-Nachspeisestation mit freiem Auslauf

Kurze Checkliste vor der Entscheidung

  • Benötigter Tagesbedarf (WC, Waschmaschine, Garten)
  • Regenertrag (Dachfläche, lokale Niederschläge)
  • Gewünschter Automatisierungsgrad (manuell, Schwimmerschalter, Sensoren, Hauswasserzentrale)
  • Budget für Anschaffung und Wartung
  • Sicherstellung der Trinkwasserhygiene (freier Auslauf, Rückflussverhinderer)
System Typische Einspeisemenge Vorteile Nachteile
Schwimmerschalter in Zisterne ca. 10-20 cm (0,47 m3 bei 2 m Ø) einfach, kostengünstig ungenauer, Schwimmerdefekte möglich
Sensorsteuerung ca. 1 cm (0,03 m3) präzise, geringere Einspeisemenge elektronisch, etwas teurer
Hauswasserzentrale bedarfsorientiert, konfigurierbar Komfort, automatische Umschaltung höhere Kosten, Wartungsaufwand

Für die Gartenbewässerung kann Regenwasser direkt verwendet werden; Trinkwasser-Nachspeisung wird vor allem für die Sicherstellung der Versorgung bei Trockenperioden relevant. Achten Sie bei der Auswahl darauf, ob das System für Unterwasserpumpen oder Hauspumpen konzipiert ist.

Infografik: Vergleich Schwimmerschalter vs. Sensorsteuerung vs. Hauswasserzentrale

Insgesamt gilt: Die einfache Einspeisung von Trinkwasser in die Zisterne ist keineswegs veraltet; sie ist die einfachste und preiswerteste Variante einer Trinkwassernachspeisung und kann, richtig installiert und gesteuert, effizient und sicher arbeiten. Wichtig sind korrekte Installation, geeignete Trennstellen (freier Auslauf) und regelmäßige Kontrolle/Wartung der Anlage.

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