Trester Kuchen Rezepte: Nachhaltig, Vielseitig und Köstlich

Der Trester-Kuchen ist mehr als nur ein Rezept; er ist eine Hommage an Nachhaltigkeit und kreative Resteverwertung. Wenn du also das gesunde Saftpressen bereits für dich entdeckt hast und einen Juicer besitzt, hast du dir sicherlich schon Gedanken darüber gemacht, was man mit den übrig bleibenden, trockenen Pflanzenfasern machen könnte. Dieser Artikel taucht tief in die Welt der Trester-Kuchen ein, beleuchtet die Vielseitigkeit, die wertvollen Inhaltsstoffe und gibt Anregungen, wie du dieses Rezept ganz nach deinem Geschmack anpassen kannst.

Was ist Trester überhaupt?

Trester sind die festen Rückstände, die beim Entsaften von Obst und Gemüse übrig bleiben. Anstatt diese wertvollen Pflanzenfasern zu entsorgen, können sie wunderbar in der Küche weiterverwendet werden. Da bei regelmäßigem Juicen relativ viele „Trester“ anfallen, zeige ich dir heute zwei wunderbare, süße Rezepte, mit denen du jeweils eine große Menge an Trestern verarbeiten kannst. Die Gemüsefasern des Saftpressens eignen sich zum Backen sogar ganz besonders gut. Denn sie machen dein Gebäck wunderbar locker und saftig.

Welche Trester eignen sich zum Backen?

Nicht alle Trester sind gleich gut geeignet. Während Sellerie-Trester sehr faserig, Ananas-Trester etwas fest und Ingwer-Trester scharf sein können, eignen sich Karotten-Trester und Rote Bete-Fasern optimal zum Backen. Diese können auch in Kombination mit Apfelfasern oder den zuvor genannten Trestern verwendet werden. Vor allem beim saftigen Schokokuchen passt Rote Bete hervorragend. Bei den Fasern waren aber auch Apfel und Ingwer mit bei. Für die Muffins empfehle ich eine Mischung aus Karotten- und Apfelresten. So werden sie super weich, saftig und rundum köstlich.

Wenn du keine Saftpresse und dadurch auch keine „Trester“ zu Hause hast, kannst die Rezepte mit fein aufgeriebener Karotte und Apfel sowie aufgeriebener Roter Bete machen. Jedoch musst du die Pflanzenraspel wirklich sehr gut trocken pressen. Das ist bei Apfel und Karotte kein Problem, jedoch aufgrund der intensiven Farbe der Roten Bete bei dieser nicht so gut anwendbar. Du kannst dann auch einfach aufgeriebene, gut trocken gepresste Zucchini verwenden. Achte zusätzlich darauf, anfangs etwas weniger Flüssigkeit in den Teig zu geben und lieber z.B. Pflanzendrink nachzugießen, sollte der Teig zu fest sein.

Die Vielseitigkeit des Trester-Kuchens

Der Trester-Kuchen ist nicht nur ein nachhaltiges Rezept, sondern auch unglaublich vielseitig! Je nach Vorliebe und was du gerade zu Hause hast, kannst du die Zutaten ganz nach deinem Geschmack anpassen.

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Nussvariationen

Wenn du statt Mandeln lieber Walnüsse magst, ist das kein Problem - Walnüsse bringen eine leicht herbe Note, die perfekt zum fruchtigen Kuchen passt. Oder du gibst stattdessen Kokosraspeln hinzu, die für eine zusätzliche exotische Note sorgen.

Gewürzvielfalt

Auch beim Gewürz kannst du variieren: Ein Teelöffel Zimt bringt eine warme Würze, während Vanillepulver den Kuchen noch verführerischer macht.

Fruchtige Alternativen

Die Wahl des Fruchtmuses ist ebenfalls flexibel. Statt Apfelmus kannst du auch Birnenmus oder Mango verwenden, je nachdem, was du zu Hause hast oder welches Aroma du bevorzugst. Statt Trester können natürlich auch frische Karotten oder Obst gerieben bzw. zerkleinert und genutzt werden. Das macht den Kuchen extra saftig. Entsteht dadurch zu viel Flüssigkeit, kann evtl. weniger heißes Wasser bei den Datteln verwenden oder weniger Fruchtmus hinzugegeben werden.

Vegane Optionen

Für alle, die es nicht vegan brauchen, kann das Kokosöl auch durch Butter ersetzt werden. Wer noch mehr Ballaststoffe in den Kuchen integrieren möchte, kann problemlos einen Esslöffel Chiasamen oder Leinsamen dazugeben, was den Kuchen nicht nur nährstoffreicher macht, sondern auch für eine angenehmere Konsistenz sorgt.

Kreative Formen

Eine besonders kreative Idee: Wenn du den Trester-Kuchen nicht backen möchtest, kannst du die Masse auch zu kleinen Energiebällchen, Cakepops oder „Ostereiern“ verarbeiten. Diese kannst du dann nach Belieben in Kakaopulver, gemahlenen Nüssen oder sogar geschmolzener Schokolade wälzen. In diesem Fall lässt du einfach das Backpulver weg - und voilà, du hast einen schnellen, gesunden Snack für Ostern oder jede andere Gelegenheit!

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Die Nährstoffpower der Zutaten

Die Zutaten in diesem Trester-Kuchen sind nicht nur lecker, sondern auch ein wahres Powerpaket an Nährstoffen.

Trester: Die Basis

In diesem Beispiel besteht er aus Karotten, Apfel, Orange, Zitrone und Ingwer. Der Trester enthält wertvolle Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe, die beim Entsaften häufig verloren gehen. Besonders reich ist er durch die Karotten an Beta-Carotin, welches im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird und eine zentrale Rolle für die Gesundheit der Augen sowie das Immunsystem spielt. Der Karottenanteil im Trester sorgt zudem für eine gute Portion an Antioxidantien, die dabei helfen, den Körper vor freien Radikalen zu schützen.

Hafer- oder Buchweizenflocken

Die Haferflocken oder Buchweizenflocken sind eine hervorragende Quelle für glutenfreie, komplexe Kohlenhydrate, die langsam Energie freisetzen und somit für eine langanhaltende Sättigung sorgen. Zudem enthalten sie viele B-Vitamine, die für die Energiegewinnung im Körper unerlässlich sind. Haferflocken liefern zudem Beta-Glucane, eine spezielle Art von Ballaststoffen, die sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken können.

Mandeln

Die Mandeln, die in diesem Rezept verwendet werden, bringen gesunde Fette und Proteine mit. Sie sind besonders reich an Vitamin E, das als starkes Antioxidans wirkt und Haut sowie Zellstruktur schützt. Mandeln enthalten auch Magnesium, das wichtig für die Muskel- und Nervenfunktion ist und zudem zur Regulierung des Blutdrucks beiträgt.

Datteln

Die Datteln dienen nicht nur der Süße, sondern auch als natürliche Quelle von Kalium, das für die Herzgesundheit wichtig ist. Kalium hilft, den Blutdruck zu regulieren und unterstützt die ordnungsgemäße Funktion der Muskeln und Nerven. Darüber hinaus haben Datteln einen verhältnismäßig hohen Gehalt an Eisen, was besonders für die Blutbildung und den Sauerstofftransport im Körper wichtig ist.

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Apfelmus oder Banane

Das Apfelmus oder die zerdrückte Banane liefern nicht nur eine fruchtige Süße, sondern auch Vitamin C, das die Immunabwehr stärkt und für gesunde Haut sorgt.

Kokosöl

Das Kokosöl enthält mittelkettige Fettsäuren, die schnell vom Körper genutzt werden können und eine ausgezeichnete Energiequelle darstellen. Diese gesunden Fette unterstützen auch die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen und tragen zu einer besseren Hautgesundheit bei.

Backtriebmittel und Salz

Zu guter Letzt enthält der Kuchen auch Backpulver oder Natron, die als Triebmittel den Kuchen locker und fluffig machen. Eine kleine Menge Salz sorgt zusätzlich für Elektrolyte, sowie für den perfekten Geschmack und hebt die Süße der Früchte hervor.

Rezeptinspirationen: Trester-Kuchen und Muffins

Hier sind zwei Rezeptideen, die du ausprobieren kannst, um deine Trester-Kuchen-Reise zu beginnen:

Fluffig-süße Muffins aus Obst- und Gemüsetrestern

Zutaten:

  • 30 g geschrotete Leinsamen
  • 250 g Dinkelmehl
  • 200 g Gemüse-Trester (z.B. Karotte, Karotte-Apfel, Rote Bete o.ä.)
  • 50 g Kokosraspel
  • 4 EL Kokosöl, flüssig
  • 2 EL Sojajoghurt
  • 1 EL (dunkles) Mandelmus oder Cashewmus
  • 3 EL Ahornsirup (oder eine andere Flüssige Süße
  • 1 TL Backpulver
  • 1 kl. TL Natron (oder mehr Backpulver)
  • 1 EL Zitronensaft
  • 200 ml Pflanzendrink (z.B. Haferdrink)
  • Optional: 1-2 TL Zimt
  • Etwas Olivenöl oder Margarine zum Fetten der Muffinform

Zubereitung:

  1. Die geschroteten Leinsamen mit 4 EL Wasser verrühren und 5 Minuten quellen lassen.
  2. 250 g Dinkelmehl in eine Schüssel sieben, die gequollenen Leinsamen, 200 g Gemüse-Trestern, 50 g Kokosraspel, 4 EL flüssiges Kokosöl, 2 EL Sojajoghurt, 1 EL Nussmus, 3 EL Ahornsirup, 1 TL Backpulver, 1 TL Natron, 1 EL Zitronensaft und 200 ml Pflanzendrink zu einem Teig verrühren. Wer möchte, rührt noch 1-2 TL Zimt unter.
  3. Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen und die Mulden eines Muffinblechs leicht einfetten und den Teig auf 12 Muffinmulden aufteilen.
  4. Muffins bei 180 Grad Umluft 25 Minuten backen.

Saftiger Schokokuchen aus Trester

Zutaten:

  • 40 g geschrotete Leinsamen + 5 EL Wasser
  • 250 g Dinkelmehl
  • 70 g gemahlene Haselnüsse (oder gemahlene Mandeln)
  • 250 g Trester (z.B. Karotte, Karotte-Apfel oder Rote Bete mit Karotte)
  • 50 g Cashewmus (oder Mandelmus)
  • 1 EL Zimt
  • 1 Prise Salz
  • 40 g Kakaopulver
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Natron (oder mehr Backpulver)
  • 1 kl. EL Zitronensaft
  • Optional: 1 Prise Kardamom
  • 70 ml Kokosöl
  • 4 EL Ahornsirup
  • 350 ml Pflanzendrink

Für die Schokoglasur:

  • 50 ml Kokosöl
  • 1 EL Nussmus (z.B. Mandelmus oder Cashewmus)
  • 2 EL Kakaopulver
  • 2 EL Ahornsirup
  • 1/1 TL Johannisbrotkernmehl
  • Zimt

Zubereitung:

  1. 40 g geschrotete Leinsamen mit 4 EL Wasser verrühren und ca. 5 Minuten quellen lassen.
  2. Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen und eine Kastenform (26 cm Länge) mit Backpapier auskleiden.
  3. 250 g Dinkelmehl in eine Schüssel sieben. Die gequollenen Leinsamen, 70 g gemahlene Haselnüsse, 250 g Trester, 50 g Nussmus, 1 EL Zimt, eine Prise Salz, 40 g Kakaopulver sowie 2 TL Backpulver und 1 kl. TL Natron hinzu fügen. Dann etwas Zitronensaft direkt auf das Natron träufeln, bis es schäumt. Ich gebe auch noch eine Prise Kardamom dazu, aber das ist optional. Nun kommen noch 70 ml flüssiges Kokosöl, 4 EL Ahornsirup und 350 ml Pflanzendrink dazu. Alle Zutaten mit einem Rührgerät zu einem gleichmäßigen Teig rühren, in die mit Backpapier ausgelegte Form füllen und glatt streichen.
  4. Schokokuchen im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad Umluft rund 45 Minuten backen.
  5. Schokokuchen aus dem Ofen nehmen, aus der Form heben und auf einem Kuchengitter kurz abkühlen lassen. Während dessen alle für die Glasur angegebenen Zutaten miteinander verrühren, 10 Minuten kalt stellen und dann über den Kuchen gießen und verstreichen.
  6. Schokokuchen rund 1 Stunde in den Kühlschrank stellen, damit die Glasur fest wird.

Tipps und Tricks für den perfekten Trester-Kuchen

  • Nicht zu lange rühren: Wie bei jedem Rührteig sollte der Kuchenteig nur so lange gerührt werden, bis ein glatter Teig entsteht. Ansonsten kann der Küchen etwas „speckig“ werden.
  • Fett nicht reduzieren: Da der Kuchen aus trockenem Trester besteht, muss entsprechend mit Fett gearbeitet werden.
  • Experimentieren: Der Kuchen kann auch mit Apfeltrester, Rote Bete oder einer Saft-Mischung zubereitet werden. Eigentlich eignet sich jeder Trester von süßen Säften.

Weitere Trester-Verwertungsideen

Trester ist viel zu wertvoll, um im Müll zu landen. Hier sind einige weitere Ideen, wie du ihn sinnvoll nutzen kannst:

  1. Kompost: Die einfachste Methode, deinen Trester zu verwerten, ist die Verwendung als Kompost. Deine Pflanzen werden sich freuen!
  2. Brot: Trester kann auch als Zutat für Brot verwendet werden.
  3. Snacks: Die Rückstände aus dem Entsaften sind voller unlöslicher Ballaststoffe und perfekt für eine Zero-Waste-Ernährung.

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