Drip Cake Rosa Anleitung: So gelingt die perfekte Tropfentorte

Als Kind träumte ich von einer Geburtstagstorte wie aus dem Bilderbuch: mehrstöckig, mit vielen Kerzen und einem verführerischen, herabtropfenden Guss. Dieser „Drip“ hat sich tief in meine Erinnerung eingebrannt. Damals kannte ich den Fachbegriff noch nicht: Drip Cake, eine Torte, bei der der Guss dekorativ am Rand herunterläuft. Auch heute noch fasziniert mich dieser Effekt. Ich habe mich auf die Suche nach dem Geheimnis des perfekten Drip Cakes gemacht und eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung zusammengestellt, mit der du deine eigene Tropfentorte gestalten kannst.

Bevor wir mit dem kunstvollen Beträufeln beginnen, klären wir die Frage nach der richtigen Basis. Denn diese ist entscheidend für das Gelingen. Anschließend schauen wir uns an, welche Art von Guss sich am besten eignet und wie wir das Dripping verfeinern können.

Die Drip-Cake-Basis: Kuchen oder Torte?

Als Grundlage dient eine fertig gebackene Torte, idealerweise aus mehreren unterschiedlich großen Kuchenböden. Natürlich kannst du auch einen einfachen Rührkuchen verwenden. Durch die übereinandergestapelten Böden sind Torten jedoch höher und bieten mehr Fläche für den herablaufenden Guss. Betrachte den Kuchen als Leinwand für deine Kunst - und diese besteht beim Drip Cake aus dem gleichmäßigen Auf und Ab unterschiedlich langer Tropfen.

Ein einfaches Biskuitrezept findest du weiter unten.

Die Drip-Cake-Unterlage: Ganache oder Buttercreme?

Wie es sich für eine perfekte Leinwand gehört, sollte die Torte möglichst ebenmäßig sein. Damit der Drip gerade von oben nach unten läuft, benötigst du zudem glatte Tortenwände. Daher ist es ratsam, die gestapelten Böden mit Buttercreme oder Ganache einzustreichen. Besonders glatt wird die Torte, wenn du sie anschließend mit Fondant überziehst.

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Typische Tortenganache-Rezepte bestehen aus einer geschmeidigen Schoko-Sahne-Mischung. Das Verhältnis von Schokolade zu Sahne variiert je nach Schokoladensorte und liegt zwischen 1:1 (Zartbitterschokolade/Sahne) und 2:1 (weiße Schokolade/Sahne). Zum Glattstreichen der Torte eignet sich eine Palette.

Ganache glattstreichen

Die Ganache wird mit einer Kuchenpalette oben und an den Seiten glattgestrichen.

Amerikanische Buttercreme besteht aus weicher Butter und Puderzucker. Die hell aufgeschlagene Creme ist eine gute Alternative zur Ganache, allerdings durch den hohen Butteranteil etwas gehaltvoller. Daher wird sie nur hauchdünn aufgetragen. Wenn die Tortenschichten noch durch die Creme schimmern, spricht man von einem Naked Cake.

Eine helle Buttercremetorte ist die perfekte Basis für ein dunkles Schokoladendripping.

Rollfondant ist eine fertige Zuckermasse, die geknetet und ausgerollt wird, um die Torte zu umhüllen. Damit der Fondant faltenfrei aufliegt und nicht verrutscht, sollte vorher eine Schicht Buttercreme oder Ganache aufgetragen werden. Da dies den Drip Cake jedoch noch süßer macht, habe ich mich gegen eine Fondanttorte entschieden.

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Tipp: Du möchtest mehr Farbe? Alle drei Arten von Tortenüberzug lassen sich mit Lebensmittelfarbe einfärben. Für farbige Buttercreme und Ganache solltest du fettlösliche statt wasserlöslicher Farbe verwenden.

Die Drip-Cake-Glasur: Ganache oder Royal Icing?

Die Torte ist fertig und eingestrichen? Dann kann es endlich ans Drippen gehen! Dazu benötigst du die richtige Drip-Cake-Glasur. Theoretisch kannst du auch reine Kuvertüre verwenden.

Das Problem: Normale Schokolade wird beim Erkalten schnell brüchig, sodass die Tropfen abbrechen könnten, wenn du die Torte anschneidest oder bewegst.

Wenn du die Kuvertüre mit Sahne zu einer sämigen Schokoganache verrührst, erhältst du die perfekte Konsistenz. Ganache ist cremiger als flüssige Schokolade. Dadurch ist die Glasur dickflüssiger und rinnt beim Ansetzen des Drips nicht direkt bis zum Boden durch. Schließlich sollen die Tropfen unterschiedlich lang sein.

Kuvertüre + Sahne = Ganache

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Wenn Schokolade geschmacklich nicht zu deiner Torte passt, kannst du den Drip Cake alternativ mit Royal Icing herstellen. So gelingt der königliche Zuckerguss auf Ei-Basis: 1 Eiweiß schaumig (aber nicht steif) schlagen und etwa 250 g gesiebten Puderzucker unterrühren. Royal Icing ist von Natur aus weiß und lässt sich gut mit Lebensmittelfarbe einfärben. Allerdings ist er sehr süß und das rohe Ei verkürzt die Haltbarkeit.

Anleitung für die perfekte Drip-Ganache

Ich bevorzuge Ganache! So gelingt die Zubereitung:

Schritt 1: Zuerst die Kuvertüre grob hacken. Wenn du Kuvertürechips oder Schokotropfen verwendest, kannst du diesen Schritt überspringen.

Schritt 2: Wasser in einem kleinen Topf erhitzen, aber nicht kochen lassen. Sobald das Wasser siedet, den Herd ausschalten. Eine hitzebeständige Schale in den Topf setzen. Das Wasser sollte die Unterseite der Schale berühren, aber nicht hineingeraten oder hochspritzen.

Die Drip-Ganache ist flüssiger als die Ganache zum Einstreichen der Torte.

Schritt 3: Sahne und gehackte Schokolade in die Schale geben. Durch die Wärme beginnt die Schokolade zu schmelzen. Die Ganache so lange umrühren, bis eine gleichmäßige, glatte Masse entstanden ist. Für eine Viertelstunde in den Kühlschrank stellen.

So kannst du weiße Drip-Ganache einfärben

Wenn dir ein Drip Cake mit dunkler Schokolade zu eintönig ist, kannst du die Ganache mit Lebensmittelfarbe umfärben. Zartbitter- und Vollmilchschokolade lassen sich nicht färben, daher benötigst du weiße Kuvertüre.

Wichtig: Da Schokolade fetthaltig ist, benötigst du eine fettlösliche Lebensmittelfarbe, idealerweise in Pulverform.

Auf einer dunklen Tortenganache kommt ein leuchtend buntes Cake-Dripping besonders gut zur Geltung.

Pinke Drip Cakes liegen im Trend. Entweder du schmilzt fertige Ruby Chocolate mit Sahne zu einer rosa Ganache oder du nimmst weiße Schokolade und mischst mit roter Lebensmittelfarbe deine eigene Version.

Für rosa Drip-Ganache brauchst du: Sahne, weiße Kuvertüre und rote Lebensmittelfarbe.

So geht‘s: Für eine pinke Drip-Ganache mischst du 150 g gehackte weiße Kuvertüre mit 120 g Sahne (33 % Fett) und rührst nach dem Schmelzen über dem Wasserbad so viel rote Lebensmittelfarbe ein, bis dein Wunschfarbton erreicht ist.

Tastet euch mit der Lebensmittelfarbe vorsichtig heran, um die richtige Farbintensität zu finden.

Tipp: Für schöne Kontraste solltest du die Ganache farblich auf deine Torte abstimmen. Ein heller Guss kommt auf einer dunkel eingestrichenen Schokoladentorte besser zur Geltung als auf weißer Buttercreme.

Das Torten-Dripping: Mit Spritzbeutel oder Flasche?

Jetzt kommt der spannende Teil: Wir veredeln die Torte mit Ganache. Für ein optimales Ergebnis sollte die Ganache Raumtemperatur haben, da sie frisch aus dem Wasserbad zu heiß und dünnflüssig ist. Die Torte muss richtig kalt sein - am besten stellst du sie vor dem Betropfen für zwei Stunden in den Kühlschrank. So wird der lauwarme Guss schneller fest, bildet dickere Tropfen und läuft nicht sofort bis zum Tortenboden herab.

Um die Ganache gezielt am Kuchenrand zu platzieren, kannst du sie entweder in eine Dosierflasche aus Plastik oder in einen Spritzbeutel geben. Da die wenigsten Spezialflaschen zu Hause haben, verwende ich für diese Anleitung einen einfachen Spritzbeutel. Diesen kannst du leicht selbst basteln, indem du die Spitze eines Gefrierbeutels abschneidest.

Tipp: Das Auftragen mit einem Löffel ist eher etwas für Fortgeschrittene. Da die Löffelspitze recht breit ist, hast du weniger Kontrolle über den Guss und erzeugst keine so feinen Tropfen wie mit einer Spritzhilfe.

Tutorial zum Torten drippen

Schritt 1: Stelle die gekühlte Torte auf die Tortenplatte, auf der du sie später servieren möchtest. Von einem nachträglichen Umrücken rate ich ab, da die dekorativen Tropfen, die sich beim Drippen auf der Unterlage bilden, sonst verloren gehen.

Schritt 2: Befülle den Spritzbeutel mit der zimmerwarmen Ganache. Beim Torten-Dripping ist eine ruhige Hand gefragt. Atme noch einmal tief durch, bevor du loslegst - denn es gibt kein Zurück mehr. Halte die Öffnung des Spritzbeutels mit zwei Fingern zu, bis du bereit bist.

Schritt 3: Beginne an einer Tortenkante und prüfe, ob der Guss flüssig genug ist.

Schritt 4: Bewege deine Hand mit dem Spritzbeutel gleichmäßig im Uhrzeigersinn am Kuchenrand entlang. Ein Drehteller kann das Unterfangen erleichtern. Jede Unterbrechung und jedes Stocken verursacht einen Tropfen. Für längere Tropfen verharre eine Weile an einer Stelle, sodass sich der Guss dort sammelt und weiter herabreicht. Wenn die Tropfen zu weit oben enden, erwärme die Ganache noch einmal kurz über dem Wasserbad.

Tipp: Statt die Kuchenkante komplett zu umrunden, kannst du auch nur einen halben Drip Cake daraus machen. Dadurch wirkt die Deko luftiger.

Das Dripping führt einmal rund um die Torte.

Schritt 5: Geschafft - du darfst wieder atmen! Entweder du lässt die Torte so, wie sie ist, oder du bestreichst den Deckel mit der restlichen Ganache. Verteile das Dripping aus dem Spritzbeutel in Spiralform auf der Oberseite und streiche es mit der Rückseite eines Löffels glatt.

Tipp: Sei an den Kanten vorsichtig, denn beim Füllen des Deckels schwappt gerne etwas Ganache über den Rand und bildet ungewollte Tropfen.

Die Oberseite der Torte kann, muss aber nicht mit Ganache gefüllt werden.

Schritt 6: Stelle den fertigen Drip Cake für eine halbe Stunde kalt, damit der Drip trocknen kann.

Tipp: Für einen glamourösen Drip Cake mit goldenen Tropfen bepinselst du die fertigen Drips mit essbarem Goldpuder, das du mit hochprozentigem Alkohol verflüssigt hast.

Die Drip-Cake-Deko: Weniger oder mehr?

Herzlichen Glückwunsch, du hast deinen ersten eigenen Drip Cake erschaffen! Gar nicht so schwierig, oder? Wenn sich deine Nerven beruhigt haben und der Drip im Kühlschrank fest geworden ist, kannst du dir Gedanken über die weitere Deko machen. Soll der Kuchen so bleiben oder kommt noch etwas hinzu?

Frei nach dem Motto „Mehr ist mehr“ bin ich dafür, der Torte mit essbarer Deko den letzten Schliff zu verleihen. Das können Erdbeeren, Macarons, Cookies oder Schokoriegel sein, die du zurechtgeschnitten und locker an der Torte befestigt wie an einem Blumengesteck. Wenn die Ganache noch feucht ist, dient sie als natürlicher „Kleber“.

Apfelchips passen als Deko super zu einem Apfelkuchen.

Tipp: Damit der Drip Cake nicht überladen aussieht, beschränke dich beim Dekorieren auf eine Seite und lasse die andere frei.

Wähle Zutaten, die zum Geschmack der Torte passen. Besonders harmonisch wird es, wenn sich Teigzutaten in der Deko wiederfinden, zum Beispiel Nüsse, Mandeln oder Pistazien. Zuckrige Elemente wie Marshmallows oder zerbröselte Baisers passen immer, machen den Kuchen aber auch süßer.

Die Drip-Farbe kannst du in der Deko aufgreifen.

Tipp: Du möchtest deinen Drip Cake zu einem besonderen Anlass dekorieren? Was Wunderkerzen für Silvester sind, sind Schokoeier zu Ostern. Wir verzieren unsere Ostertorte außerdem mit ausgestanzten Osterhasen aus Oblaten, die sich gut vom pinken Drip und der dunklen Ganache abheben.

Sehr dekorativ ist auch die spiegelglatte Mirror-Glaze-Glasur für Torten!

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