Was ist eine Torte: Definition und Merkmale

Eine Torte ist ein feiner Kuchen, der meist mit Creme gefüllt, bestrichen und/oder mit Früchten belegt und verziert ist. Meist ist die Form kreisrund, aber auch andere Formen sind gebräuchlich wie Rechtecke, Kuppelform, Herzform u. v. m. Eine Torte ist ein Gebäck mit Creme oder Obst. Meistens ist sie rund und süß. Sie hat einen Tortenboden aus Teig, den man vorher bäckt. Damit klebt die Torte nicht im Teller. Darüber kommt etwas Creme oder Obst. Die oberste Schicht ist der Tortenguss oder eine Glasur aus Schokolade oder Puderzucker.

Die moderne Bedeutung des Wortes „Torte“ bezieht sich in vielen Sprachen auf eine spezielle Art von Kuchen, die sich von anderen süßen Gebäcken durch ihre Schichtung, Füllung und aufwendige Verzierung unterscheidet. Das Wort „Torte“ stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und hat seinen Ursprung im mittelalterlichen Latein „torta“, was so viel wie „rundes Brot“ oder „Kuchen“ bedeutet. Der Begriff „Torte“ bezeichnete ursprünglich aber keine süße Konditoreiware, sondern eine gefüllte Pastete, die meistens herzhaft war. Dieselbe Bedeutung hatte das zugrundeliegende italienische Wort torta.

Historische Darstellung einer gefüllten Torte

Geschichte und Entwicklung

Deutsche Tortenrezepte aus dem 16. Jahrhundert lieferte beispielsweise 1544 das Kochbuch Ain künstlichs und nutzlichs Kochbuch des Balthasar Staindl. Die ersten bekannten Rezepte für Cremeschnitten erschienen 1651 bei François-Pierre de La Varenne. Die meisten heute bekannten Sahne-, Schokoladen- und Cremetorten entstanden erst im 19. und 20. Jahrhundert. Ganache wurde um 1850 in Paris erfunden, Buttercreme wird von deutschen Konditoren erst seit Ende des 19. Jahrhundert verwendet. Die Herstellung von Schlagsahne mit dem Schneebesen war vor der Erfindung elektrischer Rührgeräte zeitaufwändig.

Teige, Böden und Füllungen

Die meisten Torten basieren auf Biskuit- oder Mürbeteig; klassische Torten kombinieren meist einen dünnen Mürbeteigboden (zur Stabilisierung des Tortenbodens) mit Schichten aus Biskuit. Eine klassische Torte besteht aus gebackenen Böden - je mehr, desto höher und festlicher - und einer oder mehreren Cremefüllungen, die separat zubereitet werden. Die Füllung besteht häufig aus Cremes auf Grundlage von Buttercreme, geschlagener Sahne, Sahnecreme oder Quark (z. B. Käsekuchen, Cassata), die je nach Rezept mit Zutaten wie Vanille, Kakao, Kaffee, gemahlenen Nüssen und frischen oder kandierten Früchten sowie Spirituosen aromatisiert sind. Auch Marzipan und Konfitüren finden als Füllung Verwendung.

Sahne- und Sahnecremetorten

Sahnetorten enthalten mindestens 60 % Schlagsahne in der Füllung und Garnierung (einschließlich der geschmacksgebenden Zusätze). Als Fett ist nur das Milchfett der Sahne enthalten, mit Ausnahme natürlicher Fettanteile aus Zusätzen wie Nüsse oder Schokolade. Sahnecremetorten enthalten weniger als 60 aber mindestens 20 % Schlagsahne in der Füllung und Garnierung. Die Abgrenzung von Sahne- und Sahnecremefüllungen erfolgt also nach dem Sahneanteil, nicht aber nach dem Gehalt an Gelatine oder sonstigen Bindemitteln. Zwei Typen spezieller Sahnecremes sind Bayerische Creme und Pariser Creme.

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Sahnetorte mit mehrschichtigen Böden

Überzüge, Dekor und Cake Design

Modernere Arten des Überzuges sind Rollfondant oder Schokoladenfondant. Zum Schluss werden die Torten oft mit Creme oder Schlagsahne aus dem Spritzbeutel dekoriert. Weitere Verzierungen können Blätter, Blüten und andere Motive aus geformter Zucker-, Marzipan- oder Schokoladenmasse sowie kleine Früchte oder Fruchtstücke sein (Cake Design). Motivtorten werden zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten und Geburtstagen auf Bestellung gefertigt. Man kann eine Torte auch besonders schön dekorieren, etwa mit Figuren aus Marzipan. Solche Torten sind Süßspeisen mit viel Zucker und können aus mehreren Schichten bestehen.

Formen und Typen

Die Form einer Torte richtet sich nach dem Verwendungszweck. Meist sind Torten rund, und es werden feste oder verstellbare Tortenringe für die Herstellung benutzt. Die Rundtorte ist die üblichste Tortenform. Beispiele für Formtorten sind: rechteckige, herzförmige, dreieckige usw. Eine Kuppeltorte ist eine halbrund gewölbte Torte, unabhängig von ihrer Füllung und Zusammensetzung. Kuppeltorten sind oft mit Marzipan eingedeckt oder mit Kuvertüre überzogen, damit ihre Form stabil bleibt. Die Etagentorte ist vertikal aus unterschiedlich großen Tortenböden aufgebaut. Eine abgewandelte Form ist die Aufsatztorte, bei der auf einem Tortenständer etliche kleine Torten übereinander gesetzt werden.

Verschiedene Tortentypen: Rundtorte, Kuppeltorte, Etagentorte

Obsttorten und einfache Varianten

Einfacher sind Obsttorten, die auf einer einzigen Teigschicht basieren (meist ein Biskuit- oder Mürbeteigboden), der mit einer englischen Creme bestrichen und mit frischen oder gedünsteten Früchten garniert wird. Darüber kommt Tortenguss. Auf die englische Creme wird oft verzichtet; dafür werden Obsttorten in Deutschland gern mit Schlagsahne serviert. Offene Obsttorten: die Obstauflage ist sichtbar. Gedeckte Obsttorten: die Obstauflage ist durch eine Abdeckung verdeckt. Solche Unterschiede führen dazu, dass man bei Obstauflagen öfter vom Obstkuchen spricht, besonders wenn das Obst im Vordergrund steht.

Herstellung, Berufsbild und Praxis

Für die Herstellung von Torten und anderen Feinbackwaren gibt es einen eigenen Berufsstand, den Konditor (schweizerisch Confiseur). In der gehobenen Gastronomie ist der Pâtissier mit dieser Aufgabe betraut. Gebackene Torte werden üblicherweise nach den wertbestimmenden Zutaten benannt. Sie werden in der gewünschten Zusammensetzung fertiggestellt und so abgebacken; sie sind im Allgemeinen nach dem Backen ohne eine weitere Bearbeitung verkaufsfertig (z. B. Käsetorte bzw. in Österreich gebackene Topfentorte).

Herstellung einer klassischen Sahnetorte

Abgrenzung: Torte versus Kuchen

Der Kuchen gehört zu den feinen Backwaren und ist zumeist süß; dabei unterscheidet man vor allem nach der Art der Herstellung: Blechkuchen sowie Kuchen in Backform. Im Gegensatz zu einer Torte wird ein Belag oder eine Füllung bei Kuchen nicht nach dem Backen zugesetzt, sondern mit gebacken. Während ein Kuchen oft nur aus einer Teigschicht besteht, hat die Torte mehrere Teigschichten. Die Schichten werden Böden genannt, durch Füllungen aus Creme oder Konfitüre werden sie voneinander getrennt. Eine Torte wird im ersten Schritt gebacken und anschließend gefüllt und dekoriert. Torten gelten allgemein als exquisiter, teurer und aufwendiger als Kuchen. Sie stehen zum Geburtstag, zur Hochzeit oder zur Einschulung auf dem Tisch. Kuchen sind eher alltäglich, da sie schneller zuzubereiten und günstiger sind.

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Merkmale auf einen Blick

  • Mehrere gebackene Böden (Biskuit, Mürbeteig) übereinander
  • Zwischenschichten aus Creme, Sahne, Quark, Buttercreme oder Früchten
  • Oberfläche mit Tortenguss, Glasur, Fondant oder Schokolade
  • Aufwendige Dekoration (Marzipan, Zuckerblüten, Spritzdekor)
  • Häufig rund, aber auch rechteckig, herzförmig, kuppelförmig
  • Spezielle Typen: Sahnetorte, Sahnecremetorte, Obsttorte, Gebackene Torte

Praktische Unterschiede und Hinweise

Nach Franz-Maier Bruck unterscheiden sich Schnitten in Herstellung, Füllung und Dekor von den Torten nur darin, dass die Grundmasse bzw. der Teig in rechteckiger Form ausgestrichen bzw. ausgewalkt und dann gebacken wird. Die meisten Tortenrezepte finden Anwendung auch für Schnitten, einige Mehlspeisen ausschließlich in Schnittenform, z. B. Anschnitt-Torten (auch Ladenanschnitttorten) sind die üblichen Torten für den stückweisen Verkauf im Laden oder Café. Daher sind sie mit dem Torteneinteiler vorgezeichnet und stückgarniert. Schautorten veranschaulichen Beispiele für mögliche Tortengestaltungen für den Kauf auf Bestellung. Sie stellen aber auch die Leistungsfähigkeit des Betriebs heraus und können in jeder Form hergestellt werden.

Wenn Dich das Wort Torte hören lässt, stellst Du Dir wahrscheinlich etwas optisch super Aufwendiges und sehr Beeindruckendes vor - und damit bist Du oft auf der richtigen Spur. Eine Torte muss aber nicht zwingend hoch sein. Wenn eine Torte von der Teigkonsistenz her sehr saftig und cremig ist, dann sprechen Konditoren auch von einer Torte. Auch ein einfacher Obstkuchen kann zu einer Torte werden, wenn Du unter dem Obst noch eine Cremeschicht findest.

Merkmal Torte Kuchen
Böden Mehrere gebackene Böden Meist eine Teigschicht
Füllung Creme, Sahne, Fruchtfüllungen Füllung meist mitgebacken
Verwendung Festlich, aufwendiger Alltäglich, einfacher
Dekor Aufwändig, Fondant, Marzipan Einfacher Belag oder Kruste

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