Tochter der Elbchaussee: Hintergrundinformationen zur Schokoladen-Dynastie von Lena Johannson

Die „Tochter der Elbchaussee“ bildet den beeindruckenden Abschluss der Trilogie rund um die Hamburger Schokoladenmanufaktur Hannemann & Krüger, die von Lena Johannson mit viel historischen und menschlichen Details erzählt wird. Die Romanreihe zeichnet sich durch große Authentizität und einen flüssigen, bildhaften Schreibstil aus, der Leserinnen und Leser mitnimmt ins Herz der bewegten Hamburger Geschichte und ins Leben der traditionsreichen Schokoladendynastie.

Die Schokoladen-Dynastie: Ein Überblick der drei Bände

  • Band 1: Die Villa an der Elbchaussee (Erscheinungsdatum: 18.01.2019)
    Hamburg, 1919: Das Kontor Hannemann & Tietz handelt nicht nur mit Kakao, sondern betreibt auch eine eigene Schokoladenmanufaktur. Frieda, jüngster Spross der traditionsreichen Kaufmannsfamilie, würde am liebsten ihre Tage in der Speicherstadt oder in der Schokoladenküche verbringen. Als ihr Vater sie mit dem Sohn eines befreundeten Handelspartners verheiraten will, um das Überleben der Firma zu sichern, bricht für Frieda eine Welt zusammen. Nicht nur, weil ihr Herz für einen anderen schlägt. Wird es ihr gelingen, das Erbe der Familie zu retten, ohne ihre Liebe zu verraten?
    Historische Speicherstadt und Villa an der Elbchaussee
  • Band 2: Jahre an der Elbchaussee (Erscheinungsdatum: 06.12.2019)
    Jahre der Veränderung. Hamburg, Ende der zwanziger Jahre. Frieda ist überglücklich, ihre Hochzeit steht kurz bevor, und die Schokoladenmanufaktur feiert immer größere Erfolge. Endlich scheint sie ihren Platz im Familien-Kontor gefunden zu haben. Als dann jedoch unerwartet ihre erste große Liebe auftaucht, stellt Frieda alles in Frage, woran sie bisher geglaubt hat. Doch die Suche nach ihrem persönlichen Glück rückt schnell in den Hintergrund, als die Nazis an die Macht kommen und mit einem Mal das Leben ihrer besten Freundin, der Jüdin Clara, in Gefahr ist.
    Elbchaussee Hamburg in den 1920er Jahren
  • Band 3: Töchter der Elbchaussee (Erscheinungsdatum: 15.06.2020)
    Das Erbe der Schokoladenvilla. Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, Frieda muss schlimme Verluste verkraften. Sie lässt sich nicht unterkriegen und möchte nach und nach ihre Nichte Sarah zur Nachfolgerin in der Schokoladenmanufaktur ausbilden. Doch Friedas Sohn hat andere Pläne. Und dann holt Frieda auch noch die Vergangenheit ein. Wird es ihr zum Verhängnis, dass sie Sarah nie adoptiert hat? Ein Kampf beginnt, der Frieda mehr als die eigene Familie kosten könnte. Kann sie diesen Kampf gewinnen?

Die Figuren und ihr Schicksal

Die Hauptfigur Frieda steht im Mittelpunkt sämtlicher Bände und hat im Verlauf der Geschichte enorme Veränderungen durchlebt. Sie ist nicht mehr das junge Mädchen aus dem ersten Band, sondern hat allerhand Erfahrungen gesammelt und musste sich von geliebten Menschen verabschieden. In Band drei ist Frieda im Moment mit ihrer „Tochter“ Sarah alleine in Hamburg, ihr Mann Per ist in Dänemark und ihr Sohn Henrik wird letztendlich auch zum Militär wegen des Krieges eingezogen. Der Krieg und seine Folgen prägen die Familie nachhaltig.

Figur Charakteristika Schicksal
Frieda Optimismus, Lebensmut, Kreativität, Emanzipation Verlust geliebter Menschen, Wiederaufbau der Manufaktur, Kampf um Nachfolge
Sarah Talent für Schokolade, unsicher, Geheimnisse Als Nachfolgerin vorgesehen, konfrontiert mit Fehlern und ihrer Mutter
Henrik Sohn von Frieda, aus dem Krieg zurück, eigene Pläne Will die Leitung übernehmen, Konflikt mit Mutter
Clara Friedas beste Freundin, Jüdin Emigration nach Amerika aufgrund politischer Umstände
Jason Friedas Jugendliebe, Kontakte zu Engländern Hilft beim Wiederaufbau nach dem Krieg

Historischer Hintergrund und Schauplätze

Die Geschichte ist aus Friedas Blickwinkel geschrieben und so bleibt manches für den Leser noch im Dunkeln, auch wenn man immer wieder ahnt, dass da im Hintergrund Dinge geschehen, die Frieda einfach nicht sieht. Regelmäßig tauchen historische Details auf, die der Geschichte viel Wahrheitsgehalt geben. Diese erstrecken sich von politischen Ereignissen bis hin zur Wohnungs- und Nahrungsnot.

Hamburg kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs: Es sind von politischen Unruhen und Hunger geprägte Zeiten. Die junge Frieda hat das Privileg, als Tochter eines Kakao-Importeurs in wohlhabenden Verhältnissen aufzuwachsen. Aber auch an ihrer Familie gehen die wirtschaftlichen Turbulenzen der ersten Nachkriegsjahre nicht spurlos vorüber. Deshalb soll Frieda gewinnbringend mit einem reichen Reeder verheiratet werden. Dabei würde Frieda viel lieber selbst ins Kakao-Business einsteigen und die Schokoladenmanufaktur ihres Vaters übernehmen.

Historische Karte Hamburgs (mit Elbchaussee und Speicherstadt)

Im vorherigen Band ist Friedas Freundin Clara, weil sie Jüdin ist, nach Amerika ausgewandert. Frieda musste aufgrund der Gegebenheiten ihre Dienste bzw ihr Geschäft bei Hannemann & Krüger einstellen. Es geht jetzt ums nackte Überleben und niemand benötigt derzeit Schokolade oder Pralinen. Doch Frieda erkämpft sich alles zurück. Sie verhandelt mit den Engländern, die Deutschland besiegt haben, so dass sie ihr Geschäft wieder aufnehmen können. Dies gelingt ihr auch unter anderem durch ihre ehemalige Liebe Jason, der bei den Engländern Einfluss besitzt.

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Hamburgs Schokoladengeschichte im 20. Jahrhundert

Die Handlung und ihr Aufbau

Der Schreibstil ist genauso flüssig und bildlich wie eh und je - man sieht jedes Haus, jede Ruine, jede Landschaft vor sich. Das Setting nimmt nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Platz ein und gliedert sich perfekt in die Handlung mit ein. Ganz besonders eindrucksvoll ist die Darstellung der Elbchaussee mit ihren Villen. Standorte wie die Speicherstadt, das Firmengebäude Hannemann & Krüger oder Friedas Villa an der Elbchaussee wirken realistisch und lebendig.

Die Geschichte wird unterteilt in drei Teile, die jeweils nochmal in Kapitel gegliedert sind. Den Kapiteln voran steht immer der Monat und die Jahreszahl der folgenden Handlung. Auf 416 Textseiten vergehen ganze 17 Jahre und dank der Einbindung von Jahreszahlen behält der Leser stets den Überblick. Wichtige Ereignisse, die in dieser Zeit geschehen sind, finden Erwähnung, auch wenn Zeitabschnitte übersprungen werden.

Coverdesign der Buchreihe

Spannung entsteht durch das plötzliche Auftauchen von Personen, die Entwicklung der politischen Lage und damit verbunden auch die Zukunft von Hannemann & Krüger. Nie ist das Drama zu groß oder zu sehr aufgebauscht, stattdessen wird immer wieder eine neue Wendung eingeführt.

Familiendynamik, Konflikte und Emanzipation

Vielmehr als die Liebe steht das Thema Emanzipation im Mittelpunkt. Friedas Mutter nimmt hier das alte Rollenbild ein und wird von ihrem Mann recht treffend als „wunderschöner, bunter Papagei“ - also dekorativ, aber alleine nicht lebensfähig - bezeichnet. Frieda hingegen gibt sich mit dieser Rolle nicht zufrieden. Sie möchte über ihr Leben bestimmen und sich auch in das Kakao-Business ihres Vaters einbringen. Frieda möchte, dass ihre Nichte Sarah ihre Nachfolgerin in der Schokoladenmanufaktur wird. Doch Henrik, Friedas Sohn, gefällt das gar nicht und macht die Leitung der Manufaktur Sarah streitig.

Die Nachkriegszeit verlangt Frieda viel ab. Nach vielen Jahren der Entbehrung, Angst und Hoffnung ist der Zweite Weltkrieg endlich vorbei. Und obwohl die Freude darüber groß ist, müssen viele Familien mit Verlusten klarkommen. Auch Frieda wurde nicht verschont und muss lernen, ohne manche geliebte Menschen zu leben.

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Sarah scheint viele Geheimnisse vor Frieda zu haben und unterlaufen ihr viele Fehler, die sie sich selbst nicht erklären kann. Henrik heiratet seine Jugendliebe Gerlinde, welche auch einen Platz in der Schokoladenmanufaktur möchte. Den möchte Frieda aber Sara überlassen, da diese ein Händchen für das Schokolade machen hat.

Schokoladenmanufaktur Hamburg in den 1940er Jahren

In Band drei holt Frieda auch noch die Vergangenheit ein - wird es ihr zum Verhängnis, dass sie Sarah nie adoptiert hat? Ein Kampf beginnt, der Frieda sehr viel kosten könnte, sogar mehr als die eigene Familie.

Literarische Qualität und Leserlebnis

Die Geschichte ist eindrucksvoll beschrieben, es wurde nicht zu viel Drama eingefügt und daher wirkt sie wunderbar realistisch. Ganz viele Protagonisten sind bereits aus den zwei vorherigen Bänden bekannt, nur wenige neue Personen tauchen auf und alle haben eines gemeinsam: Sie sind lebendig, authentisch und haben ihre Eigenarten. Im Grunde tritt nur eine Person negativ auf, was ein bisschen zu wenig ist - mehr Abwechslung hätte gewünscht werden können. Die Kapitel hatten eine angenehme Länge, weder zu lang noch zu kurz, und der Lesefluss wurde durch die Unterteilungen angeregt.

Nach dem Vorbild eines Hamburger Kakao-Kontors konzipiert, vermittelt „Töchter der Elbchaussee“ viel emotionale Tiefe, Authentizität und dabei eine reichhaltige Darstellung der historischen Hintergründe.

Bewertungen und Lesermeinungen

  • „Eine großartige Fortsetzung der Schokoladen-Dynastie“
  • „Sympathische Figuren, eine nachvollziehbare Geschichte und das alles in Hamburg… Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg ist ja auch aufregend,… und bietet natürlich interessanten Stoff, den haben Sie gut verwoben, ohne sich zu verzetteln. Wirklich klasse. Ein Buch wie Schokolade, jede Seite ein Genuss.“
  • 4,2 Sterne bei 177 Bewertungen
Buchtrailer: Töchter der Elbchaussee von Lena Johannson

Autorin: Lena Johannson

Lena Johannson wurde 1967 in Schleswig-Holstein geboren. Sie beweist mit dieser Trilogie ihre Stärken als Erzählerin historischer und emotionaler Familiengeschichten, eingebettet in das reale Milieu der Hamburger Schokoladendynastie und deren gesellschaftliche Umbrüche von 1919 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

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Porträt von Lena Johannson

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