Theobromingehalt in Lindt Schokolade: Risiken für Haustiere und Gehalte in Produktgruppen

Schokolade enthält den Wirkstoff Theobromin aus der Kakaobohne, der für Hunde und Katzen giftig sein kann. Was Schokolade für unsere Haustiere giftig macht, ist der Inhaltsstoff Theobromin aus der Kakaobohne. Dabei handelt es sich um einen Stoff aus der Gruppe der Methylxanthinalkaloide, zu denen beispielweise auch Koffein gehört.

Warum Theobromin für Hunde und Katzen gefährlich ist

Beim Menschen wird Theobromin schnell abgebaut und wirkt lediglich anregend. Hunden fehlt das dafür nötige Enzym. Sie brauchen etwa 17 Stunden, um die Hälfte des aufgenommenen Theobromins abzubauen. In dieser Zeit reichert sich der Stoff im Körper an und kann Herz, Nervensystem und Nieren schädigen. Nun können unsere Hunde und Katzen Theobromin und Koffein deutlich schlechter verstoffwechseln im Vergleich zu Menschen. Die Halbwertszeit beträgt für Theobromin ca. 17,5 Stunden und für Koffein ca. 4,5 Stunden beim Hund.

Theobromingehalte in Schokoladen und Kakaoprodukten

Je nach Art der Schokolade oder des Kakaoproduktes ist der Gehalt an Theobromin sehr unterschiedlich. Besonders viel Theobromin ist in Kakaopulver und Schokolade mit hohem Kakaoanteil enthalten. Die Kakaobohne enthält 1.5 bis 3 Prozent Theobromin. Die größte Menge Theobromin ist in Kakaopulver zum Backen enthalten (14-26 mg/g). Kakaopulver wird durch Vermahlung des bei der Kakaobuttergewinnung entstandenen Kakaopresskuchens gewonnen.

Produkt Theobromin (mg/g)
Weiße Schokolade praktisch kein Theobromin
Milchschokolade / Milch-Schokolade 1,5-2 mg/g
Zartbitter / dunkle Schokolade 5-8 mg/g
70 % Kakao Schokolade (Zartbitter) ca. 20 mg/g
90 % Kakao 26 mg/g
Kochschokolade 14-16 mg/g
Kakaopulver (Backkakao) 14-26 mg/g
Rohkakao 18-35 mg/g

Die angegebenen Theobromin-Werte sind Durchschnittswerte. Die genaue Menge von Methylxanthinen in der Schokolade variiert in Abhängigkeit von der Rezeptur der Schokolade und den natürlichen Schwankungen in den Kakaobohnen, die für die Produktion der Schokolade verwendet wurden. Und natürlich gibt es auch Variationen innerhalb der verschiedenen Hersteller von Schokolade.

Theobromin-Gehalte in verschiedenen Schokoladentypen (Infografik)

Wann treten Vergiftungssymptome auf und wie schwer ist die Wirkung?

Klinische Symptome sind ab einer Aufnahme von 20 mg Theobromin pro kg Körpergewicht des Tieres zu erwarten. Symptome einer Vergiftung können bei Hunden und Katzen schon ab ca. 15-20 mg Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht auftreten. Die tödliche Dosis liegt Spezialisten zufolge zwischen 100 und 500 mg Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht.

Lesen Sie auch: Koffein, Theobromin und Schokolade: Was Sie wissen sollten

Erste Symptome werden häufig bereits innerhalb von 2-4 Stunden nach Aufnahme beobachtet. Die Giftstoffe in der Schokolade werden innerhalb weniger Stunden im Magen-Darm-Trakt aufgenommen und im gesamten Körper verteilt. Koffein wirkt schneller (1-2 Stunden), Theobromin wirkt ca. 3-4 Stunden bis zu seiner Aufnahme, und die Resorption kann bis zu 10 Stunden dauern.

Typische Symptome

  • Magen-Darm-Beschwerden: Erbrechen und Durchfall
  • vermehrter Durst und Urinabsatz
  • erhöhte Atemfrequenz, Hecheln
  • Hyperaktivität, Unruhe, Muskelzittern, übersteigerte Reflexe
  • Überhitzung, Krämpfe
  • erhöhte Herzfrequenz, Herzrhythmusstörungen
  • in schweren Fällen: Koma und Todesfälle

Das Auftreten dieser Symptome ist dosisabhängig. Ohne Behandlung kann eine schwere Vergiftung innerhalb von 12 bis 36 Stunden tödlich enden.

Hund nach dem Verzehr von Zartbitterschokolade (Schematische Darstellung der betroffenen Organsysteme)

Behandlung und Sofortmaßnahmen

Wenn also die Aufnahme von Schokolade festgestellt oder auffällige Symptome beobachtet werden, sollte umgehend ein Tierarzt verständigt bzw. aufgesucht werden. Denn je schneller eine Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Aussichten. Bei frühzeitiger Therapie (idealerweise innerhalb von 2-4 Stunden nach Aufnahme) ist die Prognose sehr gut, die Patienten erholen sich in der Regel vollständig.

Die Behandlung stützt sich demnach auf eine schnelle und möglichst vollständige Entfernung des Giftstoffes aus dem Körper (Dekontamination) und weitere unterstützende Maßnahmen. Unter Dekontamination werden verschiedene Maßnahmen wie das medikamentelle Auslösen von Erbrechen bei Tieren ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins, Magenspülungen in Narkose bei Tieren, die nicht in der Lage sind zu erbrechen (z.B. bei Krämpfen, Bewusstseinsstörungen), die Eingabe von Aktivkohle und intravenöse Infusionen zur Steigerung der Harnproduktion und damit einer beschleunigten Ausscheidung der Giftstoffe zusammengefasst.

Falls der Patient neurologische Symptome wie Krämpfe oder Kreislaufprobleme wie Herzrhythmusstörungen zeigt, müssen diese natürlich ebenfalls mit krampflösenden Medikamenten bzw. entsprechenden intensivmedizinischen Maßnahmen behandelt werden. Je nach Schwere der Symptome kann eine stationäre, intensivmedizinische Therapie nötig sein. Die Behandlungsdauer ist ebenfalls abhängig vom Schweregrad der Vergiftungserscheinungen und Zustand des Patienten.

Lesen Sie auch: Tabelle des Theobromingehalts in verschiedenen Schokoladensorten

Praktische Hinweise für Hundebesitzer

  • Rufen Sie sofort Ihren Tierarzt an. Wenn Ihr Hund bereits Symptome zeigt (Erbrechen, Zittern, Unruhe, Krämpfe), warten Sie nicht auf das Ergebnis eines Rechners.
  • Wenn die Schokolade innerhalb der letzten 2 Stunden aufgenommen wurde, kann der Tierarzt medikamentös Erbrechen auslösen und so einen Großteil des Theobromins entfernen.
  • Versuchen Sie nicht, Ihren Hund selbst zum Erbrechen zu bringen, ohne Rücksprache mit dem Tierarzt.
  • Auch das Füttern kleiner Mengen Schokolade kann gefährlich sein, wenn es immer wieder passiert - das Theobromin reichert sich an.
  • Im Zweifelsfall ist es immer besser, die aufgenommene Schokolade vor dem Auftreten von Vergiftungserscheinungen aus dem Körper zu eliminieren, also sofort einen Tierarzt aufzusuchen.

Gibt es einen schnellen Entscheidungshelfer? Mit einem Schokoladen-Rechner können Sie in wenigen Schritten einschätzen, ob die gefressene Menge gefährlich ist. Geben Sie dazu das Gewicht des Tiers sowie Art und ungefähre Menge der Schokolade ein. Die Berechnung ersetzt keine tierärztliche Untersuchung und basiert auf Schätzwerten, die je nach Produkt abweichen können.

Erste Hilfe bei Schokoladenvergiftung: Was Tun?

Spezifisches zu Lindt & Schokoladenherstellung

Lindt & Sprüngli verwendet unterschiedliche Kakaoqualitäten und Verarbeitungsverfahren, die Aroma und Kakaoanteil beeinflussen. Viele Lindt & Sprüngli Bitterschokoladen enthalten einen großen Anteil an Edelkakao. Das begründet das besondere Aroma der Schokoladen. Zur Herstellung von Alpenmilchschokolade wird Milchpulver aus dem Alpeneinzugsgebiet verwendet.

Conchieren: Erst die 1879 von Rodolphe Lindt erfundene und ständig weiterentwickelte Conche ermöglicht den einzigartigen Schmelz und die große Aromenvielfalt. Bis zu 72 Stunden wird die Schokolade in der Conche verrührt und erwärmt. Diese lange Conchierzeit ist besonders wichtig für die hohe Qualität der Schokolade. Währenddessen vermischen sich die festen und flüssigen Bestandteile und jedes einzelne Teilchen wird mit Kakaobutter umhüllt.

Die Kakaoverordnung schreibt Mindestanforderungen an Kakaogehalt und Kakaobuttergehalt vor: Schokolade muss mindestens einen Kakaogehalt von 35% und einen Kakaobuttergehalt von 14% aufweisen. Damit erklärt sich, warum die Ökologie der Rezepte und verwendeten Kakaosorten Einfluss auf den Theobromingehalt haben kann.

Besondere Gefahrenquellen im Haushalt

Die größte Gefahr geht vom Backkakao im Haushalt aus. Kakaopulver zum Backen enthält die höchsten Theobrominkonzentrationen und ist leicht erreichbar. Häufig wissen Hundehalter nicht, dass schon kleine Mengen dunkler Schokolade oder Backkakao lebensgefährlich sein können. Für einen 10 kg schweren Hund kann eine halbe Tafel Zartbitterschokolade bereits gefährlich werden; im schlimmsten Fall kann eine halbe Tafel 70%-Schokolade tödlich sein.

Lesen Sie auch: Sichere Schokoladen-Alternativen ohne Theobromin

Backkakao vs. Tafelschokolade: Gefährdung für Haustiere (Vergleichsgrafik)

Fazit für den Alltag

Tatsächlich wissen es einige Hundehalter nicht: Schokolade ist giftig für Hunde und Katzen. Hunde und Katzen sind wesentlich empfindlicher gegenüber den in der Schokolade enthaltenen Wirkstoffen Methylxanthinen Theobromin und Koffein. Im Zweifelsfall ist es immer besser, sofort einen Tierarzt zu kontaktieren und nicht abzuwarten. Prävention durch sichere Aufbewahrung von Schokolade und Rücksicht bei familiären Angeboten ist die beste Maßnahme, um Vergiftungen zu vermeiden.

tags: #Theobromingehalt #in #Lindt #Schokolade

Populäre Artikel: