Teelöffel Honig vs. Zucker: Kalorien und gesundheitliche Aspekte

Die Frage, ob Honig gesund ist, lässt sich leider nicht pauschal mit ja oder nein beantworten und die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab. Daher möchten wir hier einen Blick auf die facettenreichen Eigenschaften des Honigs werfen, um uns am Ende ein genaueres Bild darüber machen zu können, wie gesund oder ungesund Honig ist.

Woraus besteht Honig?

Die Inhaltsstoffe von Honig sind nicht immer gleich, sie hängen von den Pflanzen ab, von denen der Honig abstammt. Einfachzucker (Monosaccharide) sind aber mit ca. 70 % immer die größten Bestandteile von Honig: Davon sind bis zu 40 % Fruchtzucker (Fructose) und ca. 30 % Traubenzucker (Glucose). Dazu kommen Wasser und in geringerem Maße Zweifachzucker (Disaccharide) wie Saccharose (Haushaltszucker) und Oligosaccharide (Mehrfachzucker). Ebenfalls in einem sehr kleinen Anteil befinden sich Nähr- und Mineralstoffe, organische Säuren, Spurenelemente (z. B. Eisen, Zink und Jod sind Spurenelemente), Vitamine, Enzyme und andere Proteine, sekundäre Pflanzenstoffe und Wasserstoffperoxid im Honig.

Abgesehen von Zucker besteht Honig zu circa 17 Prozent aus Wasser, etwa drei Prozent machen Enzyme sowie andere Proteine, Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe, Farbstoffe und Aromastoffe aus.

Honigsorten und -produkte

Honigsorten lassen sich grob in die Kategorien Blütenhonig und Honigtauhonig einteilen. Für den Blütenhonig sammeln Bienen den Nektar von Pflanzen und verarbeiten ihn im Bienenstock zu Honig. Es gibt unter anderem folgende Blütenhonig-Sorten: Akazienhonig, Lindenblütenhonig, Rapshonig, Kleehonig, Ahornhonig, Lavendelhonig, Eukalyptushonig, Edelkastanienhonig, Thymianhonig, Heidehonig, Fenchelhonig, Löwenzahnhonig, Sonnenblumenhonig, Buchweizenhonig, Rosmarinhonig, Manuka-Honig, Kanuka-Honig, Jujube-Honig, Frühtracht, Sommertracht, Wiesenblüte und Obstblütenhonig.

Für den Honigtauhonig macht der Pflanzennektar einen Umweg: Blattläuse und andere Insekten fressen diesen und scheiden ihn als Honigtau wieder aus. Bienen sammeln alternativ zum Nektar den Honigtau ein und verarbeiten auch diesen im Bienenstock zu Honig. Folgende Honigtauhonig-Sorten gibt es: Blatthonig, Waldhonig, Tannenhonig, Lindenhonig, Fichtenhonig und Eichenhonig. Besonders beliebt unter den Honigtauhonig-Sorten ist der Tannenhonig. Er gilt als Delikatesse mit besonderem Geschmack.

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Neben Honig gibt es noch weitere Naturprodukte der Bienen, die für den menschlichen Verzehr genutzt werden. Das Gelée Royale zum Beispiel ist ein Nahrungsergänzungsmittel, dem eine leistungssteigernde und wohltuende Wirkung nachgesagt wird. Die Propolis ist ein Naturprodukt der Bienen, welches für seine potenziell gesundheitsfördernden Eigenschaften genutzt wird.

Manuka- und medizinischer Honig

Manuka-Honig stammt von Manuka-Bäumen in Neuseeland. Ihm wird ebenfalls eine gesundheitsfördernde und antibakterielle Wirkung zugeschrieben. Methylglyoxal (MGO) ist der Stoff, der für die antibakterielle Wirkung verantwortlich ist. Im Manuka-Honig ist Methylglyoxal in besonders großer Menge vorhanden. Dass Manuka-Honig Antioxidantien enthält, wurde sogar chemisch nachgewiesen.

Als Hausmittel zur Hustenlinderung oder auch zum Einschlafen wird Honig vielfach eingesetzt, auch hier fehlen aber eindeutige Studienergebnisse zur Wirkweise. Spezieller medizinischer Honig wird dafür zur Wundheilung auf der Haut aufgetragen. Die antivirale Wirkung von Honig ist aber umstritten.

Glas mit verschiedenfarbigen Honigsorten

Honig versus Zucker: Zusammensetzung und Kalorien

Haushaltszucker (Saccharose) ist ein industriell verarbeitetes Produkt, das meist aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen wird. Honig ist ein Naturprodukt, das Bienen aus Blütennektar oder Honigtau herstellen. Bienen reichern den Nektar mit Enzymen an, entziehen Wasser und lagern das Ergebnis in Waben ein. Während Zucker nur aus Kohlenhydraten besteht, enthält Honig zusätzlich bioaktive Verbindungen, die gesundheitliche Vorteile bieten können.

Ja, Honig hat tatsächlich etwa 24% weniger Kalorien als Zucker. Aber Vorsicht: Dieser Vergleich ist etwas irreführend. Der niedrigere Kaloriengehalt liegt hauptsächlich am Wassergehalt von Honig (15-20%). Zucker: 1 Teelöffel Zucker (ca. 4 Gramm) enthält etwa 16 Kalorien. Honig: 1 Teelöffel Honig enthält ca. 21 Kalorien, durch den höheren Fruktosegehalt liefert Honig mehr Energie.

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Honig schmeckt aufgrund seines hohen Fructose-Anteils süßer als Zucker. Das bedeutet: Du brauchst weniger Honig, um die gleiche Süße zu erreichen. Man kann also Kalorien sparen, wenn man eine kleinere Menge Honig zum Süßen einer Speise oder eines Getränkes verwendet, als man vom normalen Zucker verwenden würde.

Tabelle: Nährwerte (vereinfacht)

Eigenschaft Zucker (100 g) Honig (100 g)
Kalorien 387 kcal 304 kcal
Kohlenhydrate 100 g 82 g
Wasser ~0 g ~17 g
Vitamine & Mineralstoffe Keine Spuren: Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme
Antioxidantien Keine Polyphenole, Flavonoide

Blutzucker, Glykämischer Index und Stoffwechsel

Der Glykämische Index gibt an, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Honig lässt den Blutzucker etwas langsamer ansteigen als reiner Zucker. Wichtig für Diabetiker: Auch wenn Honig einen leicht niedrigeren GI hat - er bleibt ein zuckerhaltiges Lebensmittel, das den Blutzuckerspiegel beeinflusst.

Die in Honig enthaltenen Einfach- und Zweifachzucker sind schnell verwertbare Zuckerarten. Das bedeutet, der Körper kann diesen Zucker schnell verarbeiten, die Sättigung hält nicht lange an. Mehrfachzucker hingegen werden langsamer verdaut, da sie erst in ihre einzelnen Zuckermoleküle zerlegt werden müssen.

Gesundheitliche Vorteile von Honig

  • Honig wirkt natürlich antibakteriell - Zucker nicht.
  • Besonders dunkle Honigsorten enthalten nennenswerte Mengen Antioxidantien.
  • Manche Zuckerarten in Honig (Oligosaccharide) wirken präbiotisch - sie fördern das Wachstum guter Darmbakterien.
  • Medizinischer Honig wird in Kliniken zur Wundbehandlung eingesetzt und kann die Heilung beschleunigen, Entzündungen reduzieren und Infektionen verhindern.
  • Honig enthält Antioxidantien wie Flavonoide, die helfen können, freie Radikale zu neutralisieren und Zellschäden zu reduzieren.

Es gibt Studien, die nachweisen, dass Honig doch anders als Zucker verstoffwechselt wird, also doch gesünder sein kann. Zum Beispiel die Metastudie von Medizinerinnen und Medizinern der University von Toronto, Kanada, aus dem Jahr 2022: Die Forschenden verglichen und überprüften 18 verschiedene Studien zur Wirkung von Honig auf Herz-Kreislauf-Risikofaktoren und Blutwerte und schreiben: "Honig, insbesondere Robinien-, Klee- und unverarbeiteter Rohhonig, kann die Blutzuckerkontrolle und die Lipidwerte verbessern, wenn er im Rahmen einer gesunden Ernährung verzehrt wird."

Risiken und Nachteile von Honig

Honig ist aber leider nicht nur ein potenzielles Heilmittel, sondern kann unter Umständen sogar der Gesundheit schaden. Oft sind Honige mit Rückständen von Pestiziden belastet. Diese Pestizide können Krebs erregen oder der Fortpflanzung schaden. Honig kann auch die Gesundheit von Säuglingen gefährden, deswegen sollten Kinder unter 12 Monaten gar keinen Honig zu sich nehmen.

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  • Honig ist zu ca. 80 % aus Zucker, daher gelten dieselben Risiken wie bei Zucker: Karies, Übergewicht und Diabetes.
  • Honig kann ein Bakterium enthalten, welches bei Kindern unter 12 Monaten die Krankheit Säuglingsbotulismus auslösen kann.
  • Pollenallergiker sollten vorsichtshalber auf den Konsum von Honig verzichten, da sich in diesem Pollenrückstände befinden können.
  • Menschen mit Fructoseintoleranz bzw. Fructosemalabsorption sollten ebenfalls lieber die Finger von Honig lassen.
  • Bei erhitztem Honig über 40°C werden wertvolle Enzyme und viele gesundheitsfördernde Eigenschaften zerstört.

Qualität, Herkunft und Kaufempfehlungen

Die Qualität von Honigen variiert leider stark und oft sind sie mit Rückständen von Pestiziden, gentechnisch veränderten Pflanzenbestandteilen und weiteren schädlichen Gift- und Inhaltsstoffen verunreinigt. Zur Verschmutzung durch Pestizide kommt es, wenn in der Nähe von Bienenstöcken chemische Pflanzenschutzmittel versprüht werden. Bei einer Untersuchung verschiedener Honig-Produkte der Stiftung Warentest aus dem Jahre 2019 wurde in jedem dritten Honig das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat nachgewiesen.

Auch Bio-Honig kann Pestizide enthalten. Er ist aber konventionellem Honig zu bevorzugen. Die Herkunft des Honigs ist ebenfalls ein Faktor, den es bei der Auswahl zu beachten gilt. Da etwa 80 % allen Honigs in Deutschland importiert wird, lohnt sich auch ein Blick auf die Herkunft des Honigs. Die größtmögliche Honigqualität hat man beim Honig vom Imker um die Ecke. Zusätzlich vermeidet man mit dem Kauf von regionalen Produkten lange Transportwege und schont dadurch die Umwelt.

In Deutschland gibt es eine Honigverordnung, welche die Qualitätsmindestanforderungen bestimmt. Zudem gibt es die Marke „Echter Deutscher Honig“ (EDH) des Deutschen Imkerbundes, welche für hervorragende Qualität stehen soll.

Imker mit Bienenstöcken und Honigglas

Praktische Empfehlungen: Wann Honig verwenden - und wann nicht

  • Obwohl Honig ein Naturprodukt ist, Nährstoffe enthält und als Süßungsmittel etwas gesünder als raffinierter Zucker ist, sollte man nur kleine Mengen davon zu sich nehmen.
  • Da Honig zu ca. 80 % aus Zucker besteht, gehen mit dem Verzehr alle Risiken mit einher, die der Konsum von Zucker generell mit sich bringt.
  • Jeden Morgen ein Honigbrot zum Frühstück wäre also zu viel Zucker für den Körper und ungesund.
  • Wenn Sie Honig in Tee oder Milch verwenden, erst abkühlen lassen, damit Sie alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten.
  • Für Sportlerinnen und Sportler ist Honig eine effektive Kohlenhydrat-Quelle, die beim Verzehr vor dem Sport zu gesteigerter Ausdauer führen kann.

Häufige Fragen (Kurzantworten)

  1. Kann jeder Honig essen? Kinder im Alter bis zu 12 Monaten sollten gar keinen Honig essen. Allergiker und Menschen mit Fructose-Malabsorption sollten ebenfalls vorsichtig sein.
  2. Welche positiven Eigenschaften hat Honig? Honig soll antibakterielle Eigenschaften haben, Antioxidantien beinhalten und eine positive Auswirkung auf die Darmflora haben.
  3. Welchen nachteiligen Eigenschaften hat Honig? Honig besteht zu etwa 80 % aus Zucker und kann zu Gewichtszunahme, Karies und Diabetes beitragen.
  4. Ist Honig gesünder als Zucker? Honig ist in moderaten Mengen gesünder als raffinierter Zucker, da er natürliche Antioxidantien und Spurenelemente enthält, aber er bleibt ein kalorienreiches Süßungsmittel.
Kurzes Erklärvideo: Unterschiede zwischen Honig und Zucker

Die Wahrheit: Honig ist die bessere Wahl, wenn du ein Süßungsmittel brauchst. Wenn du aber ein Süßungsmittel verwenden möchtest, ist naturbelassener Honig vom Imker die deutlich bessere Wahl als industriell verarbeiteter Zucker. Achte auf Qualität: Echter, nicht erhitzter Honig aus der Region enthält alle wertvollen Inhaltsstoffe. Die ehrliche Antwort lautet also: Ja, Honig ist gesünder - aber genieße auch ihn in Maßen.

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