Einfaches Rezept: Teegebäck mit Marmelade (Marmeladenplätzchen, Spitzbuben & Herz Cookies)
Weihnachtszeit ist Plätzchenzeit! Zu einem gepflegten Nachmittags-Tee gehört immer auch gutes Teegebäck. Das Teegebäck-Rezept gibt es in vielen Varianten, da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Hier findest du mehrere erprobte Varianten und ausführliche Tipps zum Backen, Füllen und Aufbewahren von einfachem Teegebäck mit Marmelade.
Warum Marmeladenplätzchen so beliebt sind
Das Highlight jeder Keksmischung und entsprechend auch als knuspriger Begleiter zum Tee äußerst beliebt: Teegebäck mit Marmelade. Hier harmonieren Keksteig und fruchtige Marmelade besonders gut miteinander! Die Kekse sind herrlich mürbe und fein sandig. Dieses hübsche Sandgebäck mit Marmelade gehört zu den Klassikern in unserer Familie.
Grundsätzliches: Marmelade, Konfitüre oder Gelee?
Marmelade darf laut EU-Recht nur Zitrusfrüchte enthalten, also Zitronen, Orangen oder Grapefruits. Alles mit Beeren, Obst vom Baum wie Kirschen, Pflaumen oder Äpfeln wird als Konfitüre bezeichnet. Umgangssprachlich ist für mich alles Marmelade, darum nutze ich diese Bezeichnung auch bei diesem Rezept. Auch wenn wir sie gern Plätzchen mit Marmelade nennen: Für die fruchtig-knusprigen Kekse eignet sich Gelee am besten, da der Aufstrich schön glatt ist und sich gut verarbeiten lässt.
Variante A: Sandgebäck mit Marmelade (gespritzte Blüten)
Zutaten (für ca. ein Blech, mengenabhängig)
- Weiche Butter
- Zucker
- 1 Ei
- Mehl
- Stärke
- Backpulver
- 1 Prise Salz
- Öl (geschmacksneutral) - dadurch bekommt das Sandgebäck eine extra zarte Konsistenz
- Marmelade/Konfitüre für die Füllung (am liebsten fein passiert ohne Stückchen)
Zubereitung
- Die weiche Butter mit dem Zucker und dem Ei für ca. 5-7 Minuten mit dem Mixer schaumig rühren.
- In einer anderen Schüssel Mehl mit Stärke, Backpulver und Salz mischen.
- Die Mehlmischung im Wechsel mit dem Öl zum Teig geben und vom Mixer zu einem schönen geschmeidigen Teig kneten lassen.
- Den Teig in einen stabilen Spritzbeutel füllen. Den große Spritztülle in einen stabilen Spritzbeutel schieben (am besten einen Wiederverwendbaren, die sind stabiler als Plastik) und etwas Teig einfüllen. Nun große Blüten (ca. 1 TL Teig) auf das Backpapier spritzen.
- Mit einem Löffelstiel o.ä. eine Mulde in die Mitte der Mulden drücken. (Ich nehme die Rückseite eines Melonenausstechers.)
- Den Backofen auf 170 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Plätzchen für 20 Minuten backen, bis sie leicht Farbe bekommen. Herausnehmen, kurz auf dem Blech abkühlen lassen und dann auf ein Kuchengitter setzen zum endgültigen Abkühlen.
- Das Sandgebäck mit Puderzucker bestäuben.
- Die Marmelade in einem kleinen Topf erhitzen, so läuft sie später nicht aus den Plätzchen. Marmelade in die Mulden füllen und fest werden lassen.
Ich fülle sie erst nach dem Backen ein, aus folgenden Gründen: Wenn die Marmelade mitbackt, spritzt sie oft auf den Teig und das finde ich optisch nicht schön. Füllt man die Marmelade erst nach dem Backen ein, sieht es einfach schöner aus. Und wenn man die Marmelade vor dem Einfüllen erhitzt, wird sie im Sandgebäck auch wieder fest und läuft nicht heraus oder verklebt alles. Darum ist diese Variante mein Favorit beim Sandgebäck.
Variante B: Klassische Marmeladen-Kekse (Daumen- oder Herz-Cookies)
Zutaten (Beispiel)
- Mehl, Puderzucker und Stärke
- Butter
- 1 Ei
- Vanille- oder Zitronenaroma (optional)
- Marmelade nach Wahl
Zubereitung
- Mehl, Puderzucker und Stärke in einer Schüssel vermischen. Die Butter dazugeben und mit einem Teigmischer in etwa erbsengroße Stücke zerteilen.
- Das Ei und den Vanilleextrakt dazugeben, alles gut vermengen und zu einem glatten Teig kneten. Den Teig dann zu einer Rolle formen, in Klarsichtfolie einschlagen und etwa 1 Stunde in den Kühlschrank legen.
- Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Teigrolle in etwa 15 Scheiben schneiden, jede Scheibe zu einer Kugel formen und auf das Blech setzen.
- Mit einem Finger/Daumen zwei Vertiefungen in die Mitte jeder Teigkugel drücken, die am unteren Ende miteinander verbunden sind - das Ergebnis sollte wie ein Herz aussehen. Mit einem kleinen Löffel kann man beim spitzen Ende etwas nachhelfen.
- Die Herzen mit etwas Marmelade befüllen und dann für etwa 10-12 Minuten backen. Die Kekse aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
Vor dem Backen lieber etwas weniger Marmelade in die Herzen füllen, damit diese beim Backen nicht ausläuft. Direkt nach dem Backen kann man noch einmal ein wenig Marmelade nachfüllen.
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Variante C: Spitzbuben (ausgestochene Doppelkekse)
Zutaten (Beispiel)
- 50 g gemahlene Mandeln
- 200 g Weizenmehl Type 405
- 125 g Butter
- 75 g Zucker
- 1 Ei
- 1 Prise Salz
- 1 Pck Vanillezucker
- Gelee oder Marmelade zum Füllen
Zubereitung
- Alle Zutaten für den Teig verkneten, in Frischhaltefolie einwickeln und mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
- Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 3 mm dünn ausrollen und Plätzchen ausstechen. Bei der Hälfte der Plätzchen mittig ein ca. 1 cm großes Loch ausstechen.
- Plätzchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und 8-10 Minuten backen, bis sie leicht Farbe annehmen. Gebäck komplett abkühlen lassen und die Plätzchen mit Loch mit Puderzucker bestäuben.
- Den Gelee in einem kleinen Topf leicht erwärmen und mittig auf die Plätzchen ohne Loch geben. Die Plätzchen ohne Loch darauf setzen und etwas Marmelade in das Loch füllen.
Buttrig, zart, richtig schön mürbe, sauber ausgestochen und akkurat gefüllt - so soll das perfekte Spitzbuben-Plätzchen sein. Für mich dürfen sie gerne ein bisschen knuspern.
Tipps zur Marmelade: Konsistenz, Erwärmen, Eindicken
- Die Marmelade in einem kleinen Topf erhitzen, so läuft sie später nicht aus den Plätzchen. Sie wird dann flüssiger und lässt sich besser in die gewünschte Form bringen.
- Ist die Marmelade zu flüssig, kannst du sie mit Maizena/Speisestärke eindicken: eine kleine Menge Stärke mit Wasser anrühren, unter die Marmelade mischen und kurz aufkochen. Alternativ hilft Gelierzucker oder Pektin.
- Wer keine Stückchen oder Kerne mag, streicht die Marmelade vor der Verarbeitung durch ein Haarsieb oder verwendet Gelee.
Backzeiten, Temperaturen und kleine Tricks
- Sandgebäck: ca. 20 Minuten bei 170 °C Ober-/Unterhitze.
- Herz- oder Daumen-Cookies: 10-12 Minuten bei 180 °C Ober-/Unterhitze.
- Spitzbuben: 8-10 Minuten bei 180 °C Ober-/Unterhitze.
- Die Backzeit variiert je nach Ofen - achte auf goldgelbe Ränder.
- Teig vor der Verarbeitung kaltstellen: Das macht ihn besser formbar und das Gebäck zarter.
- Teig portionsweise verarbeiten, nur einen Teil ausrollen und den Rest im Kühlschrank lassen.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Die Kekse halten sich in einer luftdicht verschlossenen Dose ca. 1 Woche, Plätzchen mit Marmelade in der Regel etwa 2-3 Wochen, sofern kühl und trocken gelagert. Wichtig: Die frisch gebackenen Plätzchen vollständig auskühlen lassen, bevor du sie in die Keksdose legst. Lege zum Aufbewahren der Plätzchen eine Lage Backpapier zwischen die Schichten von Marmeladenplätzchen, damit der Fruchtaufstrich nicht verschmiert und sie nicht zusammenkleben.
Kreative Füllungen und saisonale Variationen
- Johannisbeergelee (rot oder schwarz) - fein säuerlich und perfekt zum Mürbeteig.
- Himbeermarmelade - fruchtig-säuerlich mit tollem Farbkontrast.
- Nuss-Nougat-Creme - schokoladiger Twist.
- Weihnachtlich: Glühwein-Gelee, Orangenmarmelade oder Apfel-Ingwer-Gelee für festliche Plätzchen.
Praktische Hinweise und FAQs
Warum Marmelade erwärmen?
Es lohnt sich, die Marmelade für Plätzchen zu erwärmen, damit sie sich leichter verstreichen lässt und eine glattere Oberfläche auf dem Gebäck bildet. Außerdem haftet die Marmelade durch das Erwärmen besser am Gebäck.
Wie lange hält sich Plätzchen-Teig im Kühlschrank?
Der fertige Plätzchenteig kann problemlos für 2-3 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Du kannst den Teig auch für 2-3 Monate einfrieren, falls du ihn später verarbeiten möchtest.
Was, wenn die Marmelade beim Backen blubbert?
Marmelade blubbert beim Backen gerne mal etwas auf - fülle lieber nicht zu viel Marmelade ein, damit nichts ausläuft und die Cookies unschön aussehen. Direkt nach dem Backen noch etwas nachfüllen ist erlaubt.
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Rezepte kurz zusammengefasst (Tabelle)
| Plätzchentyp | Temperatur | Backzeit | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Sandgebäck (gespritzt) | 170 °C O/U | ca. 20 Min. | Spritzbeutel, Mulde erst nach Backen füllen |
| Herz/Daumen Cookies | 180 °C O/U | 10-12 Min. | Kühlzeit, nicht zu viel Marmelade |
| Spitzbuben | 180 °C O/U | 8-10 Min. | Obere Hälfte mit Loch, Puderzucker + Gelee |
Zum Schluss ein paar persönliche Worte
Als ich diese Kekse vor Jahren bei einer Freundin gesehen habe, war ich sofort hin und weg. Sie sind aber auch lecker! Der knusprige, mürbe Teig außen und dann die fruchtige Konfitüre in der Mitte, köstlich! Ich hoffe, dir gefällt mein Rezept für dieses hübsche Sandgebäck auch so sehr wie mir und sie versüßen dir die Weihnachtszeit. Am liebsten backe ich zusammen mit meinem Sohn. Holt Euch für die Zubereitung Unterstützung von kleinen Helfern und Helferinnen und macht es so zu einem kleinen Event.
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