Die Geschichte und Herkunft der Susi Torte in Wien

Wien ist bekannt für seine feinen Backwaren und traditionsreiche Konditorkunst - doch kaum ein Gebäck hat einen derart legendären Status wie die berühmten Wiener Torten. Inmitten der klassischen Patisserie-Traditionen sticht die Susi Torte als moderne Schokotorte für besondere Anlässe hervor, die mit wenigen Zutaten und originellem Geschmack begeistert.

Ursprung und Entwicklung der Wiener Torten

Die Entwicklung der Torte als aufwendiges, exklusives Backwerk begann bereits im Barockzeitalter des 17. Jahrhunderts. Feine Backwerke mit prachtvollen und arbeitsaufwendigen Aufbauten galten als Höhepunkt vieler Repräsentationsveranstaltungen. Macht, Reichtum und Pracht sollten durch wahrhaftige Staatsaktionen sinnlich erlebbar gemacht werden - dies war auch beim Servieren kunstvoller Torten deutlich spürbar. Dank des inzwischen günstigeren Rohrzuckers konnten zu dieser Zeit Zucker, Marzipan, Traganthmasse und andere feine Zutaten großzügig verwendet und zu aufwendigen Zucker-Ornamenten und Modellierungen gestaltet werden.

Barocke Torten und Zuckerlandschaften

Die Bezeichnung „Torte“ tauchte im deutschen Sprachschatz erstmals im späten Mittelalter als Lehnwort aus dem französischen „tourte/tarte“ und dem italienischen „torta“ auf. Ursprünglich war die „torta“ keineswegs eine süße Konditoreiware, sondern entsprach fachlich mehr einer Pastete, gefüllt mit Fisch, Fleisch oder Gemüse. Erst mit zunehmender Verfeinerung trennten sich die Tortenwege in süße und herzhafte Backwerke und im Laufe des 19. Jahrhunderts fand die süße Torte zu ihrer heutigen Form und Bedeutung.

Definition und Wandel der Torte

Der Meisterkoch Franz Georg Zenker bezeichnete die Torte 1824 als besonders exklusives Backwerk der gehobenen Küche, ein aufwendig gestaltetes süßes Gebilde, das die Tafel bereichert. Die Grundlage besteht meist aus Biskuit-, Mürbe- oder Rührteigböden, die mit verschiedenen Cremes, Obstfüllungen oder Glasuren versehen und dekorativ verziert werden - so unser heutiges Verständnis von „Torte“.

Die berühmteste Wiener Torte: Sachertorte

Keine Diskussion zur Wiener Tortentradition kommt am Klassiker vorbei: Der Sachertorte. Als die bewusste Torte im Jahr 1832 erfunden wurde, gab es noch kein dazugehöriges Hotel Sacher, sondern lediglich einen hoffnungsvollen jungen Mann: Franz Sacher, Kocheleve am Hofe des Fürsten Metternich. Der Fürst bekam seine Torte, eine buttergerührte Schokoladenmasse mit Marillenmarmelade und glasiert mit Schokolade - und sie war ein voller Erfolg.

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Sachertorte - Wiener Klassiker

Fest steht: Die Sachertorte besteht aus einer geheimen Sachermasse, glasierter Schokolade und Marillenmarmelade (Aprikosenkonfitüre). Wichtig ist der hohe Schokoladenanteil und die Verwendung von Marillenmarmelade. Der Nachtisch ist bei Geburtstagen, Feiertagen und besonderen Anlässen unverzichtbar. Heute werden im Hotel Sacher jährlich etwa 360.000 Sachertorten in Handarbeit hergestellt, nur dort und in speziellen Sacher-Shops verkauft.

Typ Marmeladenschichten Erhältlich bei Verzierung
Original-Sacher-Torte 2 Schichten Hotel & Café Sacher Schokosiegel
Demel’s-Sachertorte 1 Schicht Demel Schokosiegel

Ein langjähriger Rechtsstreit und die Rivalität zwischen dem Hotel Sacher und Demel führten dazu, dass beide ihre Torte als Original anbieten. Der Unterschied: Die „Original-Sacher-Torte“ weist zwei Marmeladeschichten auf, während die vom Demel nur einmal unterhalb der Kuvertüre mit Marmelade bestrichen wird.

Legendenbildung und kulinarische Bedeutung

Die Sachertorte wurde bald zur besten und beliebtesten Spezialität Wiens. Sie wird gerne kopiert und in vielen Haushalten zu besonderen Anlässen gebacken, da sie wirklich jedem schmeckt, vom Kleinkind bis zur Oma. Ihr unnachahmlicher Geschmack und die üppige Süße bestätigen die „Schokoladenseite Wiens“.

Sachertorte und Wiener Tortengeschichte

Tradition und Moderne: Die Susi Torte im Wiener Alltag

Im Alltag entwickelt sich die Torte weiter, besticht aber weiterhin durch ihren exklusiven Charakter. Torten macht man in der häuslichen Küche sicher nicht einfach so zwischendurch; sie sind aufwendiger als Kuchen und für besondere Anlässe gedacht. Hier sind mehrere, horizontal geschichtete Böden, feine Füllungen, Glasuren und aufwendige Dekorationen typisch. Die Vielzahl der heute bekannten Tortenherrlichkeiten entstand erst ab dem 19. Jahrhundert, unter anderem durch das Aufkommen des heimischen Rübenzuckers und stetigen Fortschritt in der Konditorkunst.

Besonders im Trend liegen heute aufwendige Motivtorten, die zu besonderen Anlässen individuell gefertigt werden. Doch auch traditionsreiche Tortenklassiker werden sowohl von Meisterhand als auch industriell hergestellt, so dass das Angebot an feinen Genüssen äußerst umfangreich ist.

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Moderne Motivtorten aus Wiener Konditoreien

Die Susi Torte: Rezept und Besonderheiten

Die Susi Torte, von Kennern als schnelle Schokotarte bezeichnet, besteht sage und schreibe nur aus vier Zutaten: Schokolade, Ei, Zucker und Butter. Also quasi aus allen Zutaten, die das Tortenherz begehrt. In einem Topf wird die Butter mit Schokolade bei kleiner Flamme und ständigem Rühren geschmolzen. Die Eidotter mit Zucker werden schaumig geschlagen, das Eiklar mit der Hälfte des Zuckers ebenfalls aufgeschlagen und später als Eischnee untergehoben. Wer mag, kann noch etwas Rum dazu geben. Die halbe Masse wird in eine mit Backpapier ausgelegte Tortenform gegossen, für ca. 20 Minuten gebacken und dann fast vollständig ausgekühlt. Es bildet sich eine leichte Mulde, weil die Mitte leicht einfällt. Die Susi Torte schmeckt einfach nur WOW!

  • 125 g Kochschokolade
  • 100 g Butter
  • 2 ganze Eier
  • 1 EL Mehl
  • Prise Salz
  • Optional: Paprika-Marmelade und Schokoladesplitter mit Chili zur Dekoration

Für die Marmelade: Paprika in Würfel schneiden, mit Zucker zu Marmelade einkochen, auskühlen lassen. Für den Tortenteig: Butter mit Schokolade schmelzen, abkühlen, Eier, Salz und Mehl zu einer glatten Creme unterrühren. In die Form gießen, 3 EL Marmelade mittig versenken, im heißen Ofen etwa 25 Minuten backen. Für die Dekoration: Schokoladesplitter und Chili verwenden.

Zutaten und Zubereitung der Susi Torte

Kuchen versus Torte - und die Trend-Torte im Vergleich

Was unterscheidet Kuchen und Torte? Kuchen sind flacher und teilweise auch trockener, zudem müssen sie nicht notwendigerweise eine Füllung oder ein Topping haben. Sehr lax definiert könnte man auch sagen, dass sich Kuchen mit der Hand essen lassen, während für Torten meist eine Gabel benötigt wird. Dementsprechend sind Torten cremig, gefüllt und bestehen aus einer oder mehreren Schichten. Ebenso gibt es das französische Pendant - die Tarte - als flaches Backwerk.

Die Susi Torte als moderner Wiener Nachfolger

Dank ihrer Einfachheit und Schnelligkeit ist die Susi Torte ein Geheimtipp für Genießer und ein ausdrucksstarkes Beispiel für die moderne Vielfalt der Wiener Tortenkultur. Ihr Geschmack und die „dichte, üppige Süße“ machen sie zu einer beliebten Wahl überall dort, wo der Genuss im Mittelpunkt steht.

Zubereitung einer modernen Wiener Schokotorte

Historisch bedeutsame Wiener Tortenklassiker

Weitere berühmte Wiener Torten sind die Malakofftorte, die aus mehreren Lagen Biskuit oder Löffelbiskuits besteht, in Maraschino oder Rum-Läuterzucker getaucht und mit einer Malakoffcreme, einer Vanille-Obers-Creme gefüllt wird. Der Name geht wahrscheinlich auf den im Krimkrieg umkämpften Malakow-Turm zurück. Varianten mit Buttercreme sind bekannt, und diese Torte ist mit dem italienischen Tiramisu verwandt. Auch andere österreichische Tortenklassiker wie die Linzer Torte haben ihren Ursprung in traditionsreichen Kochbüchern und Familienrezepten.

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Malakofftorte - Historisches Rezept aus Wien

Die Linzer Torte gilt als älteste namentlich genannte Torte, deren Rezepturen aus dem 17. Jahrhundert stammen. Die Entwicklung und Individualisierung der Tortentradition in Wien und Österreich führte dazu, dass Namen von Erfindern, Persönlichkeiten oder dominierenden Zutaten die besonderen Torten kennzeichnen - etwa Prinzregent-, Sacher-, Pischinger- oder Malakofftorte.

Heute zeigt der Blick in Wiener Konditoreien, wie viele Tortenklassiker und kreative Modetorten verfügbar sind. All diese Genüsse bauen auf jahrhundertealten Grundteigen, feinen Füllungen und unerschöpflicher Variationsvielfalt auf.

Wiener Tortenkunst als Ausdruck von Tradition und Individualität

Kaum ein anderes Back-Kunstwerk kann so individuell auf einzelne Personen oder besondere Momente bezogen werden. Sowohl kreative Modetorten als auch traditionsreiche Klassiker sorgen für Staunen bei Familie und Freunden - und sind Ausdruck der Wiener Esskultur zwischen Geschichte und Gegenwart.

Wiener Tortenkultur heute: Vielfalt und Individualität

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