Steinzeug Glasur Pulver: Anleitung, Anwendung, Eigenschaften
Wenn du dich als Einsteiger mit Keramik beschäftigst, stößt du früher oder später auf den Begriff Steinzeugglasur (auf Englich: stoneware glaze). Vielleicht fragst du dich, was genau das eigentlich bedeutet. Ganz einfach gesagt ist eine Steinzeugglasur eine Glasur, die für hohe Brenntemperaturen entwickelt wurde und auf Steinzeugton besonders gut funktioniert. Eine Steinzeugglasur ist eine Glasur für den Hochbrand, die speziell für Steinzeug entwickelt wurde.
Steinzeug ist eine keramische Masse, die bei relativ hohen Temperaturen gebrannt wird. Durch diese hohen Temperaturen sintert der Ton stark, wird also besonders dicht und stabil. Genau dafür braucht es auch die passende Glasur. Die hohen Temperaturen sind auch der große Unterschied zu Glasuren für niedrigere Brennbereiche.
Was sind Steinzeugglasuren? Temperaturbereich und Oberflächen
Steinzeugglasuren sind Glasuren, die speziell für den Hochbrandbereich entwickelt wurden. Sie werden meist bei Temperaturen zwischen etwa 1180 °C und 1300 °C gebrannt und sind auf Steinzeugton abgestimmt. Ein wichtiges Merkmal von Steinzeugglasuren ist ihre hohe Stabilität nach dem Brand. In Kombination mit dicht gesintertem Steinzeug entsteht eine robuste Oberfläche, die im Alltag gut belastbar ist.
Je nach Rezeptur können Steinzeugglasuren unterschiedliche Oberflächen erzeugen, zum Beispiel glänzend, matt oder leicht strukturiert. Der große Reiz liegt in der Kombination aus Funktion und Ästhetik. Du kannst mit Steinzeugglasuren Geschirr herstellen, das im Alltag genutzt wird, und gleichzeitig Oberflächen erzeugen, die handgemacht und charakterstark aussehen. Viele Glasuren reagieren zudem schön auf Struktur, Kanten und unterschiedliche Schichtdicken.
Beispiel einer Steinzeugglasur: Die Amaco Potter’s Choice Oatmeal ist eine klassische Hochbrandglasur mit warmer, natürlicher Oberfläche. In unserem Shop führen wir aktuell mehrere spannende AMACO Steinzeugglasuren. Wenn du warme, fließende Effekte magst, ist die Amaco Steinzeugglasur Honey Flux ein besonders beliebter Startpunkt. Wenn du es heller und natürlicher magst, sind Amaco Steinzeugglasur Oatmeal und Amaco Steinzeugglasur Celadon Snow sehr schöne Optionen. Etwas lebendiger und ausdrucksstärker wirken Glasuren wie Textured Turqois, Chun Plum oder Celadon Rainforest.
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Eigenschaften: Dichte, Haltbarkeit und Alltagstauglichkeit
Bei der Verwendung von Steinzeugmassen entstehen dichte, harte und wasserundurchlässige Keramiken. Glasierte Gefäße sind widerstandsfähiger gegenüber Kratzern durch beispielsweise Besteck. Durch ihre glatte Oberfläche sind die Gebrauchskeramiken leichter zu reinigen und aufgrund dessen auch deutlich hygienischer. In Kombination mit dicht gesintertem Steinzeug entsteht eine robuste Oberfläche, die im Alltag gut belastbar ist.
Grundsätzlich ist es vor allem bei den Keramikglasuren und bei Ton empfehlenswert, euren Keramikbedarf des Vertrauens zu Rate zu ziehen, denn hier erfahrt ihr wesentlich mehr Dinge, die nicht im Internet niedergeschrieben sind und bekommt manchmal sogar Tipps aus eigenen Erfahrungen mit. Meistens könnt ihr mit einfarbigen Glasuren, vor allem mit weißen, nichts falsch machen.
Historischer Hintergrund der Glasur
Keramische Glasuren sind dem Menschen schon lange bekannt. Die ersten Glasuren wurden im antiken Ägyptenund dem Mittelmehrraum entwickelt, jeweils im 6. bis 4 Jahrtausend v. Christus und wurdendann im 3./4. Jahrtausend vor Christuszum Alltagsgegenstand. In Deutschlandhat sich, vor allem dank der Römer, in der Rhein-Region das Töpfern und das damit verbundene Glasieren großflächig um die Zeitrechungswende herum entwickelt. erste schriftliche Erwähnungen finden sich in einem Handbuch zu Herstellung von Glasfenstern. In der „Scheduladiversarumartium“ (um 1120) werden verschiedenfarbige Glasuren für den ornamentalen Dekor von Keramikgefäßen beschrieben.
Zusammensetzung: Rohstoffe und Flussmittel
Damals wie heute besteht Glasur aus Siliziumoxid. Dieser häufig vorkommende Rohstoff wird den Glasuren meist in Form der Mineralien Quarz, Flint, Feldspat oder Kaolin beigegeben. Der Schmelzpunkt von Siliziumoxid liegt jedoch bei 1700°C! Damit die Glasur bei niedrigeren Temperaturen ausschmelzen kann, wird ein Flussmittel (z. B. Blei-, Kalium-, Natrium-, Barium- und/oder Lithiumverbindungen) verwendet, welches den Schmelzpunkt des Siliziumoxids senkt. Die schönen unterschiedlichen Farben kommen durch pulverisierte Oxidverbindungen zu Stande, die in der Glasur als Pigment enthalten und verteilt sind.
Keramische Glasuren Glasuren bestehen aus Fritten, Rohstoffen und Farbkörpern. Durch das abgestimmte Zusammenspiel dieser einzelnen Stoffe entsteht bei der Glasur eine farbige, und / oder effektvolle Oberfläche, mit Glanz oder auch ohne. Jeder Rohstoff beeinflußt die Optik und auch die Brenntemperatur. Fritten: Hauptbestandteil einer Glasur, bestehen aus verschiedenen Rohstoffen, die zu einem Glas verschmolzen und anschließend gemahlen werden. Rohstoffe: beeinflussen Farbe, Effektbildung und auch die BrenntemperaturFarbkörper: stark färbende, keramische Farbpigmente.
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Steinzeug vs. Steingut: Brennbereich und Farbpalette
Steingut und Steinzeug? Steingut-Glasuren brennen beim Glasurbrand normalerweise nicht dicht aus, vorwiegend solltet ihr also eure Werk als Ziergegenstand verwenden bzw. wenn ihr einen Trinkbecher macht, eine andere Abdichtungsweise anwenden! Diese Glasuren sind darüber hinaus leider nicht frostsicher, wenn ihr also Stelen, Vogeltränken und weiteres für den Garten macht, solltet ihr sie im Winter auf jeden Fall ins Haus bzw. in den Keller holen. Auf diese Weise bekommen wir vom Keramik-Kartell auch die leuchtenden Farben auf unserer schönen handgetöpferten Deko-Keramik hin und da Steingut bei nur um 1000 °C gebrannt wird, ist eine große Farbpalette möglich.
Steinzeugglasuren werden bei höheren Temperaturen, also um die 1200 °C gebrannt. Als Siliziumquelle dient hier der Feldspat, welcher mit leichtflüssigen Tone, Lehm, Asche oder Salz zu einer Glasur vermengt wird. Beim Brand reagieren die jeweiligen Bestandteile, je nach Sauerstoffzufuhr, anders. In oxidierenden oder reduzierenden Ofengasen entstehen entsprechend andere Farben, so zum Beispiel bei Westerwalder Steinzeug bräunlich oder grau. Die Farbpalette ist jedoch sehr eingeschränkt und es kommt großenteils zu erdigen Farben wie braun, beige und ocker. Durch die Zugabe von Metalloxiden gelangte man an eine größere Farbpalette.
Klassifikation von Glasuren und Sonderformen im Hochbrand
Einblicke in die Klassifikation von GlasurenDa es weltweit eine Unzahl an Glasuren und Techniken gibt, werden sie nach verschiedensten Kategorien einteilen, bei der Hobbyverwendung ist nach Farben ggf. noch nach Temperaturwohl die gebräuchlichste. Im Fachbereich wird nach Hauptflussmittel (wie beispielsweise Bleiglasuren oder Bleiborglasuren), nach dem oder den Hauptrohstoff(en) (bspw. Feldspat-, oder Ascheglasur), nach der Farbigkeit (Farbglasuren), nach der Art ihrer Entstehung (Ascheanflug- und Salzglasuren) sowie nach ihrer Verwendung (Steingut-oder Steinzeug-Glasuren) unterschieden. Grundsätzlich gilt, umso höher die Temperatur, umso eingeschränkter ist die Farbpalette.
Die Ascheanflugglasur findet beim Holzbrand statt und ist eine Sonderform der Steinzugglasur. Die bekannteste Steinzeugglasur ist wohl die Salzglasur. Das entstandene Natriumsilikatglas jedoch ist besonders widerstandsfähig, hart, säurefest und zeigt häufig eine leicht genarbte Oberfläche.
Steinzeugglasur als Pulver: Richtig anrühren
Grundsätzlich differenziert man bei der Keramikglasur zwischen einer flüssigen und einer pulvrigen Glasur. Der wesentliche Unterschied zwischen diesen beiden besteht darin, dass die Flüssigglasur bereits fertig angemischt ist, wohingegen die Pulverglasur vor dem Auftragen noch mit etwas Wasser angerührt werden muss. Um das richtige Mischverhältnis von Pulver und Wasser zu erhalten, hält man sich prinzipiell an die von der Firma empfohlenen Angaben. Gemäß dieser ist die ideale Konsistenz der Glasur dann erreicht, wenn sie ein wenig dicker als Milch, jedoch dünner als Kondensmilch ist.
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Die Pulverglasur wird mit Wasser vermischt. Der entsprechenden Pulvermenge geben Sie mindestens 45 Prozent Wasser hinzu, bis ein dosenmilchartiger Schlicker entsteht. Ein Kilogramm Pulver entspricht circa 1,3 Liter Glasur-Schlicker. Wir empfehlen die Zugabe unseres Stellmittels KUR 1 mit ein Prozent. Die Streichfähigkeit und die Haftfähigkeit der Glasur kann durch Beigabe von fünf bis sieben Prozent unseres Glasurleims KUR 5 verbessert werden. Der Glasuren-Schlicker sollte abgesiebt werden (Ausnahme: Glasuren mit groben Effektmaterialien). Es empfiehlt sich, vor dem Auftragen die Glasur durch ein Glasursieb zu gießen.
Zu Beginn gibt man etwas Wasser in den Behälter, in welchen dann die Glasur gegeben wird. Hier muss nun kräftig mit Schneebesen, Pürierstab o.ä. umgerührt werden. Schließlich kann das restliche Wasser hinzugegeben werden. Man kann die Glasur am Vortag vorbereiten, um sie quellen zu lassen, dies ist allerdings in den meisten Fällen nicht nötig. Die Aufbewahrungszeit der angerührten Pulverglasuren variiert von Glasur zu Glasur. Am längsten halten Keramikglasuren jedoch, wenn sie in einem fest verschlossenem Behälter wie einem Eimer aufbewahrt werden.
Vorbereitung der Ware und Auftragstechniken
Vor dem Glasieren wird geputztVor dem Glasieren ist es wichtig, dass die Keramiken mit einem sauberen, feuchten Schwamm auf den zu glasierenden Flächen abgewischt werden um etwaigen Staub zu entfernen. Dieser würde beim Auftragen in die Glasur gelangen und diese aufgrund des Staubs mit der Zeit blind werden. Das in der Glasur enthaltene Wasser dingt beim Glasieren in die poröse Keramik ein und interlässt beim Trocknen eine Pulverschicht. Diese ist berühungsempfindlich und sollte auch möglichst gleichmäßig aufgetragen werden.
Beim anschließenden Auftragen der Glasur sollte darauf geachtet werden, dass die Pulverglasur im Gegensatz zur Flüssigglasur nicht durch Streichen aufgetragen, sondern stattdessen durch Übergießen, Tauchen oder Schütten aufgebracht wird. So sehen Glasuren typischerweise aus, wenn man Sie im Handel erwirbt. Pulverglasuren zu Streichen bringt nur selten befriedigende Ergebnisse. Beim Auftragen mit einem Pinsel, kann es zu Streifenbildung oder unregelmäßigen Brennergebnissen kommen.
Streichen trotz Pulver: Zusätze und Praxis-Tipps
Die Glasur soll ungefähr die Konsistenz von Sahne haben. Uneschlagen natürlich. Zum aufpinseln ist so eine Glasur dann nicht geeignet! Es gibt auch einen Zusatz, mit dessen Hilfe kann man die Glasur dann doch wieder pinseln. Ich habe doch weiter oben geschrieben, daß es so ein Mittel gibt. Auch bei Jäger, glaube ich. Die Pinselglasuren sind auch nur Pulverglasuren mit Wasserglas (2 Euro/liter), mehr nicht. Wenn Du also Pulverglasuren unbedingt pinseln willst, rühr' sie mit Wasserglas an, fertig.
Wenn du die Glasur fertig angesetzt hast, solltest du noch 1-2 % flüsiges Stellmittel dazu geben, damit sich die Glasur nicht gleich wieder absetzt. Sonst kriegst du sie nach ein paar Tagen nicht im guten wieder aufgerührt. Nimm die ganzen Vorschriften und Bedienungsanleitungen bei der Keramik nicht so ernst. Du kannst die Gelasur, die Du hergestellt hast, natürlich auch streichen. Wenn das Stellmittel drin ist, musst Du die Glasur nur ein bisschen dicker einstellen (Pudding?). Dann die geschrühte Ware nur noch mal odrentlich wässern. Wenn Du dann streichst, sollte es eigentlich funktionieren. Man kann auch in der Dicke des Auftrages variieren. Das wirkt sich dann in der Farbe der Glasur aus.
Ich habe mal unten angegebenes Mittel gekauft um Pulverglasuren streichfähig zu machen. Es erinnert aber ganz stark an angerührten Tapetenkleister ud ist ganz sicher viel teurer. Also ich würde es mal bei 1 Glasur mit Tapetenkleister ausprobieren. Du brauchst ja nur eine kleine Probe herzustellen und nicht gleich 1 kg. 1 kg Pulverglasur mit 0,4 Liter Wasser und 100 ml Glasuradditiv in einem offenen Gefäss ansetzen und ca. 3 Std. sumpfen lassen. Danach noch ca. 50 bis 100 ml Glasuradditiv zusetzen und gut durchrühren.
Der Glasurbrand: Temperaturführung und Indikatoren
Der GlasurbrandBeim darauf folgenden Brand zwischen 700 und 1400 °C schmilzt diese zu einem homogenen und vor allem dichten Glas aus. Wie man sieht, ist die Spanne des Ausschmelzens recht groß. Der jeweilige Schmelzpunkt richtet sich nach dem Versatz - also der jeweiligen Zusammensetzung der Glasur. Die Zusammensetzung beeinflusst auch die Zähflüssigkeit einer Glasur, was wiederum für das Brennen ein wichtiges Kriterium ist: Dickflüssige Glasuren laufen wenig, verhindern aber, dass Gase aus der Keramik austreten können und neigen daher zur Blasenbildung. Dünnflüssige Glasuren hingegen laufen gern, lassen dafür aber die Gase aus der Keramik frei entweichen.
Als Indikatoren sind natürlich die Feuerfarbe im Brennraum und das Glitzern der Glasur zu nennen. Ein besserer Indikator ist die Schwindung der genormten Tonstreifen. Einfacher wurde es 1890 mit der Einführung und Verwendung von Segerkegeln. Hermann August Seger hatte mit der Schwindung experimentiert und so die bis heute verwendeten Segerkegel erfunden. Diese verändern bei einer bestimmten Temperatur ihre Form (neigen sich) und sind für verschiedene Temperaturbereiche erhältlich.
Sicherheit, Lebensmittelkontakt und Eignung
Natürlich verwenden wir beim Keramik-Kartell für alle unsere schönen handgetöpferten Keramiken ausschließlich Glasuren, die frei von Blei sind. Des Weiteren verwenden wir bei allen unseren genial-funktionalen Gebrauchskeramiken Glasuren, die kennzeichungsfrei sind. Herstellung von Ess- und Trinkgeschirr mit unseren Glasuren:Die Glasuren in unserem Onlineshop sind alle technisch bleifrei. Für die Herstellung von Ess- und Trinkgeschirr empfehlen wir den Einsatz von Glasuren ohne Speckels oder Granulate. Eine möglichst glatte, und vor allem geschlossene Oberfläche (ohne Risse, Löcher oder Glasurfehler) stellt die hygienische Verwendung des Endproduktes sicher. Metallische Glasuren oder Glasuren mit metallischen Effekten oder Kristallbildung sind für die Herstellung von Ess- und Trinkgeschirr ungeeignet.
Grundsätzlich könnt ihr an der äußeren Wand des Bechers jede beliebige Glasur nehmen, den oberen Rand und die Innenseite solltet ihr auf jeden Fall mit einer lebensmittel-geeigneten Glasur einstreichen. Ihr könnt auch einen kleinen Säure-Test durchführen, wenn ihr euch trotzdem nicht sicher seid:Mach eine Probe mit deiner Glasur auf einem Tonstück und brenn das Ganze. Danach legst du eine Zitronenscheibe über Nacht, oder für min. 8 Stunden, auf den Scherben. Wenn sich die Glasur nicht verändert kannst du sie im privaten Gebrauch für Teller, Becher, etc. nehmen, falls sie sich doch verändert hat, solltest du sie lieber nicht nehmen!
Anwendungsfälle und Beispiele aus dem Steinzeugbereich
Eigentlich für alle, die mit Steinzeugton arbeiten oder arbeiten möchten. Ob du gerade erst mit dem Töpfern anfängst oder schon länger eigene Serien entwickelst: Steinzeugglasuren sind ein zentraler Baustein, wenn du langlebige und schöne Keramik herstellen willst. Du merkst schon: Steinzeugglasur ist nicht gleich Steinzeugglasur. Je nach Stil deines Stücks kannst du ganz unterschiedliche Richtungen ausprobieren.
So bilden die in einer Lehmglasur enthaltenen Eisenoxide im Reduktionsbrand bezaubernde Seladonglasuren mit Farbnuancen von grün bis olivgelb. Im Oxidationsbrand (also mit Sauerstoffzufuhr) hingegen entsteht Keramik wie das weltweit bekannte blaue Geschirr aus Bunzlau (Bolesławiec). Wenn du direkt loslegen möchtest, schau dir gerne unsere Glasur Kollektion von Amaco an.
Praxisnah: Pulver oder flüssig? Hersteller und Auswahl
Falls ihr ganz neu in der Welt der Keramik seid, solltet ihr euch als Erstes überlegen, ob ihr mit Pulver- oder Flüssigglasuren arbeiten wollt. Natürlich könnt ihr beide wählen bzw. experimentieren, trotzdem gibt es einige Dinge, die ihr euch im Vorfeld überlegen solltet.Pulverglasuren sind noch nicht streichfertig. Sie gehören noch mit Wasser und Hilfsmitteln angerührt. Hier können auf jeden Fall Fehler passieren, indem ihr zB. zu viel Wasser oder zu wenig Hilfsmittel verwendet. Als nächstes solltet ihr euch überlegen, ob ihr im Steingut- oder Steinzeug-Bereich brennen wollt. Bei den Steinzeug-Glasuren habt ihr zB. eine geringere Auswahlmöglichkeit, obwohl es heute in diesem Bereich trotzdem schon sehr viel mehr Glasuren gibt als früher.
Renommierte Hersteller, wie TerraColor überzeugen seit Jahren experimentierfreudige Keramikkünstler mit ihrem breit gefächerten Angebot an Pulverglasuren. Die Firma BOTZ GmbH wurde 1984 von Mechthild Surmann und Jürgen Klück gegründet und konzentriert sich jeher darauf, nur flüssige Glasuren mit herausragender Qualität herzustellen. Seit 1970 gehört Welte zum Unternehmen Reimbold & Strick, welches sich hauptsächlich um die Oberflächengestaltung von keramischen Erzeugnissen beschäftigt. Welte punktet mit seiner großen Produktvielfalt an Flüssig- sowie Pulverglasuren und Farben.
Tabelle: Richtwerte und Zusätze für Pulver-Steinzeugglasuren
| Kriterium | Richtwert/Empfehlung |
|---|---|
| Wasseranteil | mindestens 45 Prozent Wasser, dosenmilchartiger Schlicker |
| Konsistenz | ein wenig dicker als Milch, jedoch dünner als Kondensmilch; für Pinsel dicker einstellen |
| Stellmittel | 1-2 % flüsiges Stellmittel, hält Partikel in Schwebe |
| Haft-/Streichmittel | 5-7 % Glasurleim oder Wasserglas; Tapetenkleister testweise möglich |
| Auftragsarten | Tauchen, Schütten, Übergießen; Pinsel nur mit Zusätzen |
| Vorreinigung | mit feuchtem Schwamm staubfrei abwischen |
| Brandbereich | Steinzeug ca. 1180-1300 °C; Zusammensetzung bestimmt Schmelzpunkt |
| Lebensmittelkontakt | bevorzugt glatte, geschlossene Glasuren; Säure-Test mit Zitronenscheibe |
Fehlerbilder und Steuerung durch Viskosität
Die Zusammensetzung beeinflusst auch die Zähflüssigkeit einer Glasur, was wiederum für das Brennen ein wichtiges Kriterium ist: Dickflüssige Glasuren laufen wenig, verhindern aber, dass Gase aus der Keramik austreten können und neigen daher zur Blasenbildung. Dünnflüssige Glasuren hingegen laufen gern, lassen dafür aber die Gase aus der Keramik frei entweichen. Es ist jeweils eine Gratwanderung und erfordert Zeit, Feingefühl, Experimentierfreudigkeit und vor allem Erfahrung.
Sonder- und Effektglasuren im Kontext Gebrauch
Die SpezialglasurenAls letzter Punkt sind noch die Sonderglasuren zu nennen. Hierzu gehören beispielsweise die Tenmoku-Glasur (benannt nach ihrer Entstehungsregion in China), die Schlangenhaut-Glasur oder die Teestaub-Glasur. Auch Transparentglasuren, Opakglasuren, Mattglasuren, Kristallglasuren oder Craqueléglasuren wie die fürs Raku sind hier einzuodnen. Grundsätzlich sind alle niedrigbrennenden Glasuren für den Raku-Brand geeignet.
Glasuren mit Kristallen, verschiedene Muster und Linien, Craquelé und metallischen Effekte sind außergewöhnlich und schön anzusehen. Trotzdem eignen sie sich nicht für bestimmte Werke, wie zB. bei Gebrauchsgegenständen. Unser Anwendungstrick: verwende die Effektglasur nur auf den Bereichen, die nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommen und nutze für die Flächen mit Lebensmittelkontakt eine sichere Basisglasur.
Beispiel: bei einem Becher Trinkrand und Innenbereich mit Basisglasur (z.B. unsere weiß glänzende Glasur 49-VBC 13 oder 49-VBC 97) und die Effektglasur (z.B. 460085 Glasur Aventurin Effekt oder 410901 Glasur Kristallgrün) nur außen unterhalb des Trinkrandes. Grundsätzlich gilt, umso höher die Temperatur, umso eingeschränkter ist die Farbpalette.
Salz- und Ascheanflug: robuste Hochbrand-Ästhetiken
Der Holzbrand und die AscheanflugglasurDie Ascheanflugglasur findet beim Holzbrand statt und ist eine Sonderform der Steinzugglasur. Bei dieser werden die wabern Gase und die Flamme selbst in den Brennraum geleitet und verbleibt eine gewisse Zeit in diesem. Die im Holz oder gar Knochen enthaltenen organischen Verbindungen bilden eine Art Flussmittel auf den Keramiken und überziehen sie so mit einer glasigen Schicht. Die bekannteste Steinzeugglasur ist wohl die Salzglasur. Dabei wird der Ofen bei 1250 °C geöffnet und Kochsalz hineingelegt. Das entstandene Natriumsilikatglas jedoch ist besonders widerstandsfähig, hart, säurefest und zeigt häufig eine leicht genarbte Oberfläche.
Praktische Hinweise für die Werkstattorganisation
Am längsten halten Keramikglasuren jedoch, wenn sie in einem fest verschlossenem Behälter wie einem Eimer aufbewahrt werden. Dies hält die Glasurpartikel in der Schwebe und erleichtert Ihnen das spätere Aufrühren. Vor dem Glasurauftrag sollte das Kunstwerk mit einem feuchten Schwamm abgewischt werden, um Staub und Verschmutzung zu entfernen. Wie auch bei Streichglasuren, sollten Standflächen ausgespart werden.
Nicht jede Glasur passt zu jedem Ton oder zu jeder Brenntemperatur. Aus diesem Grund sollte die vom Hersteller vorgegebenen Temperaturempfehlungen während des Brennvorgangs auf keinen Fall missachtet werden, da es ansonsten zu unschönen Makeln kommen könnte. Bei Einhaltung der vom Hersteller empfohlenen Anleitungsvorgaben und einer sorgfältigen und gewissenhaften Anwendung, lassen sich auf diese Weise eine Vielzahl kreativer Keramikkunstwerke kreieren, die jedes Heim geschmackvoll aufwerten.
Wer profitiert von Steinzeugglasuren?
Eigentlich für alle, die mit Steinzeugton arbeiten oder arbeiten möchten. Ob du gerade erst mit dem Töpfern anfängst oder schon länger eigene Serien entwickelst: Steinzeugglasuren sind ein zentraler Baustein, wenn du langlebige und schöne Keramik herstellen willst. Du merkst schon: Steinzeugglasur ist nicht gleich Steinzeugglasur. Je nach Stil deines Stücks kannst du ganz unterschiedliche Richtungen ausprobieren.
Habt ihr euch schon einmal gefragt, welche Keramikglasuren zu euch passen? Die Entscheidung betrifft nicht nur das Aussehen, sondern auch die Eigenschaften der Glasur. Pulver oder flüssig? Steinzeug oder Steingut? Deko-Objekt oder Gebrauchsgegenstand?
Wenn du direkt loslegen möchtest, schau dir gerne unsere Glasur Kollektion von Amaco an. In unserem Shop führen wir aktuell mehrere spannende AMACO Steinzeugglasuren.
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