Spitzwegerich-Hustensaft ohne Zucker: Wirkung und Anwendung

Spitzwegerich ist eine der beliebtesten Heilpflanzen und findet sich in Hustensaft, Salben oder Tees. Schon seit der Antike wird Spitzwegerich als Heilpflanze genutzt. Spitzwegerich (Botanisch: Plantago lanceolata) gehört zu den Wegerichen. Er wächst auf Wiesen, an Straßen und Wegrändern. Der Spitzwegerich verdankt seinen Namen seinen spitzen Blättern, die wie eine Lanze in Rosettenform herausstechen. Seinen Namen verdankt er den spitz zulaufenden, langen, aufrechtstehenden Blättern mit Längsrillen. Sie bilden eine Rosette um den Stängel mit der Ähre. Die Pflanze kann zwischen fünf und 50 Zentimeter hoch werden. Die gesamte Pflanze (außer den Wurzeln) wird als Heilmittel verwendet. In der Heilkunde werden nur die Blätter des Spitzwegerichs genutzt.

Inhaltsstoffe und pharmakologische Wirkungen

Die Blätter enthalten wichtige Inhaltsstoffe. Die Schleimstoffe (2 bis 6 Prozent der Inhaltsstoffe) im Spitzwegerich legen sich auf die Schleimhaut in Mund und Rachen und wirken damit reizmildernd. Die enthaltenen Schleimstoffe legen sich wie ein schützender Film auf die Schleimhäute und lindern so Reizhusten. Die enthaltenen Schleimstoffe legen sich schützend auf gereizte Schleimhäute und können trockenen Reizhusten sowie Kratzen im Hals lindern. Die größten Anteile machen mit 6,5 Prozent Gerbstoffe aus. Die Gerbstoffe wirken adstringierend. Sie verbinden sich mit den Eiweißstoffen der Haut und bilden so eine Schutzschicht. Das bedeutet: Sie ziehen das Gewebe leicht zusammen, wirken entzündungshemmend und können die Haut beruhigen, und arbeiten so gegen Hautunreinheiten. Spitzwegerich hemmt Entzündungen und wirkt antibakteriell. Die enthaltenen Iridoidglykoside und Phenylethanoide wirken entzündungshemmend und bakterientötend (bakterizid), stimulieren das Immunsystem und hemmen den Hustenreiz. Spitzwegerich gilt als pflanzliches Antibiotikum. Dank seiner Gerbstoffe, Kieselsäure, Kalium und Zink fördert der Spitzwegerich die Wundheilung der Haut, zum Beispiel bei Entzündungen oder Insektenstichen.

Wirksamkeit bei Atemwegsbeschwerden und als Hustensaft

Innerlich angewendet soll er zum Beispiel gegen Erkältungen - vor allem gegen Husten - helfen. Spitzwegerich wirkt nicht wie ein klassischer Hustenstiller, der den Hustenreiz sofort unterdrückt. Die Schleimstoffe legen sich schützend über Schleimhäute und lindern damit reizhustenartige Beschwerden. Besonders geeignet ist Spitzwegerich bei trockenem Husten und gereiztem Rachen. Spitzwegerich wird vor allem bei trockenem Reizhusten eingesetzt. Einige Inhaltsstoffe können zusätzlich das Abhusten unterstützen. Bei stark verschleimtem Husten oder hartnäckigem Schleim sind jedoch andere Heilpflanzen oder Medikamente häufig besser geeignet.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat den Einsatz von Spitzwegerich zur Linderung von Schleimhautreizungen im Mund und Rachenraum verbunden mit trockenem Husten anerkannt. Allerdings gibt es keine kontrollierten, klinischen Studien dazu. Eine Post-Marketing-Studie hat 1997 die Verabreichung eines Hustensafts mit Spitzwegerich bei akuten Atemwegsinfektionen an etwa 600 Patienten untersucht, darunter auch Kinder.

Anwendungsformen: Tee, Sirup, Saft, Tinktur und Umschläge

Ihr findet ihn in Tee, Hustensirup, Hustenbonbons und -dragees. In der Apotheke erhaltet ihr getrocknete Blätter, die ihr selbst verarbeiten könnt. Zerreibt ihr frische Blätter, lässt sich der Saft direkt auf eine Wunde oder Hautirritation geben. Frische Blätter könnt ihr zudem als „grünes Pflaster“ auf wunde Stellen legen. Gegen Reizhusten gibt es in der Apotheke außerdem Spitzwegerich-Saft und -Sirup. Gerne wird Spitzwegerich auch mit anderen Arzneipflanzen wie der Malve kombiniert, zum Beispiel in Form von Lutschtabletten.

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Spitzwegerichtee wird meist mehrmals täglich getrunken. Für Erwachsene sind je nach Zubereitung etwa drei bis fünf Tassen pro Tag üblich. Entscheidend ist die Dosierung des jeweiligen Produkts oder Rezepts. Bei Fertigpräparaten sollte immer die Packungsbeilage beachtet werden. Bei akutem Hustenreiz empfehlen Expertinnen und Experten, etwa dreimal am Tag eine Tasse Spitzwegerich-Tee zu trinken. Die mittlere Tagesdosis beträgt drei bis sechs Gramm der getrockneten Spitzwegerich-Blätter.

Anleitung: Spitzwegerich-Tee (Aufguss)

  1. Drei bis fünf frische oder getrocknete Blätter waschen, klein schneiden und mit kochendem Wasser aufgießen.
  2. Etwa zehn Minuten ziehen lassen und anschließend abseihen.
  3. Gerne mit Honig süßen, da Spitzwegerich sehr bitter schmecken kann.
  4. Langsam in kleinen Schlucken trinken und möglichst lange im Mund behalten.

Spitzwegerich-Hustensirup / -Saft (Hausmittel ohne Zucker oder mit Honig)

Spitzwegerich-Saft als Hausmittel für die Erkältungszeit lässt sich einfach im Spätsommer vorbereiten. Sie brauchen dafür nur trockene, unbeschädigte Blätter des Spitzwegerichs - und Zucker. Wahlweise kann auch Honig verwendet werden. Spitzwegerich-Sirup selbst herzustellen ist sehr einfach. Die beste Zeit dafür ist Mai - Juni. Für ein Glas Sirup werden die Blätter in einem sterilen Schraubglas schichtweise mit Zucker (oder Honig) abwechselnd eingefüllt. Die oberste Schicht sollte aus reichlich Zucker bestehen, weil er das Gemisch luftdicht abschließt und dem Kraut die Inhaltsstoffe entzieht. Diese Mischung wird für zwei Monate an einem dunklen, kühlen Ort gelagert. Danach kann der Sirup im Wasserbad erwärmt und die Blätter abgesiebt werden. Etwas Zitronensaft kann hinzugefügt werden. Bei Erkältungen sollte man zwei- bis dreimal am Tag einen Esslöffel Spitzwegerich-Hustensaft trinken. Der fertige Hustensaft sollte in Maßen und nur bei Erkältungssymptomen eingenommen werden.

Alternative mit Honig: Ich habe meinen Spitzwegerich-Hustensirup mit Honig angesetzt, weil ich das besser finde als mit Zucker. 1 Glas flüssiger Honig (am besten Waldhonig), ein Schraubdeckelglas voller Spitzwegerichblätter. Schichte abwechselnd Honig und Spitzwegerichblätter, die letzte Schicht bildet Honig. Die Mischung mindestens 4-6 Wochen ziehen lassen, nicht in der Sonne. Seihe den Honig durch ein Sieb und fülle die Flüssigkeit in eine Flasche. Wenn du möchtest, kannst du etwas ausgepressten Zitronensaft hinzufügen. Achtung: Honig nicht über 40 Grad erhitzen, sonst verliert er wertvolle Inhaltsstoffe.

Spitzwegerichblätter und Sirup im Glas

Äußerliche Anwendung: Umschläge, Saft, Salben und Tinkturen

Als Erste-Hilfe-Maßnahme, zum Beispiel bei Mückenstichen, kann der ausgedrückte Saft der Blätter genutzt werden. Der Pflanzensaft kühlt und lindert den Juckreiz. Die antibiotische Wirkung soll außerdem einer Entzündung des Stichs vorbeugen. Frische und saubere Spitzwegerichblätter werden traditionell bei kleinen Hautreizungen, Insektenstichen oder Druckstellen verwendet. Dafür werden die Blätter leicht zerdrückt und vorsichtig auf die betroffene Stelle gelegt. Frische Blätter könnt ihr zudem als „grünes Pflaster“ auf wunde Stellen legen. Die Tinktur äußerlich aufgetragen, hilft bei Verletzungen, blauen Flecken, offenen Wunden, Insektenstichen und verhindert Schwellungen nach Prellungen! Bei offenen, entzündeten oder größeren Wunden sollte jedoch ärztlicher Rat eingeholt werden. Zur äußerlichen Anwendung auf der Haut gibt es Salben und Tinkturen mit Spitzwegerich.

Sicherheit, Nebenwirkungen und Hinweise zu besonderen Personengruppen

Spitzwegerich gilt allgemein als gut verträglich. Nebenwirkungen von Spitzwegerich sind nicht bekannt. Gelegentlich kommt es durch Spitzwegerich-Produkte zu Durchfall. Manche Menschen reagieren außerdem allergisch auf Spitzwegerich. Vorsichtig sein sollten Allergiker. Sie könnten auf Spitzwegerich-Pollen reagieren. In seltenen Fällen können jedoch allergische Reaktionen auftreten, etwa Hautreizungen, Juckreiz oder Beschwerden nach der Einnahme. Wer empfindlich auf bestimmte Pflanzen reagiert, sollte vorsichtig testen oder ärztlichen Rat einholen. Wer ein Präparat mit Spitzwegerich nutzt und Anzeichen einer Allergie bemerkt, sollte die Einnahme sofort beenden.

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Die eigenständige Behandlung von Kindern unter drei Jahren mit Spitzwegerich wird nicht empfohlen. Spitzwegerich gilt in der traditionellen Naturheilkunde - also in der Phytotherapie, Homöopathie und Anthroposophie - als wirksames Kraut gegen verschiedene Beschwerden. In der Schwangerschaft und Stillzeit liegen bislang nur begrenzte wissenschaftliche Daten vor. Deshalb empfiehlt sich vor der Einnahme eine Rücksprache mit Arzt, Ärztin oder Apotheke - besonders bei konzentrierten Säften oder Fertigpräparaten. Hält der Husten länger an oder kommen weitere Beschwerden hinzu, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Spitzwegerich kann Beschwerden lindern, ersetzt aber keine medizinische Diagnose.

Praktische Tipps: Sammeln, Anbau und Haltbarmachung

Wer sich auskennt, kann Spitzwegerich-Blätter auch in der Natur sammeln. Pflücke deinen Wegerich am besten im Wald oder irgendwo, wo die Wiese nicht gedüngt oder bearbeitet wird. Achte darauf, saubere und intakte Blätter zu sammeln. Zerreibt ihr frische Blätter, lässt sich der Saft direkt auf eine Wunde oder Hautirritation geben. Frische Blätter könnt ihr zudem als „grünes Pflaster“ auf wunde Stellen legen. Spitzwegerich ist eine anspruchslose Pflanze, die ihr leicht in eurem Kräutergarten anpflanzen könnt. Auf dem Balkon gedeiht sie weniger gut. Wählt einen sonnigen Ort und einen lockeren, leicht feuchten Boden. Achtet darauf, dass die Pflanzen nicht zu eng stehen. Das Heilkraut muss nur im Hochsommer gegossen werden. Es ist zudem mehrjährig und winterhart. Spitzwegerich wird bis zu 60 Zentimeter hoch.

Standorte des Spitzwegerich: Wiese und Wegrand

Haltbarmachung

In der Apotheke gibt es Tee in geprüfter Arzneimittelqualität. In der Apotheke erhaltet ihr getrocknete Blätter, die ihr selbst verarbeiten könnt. Selbst gemachter Spitzwegerichsirup sollte möglichst hygienisch zubereitet und kühl gelagert werden. Die Haltbarkeit hängt von den Zutaten und der Lagerung ab. Verändern sich Geruch, Geschmack oder Konsistenz, sollte der Sirup nicht mehr verwendet werden. Das fertige Hustensaft sollte in Maßen und nur bei Erkältungssymptomen eingenommen werden.

Tradition und moderne Forschung

„Der König des Weges“ wurde der Wegerich im Althochdeutschen genannt, denn dieses europäische Kraut wächst nahezu überall: auf Feldern, Wiesen, Parks und eben entlang des Weges. Vielleicht war es diese Ähnlichkeit, die bereits die alten Römer bewog, sie zur Wundheilung im Kampf einzusetzen. In seiner Blütezeit von Mai bis September bildet der Spitzwegerich lange Ähren mit klebrigen, dunklen Samen. Laborstudien zeigen, dass Plantago lanceolata antibakterielle Eigenschaften besitzt. Zudem belegen präklinische Studien (z. B. in vitro) eine wundheilungsfördernde Wirkung von P. Die antibiotische Wirkung des Spitzwegerichs ist zudem mittlerweile sogar medizinisch bewiesen. Viele Arzneimittel aus der Schulmedizin basieren auf Pflanzenextrakten. Und auch dort kommen rein pflanzliche Arzneimittel nach wie vor zum Einsatz.

Wie man Spitzwegerichsirup herstellt und anwendet

Rezepte und Dosierung in Kürze

Anwendungsform Empfohlene Dosierung / Hinweis
Tee (Aufguss) 3-5 frische oder getrocknete Blätter, 10 Min. ziehen lassen, 3 Tassen/Tag üblich
Getrocknete Blätter 2-4 g (Mittlere Tagesdosis 3-6 g)
Hustensaft / Sirup Hausmittel: 1 EL mehrmals täglich bei Erkältung; Fertigarzneimittel nach Packungsbeilage
Äußerlich (Blatt, Saft, Umschlag) Frische Blätter zerdrücken, direkt auf Stich oder kleine Wunde legen

Spitzwegerich hilft als Hustensaft sehr gut bei Entzündungen der Atemwege und der Mund- sowie Rachenschleimhaut. Auch entzündliche Hautveränderungen werden mit der Heilpflanze behandelt. Die Erfahrung aus der Volksmedizin und einige präklinische Untersuchungen stützen diese traditionellen Anwendungen.

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Spitzwegerich-Blatt als „grünes Pflaster“ auf einem Insektenstich

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