Schwuler Schoko-Weihnachtsmann: Geschichte, Bedeutung und Wandel der Weihnachtsfigur
Der Schoko-Weihnachtsmann ist aus der Adventszeit und der weihnachtlichen Geschenkekultur nicht mehr wegzudenken. Besonders in den letzten Jahren kommt zu den klassischen Varianten eine neue, bunte Version ins Spiel: der schwule oder Regenbogen-Schoko-Weihnachtsmann. Doch wie entstand dieser Trend, was steckt dahinter, und wie hat sich die ikonische Figur über Jahrhunderte entwickelt? Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte, Bedeutung und gesellschaftlichen Entwicklungen rund um den Schoko-Weihnachtsmann - von seinen Ursprüngen bis zu den modernen Interpretationen und aktuellen Kontroversen.
Ursprung der Schokoladen-Weihnachtsfiguren
Im 17. Jahrhundert brachten Spanier von Reisen nach Mittelamerika Kakaobohnen mit nach Europa. Die daraus hergestellte Schokolade galt für eine lange Zeit als Luxusprodukt und war als solches den Adeligen vorbehalten. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts hin wurde sie allmählich für die breite Masse verfügbar, galt aber nach wie vor als luxuriöse Delikatesse, die nur zu besonderen Anlässen wie Weihnachten verschenkt wurde. Schokoladenfiguren, darunter Weihnachtsmänner, werden in verschiedenen Formen, Geschmacksrichtungen und unterschiedlichen Qualitäten angeboten: Schokolade ist somit mindestens so vielfältig wie die Figuren, in denen sie zu Weihnachten erhältlich ist.
Schon um 1820 sollen sich die ersten Konditoren an die künstlerisch herausfordernde und symbolträchtige Figur gewagt haben und die ersten, manuell geformten Schokoladen-Weihnachtsmänner zum Verkauf angeboten haben. Diese waren damals aus massiver Schokolade hergestellt. Wenige Jahrzehnte später entstanden bereits die ersten hohlen Exemplare, produziert nach dem sogenannten Schleudergussverfahren. Bis heute werden Hohlkörper-Figuren wie Weihnachtsmänner und Osterhasen auf diese Weise hergestellt.
| Jahr | Entwicklung |
|---|---|
| 17. Jahrhundert | Einführung der Kakaobohne in Europa |
| Um 1820 | Erste massive Schoko-Weihnachtsmänner |
| Um 1840 | Erste hohle Schoko-Nikoläuse |
| 1950er Jahre | Industrielle Herstellung in großem Stil |
Der Wandel vom Nikolaus zum Weihnachtsmann
Die Figur des Weihnachtsmanns hat eine lange und vielschichtige Geschichte. Ihr Ursprung liegt tief in religiösen und kulturellen Bräuchen: Die Legenden über das Leben des Heiligen Nikolaus von Myra, der im dritten Jahrhundert lebte und zahlreiche Wunder wirkte, mischten sich mit anderen Traditionen. Doch dann kam die Reformation und ließ die Symbole neu interpretieren. Während der Nikolaus mit Mitra, Bischofsstab und Ring schon im Mittelalter verbreitet war, etablierte sich allmählich der Weihnachtsmann, besonders ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts - mit Mantel und Zipfelmütze statt bischöflicher Kleidung.
Auch Haddon Sundblom zeichnete im Jahr 1931 für eine Coca-Cola-Werbekampagne den heute gängigen, freundlichen, rundlichen Weihnachtsmann mit weißem Bart in den typischen rot-weißen Farben. Mit der Coca-Cola-Kampagne 1931 setzte sich der Siegeszug des Weihnachtsmanns auf der Welt fort und das Schenken verlagerte sich immer stärker auf den 24. Dezember.
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Unterschied: Nikolaus und Weihnachtsmann
Obwohl beide Figuren in Form von Schokoladenfiguren zu Weihnachten verkauft werden, gibt es klare Unterscheidungsmerkmale: Der Schoko-Nikolaus mit der Bischofsmütze zieht die Verbindung zum Heiligen Nikolaus von Myra (Türkei), während der Weihnachtsmann die typische Zipfelmütze trägt. Diese optischen Details sind insbesondere für christliche Organisationen wie das Bonifatiuswerk wichtig, das mit der Aktion „Weihnachtsmannfreie Zone“ das Andenken an den historischen Nikolaus wachhalten will.
Industrielle Produktion und gesellschaftliche Bedeutung
Ab den 1950er Jahren konnte der Schokoladen-Weihnachtsmann durch innovative Verfahren in großer Menge industriell gefertigt werden. Beispielsweise wurden im Jahr 2021 allein in Deutschland rund 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt. Mehr als zwei Drittel werden im Inland verkauft, ein Drittel geht ins Ausland. Die Vielfalt reicht von kleinen Minis bis zu 500-Gramm-Riesen. Schokolade ist somit fester Bestandteil der Adventszeit - wir finden sie unter anderem in Adventskalendern, Nikolausstiefeln und als Geschenk zu Weihnachten.
Beliebte Sorten und Verpackungen
Egal wie groß, die Figur aus Vollmilchschokolade bleibt der absolute Favorit. Nur jede Fünfte ist nach Schätzungen eine Zartbitter-Ausführung. Verpackt werden die Schokoladen-Figuren seit Jahrzehnten in Aluminiumfolie, inzwischen auch in besonders reißfester Ausführung. Diese Folien können in einem Stück von der Figur abgezogen werden.
Der schwule Schoko-Weihnachtsmann (Regenbogen-Zipfelmann)
Ein besonderer Höhepunkt der Schokoweihnachtsmann-Geschichte ist der sogenannte schwule Zipfelmann, den beispielsweise der Discounter Penny seit mittlerweile sieben Jahren in der Vorweihnachtszeit anbietet.
Die Version von 2017 ist in den Regenbogenfarben der Schwulen-Bewegung gekleidet und wird in sozialen Netzwerken kontrovers diskutiert. Während viele Nutzer die Aktion unter Hashtags wie #seidliebzueinander unterstützen und positiv bewerten, gibt es auch Widerstand von traditionell eingestellten Stimmen, die einen Bruch mit alten Bräuchen fürchten. Trotz teils kritischer Kommentare zeigt sich: Der schwule Zipfelmann wird zum Verkaufserfolg und als Symbol für Offenheit, Vielfalt und gesellschaftliche Akzeptanz begriffen.
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„Danke Penny, dass ihr auch dieses Jahr den Zipfelmann nicht aufgebt und nun noch einen draufsetzt“, so ein begeisterter Kommentar. Andere Kunden schreiben, sie würden gleich eine ganze Palette der Zipfelmänner kaufen und diese an „Besorgtbürger“ als Zeichen für Menschsein und gegen Hatespeech verschenken. Die Aktion setzt damit ein deutliches Zeichen für Toleranz und gesellschaftliche Vielfalt - Werte, die an Weihnachten ohnehin im Vordergrund stehen sollten.
Zwischen Tradition und Wandel: Debatte um den Schoko-Weihnachtsmann
Mit dem Regenbogen-Zipfelmann wird die klassische Weihnachtsfigur ein Stück weit neu interpretiert und modernisiert. Dies spiegelt den gesellschaftlichen Wandel wider, in dem Diversität und Akzeptanz eine immer größere Rolle spielen. Kritische Stimmen hinterfragen jedoch, ob alte Symbole „diffamiert und aufgegeben“ werden müssen. Die Debatte zeigt, wie emotional und identitätsstiftend auch scheinbar einfache Produkte wie ein Schoko-Weihnachtsmann sein können.
Besonderheiten und Verkaufszahlen
124 Millionen dieser verführerischen Schokoladen-Männer haben dieses Jahr die deutschen Produktionsbänder verlassen. Der durchschnittliche Süßwarenverbrauch der Deutschen lag 2011 bei 31,96 Kilogramm, wovon über neun Kilogramm auf Schokolade entfallen. Die Figuren werden in vielen verschiedenen Formen angeboten: Engel, Sterne, Pinguine, Kugeln und mehr. Knapp ein Drittel der Schoko-Weihnachtsmänner und -Nikoläuse werden exportiert, etwa nach Australien, Japan oder Indien.
| Jahr | Herstellte Schoko-Weihnachtsmänner/Nikoläuse (Deutschland) |
|---|---|
| 2021 | 160 Millionen |
| 2023 | 167 Millionen |
Die herstellenden Unternehmen passen die Produktion an die Bestellungen der Händler an - der Verkauf boomt also vor allem zur Adventszeit. Die nicht verkauften Exemplare werden nach den Feiertagen reduziert angeboten oder gespendet - sie werden jedoch nicht zu Osterhasen umgeschmolzen, wie ein oft kolportiertes Gerücht meint.
Symbolik, Werte & kulturelle Bedeutung
Der Schokoladen-Nikolaus erinnert als Patron der Kinder, Schiffsleute und Feuerwehrleute daran, an den Nächsten zu denken. Die positiven Eigenschaften des Heiligen Nikolaus - Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Freude schenken - stehen für all das, was wir uns auch heute noch für unsere Gesellschaft wünschen. Die Initiative „Weihnachtsmannfreie Zone“ macht sich dafür stark, dass der Heilige Nikolaus weiterhin sichtbar bleibt, weist jedoch darauf hin, die Realität vieler Menschen zu akzeptieren, für die der Weihnachtsmann einfach zur Kultur dazugehört.
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Ob Schoko-Nikolaus oder Schoko-Weihnachtsmann, ob traditionell oder regenbogenbunt, bleibt letztlich jedem selbst überlassen. Sie alle sind Teil einer reichen und immer bunter werdenden Weihnachtskultur, die verbindet, Debatten anstoßen und Zeichen für eine offene Gesellschaft setzen kann.
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