Geschichte und Herstellung von Schweizer Schokolade Ragusa

Tauche ein in die Welt von Ragusa. Erlebe den unverwechselbaren Charakter und die Authentizität, die Ragusa zur Legende gemacht haben.

Die Ursprünge: Camille Bloch und die frühe Unternehmensgeschichte

Der Kaufmann Camille Bloch, der zunächst mit Schokolade handelte, tüftelte ab 1926 im Keller seines Wohnhauses in Bern an seinen eigenen kulinarischen Träumchen aus Schokolade. Drei Jahre später begann er Schokolade herzustellen und trug seine Firma als Aktiengesellschaft ins Handelsregister ein. Und nach weiteren sechs Jahre zog das Unternehmen an den heutigen Standort nach Courtelary im Berner Jura. Hier, in einer alten Papierfabrik, fand er genügend Platz, um sich seiner Leidenschaft zu widmen. Das in dritter Generation geführte Familienunternehmen ist seinem Standort seither treu geblieben.

Camille-Bloch aus Courtelary im Kanton Bern schaffte es, sich in weniger als zehn Jahren seit der Unternehmensgründung 1929 als einer der größten Schokoladenhersteller der Schweiz zu etablieren. Das in dritter Generation geführte Familienunternehmen ist seinem Standort seither treu geblieben.

Chocolats Camille Bloch Fabrik in Courtelary

Ragusa: Erfindung in schwierigen Zeiten

Die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens begann 1942: Camille Bloch kreierte Ragusa. Die Erfindung von Ragusa geht auf das Jahr 1942 zurück, als Rohstoffe wie beispielsweise Kakao schwer erhältlich waren. Im Zweiten Weltkrieg waren Rohstoffe wie Kakao wegen Seeblockaden nur schlecht verfügbar. Haselnüsse waren leichter erhältlich. Der Chocolatier in Courtelary im Berner Jura machte aus der Not eine Tugend: 1942 kam er auf die Idee, die Schokolade mit einer Masse aus gemahlenen und ganzen Haselnüssen zu ergänzen.

Camille Bloch verwendete eine Haselnussmasse als Füllung und ergänzte diese mit ganzen Haselnüssen. Danach schnitt er die Masse in rechteckige Riegel von fünfzig Gramm und überzog sie mit Schokolade. Eine Haselnussfüllung zwischen zwei dünnen Schokoladenschichten - das ist Ragusa. Die Idee begeisterte.

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Ein neu und ein wesentlicher Grund für den Erfolg war die Idee, Ragusa in eine Riegelform von 50 Gramm zu giessen. Auch die Rationierung während der Kriegsjahre verhalf dem Riegel zum Durchbruch. Lebensmittelkarten berechtigten einen zum Bezug von 100 Gramm Schokolade oder Konditoreiprodukten der gleichen Menge. Ragusa passte wegen der Art seiner Fertigung in beide Kategorien.

Der Name Ragusa kommt von der gleichnamigen Stadt, dem heutigen Dubrovnik in Kroatien, wo Bloch seine Ferien zu verbringen pflegte. Der Chocolatier wusste auch um die Bedeutung einer guten Verpackung, die sich wie das Rezept des Riegels seit 1945 kaum verändert hat.

Weiterentwicklung: Torino, Varianten und Auszeichnungen

Pioniergeist bewies der Firmengründer auch 1948: Als einer der ersten Chocolatiers brachte er mit Torino eine gefüllte Tafelschokolade auf den Markt. Der Pioniergeist von Torino kommt auch im 50-g-Stengel zum Ausdruck, den es seit den 50er-Jahren gibt. Die Marke Torino, die in Form einer pralinégefüllten Tafel daher kam, wurde sechs Jahre nach Ragusa kreiert. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erfand er nach dem durchschlagenden Erfolg seiner Haselnuss-Pralinée-Füllung den «Torino»-Riegel, welcher ebenfalls bis heute als eigene Marke geführt wird und Kultstatus genießt.

Die ersten Variationen von Ragusa kamen in den 1960er und 70er Jahren in die Läden, darunter eine 100-Gramm-Tafel im Jahr 1979 zum 50-Jahr-Jubiläum des Unternehmens. Seit 2000 gibt es Ragusa auch als Pralinekugeln. 2008 und 2013 folgte die Einführung eines Riegels mit dunkler Schokolade sowie Ragusa blond mit heller Schokolade und Caramelgeschmack. So gibt es heute neben Ragusa Classique auch Ragusa Noir mit sechzig Prozent Kakaoanteil und Ragusa Blond mit feinem Caramelgeschmack. Torino seinerseits ist als Lait, Blond oder Noir erhältlich.

Ragusa und Torino Produktvarianten

Herstellung: Vom Haselnuss-Teig zum kultigen Riegel

Als der Kakaoimport im Zweiten Weltkrieg praktisch zum Erliegen kam, revolutionierte Camille-Bloch den Markt erneut. Er kaufte günstig Haselnüsse ein, um sie wie Kakaobohnen zu einem Teig zu verarbeiten. Diesem mischte er ein paar ganze Haselnüsse bei, formte daraus Riegel und überzog diese mit der wenigen Schokolade, die ihm noch zur Verfügung stand. Heute sind diese «Ragusa» Kult in der Schweiz und werden von Camille-Bloch als eigene Marke geführt.

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Camille Bloch verwendete eine Haselnussmasse als Füllung und ergänzte diese mit ganzen Haselnüssen. Danach schnitt er die Masse in rechteckige Riegel von fünfzig Gramm und überzog sie mit Schokolade. Die Mousse-Schokolade ist eine echte Pionierin - das Original stammt von der Chocolats Camille Bloch SA.

Produktionsstandort und Besuchererlebnis

Und nach weiteren sechs Jahre zog das Unternehmen an den heutigen Standort nach Courtelary im Berner Jura. Heute geben sich die Schoggi-Fans im kürzlich errichteten Besucherzentrum CHEZ Camille Bloch in Courtelary gerne ein Stelldichein. In der ursprünglichen Landschaft des Chasserals wird den jungen, aber auch älteren Besuchern ein ebenso sinnlich-kulinarisches wie informatives Erlebnis geboten. Selbstverständlich stehen dabei die Schoko-Klassiker von Chocolats Camille Bloch im Zentrum.

Besucherzentrum CHEZ Camille Bloch

Markt, Export und strategische Ausrichtung

Seit den 1950er Jahren wird Ragusa auch exportiert, der grösste Auslandsmarkt ist Dänemark. Heute ist für Camille Bloch die Zahl der Exportländer weniger wichtig als früher. Das Unternehmen will sich auf einige Schlüsselmärkte konzentrieren, nämlich Deutschland, Frankreich, Skandinavien und Kanada. Dort wolle das Unternehmen die Marke stärken und gezielt in diesen Länder investieren, sagt Regula Gerber-Odermatt, Sprecherin von Camille Bloch, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Heute geniessen Ragusa und Torino Kultstatus in der Schweiz. Seit Generationen kennen und lieben Fans der Schweizer Schokolade unsere Kreationen. Daniel Bloch, Enkel des Gründers, der das Familienunternehmen seit 1997 führt, weiss jedoch, dass es auch bei einer erfolgreichen Traditionsmarke nicht ausreicht, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Deshalb wird die Marke sporadisch durch neue Variationen ergänzt und erweitert.

Produktion und Bedeutung für das Werk

Im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Produktion des berühmten Riegels mit Haselnüssen fast verdoppelt. Im vergangenen Jahr entfiel auf Ragusa allein die Hälfte der 3282 Tonnen Schokolade, die in Courtelary produziert wurden.

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Produktionslinie Ragusa-Riegel

Produktfamilie und Sharing-Formate

2015 lancierte Chocolats Camille Bloch Ragusa For Friends: Die Schachtel mit zwölf Ragusa-Pralinés zu je elf Gramm - Classique, Noir oder Blond - lädt zum Teilen und Verschenken ein. Ragusa For Friends ist zudem als Vierer-Stick in den Geschmacksvarianten Blond und Noir erhältlich.

Entdecke Ragusa So Nuts, das neue Snacking-Format! Ganze geröstete Haselnüsse, umhüllt von leckerer Ragusa-Schokolade. Unsere Mission ist es, für alle Menschen, die so sind, wie sie sind, authentische Schokolade mit Charakter zu kreieren.

Ragusa Produktion und Verkostung

Rolle der Schweiz in der Schokoladengeschichte

Mit ihrem besonders zarten Schmelz, vollmundigem Geschmack und ihrer feinen Textur, gilt die Schweizer Schokolade weltweit als der unerreichbare Maßstab aller Schokoloaden. Kein Wunder also, dass der Pro-Kopf-Konsum von Schokolade in der Schweiz bei ganzen 10 bis 11 Kilogramm pro Jahr liegt. Die Schweizer sind überzeugt von ihrer Schokolade und wir sind es auch.

Auch wenn die Schweiz für Schokolade bekannt ist, ginge die Behauptung, die Schweizer hätten sie erfunden, etwas zu weit. Die Geschichte des Kakaos beginnt vor etwa 5500 Jahren in Südamerika, wo der Ursprung des wildwachsenden Kakaos vermutet wird. Die Maya kultivierten den Kakao sogar gezielt. Sie bauten ihn auf großen Feldern an, entwickelten Bewässerungssysteme und verteilten ihn über Handelsrouten von den Anbaugebieten aus im gesamten Reich der Maya und später bis zu den Azteken ins Mexico des 16. Als Christopher Kolumbus 1492 versehentlich nach Amerika kam, beschrieb er die ihm unbekannte Bohne als «eine Art Mandel».

Technische Innovationen der Schokoladenherstellung

1811 entwickelte der französische Schokoladenhersteller Pelletier den «Mélangeur». Durch dieses Gerät können Kakaomasse und Zucker effizienter vermischt werden, was maßgeblich zur Verfeinerung der Schokolade beitrug. 1828 erfand der Niederländer Coenraad Johannes van Houten in Amsterdam die hydraulische Kakaobutterpresse. So konnte erstmals kostengünstig Kakaobutter aus der Kakaomasse zu gewinnen. 1847 kam die erste feste Tafelschokolade des britischen Unternehmens Fry & Sons auf den Markt. 28 Jahre später revolutionierte der Schweizer Daniel Peter die Herstellung von Milchschokolade, indem er das von Henri Nestlé erfundene Milchpulver zur Herstellung verwendete. Um die Schokolade noch cremiger und zarter zu machen, erfand Rudolf Lindt 1879 in Bern das «Conchieren».

Historische Schokoladenwerkzeuge: Mélangeur und Conche

Personen und Meilensteine

Der Gründer Camille Bloch verstirbt am 8. Dezember in Bern. Rolf Bloch verstirbt am 27. Mai 85-jährig in Bern. Daniel Bloch, CEO der Chocolats Camille Bloch SA, im Gespräch mit deutschen Journalisten an der Berlin Food Week 2016.

  • 1926: Camille Bloch arbeitet an eigenen Rezepten
  • 1929: Firmengründung und Eintragung als AG
  • Umzug nach Courtelary: Herstellung in alter Papierfabrik
  • 1942: Erfindung von Ragusa während Rohstoffknappheit
  • 1948: Lancierung von Torino
  • 1950er: Beginn des Exports
  • 1979: Sonderedition 100-g-Tafel zum 50-Jahr-Jubiläum
  • 2000er: Neue Formate wie Pralinekugeln und Ragusa For Friends

Tabelle: Wichtige Ragusa-Varianten und Formate

Variante / Format Beschreibung
Ragusa Classique Original-Riegel mit Haselnussfüllung und ganzen Haselnüssen
Ragusa Noir Dunkle Schokolade, ca. 60% Kakaoanteil
Ragusa Blond Helle Schokolade mit feinem Caramelgeschmack
Ragusa For Friends Schachtel mit 12 Pralinés zum Teilen, auch als Vierer-Stick
Ragusa So Nuts Snacking-Format: Ganze geröstete Haselnüsse umhüllt von Ragusa-Schokolade

Wir können Lara Gut nur beipflichten: Süss, mit Ecken und Kanten. Wo die Kühe so gute Milch geben, dass man daraus den besten Käse der Welt herstellen kann, da kann man auch die beste Schokolade der Welt herstellen.

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