Geschichte und Herstellung der Schweizer Schokolade Frigor

Die Geschichte der Schweizer Schokoladeindustrie reicht bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurück. 1819 eröffnete François-Louis Cailler in Corsier bei Vevey eine der ersten mechanisierten Schokolade-Manufakturen und begründete so die älteste noch existierende Schokolademarke in der Schweiz. Wahrscheinlich kennen Sie die Schokolade der Marken Cailler, Suchard oder Sprüngli. Diese drei Unternehmen gehören zu den Pionieren der Schweizer Schokoladenproduktion.

Frühe Pioniere und technische Innovationen

Während der industriellen Revolution am Ende des 18. Jahrhunderts wollten die Menschen die Welt entdecken, Neues lernen und experimentieren. In der Schweiz wie auch anderswo suchten die Menschen neue Möglichkeiten, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Wer kein Land besass und nicht in der Landwirtschaft tätig war, musste sich auf andere Weise um ein Einkommen bemühen. Einige versuchten ihr Glück mit Süss- und Backwaren.

1819 eröffnete François-Louis Cailler die erste mechanisierte Schokoladenfabrik in Corsier-sur-Vevey. 1826 eröffnete Philippe Suchard in Serrières bei Neuchâtel eine Schokoladenmanufaktur. Ihm folgten Jacques Foulquier (Vorgänger von Jean-Samuel Favarger) im gleichen Jahr in Genf, Charles-Amédée Kohler 1830 in Lausanne, Rudolf Sprüngli 1845 in Zürich, Aquilino Maestrani 1852 in Luzern (später St. Gallen), Johann Georg Munz 1874 in Flawil, und Jean Tobler 1899 in Bern.

1826 erfand Philippe Suchard den «Mélangeur», eine Maschine zur Vermengung von Zucker und Kakaopulver. 1879 entwickelte Rodolphe Lindt in seiner Berner Schokolade-Manufaktur mit dem “Conchieren” ein Verfahren, mit dem es ihm gelang, die erste Schmelz- oder Fondant-Schokolade der Welt zu produzieren. Die Technik des Conchierens war geboren. Ihren Erfolg verdankt sie der gleichmässigen Vermengung von Kakaobutter, Kakaomasse, Milch und Zucker. Das cremige Ergebnis ist ein ganz besonderes Geschmackserlebnis.

Milchschokolade: die große Entdeckung

1875 gelang Daniel Peter, der zuvor (1867) in Vevey eine Schokoladefabrik eröffnet hatte, die schwierige Verbindung von Schokolade mit Milch, womit er als Erfinder der Milchschokolade gilt. Daniel Peter, der Ehemann von Fanny Cailler, sprüht vor kreativen Ideen. Nach mehreren Jahren in der Kerzenproduktion beginnt er, sich für Schokolade zu interessieren. 1867 gründet er die Firma "Peter-Cailler & Cie" mit einem Ziel: Schokolade für alle zugänglich zu machen. Dann, im Jahr 1875, inspiriert von der Erfindung von Milchpulver seines Nachbarn Henri Nestlé, hat er eine Offenbarung! Er mischt Kakao und Kondensmilch, um einen köstlich süssen Puder zu kreieren. Und so entstand die Milchschokolade!

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Die Zugabe von Milch veränderte einiges. In der Form von Tafeln hatte die Milchschokolade auch jenseits der Landesgrenzen Erfolg. Insbesondere in England mit der Gründung der Firma Peter’s Chocolate im Jahr 1896. Von da an war der Erfolg der Milchschokolade phänomenal, umso mehr als auch die Konkurrenz mit der Herstellung von Milchschokolade begann.

Die Marke Cailler und die Entstehung von Frigor

Die ersten dokumentierten Verkäufe von Cailler-Produkten markieren den Beginn eines köstlichen Erbes in der Geschichte der Schweizer Schokolade, das von François-Louis Cailler initiiert wurde. François-Louis Cailler war der erste, der in der Schweiz die Milchschokolade lancierte. Er war Lebensmittelhändler in Vevey und verkaufte in seinem Geschäft Schokolade. Eines Tages beschloss er, sie selbst herzustellen. Die Produktion von Schokolade wurde zu seiner Hauptbeschäftigung, wahrscheinlich wegen der hohen Nachfrage und weil er die Gelegenheit hatte, sie mit einem Geschäftspartner herzustellen.

1898 der Enkel von François-Louis Cailler, Alexandre-Louis Cailler, eröffnet eine neue Fabrik und startet, ganz einfach, die gross angelegte Produktion von Milch- und Haselnussschokolade - ein wichtiger Schritt in der aufkeimenden Geschichte von Cailler. 1904 Daniel Peter und Charles-Amédée Kohler schliessen sich zusammen, um die Société Générale Suisse de Chocolats Peter et Kohler Réunis zu gründen. 1907 erweitert Cailler sein Schokoladensortiment mit der Einführung von Fémina - einer extra feinen Auswahl an Pralinen.

1911 schliessen sich die Unternehmen Peter (geleitet von Daniel Peter) und Kohler mit Cailler zusammen, um Peter, Cailler, Kohler, Chocolats Suisses S. A. zu gründen. 1923 lanciert Cailler Frigor, eine Kreation des hauseigenen Confiseurs Charles Panchaud. Entwickelt wurde die besonders cremige Milchschokolade 1923 vom Maitre Confiseur Charles Panchaud im Auftrag vom Firmenchef Noel Cailler. Frigor war nach der «Cremor» weltweit die zweite gefüllte Tafelschokolade, aber die älteste, welche seit 1987 noch erhältlich ist. Das heisst, Frigor ist die einzige gefüllte Schokolade, welche seit 100 Jahren produziert wird.

Historische Cailler-Verpackung und Frigor-Tafel

1929 treten Peter, Cailler, Kohler und Chocolats Suisses S.A. der Nestlé-Gruppe bei - ein wichtiger Schritt, der den Weg für eine neue Ära des Schweizer Schokoladenhandwerks ebnet. Auch wenn die Marke inzwischen zu Nestlé gehört, wird die Schokolade immer noch vor Ort hergestellt. 2010 öffnet das Maison Cailler seine Türen und lädt die Besucher ein, mit allen Sinnen in die Welt der Schokolade einzutauchen.

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Herstellung der Cailler Frigor: Zutaten und Verfahren

Die Schokolade von Cailler zeichnet sich durch ihre Verwendung von frischer Schweizer Milch und hochwertigen Zutaten aus. In Kombination mit der Verwendung von Kondensmilch aus der Region Gruyère verleiht dies der Cailler-Schokolade ihren reichen Geschmack und ihre schmelzende Textur. Alexandre-Louis Cailler revolutionierte die Welt der Milchschokolade mit einem neuen Herstellungsverfahren. In Kombination mit der Verwendung von Kondensmilch aus der Region Gruyère verleiht dies der Cailler-Schokolade ihren reichen Geschmack und ihre schmelzende Textur, die zum Träumen einlädt!

Mit der Kraft des Wassers wurden die Mühlsteine zum Zerkleinern des Kakaos sowie die Maschinen, die ihn mit Zucker mischten, angetrieben. Die ersten Schweizer Schokoladen waren nicht wirklich gut, sie waren bitter und sahen aus wie Salz. Damals waren die Menschen kränklich, die Ernährung war schlecht. Die Schokolade war ein sättigendes Produkt, das einem ein wenig Leben einhauchte. Die Zugabe von Milch veränderte einiges und machte die Schokolade milder, schmackhafter und massentauglich.

Die Herstellung moderner Tafelschokolade umfasst das Rösten der Bohnen, das Brechen und Mahlen zu Kakaomasse, das Mischen mit Zucker, Milchbestandteilen und Kakaobutter, das Conchieren zur Texturverfeinerung und anschliessend das Temperieren und Formen. Die Technik des Conchierens verbessert die Textur und den Geschmack der Schokolade, indem sie länger und intensiver gerührt wird, um eine feinere Konsistenz zu erreichen.

Schema der Schokoladenherstellung: Rösten, Mahlen, Conchieren, Temperieren

Besondere Merkmale der Frigor

  • Frigor ist eine gefüllte Tafelschokolade mit besonders cremiger Milchschokolade als Grundlage.
  • Sie wurde 1923 als Kreation des hauseigenen Confiseurs Charles Panchaud lanciert und ist seitdem als Klassiker erhalten.
  • Die Rezeptur verbindet handwerkliche Tradition mit regional verwendeter Milch und einem Herstellungsverfahren, das die typische schmelzende Textur gewährleistet.
  • Die unverwechselbare rote Verpackung und der charakteristische Geschmack machen Frigor zu einem bekannten Produkt in der Schweiz.

Verbreitung, Export und kulturelle Bedeutung

Nach diesen Erfindungen erlebte die Schweizer Schokoladeindustrie ab Ende des 19. Jahrhunderts einen enormen Aufschwung. Nach 1900 wurde die Schokolade zu einem der wichtigsten Exportartikel der Schweiz. Seither trägt die Schweizer Schokolade zum Bild unseres Landes im Ausland bei. Überall auf der Welt wird Schokolade mit der Schweiz in Verbindung gebracht. Sie wird hierzulande seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts hergestellt.

Die Schweiz exportierte verstärkt Schokolade und einzelne Fabriken gründeten Werke im Ausland. In den 1880er-Jahren gründete Suchard eine Fabrik in Deutschland. Dank der multinationalen Ausrichtung konnten sich die Hersteller dem Geschmack der lokalen Kundschaft anpassen und die bisweilen hohen Zölle umgehen. Die Anzahl der Schokoladeproduzenten stieg und die Preise sanken durch automatisierte Herstellungsverfahren, sodass die Schokolade zunehmend mehr Abnehmer fand.

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Die Rolle der Schokolade als Proviant der Armee trug ebenfalls zur Verbreitung bei. Der hohe Nährwert und die gute Transport- und Lagerfähigkeit machten Schokolade zum idealen militärischen Proviant - erst für Schweizer Füsiliere, später auch für Soldaten in ganz Europa.

Exportkiste von Cailler-Milchschokolade, 1900

Marken und symbolische Produkte

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entstanden und festigten sich verschiedene Marken, die die Schweizer Schokoladentradition prägen: Lindt & Sprüngli, Toblerone, Cailler, Frey und weitere. Die Toblerone wurde 1908 von Theodor Tobler erfunden und ist für ihre einzigartige dreieckige Form bekannt. Einzelne Fabriken wurden von grossen Lebensmittelkonzernen aufgekauft, beispielsweise Cailler im Jahr 1929 von Nestlé.

Die Confiserie Sprüngli gilt in der Deutschschweiz als Pionierin. David Sprüngli und sein Sohn Rudolf eröffneten 1836 eine Confiserie in Zürich und begannen 1845 mit der Schokoladenproduktion. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Unternehmen Sprüngli in zwei Bereiche aufgeteilt: die Confiserie Sprüngli und die Schokoladenfabrik Lindt & Sprüngli.

Aktuelle Bedeutung und Produktion

Nicht nur essen Schweizerinnen und Schweizer pro Kopf mehr Schokolade als der Rest der Welt, die Schweiz gehört auch weltweit zu den Ländern mit der höchsten Schokoladenproduktion. Die Schweiz ist weltweit für ihre hochwertige Schokolade bekannt, und ihre Entwicklung ist eng mit Innovation, Tradition und einem besonderen Augenmerk auf Qualität verbunden. 2024 haben die 17 wichtigsten Schokoladenproduzenten mehr als 209’000 Tonnen Schokolade hergestellt, wovon 72% im Ausland verkauft wurde. Zu den grössten Schokoladenherstellern in der Schweiz gehören Cailler, Lindt & Sprüngli und Frey.

Besuch im Maison Cailler: Herstellung und Geschichte der Cailler Schokolade

Tipps zum Genuss und zur Wertschätzung

  1. Lagere Schokolade an einem kühlen, trockenen Ort, ideal zwischen 15 und 18 Grad Celsius.
  2. Lass die Schokolade langsam im Mund schmelzen, um die Aromen vollständig zu entfalten.
  3. Kombiniere verschiedene Sorten mit Getränken: dunkle Schokolade mit Rotwein oder Kaffee, Milchschokolade mit Weisswein oder Tee.
  4. Nutze Schweizer Schokolade in Rezepten, um den Geschmack zu verfeinern, oder besuche Schokoladenfabriken wie die Maison Cailler oder das Lindt Home of Chocolate.

Frigor heute

Die Cailler Frigor ist in ihrer unverwechselbaren roten Verpackung ein Stück Schweizer Schokoladengeschichte. Entwickelt 1923 und seitdem ein Klassiker, verbindet Frigor Handwerkskunst, Tradition und einen charakteristischen, cremigen Geschmack. Also - einfach 'ne Cailler Frigor bestellen und schon geht's los.

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