Ab wann dürfen Babys Schokolade essen — gesundheitliche Risiken und Empfehlungen

Schokolade schmeckt einfach gut. Nur leider zählt sie nicht unbedingt zu den gesündesten Lebensmitteln. Irgendwie hält sich ja hartnäckig der Glaube, vor allem in der Großelterngeneration, dass man Kindern mit Schokolade etwas Gutes tun würde.

Generelle Empfehlung: Wann anfangen?

Experten empfehlen, Schokolade nicht vor dem 2. Zunächst einmal enthält Schokolade sehr viel Zucker. Aus diesem Grund sollte man im ersten Jahr auf die Leckerei verzichten. Das gilt übrigens prinzipiell für Süßigkeiten. Und mal ganz ehrlich: Was die Kleinen nicht kennen, das vermissen sie auch nicht.

Die Ernährungs-Expertin nennt mehrere Gründe, weshalb Kinder nicht früher mit der Schokolade anfangen sollten: Zuckerkonsum: Aufgrund des hohen Zuckergehaltes besteht bei dem Verzehr von Süßigkeiten wie Schokolade ein erhöhtes Kariesrisiko. Im Sinne der Zahngesundheit sollte deshalb vor dem ersten Lebensjahr keine Schokolade verzehrt werden und auch danach nur in moderaten Mengen.

Kinder sollten frühestens ab dem ersten Geburtstag Schokolade in kleinen Mengen probieren. Kleinkinder zwischen ein und drei Jahren sollten laut DGE höchstens einmal pro Woche eine kleine Menge an Süßigkeiten (dazu gehört auch Schokolade) essen. Auch größere Kinder sollten Süßes nur in Maßen und maximal zwei- bis dreimal pro Woche essen.

Weshalb Schokolade erst später?

  • Freier, also industriell verarbeiteter und zugesetzter Zucker, ist für Menschen nicht gesund und sollte vor allem in der Ernährung von Babys und Kleinkindern vermieden werden.
  • Ein weiterer Grund, warum Schokolade für Kleinkinder nicht uneingeschränkt empfohlen wird, ist das enthaltene Theobromin. Theobromin ist chemisch dem Koffein ähnlich, aber seine Wirkungen auf den menschlichen Körper sind weniger stark als die des Koffeins.
  • Auch eventuell enthaltene künstliche Zusatzstoffe, gesättigte Fettsäuren (oder sogar Transfette), sowie ein hoher Kaloriengehalt bei wenig Nährstoffen machen Schokolade für 2-jährige nicht unbedingt zur idealen Wahl.
  • Verdauung: Erst ab dem ersten Geburtstag haben die meisten Kinder eine ausreichende Verdauungsfähigkeit. Auch daraus resultiert die Empfehlung, Schokolade erst dann zu geben.
  • Schokolade kann potenzielle Allergene enthalten.

Wirkung von Theobromin und Koffein

Theobromin hat einen stimulierenden Effekt, wie eine leichte Zunahme der Wachsamkeit und die Fähigkeit, die Stimmung zu heben, aber es ist vor allem für seine milderen Effekte im Vergleich zu Koffein bekannt. Echte Schokolade (ohne zugesetzten Zucker) ist gar nicht mal ungesund, enthält aber (eine geringe Menge) Koffein.

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Unterschiede zwischen Schokoladensorten

Im Hinblick auf die unterschiedliche Zusammensetzung der Schokolade je nach "Farbe" gibt Ernährungs-Expertin Macomo folgende Hinweise: Weiße Schokolade enthält in der Regel den höchsten Zuckergehalt, da sie hauptsächlich aus Zucker, Milchpulver und Kakaobutter besteht. Braune Schokolade (Vollmilchschokolade) enthält ebenfalls Zucker, jedoch in etwas geringeren Mengen als weiße Schokolade. Dunkle Schokolade (Zartbitterschokolade) enthält im Vergleich weniger Zucker, vor allem wenn sie einen höheren Kakaoanteil hat.

Da in dieser Art von Schokolade keine Süßungsmittel enthalten sind, bietet sie einen sehr intensiven, reinen Kakaogeschmack, der von manchen als zu bitter empfunden werden kann. Die Zusammensetzung von 100% Schokolade ist also relativ einfach und kommt dem natürlichen Zustand der Kakaobohne sehr nahe. In dieser Form ist Schokolade sogar gesund, da sie reich an Antioxidantien, Mineralien und Flavonoiden ist, die zur Herzgesundheit beitragen und entzündungshemmende Eigenschaften haben können.

Vergleich weiße Vollmilch- und dunkle Schokolade (Infografik)

Zuckeralternativen und ihre Fallen

Es gibt darum immer mehr „zuckerfreie“ Schokoladen, die stattdessen mit Xylit, Dattelsüße oder Süßstoffen gesüßt sind. Während manche Zuckerersatzstoffe durchaus besser sind als Zucker, sind andere ebenso ungesund (z.B. Sirup) oder sogar noch schlimmer (z.B. ...). Achtet nur darauf, dass eure Kids die Beikostreifezeichen zeigen. Vorher sollte man sowieso nicht damit beginnen, richtige Nahrung zu füttern.

Portionsgrößen und praktische Richtwerte

Bei den Empfehlungen gibt es keine genauen Gramm-Angaben, was damit zusammenhängt, dass es sehr individuell ist und von weiteren Faktoren abhängt. Anhaltspunkte für gängige Portionsgrößen für Schokolade: Tafelschokolade: Eine typische Portionsgröße für eine Tafelschokolade liegt bei etwa 25 bis 30 Gramm. In der Regel sind das zwei bis drei Quadrate oder Rechtecke. Schokoriegel: Bei Schokoriegeln kann die Portionsgröße je nach Marke, Größe und Zutaten des Riegels variieren. Normalerweise wiegt ein Schokoriegel etwa 20 bis 50 Gramm. Pralinen oder Schokoladentrüffel: Pralinen (für Kinder natürlich alkoholfrei!) oder Schokoladentrüffel sind in der Regel kleiner und wiegen oft etwa zehn bis 15 Gramm pro Stück.

Versteckter Zucker - worauf achten?

Ein bisschen Zucker ist kein Problem. Allerdings ist es ratsam, darauf zu achten, dass man es nicht übertreibt. Dementsprechend lohnt es sich, herauszufinden, in welchen Lebensmitteln sich Zucker eigentlich versteckt. So stellte die WHO in zwei Studien im letzten Jahr fest, dass ein hoher Anteil an Babynahrungsprodukten einen zu hohen Zuckeranteil aufwies. Getestet wurden 8000 Produkte.

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Lassen Sie sich auch von dem Aufdruck „ohne Zuckerzusatz“ nicht in die Irre leiten, warnt die Stiftung Kindergesundheit. Immer, wenn Sie in der Zutatenliste Worte mit der Endung „-ose“ lesen, ist Zucker drin. Auch hinter den Namen Saccharose, Lactose, Glucose, Maltose, Dextrose und Fructose verbirgt sich Zucker. Und wenn ein Lebensmittel mit Saftkonzentraten aus Trauben und Obst oder mit Produkten aus der Stärkeverzuckerung (z. B. mit Maltodextrin) oder mit Honig gesüsst ist, hat es praktisch den gleichen Gesamtzuckergehalt wie entsprechende Lebensmittel mit Fabrikzucker.

Alternativen zur Schokolade

Der süße Geschmack ist eurem Baby nicht unbekannt. Das hängt damit zusammen, dass sowohl das Fruchtwasser als auch die Muttermilch leicht süßlich schmecken. Wenn es mit der Beikost losgehen kann und ihr euren Kids eine süße Freude bereiten wollt, dann greift einfach zu Obst und leckeren Früchten. Hier bieten sich beispielsweise die Honigmelone, Blaubeeren, Erdbeeren oder Datteln an. Wer auch keinen Fruchtzucker in der Ernährung des Babys wünscht, der reicht dem Nachwuchs Hirsebällchen oder Reiswaffeln.

Frisches Obst als gesunde Alternative zu Schokolade (Foto)

Ernährungsregeln im Alltag - Umgang mit Süßigkeiten

Die Stiftung Kindergesundheit plädiert dafür, in den Familien von Anfang an feste Regeln im Umgang mit Süssigkeiten aufzustellen und so dem Kind zu helfen, sein eigenes Mass zu finden. Verbote sind oft kontraproduktiv. Verbote führen oftmals zu mehr Verlangen und können langfristig das gesunde Essverhalten stören.

  1. Benutzen Sie Süssigkeiten niemals als Belohnung, Druckmittel oder Strafe.
  2. Süssigkeiten werden nach Möglichkeit nur einmal am Tag, zu den Mahlzeiten gegessen. Anschliessend werden die Zähne geputzt.
  3. Erklären Sie ihrem Kind so früh wie möglich, dass süsse Sachen nicht gut für die Zähne sind.
  4. Nach dem abendlichen Zähneputzen darf nichts mehr gegessen werden.
  5. Legen Sie keine süssen Vorräte an: Was nicht im Haus ist, kann auch nicht gegessen werden.
  6. Halten Sie sich selbst an die Regeln - wer ständig nascht, kann kein Vorbild sein.
  7. Auch Grosseltern und Verwandte und Bekannte sollten die häuslichen Regeln zum Umgang mit Süssigkeiten kennen.

Risiken von zu viel Zucker

Der Zusammenhang zwischen dem stark gestiegenen Zuckerverzehr und der bedrohlichen Zunahme von Übergewicht und Fettsucht bei Kindern und Jugendlichen lässt sich nicht ignorieren. Es ist deshalb sehr wichtig, den Kindern das Masshalten beim Süssigkeiten-Konsum nahezubringen. Zu viel Zucker erhöht das Risiko für Übergewicht. In Deutschland sind heute schon 15 Prozent der 3- bis 17-Jährigen übergewichtig und über 6 Prozent fettsüchtig, hat der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) ergeben. Dicke Kinder laufen später Gefahr, an Zivilisationskrankheiten wie hohem Blutdruck, Herz- und Kreislaufleiden, Gicht oder Diabetes zu erkranken. Und Zucker schadet auch den Zähnen.

Besondere Vorsicht gilt bei mit Zucker gesüssten Getränken und süssen Fruchtsäften. Viele Studien belegen einen engen Zusammenhang zwischen ihrem regelmässigen Konsum und der weltweiten Zunahme des Übergewichts. Amerikanische Kinder trinken heute doppelt soviel Softdrinks wie vor 30 Jahren - der Anteil der Übergewichtigen oder Fettsüchtigen ist dort mittlerweile auf 70 Prozent gestiegen.

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Kurzvideo: Zuckerfallen in Babynahrung erkennen

Praktische Alltagstipps

  • Wenn Du Deinem Kind irgendwann Schokolade geben willst, fang mit möglichst „gesunder“ Schokolade an.
  • Probieren finde ich ok, wenn das Kind mag. Aber wenn nicht, würde ich es nicht aufdrängen.
  • Etiketten genau prüfen, um Produkte mit zu viel Fett oder Zucker zu vermeiden.
  • Industriell hergestellte Babynahrung sollte jedoch nicht von vornherein verteufelt werden. Natürlich gibt es auch unbedenkliche Produkte. Wenn ihr ganz sicher gehen wollt, dann ist es ratsam, so viel wie möglich, selbst zu kochen.

Richtwerte für den Konsum nach Alter (Übersicht)

Alter Empfehlung
0-11 Monate Keine Schokolade, Süßigkeiten vermeiden
1-3 Jahre Kleinstmengen, höchstens einmal pro Woche
4-6 Jahre Höchstens zwei- bis dreimal pro Woche in kleinen Mengen
7-10 Jahre Moderater Konsum, ebenfalls höchstens zwei- bis dreimal pro Woche

Hat dein Baby mit 8 Monaten Schokolade gegessen, wird erst einmal sicherlich nichts Schlimmes passieren. Wenn ihr euren Kids eine süße Freude bereiten wollt, dann greift einfach zu Obst und leckeren Früchten. Babys können wunderbar auf Schokolade verzichten. Was man nicht kennt, vermisst man schließlich auch nicht.

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