Schwarzkümmelöl: Wirkung auf Blutzuckerspiegel und Diabetes
Es ist das Öl, das aus den Samen des Echten Schwarzkümmels gewonnen wird, der Name der Pflanzenfamilie ist "Nigella sativa". Der Echte Schwarzkümmel stammt ursprünglich aus Asien, aber auch bei uns kann man ihn anbauen. Als Gewürz kennt man die kleinen Samenkörner des Schwarzkümmels von Fladenbroten oder von orientalischen Gerichten. Im Orient ist Schwarzkümmelöl seit Jahrtausenden ein traditionelles Heilmittel, das das Immunsystem stärken soll und gegen Verdauungsbeschwerden eingesetzt wird.
Zusammensetzung und Wirkstoffe
Fakt ist, dass Schwarzkümmelöl einen hohen Gehalt an gesunden, ungesättigten Fettsäuren enthält. Außerdem eine große Menge an verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen, wie Saponinen, Gerbstoffen und ätherischen Ölen, allen voran das Thymoquinon, das antibakteriell und keimtötend wirkt. Allen voran ist es der Wirkstoff Thymoquinon, dessen antibakterielle und nachgewiesen entzündungshemmende Wirkung hier seine Kraft entfaltet. "Nicht zu unterschätzen ist bei der weltweit zunehmenden Resistenzentwicklung die potente antibakterielle und antiparasitäre Wirkung des Schwarzkümmel-Wirkstoffs", schreibt Prof. Dr. Sigrun Chrubasik-Hausmann in einem Studien-Überblick.
Studienlage zu Diabetes und Blutzucker
Schwarzkümmelöl scheint sich positiv regulierend auf den Blutzuckerspiegel auszuwirken. Am besten untersucht ist der Schwarzkümmel bei Diabetes mellitus, Hypertonie und Hyperlipidämie. Aus einem systematischen Review mit Metaanalyse aus 7 Studien nahmen unter der Zufuhr von Zubereitungen aus dem Schwarzkümmel der mittlere Nüchtern-Blutzucker um 18 mg/dl und das glykierte Hämoglobin (HbA1c) um etwa 1 % (absolut) ab. Das Gesamtcholesterin hatte um 23 mg/dl und das LDL-Cholesterin um 22 mg/dl abgenommen.
In einer Studie mit 114 Versuchspersonen mit Diabetes Typ 2 aus dem Jahr 2015 erhielt die Hälfte über ein Jahr hinweg täglich 2 Gramm Schwarzkümmelöl in Tablettenform, die Kontrollgruppe erhielt einen Placebo. Unter der Einnahme von 2 g/d Samenpulver über ein Jahr nahmen auch die erhöhte Insulinresistenz und die Thiobarbitursäure-reaktiven Substanzen im Serum ab. Die Beta-Zellfunktion, die totale antioxidative Kapazität, die Superoxid-Dismutase und das Glutathion stiegen an und die Herzfunktion besserte sich, gemessen an echokardiographischen Parametern.
In zusammenführenden Studien senkte Schwarzkümmel das Gewicht, den erhöhten Nüchtern-Blutzucker und das glykierte Hämoglobin (HbA1c) und erhöhte die Ansprechbarkeit auf Insulin. Die Blutfette und der Blutdruck nahmen ab. Schwarzkümmel-Öl zeigte positive Auswirkungen auf die glykämische Kontrolle, das Serumlipidprofil, den Blutdruck und das Körpergewicht bei den Probanden mit Typ-2-Diabetes, ist das Fazit der Studienautor*innen.
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Metaanalysen und systematische Reviews
Gemäß einem systematischen Review mit Metaanalyse aus 7 Studien zeigte die Auswertung positive Effekte auf Nüchternblutzucker, HbA1c und Lipidwerte. Eine frühere Metaanalyse errechnete eine Abnahme der gewichteten mittleren Differenz des Gesamtcholesterins um 16 mg/dl, des LDL-Cholesterins um 14 mg/dl und der Triglyzeride um 21 mg/dl. Eine Studie über ein Jahr bestätigte die lipidsenkende Wirkung bei Typ-2-Diabetikern unter oraler Therapie mit Hypoglykämika.
Mechanismen: Wie könnte Schwarzkümmelöl wirken?
Die gefundenen Unterschiede zwischen den Gewürzen und Kräutern deuten darauf hin, dass ihre spezifischen bioaktiven Inhaltsstoffe die Blutzuckerkontrolle über unterschiedliche Mechanismen beeinflussen könnten. Thymoquinon entfaltet antioxidative, entzündungshemmende und antibakterielle Wirkungen. Durch antioxidative Effekte könnten Beta-Zellen geschützt und Insulinwirkung verbessert werden. In Tier- und In-vitro-Studien wurden zudem Interaktionen mit Enzymen des Stoffwechsels und Signalwegen beschrieben.
Vergleich mit anderen Gewürzen in der mediterranen Diät
Spanische Forscher wählten aromatische Kräuter und Gewürze der MedDiät aus und fanden, dass Schwarzkümmel, Zimt, Ingwer, Kurkuma und Safran den Nüchternblutzucker von Personen mit Typ-2-Diabetes senken konnten. Die stärkste Wirkung zeigte Schwarzkümmel, gefolgt von Zimt und Ingwer. Lediglich Schwarzkümmel und Ingwer konnten den Langzeitzuckerwert HbA1c erniedrigen, was auf eine anhaltende Wirkung hindeutet. Zimt und Ingwer senkten den Insulinspiegel; dem liegt vermutlich eine Verbesserung der Insulinsensitivität zugrunde.
Klinische Anwendungsaspekte und Dosierung
Die Tagesdosis beträgt bis zu 3 g Samen oder Samenöl. Aus den klinischen Studien ergibt sich eine Tagesdosis von bis zu 3 Gramm Schwarzkümmel-Samen oder -Samenöl. Aus 10 Studien errechnete sich nach täglicher Zufuhr von bis zu 2 g Samenpulver bzw. 5 ml Schwarzkümmel-Samenöl über bis zu 13 Wochen eine mittlere gewichtete Gewichtsabnahme von 1,8 kg. Der BMI nahm um 0,85 kg/m2 (11 Studien) ab.
Einen Teelöffel Öl pro Tag kann man unterstützend einnehmen - am besten aber nicht auf nüchternen Magen. Allerdings wird empfohlen, es nicht auf nüchternen Magen einzunehmen, da das ätherische Öl den Magen reizen kann. Bei Patienten mit diabetischer Nephropathie im Stadium 3 bzw. 4 kam es unter Zufuhr von 2,5 ml/d Schwarzkümmel-Öl zum Abfall von Blutzucker, Harnstoff, Kreatinin und Eiweißausscheidung im 24-Stunden-Urin sowie zu einem Anstieg der glomerulären Filtrationsrate und des Urinvolumens.
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Formen und Einkaufshinweise
Wer Schwarzkümmelöl kaufen möchte, sollte darauf achten, dass es kaltgepresst ist. "Dass ein Pflanzenöl 'kaltgepresst' ist, erkennt man nur daran, dass es auch auf der Flasche steht. Fehlt der Hinweis, kann man davon ausgehen, dass das Öl erhitzt worden ist." Schwarzkümmelöl ist als kaltgepresste Variante teuer. Schwarzkümmelöl ist sehr empfindlich. Es hält sich maximal drei Monate, sagt Daniela Krehl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale Bayern.
Das Öl hat einen ganz eigenen, intensiven Geschmack. Es schmeckt wie die Samen der Pflanze, leicht scharf, bitter und pfeffrig. Es eignet sich vor allem für die kalte Küche. Auch die Schwarzkümmelsamen sollte man nicht anrösten, sondern kalt über Salate oder Suppen geben.
Sicherheit, Nebenwirkungen und Interaktionen
Schwarzkümmelöl ist sehr gut verträglich, hat jedoch einen intensiven Eigengeschmack. Nebenwirkungen? Schwarzkümmelöl hat kaum Nebenwirkungen und ist in der Regel sehr gut verträglich. In den Studien wurde nur gelegentlich über Juckreiz, Übelkeit oder abdominelle Beschwerden berichtet. In einer Studie kam es zu einem geringen Abfall des Blutzuckers, der nicht zum Therapieabbruch führte. Selten ist das Auftreten allergischer Hautreaktionen bis hin zu toxischen Hautnekrosen. Bei lokaler Anwendung kann eine Kontaktallergie auftreten.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht ausreichend untersucht. Der Schwarzkümmel-Wirkstoff hemmte in einer humanpharmakologischen Untersuchung die Aktivitäten der Cytochrom-Untereinheiten CYP2D6 und CYP3A4. Experimentell sind Interaktionen mit Glibenclamid, Tolbutamid, Theophyllin, Sildenafil und Ciclosporin beschrieben. Um einen sicheren Einsatz von Zubereitungen aus dem Schwarzkümmel zu gewährleisten, sollten humanpharmakologische Studien mögliche Interaktionen mit Medikamenten prüfen.
Es liegen Kasuistiken vor: Bei einer Diabetikerin trat nach Einnahme von 2-2,5 g Schwarzkümmel pro Tag zusätzlich zu ihrer Medikation ein akutes Nierenversagen auf. Bei einer Patientin im Koma fanden sich im MRI Veränderungen der grauen Substanz, die auf die Einnahme eines Schwarzkümmel-Präparats zurückgeführt wurden. Daher ist Vorsicht bei gleichzeitiger Medikation und bei bestehenden Vorerkrankungen geboten.
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Weitere klinische Befunde und Indikationen
Vielversprechend sind die Ergebnisse der Studien bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, Hashimoto-Thyreoiditis und Vitiligo, die Wirksamkeit bei Autoimmunerkrankungen demonstrieren. Studien bei Patienten mit Asthma bronchiale, Heuschnupfen und atopischem Ekzem weisen auf eine antiasthmatische und antiallergische Wirkung des Schwarzkümmel-Wirkstoffs hin. Durch die antibakterielle Wirkung lassen sich Antibiotika einsparen.
Bei Patienten mit diabetischer Nephropathie, nicht-alkoholbedingter Fettlebererkrankung und anderen Organerkrankungen zeigten einzelne Studien positive Effekte. Die Studienlage bei Nierensteinen, Organerkrankungen und toxischer Organschädigung, Arthrose, Kindern mit epileptischen Anfällen, Dyspepsie, klimakterischen Beschwerden, rezidivierender Mastalgie und neurodegenerativen Erkrankungen ist jedoch unzureichend.
Praktische Empfehlungen
- Qualität: Achten Sie beim Kauf auf kaltgepresstes Schwarzkümmelöl.
- Dosis: Klinische Studien arbeiteten mit bis zu 3 g/Tag Samen oder Samenöl; viele positive Effekte wurden bei 2 g/Tag beobachtet.
- Anwendung: Am besten in der kalten Küche verwenden und nicht auf nüchternen Magen einnehmen.
- Vorsicht: Bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten oder bei Nieren- oder Lebererkrankungen ärztlichen Rat einholen.
- Tierische Verwendung: Viele Hundebesitzer berichten von positiven Effekten, Katzen vertragen Schwarzkümmelöl dagegen überhaupt nicht.
Offene Fragen und Forschungsbedarf
Einige Studien, die diese Zusammenhänge untersucht haben, sind lediglich mit einer kleinen Zahl an Versuchspersonen über einen kurzen Zeitraum durchgeführt worden. Jetzt müssen Studien mit einem beweisenden Studiendesign die Wirkgrößen bei Typ-2-Diabetes, Hyperlipidämie und Bluthochdruck bestätigen und prüfen, ob Zubereitungen aus Schwarzkümmel das kardiovaskuläre Risiko senken. Dosis-Findungsstudien sollten für alle Indikationen die exakte Dosierung für das Samenpulver bzw. -öl ermitteln und auch für Extrakte.
| Parameter | Beobachteter Effekt (Auswahl) |
|---|---|
| Nüchternblutzucker | Abnahme um bis zu ~18 mg/dl (Metaanalyse) |
| HbA1c | Abnahme um etwa 1 % (absolute Werte, Metaanalyse) |
| Gesamtcholesterin / LDL | Abnahme um ca. 16-23 mg/dl / 14-22 mg/dl (verschiedene Studien) |
| Gewicht / BMI | Mittlere Gewichtsabnahme ~1,8 kg; BMI-Abnahme ~0,85 kg/m2 |
| Blutdruck | Leichter Abfall (ca. 3 mmHg in Metaanalyse), aber nicht konsistent bestätigt |
Die Verträglichkeit ist gut, doch sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nicht ausreichend untersucht. Studien mit standardisiertem Design, größerer Teilnehmerzahl und längerer Laufzeit sind erforderlich, um Wirksamkeit, optimale Dosierung und Sicherheit eindeutig zu klären.
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