Schwangerschaftstest mit Hausmitteln: Wirksamkeit des Zucker-Tests und andere DIY-Methoden
Die Unsicherheit nach dem Verdacht einer Schwangerschaft veranlasst viele, nicht nur auf den klassischen Schwangerschaftstest aus der Apotheke zurückzugreifen, sondern auch auf scheinbar praktische Alternativen aus dem Internet. Besonders populär ist dabei der sogenannte Zucker-Schangerschaftstest, dessen Wirksamkeit aktuell immer häufiger hinterfragt wird.
Wie funktioniert der Zucker-Schwangerschaftstest?
Im Wesentlichen erfordert der Zucker-Schwangerschaftstest, dass Sie Ihren Urin mit Zucker mischen, und wenn sich die Mischung zusammenklebt, sind Sie schwanger. Mischt man Zucker mit Urin und dieser löst sich nicht auf, soll das angeblich ebenfalls auf eine Schwangerschaft hindeuten. Für die erste Variante mischt man zwei Teelöffel Zucker mit vier Esslöffeln Urin und wartet ca. eine halbe Stunde. Bei Variante Nummer zwei werden jeweils ein Esslöffel Urin und Zucker vermischt.
Die Theorie, die dem Test zugrunde liegt, besagt, dass das Hormon humanes Choriongonadotropin (HCG) irgendwie das Auflösen des Zuckers erschwert, sagt Gynäkologin Heather Levin.
Wissenschaftliche Daten zur Wirksamkeit des Zucker-Tests
Das Problem ist, dass es keine wissenschaftlichen Daten gibt, die diese Behauptungen stützen. Der Do-it-yourself-Schwangerschaftstest ist ein Mythos, der im Internet verbreitet wird, sagt Dr. Davidov. Offen gesagt gibt es keinerlei wissenschaftliche Daten, die diese Tests bestätigen. Nochmals, es gibt keine Studien, die bestätigen, dass diese Tests nützlich oder genau sind.
Dr. Jordan stimmt dem zu: „Er basiert nicht auf wissenschaftlichen Daten, und Zucker kann tatsächlich das Hormon humanes Choriongonadotropin (HCG) nicht nachweisen“, erklärt sie. Selbst gemachte Schwangerschaftstests sind vielleicht eine nette Idee oder ein kleiner Spaß, leider kann das Ergebnis aber durch viele Faktoren beeinflusst werden. Oftmals ist es sogar so, dass durch das Testen mit Hausmitteln eine große Verunsicherung entstehen kann.
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Andere DIY-Schwangerschaftstests und ihre Wirksamkeit
- Zahnpasta: Man soll dazu seinen Urin auffangen in einem Glas, einen Klecks weiße Zahnpasta nehmen und das Ganze verrühren. Schäumt die Mischung auf, soll das heißen: „Herzlichen Glückwunsch! Du bist schwanger.“ Die Zahnpasta schäumt wirklich auf. Aber liegt das tatsächlich am Schwangerschaftshormon hCG? Eher nicht. Die Zahncreme sprudelt, weil die Säure im Urin mit dem Calciumcarbonat in der Pasta reagiert, um Kohlendioxid freizusetzen. Ob der Urin sauer ist oder nicht, hängt dabei nicht mit dem hCG-Wert zusammen, sondern damit, was wir essen.
- Backpulver/Natron: Dafür einfach Urin in einem Becher sammeln und Backpulver bzw. Natron dazugeben. Wenn es schäumt, soll das ein Anzeichen für die Schwangerschaft sein. Der gleiche Test soll auch dabei helfen, das Geschlecht des Babys herauszufinden.
- Salz: Einen Teelöffel davon sollst du laut Anleitung in ein Gefäß geben und deinen Morgenurin darüber gießen. Wie beim Zucker wird auch hier gesagt: Bilden sich Klumpen, bist du schwanger. Allerdings verändert Salz automatisch seine Konsistenz, wenn es mit Flüssigkeiten in Kontakt kommt. Und auch andere Faktoren können zu einer Klumpenbildung führen.
- Essig/Thunfisch: Dafür soll man etwas Essig mit dem Sud von Dosenthunfisch vermischen. Rührt man Urin unter und das Gemisch verfärbt sich grün, dann ist man angeblich schwanger. Auch hier: totaler Quatsch.
| Testmethode | Begründung der DIY-Tester | Tatsächliche Wirkung |
|---|---|---|
| Zucker | Zucker löst sich bei Schwangerschaft nicht auf. | Keine wissenschaftliche Grundlage. |
| Zahnpasta | Schäumt bei Schwangerschaft. | Reaktion auf Säure im Urin, nicht HCG. |
| Backpulver/Natron | Schäumt bei Schwangerschaft oder bestimmt Geschlecht. | Kein Zusammenhang mit HCG oder Schwangerschaft. |
| Salz | Bilden sich Klumpen - schwanger. | Klumpenbildung durch Salz selbst, keine HCG-Wirkung. |
| Essig/Thunfisch | Verfärbung bei Schwangerschaft. | Keine wissenschaftliche Grundlage. |
Historische Methoden: Kurioses und wissenschaftlicher Fortschritt
Das mit dem Urin vermuteten bereits die alten Ägypter. Weizen und Gerste werden mit einem Stück Stoff umwickelt, auf das die Frau jeden Tag urinieren soll. Sodann wird das Ganze mit Datteln und Sand vermengt. Die Frau ist schwanger, wenn beide Getreide keimen. Wenn die Gerste wächst, ist es ein Knabe, wenn der Weizen wächst, ist es ein Mädchen.
Zwiebel, Knoblauch und Vogelgesang: Laut dem berühmten griechischen Arzt Hippokrates sollte sich die Frau eine Zwiebel in die Vagina einführen und über Nacht darin lassen. Falls ihr Atem am nächsten Morgen nach dem Gemüse riechen würde, wäre sie nicht schwanger. Bis ins 18. Jahrhundert fand diese Methode zum Beispiel in Frankreich Verbreitung, allerdings bediente man sich dort einer Knoblauchzehe.
Im 16. Jahrhundert glaubte der Mediziner Jacques Guillemeau aus Orléans, dass sich eine Schwangerschaft an den Augen ablesen lässt. Mit der Zeit setzte sich die seriöse Wissenschaft durch.
In den 1920er-Jahren entdeckten die deutschen Gynäkologen Selmar Aschheim und Bernhard Zondek sowie ihr Berufskollege Ernst Philipp das humane Choriongonadotropin (hCG). Dieses Hormon bildet sich in der Plazenta und lässt sich nur während der Schwangerschaft nachweisen und das noch vor dem ersten Ausbleiben der Monatsblutung. In den 30er-Jahren entdeckte man, dass sich der Afrikanische Krallenfrosch als lebendiger Schwangerschaftstest nutzen lässt. Ein männlicher Frosch erhielt Urin oder Blut der möglicherweise Schwangeren unter die Haut gespritzt. Bildete der Frosch unter dem Einfluss des im Testurin enthaltenen Schwangerschaftshormons hCG Samenzellen, galt der Test als positiv.
Moderne Schwangerschaftstests: HCG-Nachweis und Zuverlässigkeit
Heutzutage gelten Heimschwangerschaftstests - selbst „günstige“ - als unglaublich genau bei der Bestimmung einer Schwangerschaft. Heimschwangerschaftstests messen den HCG-Spiegel in Ihrem Urin. HCG wird etwa sechs Tage nach der Befruchtung des Eies ausgeschieden, sagt Dr. Jordan. Ein Test aus der Apotheke, eine Portion Urin und etwas Geduld: Mehr benötigt Frau heute nicht, um zu wissen, ob sie ein Kind erwartet oder nicht. Das Ergebnis lässt sich bei heutigen Tests einfach ablesen. Verfärbt sich der Streifen im Testfenster, ist die Frau schwanger.
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Wer sich unsicher fühlt, fragt seinen Apotheker. Ein Bluttest kann auch schon ab der ausbleibenden Periode nachweisen, ob sich eine Eizelle eingenistet hat. Der nächste Schritt, um eine Schwangerschaft definitiv festzustellen, ist dann der erste Ultraschall.
Wenn du wissen möchtest, ob du wirklich schwanger bist: Nein! In diesem Fall ist ein Schwangerschaftstest zum Selbermachen keine gute Idee.
Im Zweifel gilt immer: Fragt euren Gynäkologen oder eure Gynäkologin so früh wie möglich um Rat und verlasst euch auf die ärztliche Beratung. Sie können definitiv feststellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt und euch Hinweise zur Konfliktberatung geben, falls ihr ungewollt schwanger seid und nicht wisst, ob ihr das Baby behalten könnt oder möchtet.
Zucker und Schwangerschaft: Ernährung und Alternativen
Süß ist das Leben; noch süßer, wenn ein Baby kommt. Aber in der Schwangerschaft herrscht oft große Unsicherheit, ob natürliche Süßungsmittel wie Honig oder Ahornsirup erlaubt sind, Zucker okay ist und wie es um Alternativen steht. Honig hat als natürliches Lebensmittel bei den meisten Menschen ein besseres Image als herkömmlicher Zucker aus Zuckerrohr oder Zuckerrübe. Honig besteht aus über hundert verschiedenen Inhaltsstoffen, darunter zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe.
Ahornsirup gilt als weitere Alternative und ist für Menschen, die sich vegan ernähren, bevorzugte Wahl gegenüber Honig. Für dein Baby ist er aber im ersten Lebensjahr - wie Honig auch - tabu. Agavendicksaft ist besonders in der veganen Küche beliebt. Das Risiko von enthaltenen Bakterien ist durch das Herstellungsverfahren geringer, aber je nach Art auch nicht ganz ausgeschlossen.
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Dattelsirup enthält viele Vitamine und entzündungshemmende Antioxidantien. Anders als Honig enthält Reissirup nahezu keine Vitamine oder Mineralstoffe. Allerdings treibt Reissirup mit seiner enormen Süßkraft den Blutzuckerspiegel rasant in die Höhe - über 30 Prozent stärker als herkömmlicher Haushaltszucker.
Du kannst deinen Körper und deinen Gaumen auf naturbelassene Lebensmittel trainieren und entdeckst so die feinen Geschmacksunterschiede neu. Außerdem bleiben dann auch die regelmäßigen Attacken eines „süßen Zahns“, d. h. Das Gleiche gilt natürlich für dein Kind. Versuche, es so lang wie möglich von den Verlockungen der Süßungsmittel fernzuhalten und gib so seinem eigenen Geschmack eine Chance, sich breit zu entwickeln.
Fazit zur Wirksamkeit vom Zucker-Schwangerschaftstest
Selbst „Do-it-yourself“-Methoden wie der Zucker-Schwangerschaftstest sind zwar immer wieder populär in sozialen Netzwerken, doch sie liefern keine zuverlässigen Ergebnisse. Nur die modernen Tests, die das Schwangerschaftshormon HCG nachweisen, sind wissenschaftlich geprüft und sicher. Wenn du glaubst, schwanger zu sein, solltest du einen Heimschwangerschaftstest kaufen oder dich direkt an deinen Arzt wenden.
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