Der Schuh des Manitu: Ein Kultfilm kehrt zurück – und was Schokolade damit zu tun hat
Nach fast einem Vierteljahrhundert setzt Michael „Bully“ Herbig den Kinohit „Der Schuh des Manitu“ mit „Das Kanu des Manitu“ fort, der 2025 in die Kinos kommen soll. Die Produktionsfirma Constantin Film gab dies in München bekannt und teilte mit, dass Michael Herbig wieder im Regiestuhl Platz nehmen wird. RTL ist erstmals bei einer Kinoproduktion von Bully mit an Bord. Die Dreharbeiten für die Fortsetzung „Das Kanu des Manitu“ sollen noch in diesem Jahr stattfinden. Details zur Besetzung sollen in den kommenden Monaten folgen.
Die Entstehung eines Kults
Im Jahr 2000 drehte Herbig den Kinofilm „Der Schuh des Manitu“ als Parodie auf die Winnetou-Filme der 1960er Jahre, basierend auf Sketchen der ProSieben-Comedyshow „Bullyparade“. Die Komödie kam im Sommer 2001 ins Kino und zog mit fast 12 Millionen Besuchern eines der erfolgreichsten deutschen Kinofilme überhaupt an.
Vor einigen Jahren hatte Herbig noch nichts von einer Fortsetzung gehalten. „Ich habe seit Jahren ein Exposé für einen zweiten Teil in der Schublade, aber wir fassen es einfach nicht an“, sagte Herbig im Jahr 2019. „Das Publikum ist sehr wählerisch. Am Ende wollen sie meist genau dasselbe noch mal, aber anders.“ Ein Jahr zuvor, im Jahr 2018, hatte er zudem angekündigt, keine Komödien mehr drehen zu wollen. Nun hat er seine Meinung geändert.
Inhaltliche Eckpunkte des Originals
Der Film spielt im Wilden Westen des 18. Jahrhunderts. Der Apachen-Häuptling Abahachi und sein Blutsbruder Ranger sind für Frieden und Gerechtigkeit zuständig. Abahachi nimmt bei den Schoschonen einen Kredit zur Finanzierung eines Stammlokals auf, was zu Schwierigkeiten führt. Er gerät an den Gauner Santa Maria, der ihm nicht nur eine Schrottfassade andreht und mit dem geliehenen Geld durchbrennt, sondern die Blutsbrüder auch noch bei den Schoschonen anschwärzt.
Die Filmlänge beträgt 85 Minuten.
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Kritiken und Rezeption
„Der Schuh des Manitu“ ist für viele mehr als nur ein Film; er ist ein Kulturgut, das man mitspricht. Der Film ist eine überdrehte, aber liebevolle Hommage an die Karl-May-Klassiker der 60er-Jahre, die durch den skurrilen Bully-Humor eine neue Dimension erhält. Abahachi und Ranger stolpern durch die Prärie, immer einen schlechten Witz auf den Lippen und gejagt von ihrem Gegenspieler Santa Maria, grandios gespielt von Sky du Mont.
Die UHD-Veröffentlichung brachte eine Bildqualität ins Spiel, die man diesem Film vielleicht gar nicht zugetraut hätte. Farben wirken kräftiger, die satirisch überzeichneten Kostüme und Kulissen treten deutlicher hervor, und die spanische Landschaft, in der große Teile des Films gedreht wurden, entfaltet erstmals eine fast epische Wirkung. Der Einsatz von HDR sorgt für sichtbare Tiefe, ohne den Charme des Originals zu verfälschen.
Die 4K-Restaurierung überrascht mit einer ungewöhnlich hohen Bildqualität für eine deutsche Komödie dieses Alters. Die native 4K-Abtastung bringt eine spürbare Schärfesteigerung gegenüber bisherigen DVD- und Blu-ray-Versionen mit sich. Besonders auffällig ist die neue Klarheit in den Landschaftsaufnahmen. Die spanische Wüste wirkt jetzt weitläufiger, detailreicher und deutlich kontrastreicher. Dank HDR10 wirken Farben satter, aber nicht übertrieben. Der Film bleibt optisch seinem ursprünglichen Stil treu, wirkt aber frischer und lebendiger. Schwarzwert und Kontrast wurden gelungen angepasst: Nachtszenen oder Innenaufnahmen haben jetzt mehr Tiefe, ohne dabei Bildinformationen zu verschlucken. Das Bildrauschen ist angenehm reduziert worden, ohne den typischen 35mm-Look zu verfälschen.
Die überarbeitete Tonspur liegt in DTS-HD 5.1 vor und liefert eine klare, ausgewogene Abmischung, die dem Film gerecht wird. Zwar ist „Der Schuh des Manitu“ kein Effektfeuerwerk, aber die Surroundkanäle werden dennoch dezent genutzt, um Umgebungsgeräusche, Musik und vereinzelte Actionszenen atmosphärisch zu verstärken. Die Musik von Ralf Wengenmayr profitiert ebenfalls vom besseren Klangbild. Die satirischen Western-Motive wirken voller und breiter, ohne jemals aufdringlich zu sein. Subtile Tieftonanteile, etwa bei Explosionen oder dramatischer Musikuntermalung, werden angenehm unterstützt, ohne das Klangbild zu überlagern.
Bonusmaterial und fehlende Aktualität
Das Bonusmaterial besteht aus einem Making of - Die Legende, einem weiteren Making of - Visual Effects und einem Making of - Grauer Star. Dazu kann man sich ein Musikvideo, Urlaubsdias Winnitouch, Winnitouch neue Diashow, Darstellerinfos und Interviews ansehen. Was leider fehlt, ist ein echtes Update oder ein Rückblick aus heutiger Sicht. Ein neues Interview mit Michael Bully Herbig zur Bedeutung des Films zwei Jahrzehnte später, ein kurzes „Wo stehen die Figuren heute?“ oder ein technischer Einblick in die UHD-Restauration - all das hätte dem Bonusmaterial mehr Tiefe und Aktualität verliehen.
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Berühmte Filmzitate
Der Film ist reich an Zitaten, die sich im kollektiven Gedächtnis verankert haben:
- "Ein Indianer kennt keinen Schmerz."
- "Was soll ich denn bei deiner Frau?"
- "Ist dir eigentlich klar, was wir den ganzen Tag machen?"
- "Des ist doch ka Reitstil, des is Tierquälerei!"
- "Aber du hast doch immer gesagt, wenn wir groß sind, dann…"
- "Aber 1,65 ist nicht groß!"
- "Habt ihr noch einen letzten Wunsch?"
- "Jaaa, das Lied aus der Superperforator-Werbung!"
- "Hey, Santa, bringst du uns was mit? Was Spannendes -Ja!- Was zum Spielen, und Schokolade- Ja!"
- "Esst lieber mal 'nen Apfel!"
- "Wer ist das da?"
- "Ach, das? Das ist Karl May… - "SERVUS."
Besonders hervorzuheben ist das Zitat von Santa Maria: "Hey, Santa, bringst du uns was mit? Was Spannendes -Ja!- Was zum Spielen, und Schokolade- Ja!" gefolgt von "Esst lieber mal 'nen Apfel!".
Inhaltliche Details der Fortsetzung
Im Land der Schoschonen herrscht Krieg, da die zu Unrecht des Mordes an Häuptlingssohn Falscher Hase beschuldigten Blutsbrüder Abahachi und Ranger vom Marterpfahl getürmt sind. So wird kurzum - in Ermangelung eines Kriegsbeils - der Klappstuhl ausgegraben. Die Blutsbrüder suchen derweil nach Teilen einer Schatzkarte, die ihnen helfen soll, einen versteckten Edelstein zu finden, um sich freizukaufen. Zu dumm nur, dass der wahre Mörder des Häuptlingssohns, Gangsterboss Santa Maria, davon Wind bekommen hat und sich ebenfalls an ihre Fersen heftet.
Michael „Bully“ Herbig: Ein Multitalent
Michael "Bully" Herbig ist ein Multitalent, der als Komiker, Schauspieler, Unternehmer, Drehbuchautor, Regisseur, Synchronsprecher und Produzent überzeugt. In "Der Schuh des Manitu" konnte er wieder einmal seine Künste vor und hinter der Kamera unter Beweis stellen. Er spielt sogar zwei Charaktere im Film, nämlich Abahachi und seinen Zwillingsbruder Winnetouch. Auch Christian Tramitz, Rick Kavanian und Sky du Mont zeigten sich von ihrer Schokoladenseite. Die Chemie zwischen allen Darstellern stimmt.
Komik und Anspruch
Die Handlung ist zwar nicht gerade originell, aber das macht nichts, da "Der Schuh des Manitu" von der reinen Komik lebt. Mit viel Charme, Witz und Klischees kann dieser Film in jeder Szene einen Lacher landen. Wer sich also eine Komödie ohne viele Ansprüche anschauen und unterhalten werden möchte, für den ist "Der Schuh des Manitu" perfekt. Die Tatsache, dass diese Parodie einer der erfolgreichsten deutschen Filme seit Ende des Zweiten Weltkriegs ist und rund 12 Millionen Deutsche diesen Film im Kino angeschaut haben, spricht für sich.
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Kostüme und Kulissen
Angenehm überraschend waren auch die aufwendigen Kostüm- und Kulissenarbeiten, die sehr realitätsnah wirken, sodass man sich dadurch in den wilden Westen versetzt fühlt.
Kinotour und Fortsetzung
Zum Kinostart von „Das Kanu des Manitu“ präsentierten die Stars des Films ihre neue Komödie dem Publikum. Michael Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian waren in Düsseldorf zu Gast. Wie bereits beim ersten Teil hat Michael Bully Herbig wieder die Regie und Produktion des Films übernommen. Nach Sketchen der Comedyshow „Bullyparade“ drehte er 2001 den Kinofilm „Der Schuh des Manitu“. Die Dreharbeiten zu „Das Kanu des Manitu“ hatten bereits im vergangenen Jahr begonnen, für das Drehbuch waren Michael Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian verantwortlich.
Zum Inhalt von „Das Kanu des Manitu“ verrät Constantin Film: Abahachi, der Häuptling der Apachen (Michael Bully Herbig), und sein Blutsbruder Ranger (Christian Tramitz) kämpfen für Frieden und Gerechtigkeit - doch eine neue, aufstrebende Bande macht ihnen das Leben besonders schwer.
Kritische Stimmen und politisch unkorrekter Humor
Während sich viele Fans über die Fortsetzung des Films freuen, gibt es auch kritische Stimmen. Viele befürchten, dass der Humor von damals heute nicht mehr passend sei. So sei die Parodie auf die Karl-May-Bücher heute politisch unangebracht. Die Verwendung des Wortes "Indianer" für amerikanische Ureinwohner, die stereotypischen Witze über Cowboys und indigene Personen, sowie das häufig dunklere Make-up bei den Darstellern sei für viele nicht mehr zeitgemäß. Viele denken, dass die Witze von damals 2024 bzw. 2025 nicht mehr funktionieren. Michael Bully Herbig hatte 2022 in einer Talkshow gesagt, dass er den Film so heute nicht mehr drehen würde. "Die Comedy-Polizei ist zu streng geworden. Das nimmt einem die Unschuld, die Freiheit", hatte er damals gesagt. Für ihn sei es zwar richtig und wichtig, über kulturelle und politische Dinge zu sprechen und alte Sprechweisen zu hinterfragen, gleichzeitig nehme das aber die Freiheit, die Comedy haben sollte.
Herbig über seine Rolle als Moderator und Filmemacher
Herbig äußerte sich auch zu seiner Rolle als Moderator des Deutschen Filmpreises und seiner Arbeit als Filmemacher:
SPIEGEL: Herr Herbig, rund 20 Millionen Zuschauer kennen Sie aus Ihren »Winnetou«- und »Enterprise«-Parodien. Nun sollen Sie am Freitag vor Publikum in Smoking und Abendkleid durch die Gala zur Verleihung des Deutschen Filmpreises führen - als Mr. Herbig: Als Michael »Bully« Herbig und selbstverständlich angemessen angezogen, wie es sich für so einen Anlass gehört.
SPIEGEL: Sie sind Produzent, Regisseur, Autor, Schauspieler und haben früher Radio gemacht. Können Sie eigentlich moderieren?
Herbig: Na ja, um ehrlich zu sein: Ich habe mich ja nicht um den Job gerissen. Als Günter Rohrbach, der Präsident der Filmakademie, mich gefragt hat, war ich zunächst verdutzt. Ich bin zwar in meiner TV-Comedy-Show »bullyparade« ein paar Mal die Showtreppe hinuntergestolpert, aber Moderator bin ich nun wirklich nicht. Das ist auch nicht mein Ding.
SPIEGEL: Wie ist die honorige und an die Oscar-Academy erinnernde Filmakademie dann bloß auf Sie gekommen?
Herbig: Die haben offenbar gesehen, dass es da ein Akademiemitglied gibt, das ganz erfolgreich Filme macht und, sagen wir es mal ganz vorsichtig, ein gewisses Grundpotential an Unterhaltungswert hat …
SPIEGEL: … der nicht gerade die Stärke der Berliner »Lola«-Verleihung« ist. Medienpreise wie die Goldene Kamera und Bambi laufen zur besten Sendezeit vor Millionenpublikum. Die Verleihung des Deutschen Filmpreises versendete sich dagegen spätabends und versprüht allenfalls Ministerialbeamtencharme. Sie sollen das ändern.
Herbig: Ich habe mich ein bisschen geschmeichelt gefühlt, denn ich bin ja eher ein Außenseiter auf dem Planeten deutscher Film. Aber vor allem bin ich in den letzten Jahren zu Hause vor dem Fernseher auf der Couch herumgerutscht und habe gedacht: Mein Gott, gibt es denn keinen, der das mal ein bisschen unterhaltsamer macht?
SPIEGEL: Sie hätten allen Grund gehabt, die Akademie abblitzen zu lassen.
Herbig: Fairerweise muss man dazu sagen, dass die damalige Jury sehr wenig mit der heutigen Akademie zu tun hat. Trotzdem, ich habe deswegen nie frustriert oder beleidigt in der Ecke gesessen. Aber allein schon das Wort - Sonderpreis. Ist das jetzt ein besonderer oder ein sonderlicher Preis? Man kommt sich jedenfalls ein bisschen sonderlich vor mit so einem Sonderpreis.
SPIEGEL: Am Freitag könnten Sie der versammelten Filmbranche einschließlich Kulturstaatsministerin Christina Weiss mal ordentlich die Meinung sagen. Machen Sie die Preisverleihung zur Comedy-Show?
Herbig: Ich werde auf keinen Fall den Kasper geben. So was geht ziemlich oft schwer in die Hose. Stattdessen versuche ich lieber, die Brücke zwischen Kunstkino und Unterhaltung zu schlagen, inklusive einiger Comedy-Einlagen.
SPIEGEL: Wenn man sich die in diesem Jahr nominierten Filme anschaut, dann sind neben der Komödie »Alles auf Zucker« mit Volker Schlöndorffs »Der Neunte Tag« und »Sophie Scholl« wieder schwere Stoffe nominiert. Treffen Sie da den richtigen Ton?
Herbig: Klar ist das teilweise starker Tobak. Als ich mich nach einer Woche Bedenkzeitfür den Moderationsjob entschieden hatte, waren auch noch »Napola« und »Der Untergang« im Rennen - und dazwischen soll ich dann meine Späße machen. Andererseits liefen im letzten Jahr auch Ottos »7 Zwerge«, »Der Wixxer« und mein »(T)Raumschiff Surprise« ganz erfolgreich. Dass solche Produktionen letztendlich wenig Chancen auf Preise haben, war mir klar. Ich werde jetzt den Mittelweg zwischen Entertainment und Würde finden müssen. Wenn das gelingt, bin ich der glücklichste Mensch.
SPIEGEL: Die Auswahl der Akademie hat für einige Verwirrung in der Branche gesorgt. Viele verstehen nicht, warum Bernd Eichingers »Untergang« nicht als bester Film nominiert ist.
Herbig: Ich auch nicht. Das irritiert mich echt. Der Film läuft international erfolgreich und war sogar für den Oscar nominiert. Das kann man doch eigentlich nicht ignorieren.
SPIEGEL: Nach dem Willen der Macher sollen Sie den Deutschen mit der Gala Stolz auf die hiesige Filmwirtschaft vermitteln. Wie macht man das?
Herbig: Unter anderem wird es einen - wie ich finde - ziemlich kurzweiligen Einspielfilm mit den letzten Jahrzehnten deutscher Filmgeschichte geben, von Fritz Langs »Metropolis« über »Schulmädchenreport« bis zum »Untergang«.
SPIEGEL: Und wer ist für die Abteilung Glamour zuständig? Bei den Oscar-Verleihungen flanieren die Kidmans und Cruises über den Teppich. Die »Lola« hat …
Herbig: … mit dieser Erwartungshaltung natürlich ein Problem. Ich erlebe es in Los Angeles gerade wieder. Hier feiert man seine Stars. Hier sind die Leute irgendwie dankbar, dass andere dafür arbeiten, sie zu unterhalten. In Deutschland muss man sich sehr häufig rechtfertigen. Manchmal bekommt man sogar den Eindruck: Deutschland will gar keine Stars.
SPIEGEL: Nämlich?
Herbig: Ausufernde, tränenerstickte Danksagungen an Mutti, den langjährigen Friseur und all die anderen Weggefährten.
Herbig: Erst mal kann ich das verstehen, es ist immerhin ein besonderer Moment: Andererseits: Hey, es ist 'ne Show! Wenn du auf der Bühne stehst, hast du eine gewisse Verpflichtung. Und für den Fall, dass es ganz schlimm kommt, habe ich vorgesorgt. Ich habe nämlich ein paar Bedingungen gestellt, um den Job zu übernehmen. Eine davon war das Engagement einer Big Band, die die Leute ordentlich aufwirbelt.
SPIEGEL: Wieso sollte ich?
SPIEGEL: Für die einen sind Sie mit Ihren Zuschauermillionen der Hoffnungsträger, für manche aber auch der Totengräber des anspruchsvollen deutschen Kinos.
Herbig: Hm, kann passieren. Aber, ganz ehrlich, ich bin doch keine Gefahr. Ich bedrohe doch niemanden, schon gar nicht das Kino. Nach »Der Schuh des Manitu« hab ich mich wirklich gefragt: Was hab ich bloß verbrochen? Da hast du einen erfolgreichen Film gemacht, die Leute sind ins Kino gegangen, sie lieben diesen Film. Und plötzlich stellen manche den Qualitätsanspruchder Bevölkerung in Frage, weil einige davon meinen Humor mögen. Plötzlich hieß es: Wo ist der deutsche Film nur hingeraten? Aber warum kann nicht einfach beides nebeneinander existieren? Ist doch großartig, dass dieses Jahr ein Film wie der »Untergang« kommerziell erfolgreich war und auch mein »(T)Raumschiff«. Gegensätzlicher geht es doch gar nicht.
SPIEGEL: Woher kommt eigentlich der Heißhunger der Deutschen auf leichte Filmkost? Die harten Zeiten allein können es nicht sein.
Herbig: Wenn ich derlei dauernd analysieren wollte, bevor ich Filme mache, würde ich wahnsinnig werden. Ich hatte mit zwölf meine erste Videokamera in der Hand, habe Hitchcock, »E. T.« und den »Weißen Hai« geliebt. Wenn ich ins Kino ging, war das für mich immer ein Event. Das Genre war mir egal, aber der Film musste emotional sein und mich unterhalten, egal ob er ernst war oder komisch. Ich finde nichts schlimmer als Filme, die langweilen.
SPIEGEL: Wir sind hier in Los Angeles, Hollywood ist knapp 20 Autominuten entfernt.
Herbig: Mir ist zu Ohren gekommen, dass ich nach dem Erfolg von »Der Schuh des Manitu«, der in Deutschland ja immerhin 65 Millionen Euro einspielte und damals erfolgreicher lief als »Der Herr der Ringe«, hier nur als »The German Guy« bekannt war. Richtig aufgewacht sind die mit dem »(T)Raumschiff«. Der Film lief eine Woche, da kamen die Anrufe aus L. A. und New York: Wir wollen das sehen, sofort! Wir haben dann zwei Mitarbeiter mit einerFilmrolle losgeschickt. Es gab ja nicht einmal englische Untertitel zu dem Zeitpunkt.
SPIEGEL: Wie war die Reaktion?
Herbig: Vor allem konnten die nicht glauben, dass der Film nur neun Millionen Euro gekostet hat. Das war für die »unbelievable«.
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