Rezept für schottische Shortbread Kekse

Shortbread ist in meinen Augen die Königin aller Butterkekse. Zart, aber mürbe, buttrig und schön dicht gebacken, möchte man nach dem ersten Bissen eigentlich nie wieder etwas anderes essen. Wahrscheinlich packen die meisten Schottland-Besucher ein paar Packungen Shortbread (short steht in diesem Zusammenhang für „mürbe, zerbrechlich“) als Souvenir in den Koffer. Die mürben Kekse, die auf der Zunge zergehen, sind schließlich weltberühmt.

rote Blechdose Double Decker mit Shortbread

Was ist Shortbread und woher kommt es?

Shortbread ist ein traditionell schottischer Butterkeks mit mürber und fein-knuspriger Konsistenz. Die Bezeichnung geht auf „short dough“, also Mürbeteig, zurück. Frei ins Deutsche übersetzt bedeutet Shortbread also so viel wie "Mürbeteig" und verweist auf die Hauptzutaten: eine ordentliche Portion Butter, Zucker sowie Mehl. Das Ur-Rezept geht bis in das mittelalterliche Schottland im 12. Jahrhundert zurück, wo das Mürbeteiggebäck als Keksbrot gegessen wurde. Seit wann man Shortbread in Schottland zum Tee genießt, ist nicht eindeutig belegt. Manche Quellen verlegen die Geburt der Kekse ins 12. Jahrhundert. Die Queen of Scots, so erzählt man, verliebte sich auf Anhieb in die feinen Kekse. Und blitzschnell erfasste der Shortbread-Hype auch den Adel.

Warum Shortbread so besonders schmeckt

Kaum zu glauben, dass man für ein klassisches Shortbread gerade einmal 3 (!) Zutaten braucht: gesalzene Butter (davon viel und in sehr guter Qualität), Zucker und Mehl. Was das klassische Shortbread noch unwiderstehlicher macht ist eine feine Salznote. Daher verwende ich gerne gesalzene Butter, am liebsten von der Gläsernen Molkerei in Bio-Qualität. Die hat feine Salzkristalle und verleiht den zarten Keksen eine tolle Geschmackstiefe. Die Butter zusammen mit dem Zucker 3-5 Minuten in der Küchenmaschine oder mit dem Handrührgerät aufschlagen.

Klassisches Shortbread-Rezept (Schottland-Style)

Das Originalrezept für Shortbread besteht aus nur drei Hauptzutaten im Verhältnis 1:2:3: aus einem Teil Zucker, zwei Teilen Butter, drei Teilen Mehl und etwas Salz. Das klassische Rezept lässt sich super leicht merken und gelingt praktisch immer. Das perfekte Rezept also für Feinschmecker, bei denen es beim Backen schnell gehen muss.

Zutaten (Grundrezept)

  • 250-390 g weiche Butter (sehr gute Qualität, idealerweise gesalzen)
  • 125-190 g Zucker
  • 375-500 g Mehl (Weizenmehl Type 405; optional Anteil Reismehl 10-20 %)
  • 1 Prise Salz

Zubereitung - Schritt für Schritt

  1. Die Butter in eine große Schüssel oder die Küchenmaschine geben. Zucker hinzufügen und alles etwa 3-5 Minuten zu einer hell-cremigen Masse aufschlagen. Die Masse sollte leicht und fluffig sein, daher unbedingt die Zeit einhalten.
  2. Vanilleextrakt optional hinzugeben und nach und nach das Mehl hinzufügen. Alle Zutaten auf kleiner Stufe langsam miteinander verkneten.
  3. Teig auf eine saubere Arbeitsfläche geben und mit den Händen weiter kneten, bis der Teig schön glatt und geschmeidig ist. Den Teig zum Ruhen für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen. Teig in Frischhaltefolie wickeln und kalt stellen.
  4. Den Backofen auf 160 Grad Umluft (oder 180 °C Ober-/Unterhitze) vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.
  5. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick ausrollen. Dabei die Form des Rechtecks möglichst beibehalten.
  6. Ausgerollten Teig mit einem scharfen Messer zunächst in ca. 3 cm breite Streifen schneiden. Jeden Streifen quer in ca. 6-7 cm lange Stücke schneiden (für Shortbread Fingers). Jeden Keks mit einer Gabel mehrfach von oben nach unten einstechen. So entsteht das typische Shortbread-Muster und die Kekse verlieren beim Backen nicht ihre Form.
  7. Kekse mit etwas Abstand auf die mit Backpapier ausgelegten Bleche legen. In der Mitte des vorgeheizten Ofens etwa 20-22 Minuten backen, bis die Kekse schön golden, aber nicht braun gebacken sind. Bitte unbedingt nacheinander backen und nicht beide Bleche zur gleichen Zeit in den Ofen schieben.
  8. Die noch warmen Kekse mit etwas grobem Meersalz bestreuen, anschließend auf einem Gitter abkühlen lassen. Luftdicht verschlossen halten sich die Kekse etwa eine Woche.
Shortbread Fingers auf Backblech

Variationen und Verfeinerungen

  • Frische Zitrusnote: etwas abgeriebene Orangen- oder Zitronenschale unter den Teig mischen oder Lemon Curd als Füllung verwenden - besonders fruchtig und saftig.
  • Vanille: Vanilleextrakt oder frisch gemahlene Vanille untermischen für eine weiche Aromatik.
  • Schokolade: Zartbitter-Schokodrops in den Teig kneten oder fertige Kekse zur Hälfte mit Kuvertüre überziehen.
  • Ingwer: Für Ginger Biscuits kandierten Ingwer hacken und in den Teig geben - frisch und würzig.
  • Grieß: Für manche Rezepte sorgt Grieß (Weizen- oder Dinkelgrieß) für besondere Raffinesse und Textur.
  • Reismehl-Trick: Viele schottische Bäcker ersetzen 10-20 % des Weizenmehls durch Reismehl - das sorgt für einen leicht knusprigen „Biss“.
  • Formen: Shortbread Rounds, Fingers oder Petticoat Tails - für Petticoat Tails den Teig rund ausrollen und nur einritzen, nicht durchschneiden; warm zerteilen.
  • Backform statt Ausrollen: Teig in eine Form drücken (z. B. Silikonmulden) und backen, so vermeidet man das Ausrollen und das Zerlaufen des Teigs.

Tipps vom Profi für perfektes Shortbread

  • Je besser die Butter, desto authentischer der Geschmack: Hier lohnt sich der Griff zu qualitativ hochwertiger (Bio-)Butter.
  • 3:2:1-Verhältnis von Mehl, Butter und Zucker ist entscheidend für die perfekte Textur und den typischen Geschmack.
  • Teig nicht überkneten! So bleibt das Gebäck schön zart und mürbe.
  • Kühlen ist Pflicht, denn das gibt dem Buttergebäck mehr Stabilität und Struktur.
  • Langsam bei niedriger Temperatur backen: Zu hohe Hitze verträgt der Mürbeteig nicht, das Backergebnis sollte klassischerweise hell sein.
  • Vor dem Backen Löcher in die Kekse stechen - das verhindert, dass die Kekse beim Backen auseinander laufen.
Demonstration Shortbread Fingers zubereiten

Typische Probleme und wie man sie löst

  • Mein Shortbread wird hart und zäh: Wenn du den Teig zu lange knetest, entwickelt sich Gluten; das führt zu zähem Shortbread. Zutaten nur kurz vermengen und das Mehl zuerst sieben.
  • Shortbread läuft auseinander: Kühlzeit einhalten und Löcher mit der Gabel einstechen; alternativ in einer Form backen.
  • Zu braune Ränder: Backtemperatur zu hoch - langsam und bei niedriger Temperatur backen, Shortbread sollte hell bleiben.

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Du kannst Shortbread am besten in einer luftdichten verschließbaren Keksdose aufbewahren, um seine Frische zu erhalten. Stelle sicher, dass die Dose an einem kühlen, trockenen Ort steht, fern von direkter Sonneneinstrahlung oder Wärmequellen. So bleibt das Shortbread zwei bis drei Wochen köstlich und zart. Wenn du es länger aufbewahren möchtest, kannst du das Shortbread auch einfrieren. Wickel die Kekse dafür luftdicht in Frischhaltefolie oder gib sie in einen Gefrierbeutel; tiefgekühlt hält sich das Shortbread bis zu drei Monate.

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Shortbread zur Tea Time

In Großbritannien wird Shortbread häufig zum beliebten Afternoon Tea gereicht. Eingetunkt in warmer Milch, Kakao oder Kaffee schmeckt das Shortbread einfach herrlich. Die Engländer haben dafür sogar einen eigenen Ausdruck: „biscuit-dunking“. Besonders gut eignet sich dafür ein kräftiger Schwarztee. Auf diese Weise werden die harten Shortbreads wieder weich und zergehen im Mund.

Shortbread auf Etagere neben einer Tasse Earl Grey

Rezepte zum Ausprobieren (Kurzübersicht)

Variante Besonderheit Backzeit / Temperatur
Klassische Fingers 3 Zutaten (Butter, Zucker, Mehl), Gabelmuster 20-25 Min. bei 160 °C Umluft
Petticoat Tails Runde Platte, nur eingeritzt, warm zerteilen 20-25 Min., hell backen
Lemon Curd Rounds Mit Lemon Curd gefüllt ca. 15 Min. bei 180 °C Ober-/Unterhitze
Ingwer Shortbread Kandierter Ingwer für Schärfe 20 Min. bei 180 °C Ober-/Unterhitze

Shortbread: Kultur & Kommerz

Der bekannteste Shortbread-Lieferant ist sicher die Firma Walkers. Seit 1898 bereits produziert sie ihr Gebäck im Dorf Aberlour in der schottischen Speyside. Man darf sich sogar mit dem Titel eines Hoflieferanten schmücken. Kein Wunder - schließlich gehörte Elisabeth II. zu den Fans der schottischen Kekse. Wer keine Lust zum Backen hat - Walkers Shortbread gibt es inzwischen auch in heimischen Supermärkten. Die britische Supermarktkette Waitrose bietet sie in Bio-Qualität in Zusammenarbeit mit Duchy Originals an; diese Kooperation bezieht sich auf die Ländereien des Herzogtums Cornwall und unterstützt karitative Zwecke.

Shortbread ist ein wunderbar mürbes, buttriges und knuspriges Gebäck. Backt euch die britischen Shortbreads einfach selbst. Ihr könnt sie an Weihnachten wunderbar verschenken oder selber genießen. Das Shortbread-Rezept ist super einfach und innerhalb weniger Minuten vorbereitet - mit etwas Übung sogar ein Lieblingsrezept.

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