Schokoladen Silikonform Anwendung und Tipps
Wer individuelle Schokoladenkreationen herstellen möchte, ist mit Silikonformen bestens beraten. Silikon ermöglicht das einfache Gießen eigener Schokoladenformen, die immer wieder für detailgetreue Schokoladenstücke genutzt werden können. In dieser ausführlichen Anleitung erfahren Sie, wie Sie lebensmittelechte Silikonformen selbst herstellen, richtig mit Schokolade füllen und welche Tipps und Tricks für perfekte Ergebnisse wichtig sind.
Herstellung von Silikonformen für Schokolade
Materialien und Vorbereitung
Zum Herstellen einer eigenen Silikonform benötigen Sie lebensmittelechtes Silikon - gewöhnliches Silikon aus dem Baumarkt ist ungeeignet und gesundheitsschädlich, da es Dämpfe und Stoffe abgibt, die in die Lebensmittel übergehen können. Lebensmittelechtes Silikon, das meistens aus zwei Komponenten besteht, ist flexibel, temperaturbeständig und eignet sich für diverse Anwendungen wie Schokolade, Eis, Kuchen oder Marzipan.
Die beiden flüssigen Komponenten werden im Mischverhältnis 1:1 sorgsam vermischt. Nur so härtet das Material vollständig aus und bildet eine feste, aber biegsame Form. Die Herstellung erfordert etwas Material, je nach Größe und Art des Objekts, beispielsweise ca. 450 g Silikon für eine Gitarrenform.
Geeignete Gegenstände zum Abformen
Praktisch jeder stabile Gegenstand kann abgeformt werden: Spielzeug, Werkzeuge oder Lebensmittel wie Spargelstangen und Erdbeeren. Wichtig ist, dass das Objekt nicht durch das Silikongewicht beschädigt wird und plan auf einer Oberfläche fixiert wird, z.B. mit Butter oder Klebstoff, um Verrutschen zu verhindern.
Formaufbau und Gießen
Das abgeformte Objekt sollte auf einer glatten Unterlage fixiert werden. Falls der Gegenstand nicht eben aufliegt, können Erhöhungen mit Butter oder Margarine unterfüttert werden, um zu verhindern, dass Silikon unterläuft und später die Entnahme erschwert.
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Rund um das Objekt wird ein Formrahmen aufgebaut, der das flüssige Silikon zurückhält. Der Rahmen muss dicht an der Unterlage anliegen, damit kein Silikon ausläuft. Eventuelle Spalten werden mit Butter oder Schokolade abgedichtet.
Nach dem sorgfältigen Mischen wird das Silikon in dünnem Strahl gegossen, um Luftblasen zu vermeiden. Anschließend härtet es je nach Hersteller in ca. 3 Stunden bei Raumtemperatur aus, kann aber auch durch Erhitzen (60-70 °C für 1 Stunde) beschleunigt werden.
Entnahme und Nachbehandlung der Form
Nach dem Aushärten lässt sich das Objekt durch Vorsichtiges Biegen der Flexiblen Silikonform problemlos herausnehmen. Die Form enthält nun einen detailgetreuen Negativabdruck. Zur Sicherheit wird die Form zur Ausdampfung noch im Backofen behandelt und gründlich mit Wasser gewaschen, bevor die erste Benutzung mit Lebensmitteln erfolgt.
Materialeigenschaften und Sicherheitsaspekte
- Silikonformen sind kältebeständig bis etwa -40 °C und hitzebeständig bis ca. 280 °C, was sie vielseitig einsetzbar macht.
- Platingummi-Silikone sind am besten für Lebensmittel geeignet, besonders die FDA-zertifizierten Silikone, die lebensmittelecht sind und in Aushärtungszustand keine Schadstoffe abgeben.
- Bei der Wahl ist zu beachten, dass Kondensationssilikone mit Zinn katalysatoren nicht zugelassen sind, da sie Schadstoffe migrieren können.
- Die Silikonform ist flexibel und antihaftend - die Schokolade löst sich von selbst, Einfetten der Form ist meist unnötig.
- Empfehlungen zu spezifischen Silikon-Typen wie Easyl 925-FDA Translucent für Backofen- und Isomalt-Einsätze sichern die Haltbarkeit bei hohen Temperaturen.
Füllen der Silikonform mit Schokolade
Vorbereitung der Schokoladenform und Schokolade
Vor dem Füllen muss die Silikonform sauber und trocken sein. Neue Formen werden gewaschen und getrocknet, gebrauchte Formen am besten mit einem sauberen Tuch abgewischt.
Für die Herstellung werden hochwertige Kuvertüre-Sorten empfohlen: Vollmilch, Zartbitter und Weiß. Für farbige Schokolade können fettlösliche Lebensmittelfarben verwendet werden. Ein Kochthermometer ist für das Temperieren unverzichtbar, um die optimale Verarbeitungstemperatur zu gewährleisten.
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Schokolade temperieren
Temperieren schafft einen schönen Glanz und eine knackige Textur, da dadurch stabile Kakaobutterkristalle entstehen. Die Kuvertüre wird schonend geschmolzen und durch Abkühlen und Erwärmen auf ca. 31-33 °C gebracht. Die temperierte Schokolade lässt sich besser verarbeiten und haftet gut in der Form.
Schichtenweise Füllen - Schritt-für-Schritt
Die Form wird Schicht für Schicht gefüllt, dabei werden zuerst die Details mit Modellierwerkzeugen präzise ausgearbeitet, z.B. Augen oder Knöpfe. Größere Flächen lässt man mit temperierter Kuvertüre ausgießen.
Zwischen den Schichten sollte die untere Schokolade noch nicht vollständig erstarrt sein, damit sich die einzelnen Schokoladensorten gut verbinden und stabil sind. Wenn nötig, können Sie die Form mehrmals vorsichtig auf die Arbeitsplatte klopfen, um Luftblasen zu entfernen, ohne die Farbgrenzen zu verwischen.
Abkühlen und Entnehmen
Nach dem Füllen wird die Form in den Kühlschrank gestellt, damit die Schokolade vollständig aushärtet. Je nach Größe der Form benötigt dies mehrere Stunden. Das vorsichtige Biegen der flexiblen Silikonform erleichtert später die Entnahme der fertigen Schokoladenfiguren.
Tipps und Tricks für perfekte Schokoladenkreationen
- Vermeiden Sie unnötiges Einfetten der Form, da dies Rückstände auf der Schokolade hinterlassen kann.
- Für mehrfarbige Pralinen können Sie die Form z.B. zuerst mit einer Farbe auspinseln und danach mit der Hauptfarbe füllen.
- Gefüllte Pralinen lassen sich mit Marmelade, Ganache oder Nougat im Spritzbeutel herstellen und nach Aushärtung mit Schokolade verschließen.
- Kleine Verzierungsmöglichkeiten, wie essbare Blüten oder Streusel, können nach dem Formen hinzugefügt werden.
- Die Lagerung der fertigen Pralinen sollte kühl, trocken und geruchsfrei erfolgen, ideal bei 15-18 °C, um den Geschmack zu bewahren.
- Bei komplexen Formen oder Hinterschneidungen empfiehlt sich die Herstellung einer zweiteiligen Silikonform.
- Für aufwendige Dekorationen nutzen Sie Modellierwerkzeuge und streuen Kakaopulver oder Bäckerstärke zum Puder.
Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten von Silikonformen
Silikonformen sind nicht nur für Schokolade geeignet, sondern können auch zum Formen von Gelees, Eis, Kuchenteig oder Marzipan genutzt werden. Sie sind kälte- und hitzebeständig und antihaftend, sodass sie sich vielseitig einsetzen lassen.
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Ob für Tortenverzierungen, Pralinenherstellung oder kreative Süßwaren - Silikonformen bieten Hobbybäckern und Profis große Freiheit und Kreativität.
Empfehlungen für die Herstellung von Pralinen mit Silikonformen
- Verwenden Sie ausschließlich hochwertige Kuvertüre, da diese einen hohen Kakaobutteranteil enthält und sich ideal verarbeiten lässt.
- Temperieren Sie die Schokolade sorgfältig für Glanz und gleichmäßiges Schmelzverhalten.
- Bereiten Sie alle Materialien und Werkzeuge griffbereit vor, um effizient arbeiten zu können.
- Arbeiten Sie vorsichtig, um Luftblasen oder ungewolltes Vermischen der Schokoladenschichten zu vermeiden.
- Lassen Sie die Pralinen in der Form gut auskühlen und härten, bevor Sie sie entnehmen.
- Passen Sie die Füllmengen und Schichtstärken Ihren persönlichen Vorlieben und dem Design Ihrer Schokoladenkreation an.
Grundrezept für selbstgemachte Brownies als Ergänzung
Wer seine Schokoladenkreationen um leckere selbstgemachte Brownies ergänzen möchte, findet hier ein einfaches, schnelles Rezept mit Zartbitterschokolade, das saftige, fudgy Brownies ergibt, perfekt für den Naschgenuss:
| Zutaten | Menge |
|---|---|
| Zartbitterschokolade (ca. 50% Kakao) | 250 g |
| Zucker, braun | 250 g |
| Mehl | 200 g |
| Butter | 200 g |
| Backkakao | 50 g |
| Eier (Größe M, zimmerwarm) | 4 Stück |
| Bourbon-Vanillezucker | 1 Päckchen |
| Backpulver | ½ TL |
| Salz | 1 Prise |
Die Zubereitung ist einfach und unkompliziert: Schokolade schmelzen, Butter hinzufügen, Eier mit Zucker cremig schlagen und trockene Zutaten unterheben. Der Teig wird dann in einer gut gefetteten Form gebacken, bis er innen noch saftig ist.
Fazit
Silikonformen bieten kreative und flexible Möglichkeiten für die Herstellung von Schokolade, Pralinen und weiteren Süßwaren. Mit ein wenig Übung, der Auswahl von hochwertigem Material und der richtigen Technik gelingen beeindruckende und individuelle Leckereien für Familie, Freunde und besondere Anlässe.
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