Ist Schokolade gut, wenn man krank ist? – Wirkung, Risiken und Empfehlungen bei Erkältung & Co.

Schokolade gilt für viele als Seelentröster und Nervennahrung, besonders in Krankheitsphasen. Doch wie wirkt sie wirklich auf den Körper, wenn wir erkältet oder krank sind? Im Folgenden beleuchten wir auf Basis aktueller Erkenntnisse, ob und wie Schokolade unterstützend sein kann - und worauf du bei Krankheit besser achten solltest.

Schokolade: Inhaltsstoffe und Unterschiede

Unterschiedliche Schokoladensorten zeichnen sich vor allem durch ihren Kakaogehalt aus. So enthält weiße Schokolade kein Kakaopulver, sondern lediglich Kakaobutter. Milchschokolade hat mindestens 25 % Gesamtkakaomasse, Vollmilchschokolade 30 % und Zartbitterschokolade mindestens 50 %, einige Sorten sogar 70 %, 85 % oder mehr.

Besonders dunkle Schokolade enthält neben weniger Zucker zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe, vor allem Flavonoide und Polyphenole, die als potenziell gesundheitsfördernd gelten. Diese Flavonoide haben antioxidative Eigenschaften, können die Haut vor UV-Schäden schützen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass sie die Durchblutung stärken und das Absterben von Krebszellen begünstigen.

Verschiedene Schokoladenarten mit Kakaoanteilen

Schokolade und Stimmung

Bestimmte Kakaobestandteile, darunter auch Aminosäuren wie Tryptophan, haben möglicherweise Einfluss auf die Gehirnfunktion und Stimmung. Es gibt Hinweise, dass sie die Durchblutung des Gehirns fördern und über Botenstoffe wie Serotonin und Dopamin kurzzeitig antidepressiv wirken können. Allerdings ist der stimmungsaufhellende Effekt der Schokolade nicht dauerhaft und lässt nach etwa 30 Minuten nach.

Klinische Studien zeigen außerdem, dass insbesondere dunkle Schokolade mit einem geringeren Risiko für depressive Symptome assoziiert wurde - dies gilt jedoch nicht für helle Schokoladensorten.

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Schokolade bei Erkältung und Krankheit: Mythen und Fakten

Kann Schokolade bei Husten helfen?

Eine britische Studie aus dem Jahr 2015 prüfte die Wirkung eines Hustenmittels auf Kakaobasis im Vergleich zu einem herkömmlichen Hustensaft. Die Teilnehmer erhielten entweder ein Präparat mit Kakao oder ein Standard-Hustenmittel mit dem Wirkstoff Codein. Das Ergebnis: Das Kakaopräparat linderte den Hustenreiz innerhalb von zwei Tagen und ermöglichte eine schnellere Behandlungsbeendigung.

Die Forschenden vermuten, dass die zähe, viskose Konsistenz von Schokolade sich schützend (“Demulcens”) über die Hals-Schleimhäute legt und so den Hustenreiz reduziert. Schon das langsame Lutschen eines Stücks dunkler Schokolade kann diesen Effekt hervorrufen. Auch der im Kakao enthaltene Wirkstoff Theobromin kann den Hustenreiz unterdrücken, da er die Nervenzellen blockiert, welche für das Auslösen des Hustenreflexes verantwortlich sind. Verschiedene Studien bestätigen diese Wirkung - bei chronischem Husten soll roher Kakao sogar effektiver sein als Codein.

Die Wirkung von Schokolade bei Husten und Erkältung (Animation/Studienergebnisse)

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Aussagen zu Schokolade als Hustenmittel nicht als medizinische Empfehlung gelten und der primäre Endpunkt der Studien teilweise nicht erreicht wurde. Die Linderung bezieht sich vor allem auf Reizhusten - insbesondere die Konsistenz, weniger ein spezieller Inhaltsstoff. Auch Honig und Sirup helfen auf ähnliche Weise, sind jedoch in Studien weniger effektiv als Schokolade.

Schokolade und Schleim: Was sagt die Wissenschaft?

Ein oft gehörter Mythos lautet, dass Kakao oder Schokolade Erkältungen durch verstärkte Schleimbildung verschlimmern könnten. Wissenschaftliche Beweise dafür fehlen. Das ungute Gefühl im Hals liegt meist eher an der Milch als an Kakao selbst. Wenn dich das Mundgefühl stört, probiere es mit purem Kakao oder Kakaonibs statt klassischer Trinkschokolade.

Wie gesund ist Schokolade generell während einer Krankheit?

Schokolade - vor allem mit hohem Kakaoanteil - kann das Wohlbefinden steigern und sogar leicht beruhigend auf Rachen und Husten wirken. Gleichzeitig liefert sie Mineralien wie Magnesium, Eisen und Zink, die auch für das Immunsystem von Bedeutung sind. In der Krankheitsphase kann diese begleitende Wirkung unterstützen, ersetzt aber keinesfalls eine ausgewogene Ernährung.

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Das Problem: Schokolade ist ein hochverarbeitetes Lebensmittel und enthält viel Zucker und Fett. Dadurch hat sie eine hohe Energiedichte und liefert zahlreiche Kalorien. Ein übermäßiger Konsum kann daher zu Übergewicht und Folgeerkrankungen führen. Auch das Immunsystem kann durch zu viel Zucker geschwächt werden - Studien weisen darauf hin, dass zuckerreiche Lebensmittel die Abwehrkräfte während einer Infektion beeinträchtigen und Entzündungsprozesse fördern können.

Infografik: Kakaoanteil, Zucker, Mineralstoffe verschiedener Schokoladensorten

Empfohlene Mengen: Wie viel Schokolade ist in der Krankheitsphase sinnvoll?

Klare Empfehlungen für tägliche Schokoladenmengen speziell bei Krankheit gibt es nicht. Die Deutsche Herzstiftung rät, Schokolade in Maßen zu genießen und idealerweise dunkle Sorten zu wählen. Ein kleines Stück hochwertige Zartbitter-Schokolade (am besten langsam lutschen!) ist unbedenklich und kann das Wohlbefinden steigern.

Denn: Vor allem das persönliche Empfinden, der Genuss und das Wohlgefühl - der sogenannte Placeboeffekt - spielen eine große Rolle. Für viele gehört ein bisschen Schokolade einfach zu einem Moment der Entspannung und Selbstfürsorge dazu, besonders wenn der Körper geschwächt ist.

Schokoladensorte Kakaoanteil Zuckergehalt Empfohlene Menge (bei Krankheit)
Weiße Schokolade 0 % hoch nicht empfohlen
Milchschokolade 25-35 % hoch wenig bis gar nicht
Zartbitterschokolade 50-85 % moderat 1-2 Stücke/Tag
Reiner Kakao/Kakaonibs 100 % keiner pur lutschen

Ernährung bei Erkältung: Was besser als Schokolade wirkt

Die wichtigsten Empfehlungen bei Erkältung lauten: Viel trinken (Wasser, Kräutertee), wärmende Suppen und Brühen essen, ausreichend Vitamine (vor allem Vitamin C, D, A, E, Zink) zu sich nehmen und leicht verdauliche Lebensmittel bevorzugen.

Neben Schokolade sind insbesondere folgende Nahrungsmittel hilfreich:

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  • Heiße Suppen oder Brühen mit viel Gemüse für Nährstoffe und Flüssigkeit
  • Ingwertee (entzündungshemmend, antioxidativ, schleimlösend)
  • Honig (antibakteriell, beruhigt Husten und Hals)
  • Zinkreiche Speisen und probiotische Milchprodukte
  • Frisches Obst (Beeren, Zitrusfrüchte), aber Vorsicht bei säureempfindlichem Hals

Dunkle Schokolade kann als Ergänzung punktuell den Hustenreiz lindern und die Stimmung verbessern - aber sie ist kein Ersatz für eine insgesamt gesunde Ernährung während einer Erkrankung.

Empfohlene Lebensmittel bei Erkältung: Suppen, Tee, Honig, Beeren, Ingwer

Welche Schokolade ist besser bei Krankheit?

Milchschokolade oder weiße Schokolade enthalten mehr Zucker und weniger gesundheitsfördernde Flavonoide als dunkle Schokolade. Wenn du Schokolade essen möchtest, wähle am besten dunkle Sorten mit mindestens 70 % Kakaoanteil und genieße sie in kleinen Mengen.

Rohkakao oder Kakaonibs sind noch wirkungsvoller: Sie können langsam gelutscht werden und enthalten Theobromin, das nicht nur den Hustenreiz hemmt, sondern angeblich sogar stärker als Codein wirken kann - ohne Nebenwirkungen konventioneller Medikamente.

Schokolade in der Krankheitsphase: Worauf sollte man achten?

Bedenke, dass bei akutem Husten, Halsschmerzen oder starker Schleimproduktion Milchprodukte ein unangenehmes Gefühl im Hals auslösen können - betroffen ist hier insbesondere Milchschokolade! Bei Unwohlsein besser zu purem Kakao oder hochwertigen Bitterschokoladen ohne Milchzusatz greifen.

Ein entscheidender Faktor ist, wie viel Schokolade konsumiert wird und ob du andere zuckerhaltige Lebensmittel meidest. Denn ein Übermaß an Zucker kann das Immunsystem schwächen und den Heilungsprozess verzögern. Wichtig ist außerdem, wie du sonst für dich sorgst: Viel trinken, ausreichend Ruhe und insgesamt eine ausgewogene, vitaminreiche Kost bleiben wichtiger als Schokolade.

Vermeide während einer Erkältung außerdem sehr fettige, frittierte Speisen und Alkohol, da sie den Heilungsverlauf stören und den Körper zusätzlich belasten können. Schokolade mit sehr hohem Zuckergehalt (vor allem minderwertige “Industrieschokolade”) reizt bei einigen Menschen die Schleimhäute - hier hilft der Wechsel zu hochwertigen dunklen Sorten.

Experteninterview: Schokolade und Immunsystem - Tipps für den Krankheitsfall

Fazit: Schokolade bei Krankheit - Genuss, aber kein Heilmittel

Schokolade kann das Wohlbefinden steigern und bei Husten einen lindernden Effekt haben, insbesondere wenn sie einen hohen Kakaoanteil besitzt. Dieser Effekt ist jedoch kurzweilig und Schokolade ersetzt keinesfalls die wichtigsten Basismaßnahmen einer gesunden Ernährung während der Krankheitsphase. Insbesondere dunkle Schokolade oder pures Kakaopulver können als ergänzendes Hausmittel genutzt werden - jedoch sollte der Gesamtzuckerkonsum niedrig gehalten und Schokolade nur in kleinen Mengen verzehrt werden.

Für eine optimale Unterstützung des Immunsystems setze auf wärmende, leicht verdauliche und nährstoffreiche Lebensmittel, und genieße Schokolade bewusst als kleinen Moment der Freude - nicht als Hauptbestandteil deiner Ernährung während einer Erkältung.

Motiv: Gemütlicher Genuss von Zartbitterschokolade bei einer Erkältung, warme Decke, Tee, Vitaminspender

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