Ist Dattelzucker gesünder als Haushaltszucker?

Datteln als Süßungsmittel sind in den letzten Jahren zu einer beliebten Zutat geworden. Datteln sind eine vielseitige und natürliche Alternative zu herkömmlichem Zucker. Dattelzucker (auch Dattelsüße genannt) ist ein fein vermahlenes Pulver aus Datteln. Dattelzucker schmeckt mild karamellig und hat dabei eine leicht fruchtige Note. Bei der Herstellung werden Datteln getrocknet und dann zu einem feinen Pulver vermahlen. Bei der Dattelzucker Herstellung werden die Datteln zuerst entsteint, dann getrocknet und anschließend zu feinem Pulver zermahlen. Für unseren Dattelzucker verwenden wir Deglet Nour Datteln. Sie stammen aus dem sonnigen Tunesien und übersetzt bedeuten sie „Finger des Lichts“.

Was ist Dattelzucker und wie wird er hergestellt?

Dattelzucker oder Dattelsüße besteht ausschließlich aus getrockneten und vermahlenen Datteln. Bei der Herstellung werden Datteln halbieren und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech gelegt. Die Datteln bei 110°C für ca. 2-3 Stunden trocknen. Damit die Feuchtigkeit entweichen kann, sollte die Backofentür immer einen kleinen Spalt geöffnet bleiben. Die Datteln sind fertig, wenn sie beginnen, hart zu werden. Passt auf, dass sie nicht verbrennen. Also lieber einmal öfter in den Backofen schauen. Sind die Datteln getrocknet, müssen sie völlig auskühlen - am besten über Nacht. Den feinen Dattelzucker in eine luftdicht verschließbare Dose geben. Denn wenn der Dattelzucker Feuchtigkeit aufnimmt, können sich Klümpchen bilden.

Getrocknete Datteln auf Backblech

Nährwerte, Süßkraft und Glykämischer Index

Kalorien: ca. 320-380 kcal pro 100 gSüßkraft: ca. 50-80 % von HaushaltszuckerGlykämischer Index: ca. 45-60 (je nach Frucht und Verarbeitungsgrad)Zuckerprofil: überwiegend Glukose und Fruktose, geringer Anteil natürlicher BallaststoffeVorteile: Natürliche Herkunft, fruchteigener Geschmack, enthalten geringe Mengen Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe (abhängig von Verarbeitung)Nachteile: Kalorienreich, hoher Zuckeranteil. Durch Trocknung und Vermahlung geht der sättigende Effekt der ganzen Frucht weitgehend verloren.

Im Dattelzucker stecken noch einige gesunde Inhaltsstoffe. Weshalb er ebenfalls gern als gesündere Haushaltszucker Alternative verwendet wird ist die Auswirkung des Dattelzuckers auf den glykämischen Index. Dieser liegt bei 55, was ein recht guter Wert ist. Der glykämische Index zeigt an, wie stark ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Haushaltszucker hat zum Vergleich einen glykämischen Index von 70.

Wie unterscheidet sich Dattelzucker vom Haushaltszucker?

Beim Zuckergehalt schneidet Dattelsirup damit etwas besser ab als Haushaltszucker. Dieser besteht pro 100 Gramm nahezu vollständig aus Zucker. Dattelsirup wird aus Datteln hergestellt, die gekocht und anschließend gepresst werden. Die gewonnene Flüssigkeit wird eingedickt, bis ein sirupartiges Produkt entsteht. In 100 Gramm Dattelsirup stecken etwa 65 bis 75 Gramm Zucker. Die übrigen Bestandteile bestehen vor allem aus Wasser sowie sehr geringen Mengen an Mineralstoffen wie Kalium oder Magnesium. Diese sind zwar messbar, tragen jedoch kaum relevant zur täglichen Nährstoffversorgung bei.

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Kalorien sparen mit Dattelsirup: Ist das möglich? Dattelsirup schmeckt etwas intensiver als Haushaltszucker und wird dadurch häufig sparsamer dosiert. Gleichzeitig liefert er etwas weniger Energie: Während Haushaltszucker rund 400 Kilokalorien pro 100 Gramm enthält, sind es beim Dattelsirup etwa 310 Kilokalorien. In der Praxis bedeutet das: Wer aufgrund der intensiveren Süßkraft tatsächlich weniger Dattelsirup verwendet als Haushaltszucker, nimmt geringfügig weniger Kalorien zu sich.

Vor- und Nachteile von Dattelprodukten

Vorteile: Karamellgeschmack, geringe Mineralstoffe ; Natürliche Herkunft; enthalten geringe Mengen Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe; hohe Süßkraft; gute Löslichkeit in kalten und warmen Speisen. Nachteile: Hoher Fruktose-Anteil in einigen Dattelprodukten, hohe Leberbelastung bei größeren Mengen. Kann bei regelmäßigem hohen Konsum Triglyceride im Blut erhöhen und Insulinresistenz fördern. Kalorienreich. Kein physiologischer Vorteil gegenüber Zucker, eher ungünstiger. Durch Verarbeitung zu Sirup gehen viele der ursprünglichen Begleitstoffe verloren oder sind nur noch in sehr geringen Mengen vorhanden.

Beim Zuckeralternative-Vergleich zeigt sich: „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch gesünder. Sirup, Honig, Agave und Dattelprodukte sind keine gesünderen Alternativen zu Zucker - sie sind lediglich Zucker in anderer Form, oft mit schnellerer Aufnahme und höherer Fruktosebelastung. Besonders Agavendicksaft und Dattelsirup sind aufgrund ihres extrem hohen Fruktosegehalts sogar deutlich problematischer für die Leber.

Wirkung im Körper - was passiert nach dem Verzehr?

Für den Körper ist Zucker Zucker - unabhängig davon, aus welcher Quelle er stammt. Nach dem Verzehr von Dattelsirup steigt entsprechend der Blutzuckerspiegel an, was eine Insulinausschüttung auslöst. Dieser Anstieg fällt etwas geringer aus als bei Haushaltszucker, da der sogenannte glykämische Index niedriger ist. Vereinfacht gesagt: Der Zucker aus Dattelsirup gelangt etwas langsamer ins Blut als jener aus Haushaltszucker. Der Unterschied ist jedoch nicht groß, und ein langanhaltendes Sättigungsgefühl sollte man daraus nicht ableiten.

Enthalten Datteln viel Fruktose? Datteln und Dattelprodukte enthalten viel Fruktose. Fruktose hat einen niedrigen glykämischen Index, was bedeutet, dass sie den Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen lässt als raffinierter Zucker. Allerdings hat Fruktose in großen Mengen ungünstige Auswirkungen auf die Gesundheit. Fruktose wird in der Leber verstoffwechselt, wo es als Fett eingelagert wird. Dies kann zu einer Leberbelastung führen: Ein übermäßiger Verzehr von Fruktose ist nicht gesundheitsförderlich.

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Verträglichkeit und Nebenwirkungen

Zu ungesund, zu kalorienreich oder zu belastend für den Blutzuckerspiegel - es gibt viele gute Gründe, auf die nächste Prise Zucker zu verzichten. Dattelsirup ist zwar ein klein wenig besser als raffinierter Zucker, weil er ein paar Mineralstoffe enthält, aber er ist kein echtes Superfood. Durch die Verarbeitung zu Sirup gehen viele Ballaststoffe verloren; für die Darmgesundheit sind vor allem Ballaststoffe entscheidend - diese finden sich in ganzen Datteln, im Sirup jedoch kaum noch. Statt den Darm zu unterstützen, kann der enthaltene Fruchtzucker bei empfindlichen Personen sogar Blähungen oder Durchfall verursachen.

Anwendung in Küche und Backen

Dattelzucker kann grundsätzlich ähnlich wie normaler Zucker verwendet werden. Dattelzucker ist prinzipiell zu verwenden wie Haushaltzucker, jedoch löst er sich in Flüssigkeiten nicht so gut auf. Dattelsüße ist also eher weniger gut zum Süßen von Getränken geeignet, hier wäre Dattelsirup ggf. besser. Die Süßkraft von Dattelzucker ist zwar etwas geringer als die von Haushaltszucker, aber wir empfehlen ihn trotzdem erst mal 1:1 auszutauschen. Wer Dattelzucker im Backen verwendet, profitiert vom angenehmen karamelligen Aroma: Kekse, Schlagsahne oder Kuchen mit Dattelzucker direkt noch ein bisschen leckerer schmecken.

Dattelzucker im Glas neben Backzutaten

Praktische Tipps und Alternativen

Wer sich gesundheitsbewusster ernähren möchte, aber trotzdem gern ab und zu mal etwas Süßes naschen möchte, kann bei Zauber der Gewürze 100% Dattelzucker kaufen. Wo kann man Dattelzucker kaufen? Im Handel findest du z.B. Dattelsüße von Rapunzel (z.B. Dattelzucker von Govinda (z.B. In gut sortierten Supermärkten wie Edeka und Rewe könntest du je nach Sortiment auch fündig werden. Bei dm, in Bioläden und im Reformhaus hast du aber die besten Chancen.

Es stehen mehrere Dattelzucker Alternativen zur Auswahl. Wer es einfach nur süß haben möchte, kann Braunen Zucker verwenden. Auch dieser verfügt über ein leichtes Karamell-Aroma. Eine weitere Alternative ist es, Kokosblütenzucker statt Dattelzucker zu verwenden. Dieser enthält ebenfalls eine ähnliche Karamellnote wie der Dattelzucker und ist etwas gesünder als der Standard-Zucker, denn Kokosblütenzucker hat einen geringeren glykämischen Index von 40 statt der 70 wie bei herkömmlichem Zucker. Gleiches gilt für Palmzucker statt Dattelzucker.

Zu verwenden als Zuckerersatz gibt es auch Birkenzucker (Xylit) und Erythrit: Unser finnisches Xylit aus Holz (Birkenzucker) besitzt die gleiche Süßkraft wie Zucker und sieht auch genauso aus, hat aber 40 % weniger Kalorien. Es kann Zucker vollständig ersetzen beim Süßen und Backen. Xucker Premium ist gut löslich in warmen und kalten Getränken und Speisen. Erythrit ist leicht löslich und von allen Zuckeralkoholen am besten verträglich, da es fast vollständig unverändert ausgeschieden wird. Vor allem Diabetiker schätzen seine absolut blutzuckerneutralen Eigenschaften. In der Regel ist Erythrit praktisch kalorienfrei, zahnfreundlich und für Diabetiker geeignet.

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Wissenschaftliche und ernährungsmedizinische Einschätzung

Aus ernährungsmedizinischer Sicht sollten natürliche Süßquellen dennoch bewusst und in Maßen eingesetzt werden. Sie sind kalorienreich und beeinflussen den Blutzuckerspiegel deutlich. Das bedeutet: Auch Honig, Dattelsirup & Co. sollten sparsam verwendet werden. Für die Gesundheit ist nicht entscheidend, womit gesüßt wird, sondern wie viel Zucker insgesamt verzehrt wird. Wer seinen Zuckerkonsum reduziert, entlastet Blutzucker- und Insulinspiegel und unterstützt damit langfristig die eigene Gesundheit.

Yasmin Flohr ist zertifizierte Ernährungsberaterin und Fitnesstrainerin, die insbesondere Frauen mit Lipödem individuell bei einer Ernährungsumstellung begleitet. Daniela Krehl, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern, betont: „Dattelsirup ist zwar ein klein wenig besser als raffinierter Zucker, weil er ein paar Mineralstoffe enthält, aber er ist kein echtes Superfood.“

Vergleich Dattelzucker vs. Haushaltszucker - Ernährungscheck

Kurzer Überblick in Tabellenform

Produkt Kalorien /100 g Süßkraft vs. Zucker Glykämischer Index (ca.) Besonderheiten
Haushaltszucker ~400 kcal 100% ~70 Stark verarbeitet, hoher Zuckergehalt
Dattelzucker ~300 kcal 50-80% ~55 Enthält Ballaststoffe und Spuren von Mineralstoffen, löst sich schlechter
Dattelsirup ~310 kcal ~120-150% (intensiver Geschmack) ~30-50 Weniger Ballaststoffe, stärker verarbeitet als ganze Datteln
Xylit (Birkenzucker) ~240 kcal ≈100% ~7-13 40% weniger Kalorien, zahnfreundlich, für Hunde giftig
Erythrit ~0 kcal ~70% 0 Blutzuckerneutral, gut verträglich, abführend bei zuviel Konsum möglich

Praxis-Tipp

Wer Dattelzucker einsetzen möchte, kann ihn in Backwaren, Desserts, über Naturjoghurt oder Müsli verwenden. In Flüssigkeiten löst sich Dattelzucker schlechter; hier eignet sich Dattelsirup eher. Und: Datteln sind auf jeden Fall gesünder als Zucker, dennoch handelt es sich beim Dattelzucker um Zucker und er sollte daher ebenfalls sparsam eingesetzt werden.

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