Schokolade mit rosa Verpackung: Bedeutung, Herkunft und bekannte Marken

Schokolade wird jetzt pink! Die neue Schokolade ist nicht eingefärbt, sondern erhält ihren poppigen Ton durch die Ruby-Kakaobohne, die diese natürlichen Pigmente mitbringt - und einen fruchtigeren, leicht säuerlichen Geschmack. Die ungewöhnliche Farbe ist natürlich ein Hingucker und reizt viele Leute zum Kauf, die ansonsten das Produkt nicht gekauft hätten.

Was ist Ruby-Schokolade?

Seit September ist bekannt: In Zukunft wird es neben Weißer, Bitter- und Vollmilchschokolade vermutlich einen vierten Schokoladentyp mit Namen Ruby geben. Ruby Schokolade ist anders als alle anderen Schokoladensorten. Ruby Schokolade - ab wann in unserem Supermarktregal? Die Antwort vorweg: Es gibt sie schon! Die Ruby-Kakaobohne sorgt für Farbe und Geschmack. Vorneweg: Die Ruby Schokolade erhält ihren Hauch von Rosa nicht durch künstliche Farbstoffe, sondern aufgrund der natürlichen Pigmente der Ruby-Kakaobohne.

Die Übersetzung des englischen Wortes lässt aufhorchen und verwundert am Kinn kratzen: rubin- bzw. weinrote Schokolade? Was soll daran neu sein, Farbstoff in Weiße Schokolade rein und fertig. Aber nein, da sind wir auf dem Holzweg. Der Entdecker der Weltneuheit Ruby Schokolade, der Schokoladengigant Barry Callebaut, versichert: Keine Farbstoffe, keine Aromen, keine Zusätze.

Entdeckung und Forschung

Vor 14 Jahren machte ein Forscher beim Schweizer Schokoladengroßkonzern Barry Callebaut eine folgenschwere Zufallsentdeckung, die noch zehn Jahre schlummerte, bevor sie wieder ausgegraben und in der Folge eifrig untersucht wurde. Entdeckt wurde die rosa Kakaobohne durch Zufall: Ein Team aus Schweizer Forscher:innen untersuchte für den weltgrößten Kakao- und Schokoladenhersteller Barry Callebaut Kakaofrüchte aus verschiedenen Anbauregionen. Dabei stießen sie auf rosafarbene Kakaobohnen, die einen fruchtigeren Geschmack aufwiesen.

Über ein Jahrzehnt lang arbeiteten die Forscher des Schweizer Chocolatier-Lieferanten Barry Callebaut mit der Bohne, bis ein neuer Schokoladentyp daraus entstand. Nach mehreren Jahren Forschungsarbeit entwickelte man spezielle Verfahren, dank derer die Bohnen auch nach der Fermentierung und Röstung noch ihre charakteristische pinke Farbe aufwiesen. Seither sind die Ruby-Bohnen, die bis dahin achtlos im Kakao-Mix untergegangen waren, sehr begehrt, denn die Bäume, die ihre Früchte tragen, sind nicht allzu verbreitet.

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Herstellungsgeheimnis und Verarbeitungsprozess

Der genaue Herstellungsprozess der Ruby-Schokolade ist ein gut gehütetes Geschäftsgeheimnis. Da die Rezeptur streng geheim ist, gehen Chocoholics davon aus, dass die Farbe während der Verarbeitung der Bohnen entsteht. Im Rohzustand sind Kakaobohnen leicht pink, erst durch die Fermentierung werden sie dunkel. Einige Schokoladenspezialisten vermuten, Callebaut verarbeite normale unfermentierte Kakaobohnen oder nur sehr kurz fermentierte Bohnen, denn erst durch das Fermentieren bekommt Kakao seine typische dunkle Farbe und den schokoladigen Geschmack.

Nach mehreren Jahren Forschungsarbeit entwickelte man spezielle Verfahren, dank derer die Bohnen auch nach der Fermentierung und Röstung noch ihre charakteristische pinke Farbe aufwiesen. Zudem mengen Hersteller:innen den Bohnen Zitronensäure bei. Auch dies soll helfen, die Farbe zu erhalten. Bei der sogenannten Ruby-Bohne handelt es sich allerdings nicht um eine spezielle Kakaobohnensorte. Stattdessen kommen auch hier traditionelle Sorten wie Criollo, Trinitario und Forrastero zum Einsatz.

Herkunft der Bohnen

Sie stammen aus den Kakaoanbauregionen Brasiliens, Ecuadors, Ghanas und der Elfenbeinküste. Diese werden vom Hersteller weltweit zusammengetragen und in einem speziellen, geheimen Verfahren weiterverarbeitet. Mittels spezieller Testverfahren muss man feststellen, ob sich die jeweiligen Bohne für Ruby-Schokolade eignen.

Ruby-Kakaobohnen auf Plantage

Geschmack und Einsatzmöglichkeiten

Geschmacklich zeichnet sich die Schokolade durch ihre frische säuerliche Note aus und schmeckt beerig-fruchtig. Die Ruby-Schokolade präsentiert sich vor allem durch ihre intensiv fruchtige Note. Die Süße wird sanft von sauren Nuancen durchbrochen, und einige Genießer ziehen Vergleiche mit dem Geschmack von Waldfrüchten heran. Manche bezeichnen den Geschmack auch als blumig. Am Gaumen ist sie besonders cremig und zartschmelzend.

Anders als viele vermuten, ist ihre charakteristische Farbe kein Ergebnis von künstlichen Zusätzen oder Farbstoffen. Die Ruby-Schokolade überrascht nicht nur mit ihrem delikaten Geschmack, sondern auch mit ihrem ansprechenden Aussehen und der auffälligen rosa Farbe. Verwenden kannst du die Schokolade wie herkömmliche Sorten - sie eignet sich sowohl zum Naschen als auch zum Schokolieren, für leichte Mousse-Desserts oder als Backzutat.

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Praktische Verwendungsideen

  • Ruby Schokolade pur genießen: Besonders gut kommt der Geschmack zur Geltung, wenn Du sie pur verwendest.
  • Als Topping oder untergerührt: Die farbenfrohen Drops machen sich toll in Frühstücksmüsli, Früchtejoghurt oder als Topping für Bowls.
  • Als Glasur für Kuchen und Gebäck: Rosa Glasur für Donuts, Muffins oder Kuchen; besonders hübsch in Kombination mit dunkler oder weißer Schokolade.
  • Als feine Creme: Geschmolzen lässt sie sich gut in Joghurt, Quark oder Sahne unterrühren und zu Cremes verarbeiten.
  • Heiße Ruby Schokolade: Fein geraspelt löst sie sich schneller in der Milch auf und ergibt ein farbenfrohes Heißgetränk.

Allerdings geht die rosa Farbe der Ruby Schokolade merkbar zurück, sobald Du sie mit anderen Zutaten vermengst. Sollte es Dir vor allem um die besondere Farbe der Schokoladensorte gehen, kannst Du z. B. Himbeeren oder Himbeerpulver hinzugeben, um den Farbverlust auszugleichen. Durch ihren säuerlich-fruchtigen Geschmack harmonieren so gut wie alle Beerensorte sowie Kirschen mit Ruby Schokolade.

Ruby-Schokoladendrops als Topping auf Dessert

Marken, Verfügbarkeit und Produkte

Nachdem die Innovation Ruby Schokolade im vergangenen September in Shanghai präsentiert wurde, spekulierte man, dass es noch lange dauern werde, bis eine Produktneuheit diesen Kalibers auf den Markt eingeführt werden würde. Ein weiterer Stolperstein schien die Tatsache zu sein, dass Callebaut als Hersteller und Belieferer anderer Schokoladenhersteller selbst keine Endprodukte produziert. Doch weit gefehlt, der Weltkonzern Nestlé stand scheinbar schon auf der Matte und in den Startlöchern.

Nur vier Monate nach der Vorstellung brachte der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern seinen beliebten Schokoladensnack KitKat im Januar 2018 in einer Edition Sublime Ruby heraus. Bisher gab es "Ruby" nur auf dem japanischen Markt, doch bald kommt sie in limitierter Auflage nach Deutschland: in Form eines "Kitkat"-Riegels. Der Lebensmittelkonzern Nestlé bringt jetzt die „Kitkat“-Edition „Ruby“ als Riegel mit vier statt zwei Fingern auf den Markt. Sie ist im traditionell experimentierfreudigen Japan bereits erfolgreich gestartet. Erhältlich sein wird die "Kitkat"-Editon nur bei Rewe.

Beim Einkauf stolperte ich unlängst über eine rosa Verpackung mit KitKat-Riegeln. KitKat-Riegel sind jetzt nichts besonderes, und ich hätte sie wahrscheinlich auch nicht gekauft, wenn ich mir die Verpackung nicht genauer angesehen hätte.

Nur Chocolatiers und andere Hersteller können bei Callebaut die Ruby-Schokolade kaufen, die Ruby-Bohnen sind unverkäuflich. Die in unserem Angebot erhältliche Ruby-Schokolade stammt aus Belgien. Unsere Ruby-Schokolade ist verfügbar in verschiedenen Varianten, darunter mit Pistazien, Himbeeren, getrockneten Blütenblättern und sogar essbarem Blattgold verfeinert, verspricht eine köstliche Reise der Geschmackssinne.

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KitKat Ruby Riegel in rosa Verpackung

Kritik, Skepsis und Marketing-Diskussion

Unter Schokoladen-Experten herrschte angesichts der Produkt-Einführung der Ruby-Schokolade nicht nur Euphorie, sondern auch deutliche Skepsis. Der Vorwurf lautet, dass es sich eher um einen Marketing-Hype als um eine echte Schokoladen-Innovation handelt. Was nicht nur mich stutzig macht, ob das Ganze nicht ein riesiger Marketinggag ist (wie im vergangen Jahr die Einhornschokolade von Ritter Sport). Ein großer Schwindel, um noch mehr Geld zu verdienen, als ohnehin schon.

Schnell kam der Verdacht genetischer Manipulationen auf, was vom Konzern aber ebenfalls dementiert wurde. Was genau es war und wie es sich reproduzieren lässt, ist ein großes Firmengeheimnis. Aufgrund des Patents und der Zutatenliste kann man aber davon ausgehen, dass Callebaut die Kakaobohnen nicht oder zumindest nur sehr kurz fermentiert. Dies sorgt vermutlich dafür, dass die natürliche rötliche Farbe der Bohnen erhalten bleibt. Insgesamt könnte man also sagen, dass Ruby-Schokolade eher eine technologische Innovation als ein echte neue Art von Lebens- oder Genussmittel darstellt.

Ich finde, sie schmeckt wie säuerliche weiße Schokolade. Und wenn man mal einen Blick auf die Inhaltsstoffe wirft, stehen da unter anderem Aromen und Zitronensäure. Wenn man Rote-Bete-Saft und weiße Schokolade mischen würde, bekäme man wahrscheinlich auch die rosa Farbe hin. Insofern ist die Erfindung dann doch nichts weltbewegend Neues.

Zusätzliche Produktinformationen (Datenübersicht)

Eigenschaft Angabe
Hauptbestandteil Kakaomasse (47%)
Milchgehalt 26%
Herkunft der Bohnen Brasilien, Ecuador, Ghana, Elfenbeinküste
Geschmack beerig-fruchtig, säuerlich-frisch
Bekannte Marken/Produkte Barry Callebaut (Lieferant), Nestlé KitKat Ruby
Verfügbarkeit zunächst Japan, Südkorea; limitierte Editionen in Europa
Herstellung und Geschmack von Ruby-Schokolade (Erklärvideo)

Was bleibt zu beobachten?

Blick in die fernere Zukunft: Wird Ruby Schokolade bald als vierte Standard-Schokoladensorte im Portfolio jeden Herstellers auftauchen? Vermutlich nicht. Zwar hat sich Callebaut die Marke Ruby nicht schützen lassen, doch aufgrund der komplizierten Rohstoffbeschaffung sowie der nötigen Forschungsarbeit steht der Konzern auf weiter Flur allein da. Da es sich bei Ruby Schokolade um eine Weltneuheit handelt, gibt es in der Küche noch viel zu testen und tüfteln.

Die Ruby-Schokolade hat als jüngstes Mitglied der Schokoladenfamilie bereits einen festen Platz in den Herzen von Süßigkeitenliebhabern erobert und provoziert gleichzeitig hitzige Diskussionen - zwischen echtem Innovationsjubel und kritischer Skepsis gegenüber dem Hype.

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