Schokolade mit dem roten Drachen: Bedeutung und Herkunft

Ein Genussmittel, das derart die Sinne verzaubert wie Schokolade, ist über die Zeit - wie sollte es anders sein - auch immer wieder zum Stoff von Legenden und Mythen geworden. Vor über dreitausend Jahren begann in Südamerika die Geschichte des Kakaos und der Schokolade. Schokolade ist heutzutage das wohl bekannteste Produkt, welches aus den Samen des Theobroma cacao, des Kakaobaumes, hergestellt wird. Dazu gewinnt man aus der Kakaobohne in einem langwierigen, komplexen Verfahren Kakaomasse, welche schließlich zu Kakaobutter und Kakaopulver weiterverarbeitet wird. Durch Kombination mit weiteren Zutaten, wie zum Beispiel Milchprodukte und Zucker, entsteht schließlich das, was wir als Schokolade kennen - und lieben.

Ursprünge: Kakao in Mesoamerika

In Kultur und Religion spielten die Pflanze und ihre Früchte eine maßgebliche Rolle für die Völker Mesoamerikas, bezogen auf große Teile der modernen Staaten El Salvador, Costa Rica, Guatemala, Mexiko, Nicaraugua, Honduras und Belize. Diese waren einst Schauplatz von Hochkulturen wie die Nahua (z.B. Azteken und Tolteken) und die Maya, um nur einige zu nennen. Archäologisch nachgewiesene Rückstände von Kakao an Behältnissen von um 1000 v. Chr. unterstützen die Annahme einer Domestizierung der Pflanze mindestens ab dieser Zeit.

Der Name xocoátl, welchen die Azteken dem aus den Kakaobohnen bereiteten Getränk gaben, leitet sich von den Worten xócoc, also ‚bitter‘, und atl, ‚Wasser‘ ab. Probiert man einmal eine Prise von ungesüßtem Kakaopulver, ist der Grund dafür offensichtlich. Während wir dieses und andere Kakaoprodukte jedoch einfach im Supermarkt erstehen können, war der Anbau, Besitz und besonders Konsum von Kakaobohnen damals von großem Prestige. Innerhalb der Hochkulturen Mesoamerikas galt der Besitz von Kakao als Zeichen von Reichtum, Macht und Herrschaft.

Manche dieser Zeugnisse enthalten durchaus interessante Berichte und Nützliches. Der königliche Leibarzt und Naturalist Francisco Hernández unter Philip II von Spanien befand sich zwischen 1572 und 1577 in Mexiko, um medizinische Pflanzen zu finden und zu untersuchen. In dem Werk Historia natural de la Nueva España, welches er während seines Aufenthaltes schrieb, behandelt er mehr als tausend Pflanzenarten und liefert sogar ein Kakaorezept, wie es die Azteken zubereitet haben sollen. Er gibt drei Pflanzenprodukte an, welche traditionell genutzt worden seien, um die Aztekischen Kakaogetränke zu würzen: Die hueinacaztli Blume (Cymbopetalum penduliflorum), welche einen pfeffrigen Geschmack liefert; die tlilxochitl Bohne (Vanilla planifolia), also die berühmte Vanille, und die mecaxochitl Blume, eine Verwandte des schwarzen Pfeffers. Diese Kombination soll höchst anregend und belebend wirken.

Götter, Rituale und Rote Mixturen

Die Kulturen Mesoamerikas verehrten die Natur. Alle Arten von Pflanzen, Tieren und Früchten hatten einen Platz in ihren spirituellen Vorstellungen und deren Symbolen. Fruchtbarkeit und Nährung, Wandlung und Transformation, Leben und Tod und deren Opferung. Diese Völker, wie so viele andere, richteten ihre Blicke gen Himmel zu den Sternen, in denen ihre Götter ebenso wohnten wie in der Erde, und sie bauten Pyramiden und Tempel, um ihnen näher sein zu können. Der Kakao erhielt dabei einen besonderen Status.

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In der Ikonografie der mesoamerikanischen Völker findet sich eine Reihe komplexer Assoziation mit dem Kakaobaum und seinen Früchten. Manchmal als außerweltlicher, heiliger Baum dargestellt, wird er mit Herrschergeist, die daraus hergestellten Kakaogetränke mit Blut in Verbindung gebracht. Der rote Lebenssaft galt als bedeutsames Opfer. Mit den Göttern in Kontakt zu treten, Rituale und Opferungen durchzuführen, oblag den Priestern und Herrschern. Mit ihnen als Mittler zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen brachten besonders letztere sowie andere Personen der Elite den Göttern ihr Blut und das ihrer Gefangenen dar.

Diverse rituell zubereitete Kakaogetränke mit ihrem belebenden Charakter, welche durch Pflanzenstoffe wie Annatto oft rot gefärbt wurden, galten als ähnlich wertvolle Gabe. Manche dieser Mixturen reicherte man mit Gewürzen und anderen Pflanzen an, die ihnen tiefgreifende halluzinogene Wirkungen verliehen. Wurden diese dann bei den heiligen Ritualen getrunken, versetzten sie die Konsumierenden in ekstatische Rauschzustände, welche es ihnen ermöglichen sollte, Botschaften und Visionen der Götter zu erhalten. Dem aztekischen Herrscher Moctezuma II wird sogar nachgesagt, er habe Kakao in rauen Mengen zu sich genommen, bis zu fünfzig Mal am Tag.

Legenden: Götter, Prinzessinnen und der rote Drache

So besagt eine Legende, dass der aztekische Menschengott Quetzalcoatl in das verlorene Paradies zu den Kindern des Sonnengottes gelangte. Er fand dort auch die Samen der Kakaopflanze und brachte sie mit in die Menschenwelt. Er pflanzte sie an und entdeckte die belebende Wirkung des Kakaos. Ebenfalls von den Azteken stammt der Mythos über eine Prinzessin, die tapfer das Versteck eines bedeutsamen Schatzes vor feindlichen Eroberern geheim hielt. Selbst unter der Folter blieb sie standhaft und gab das Geheimnis nicht preis, woraufhin sie getötet wurde.

Vier interessante Geschichten rund um Kakao und Schokolade stellen wir euch im folgenden Beitrag vor, die sich einerseits um die Ursprünge der Schokolade und andererseits um deren mysteriöse Inhaltsstoffe drehen. Willkommen zum Auftakt unserer Reihe "Verrücktes aus der Schokoladenwelt", in der wir euch immer wieder Wunderliches und Seltsames rund um unsere Lieblingssüßigkeit berichten werden.

Antike Keramik mit Kakaospuren

Mythen und Missverständnisse: Blut und Kakerlaken

Diese Urban Legend über Schokolade ist schon vielen begegnet: Inhaltsstoff Rinderblut! Immer wieder geistern auch Berichte durch die Boulevardpresse, die diese Ungeheuerlichkeit angeblich belegen. Der Grund für das weit verbreitete Gerücht sind vermutlich Experimente mit Blut als Ersatzstoff für die teuren Rohstoffe in der Schokolade. So wurde in der ehemaligen DDR eine billigere und unabhängigere Produktion von Schokolade angestrebt. Auch gab es immer wieder Patentanmeldungen von Schokoladenprodukten, die Blut enthielten, aber niemals bewilligt wurden. Im Gegenteil: Es gibt heute klare EU-Richtlinien, welche die für die Schokoladenproduktion erlaubten Rohstoffe aufführen.

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Eine weitere skurrile Legende rankt sich um den angeblichen Fakt, dass Kakerlaken in Schokolade zu finden seien. So veröffentlichte das Journal of Alternative & Complementary Medicine 1990 einen Artikel, der behauptet, dass Kakerlaken bei der Kakaoproduktion trotz Hygienemaßnahmen nicht aus den Bottichen ferngehalten werden könnten. Daraufhin veröffentlichte die amerikanische Behörde für Nahrungsmittel und Medikamentenüberwachung eine Richtlinie, die vorsieht, dass Kakerlaken in Schokolade einen Anteil von vier Prozent nicht übersteigen dürfen.

Von der Neuen Welt in die Alte: Europa und Industrialisierung

Bereits Christoph Kolumbus soll die ersten Kakaobohnen mit nach Europa gebracht haben, was jedoch nur wenig Aufmerksamkeit erhielt - man wusste nichts mit ihnen anzufangen. Es war Hernán Cortés, mit dem der Kakao in Europa Einzug hielt. Man lernte schnell, wie die Bohnen zu verarbeiten waren und dass das Produkt ohne süßende Zugaben wie Zucker oder Honig für die europäischen Gaumen ungenießbar waren. Kakao war ein Luxusgut, welches sich auch hierzulande lediglich die Oberschicht leisten konnte, und erfreute sich solch enormer Beliebtheit, dass er schließlich zum Geschäft wurde. Chocolatiers, Hoflieferanten, Cafés und schließlich Fabriken schossen in ganz Europa aus dem Boden.

In Europa wandelte sich der Kakao vom Luxusgut zum Massenprodukt, dessen Hauptanbaugebiete mittlerweile in Westafrika liegen. Seit einer ganzen Weile werden Stimmen wie Fairtrade laut, welche die möglichst billigste Massenproduktion und die damit einhergehende Ausbeutung der Kakaobauern anprangern. Fair gehandelter Kakao mit hohen Qualitätsstandards soll sowohl für ein existenzsicherndes Einkommen der Produzenten sorgen als auch einen bewussteren Konsum der Verbraucher fördern.

Kakaobohnen-Verarbeitung: Röstung und Conchieren

Herstellung und Kunst: Vom Rohstoff zur Tafel

Die Herstellung von Schokolade ist durchaus komplex. Am Anfang steht das Rösten der Kakaobohnen, danach das Mahlen. Durch die Reibungswärme schmilzt die Kakaobutter und es entsteht eine dicke Kakaomasse, die Grundlage einer jeden Schokolade. Was jetzt geschieht liegt ganz in der Hand des Chocolatiers. Denn je nach Rezept werden der Kakaomasse nun edle Gewürze wie Vanille, Kardamom, Ingwer, Chili oder Zimt zugemischt, Rüben-, Rohr-, unraffinierter Vollrohrzucker oder Zuckerersatzstoffe, Milchpulver, Nüsse und was das Rezept sonst noch besagt. Ist alles miteinander vermischt, schmeckt das Ergebnis erstmals noch sehr sandig auf der Zunge. Deshalb kommt jetzt das Walzen bzw. das Conchieren ins Spiel. Letzteres sorgt für den wahrlich samtigen Schmelz. Conchieren bedeutet, ob per Hand oder maschinell, die Schokoladenmasse bestens zu kneten und zu versalben. Dadurch entsteht Reibungswärme, die Kakaobutter schmilzt und umhüllt alle Zutaten. Der unvergleichliche Schmelz und das volle Aroma der Schokolade erreichen deshalb erst beim Conchieren Perfektion. Anschließend folgt das sogenannten Temperieren, das in einer ganz bestimmten Temperaturkurve erfolgen muss. Die Schokolade wird von 45 Grad auf 28 runter temperiert. Danach noch mal kurz auf knapp über 30 Grad erhitzt.

Schokolade als Kulturgut: Museen, Literatur und Film

Tatsächlich ist Schokolade so beliebt, dass es ganze Museen, Zeitschriften und Messen gibt, die sich ihr widmen. Es gibt Schokoladenkünstler - zum Beispiel den Pariser Chocolatier Patrick Roger - die riesige Skulpturen daraus kreieren. Andere inspiriert sie zu literarischen Werken wie “Les Mangeuses de Chocolat” (Die Schokoladenesserinnen) von Philippe Blasband: Drei Schokoholiker finden sich zusammen, um in einer Gruppentherapie von der Schokolade loszukommen - natürlich erfolglos! Der im Jahr 2000 gedrehte Film ‚Chocolat‚ mit Johnny Depp und Juliette Binoche zum Beispiel, in dem es hauptsächlich um die mystischen Wirkungen von Schokolade geht.

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Der US-amerikanische Schriftsteller und Karikaturist John Tullius ging sogar so weit zu behaupten: “Neun von zehn Leuten mögen Schokolade. Der Zehnte lügt.” “Die Schokolade besitzt den großen Vorzug, daß sie das Angenehme mit dem Bekömmlichen verbindet. Von welchem Genußmittel kann man das wohl behaupten? Und darum allein schon, weil sie eine Sonderstellung einnimmt, erscheint es angebracht, sich mit ihrem Wesen, ihren Eigentümlichkeiten und ihrer Wirkung auf die Menschen zu beschäftigen. Die Schokolade ist ein Produkt der Kultur und ihre Geschichte ein Bestandteil der Kulturgeschichte.” (Tornius, S. 9)

Herstellung von Schokolade: Von der Bohne zur Tafel

Gesundheit, Wirkstoffe und Mythen um Wirkung

Braunes Gold für die Gesundheit: Auch damals wusste man am Kakao zu schätzen, was die moderne Medizin im Detail festgestellt hat - seine beachtlichen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe. Reich an antioxidativen Flavoiden schützt Kakao in seiner reinen Form unsere Zellen, liefert enorm viel Calcium und Eisen. Er ist eine der höchsten pflanzlichen Magnesiumquellen und fördert somit die Gehirnleistung; zudem wirkt Magnesium krampflösend und entspannend. Ein wahres Superfood!

Neben diesen fantastischen Eigenschaften wird Kakao ebenfalls eine aufmunternde und sogar aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Kakao gewisse Neurotransmitter enthält, welche für die Ausschüttung von Endorphinen sorgen. Diese können schmerzstillend und aufmunternd wirken. Kurz gesagt - Kakao kann enorm die körperliche und geistige Leistung sowie das Wohlbefinden steigern. Zucker ist der Treibstoff unseres Gehirns. Er stimuliert die Umwandlung von Tryptophan, einem Bestandteil der Schokolade, in das Glückshormon Serotonin. Schokolade könnte also aufgrund ihrer Inhaltsstoffe tatsächlich „glücklich“ machen. Jedoch reicht die Menge an Tryptophan nicht wirklich aus bzw. man müsste Unmengen Schokolade essen, um einen nachweisbaren Serotonin-Anstieg zu erreichen. Dasselbe gilt auch für den ähnlich wirkenden Wirkstoff Theobromin, der mit Koffein verwandt ist und anregend wirkt. Aber auch hier ist die in Schokolade enthaltene Menge viel zu gering.

Soziale und ökologische Probleme

Die Produktion und der Konsum von Schokolade gehen mittlerweile Hand in Hand mit dem Problem der Kinderarbeit und den unwürdigen Arbeitsbedingungen der Kakaobauern, mit der Abholzung der Regenwälder, aber auch mit Massenproduktion und Übergewicht. Viele Schokoladenerzeugnisse enthalten mehr Zusatzstoffe und Zucker als tatsächlich Kakao und sind somit sehr weit davon entfernt, was die Azteken ursprünglich als xocoátl bezeichneten. Seit einer ganzen Weile werden Stimmen wie Fairtrade laut, welche die möglichst billigste Massenproduktion und die damit einhergehende Ausbeutung der Kakaobauern anprangern. Fair gehandelter Kakao mit hohen Qualitätsstandards soll sowohl für ein existenzsicherndes Einkommen der Produzenten sorgen als auch einen bewussteren Konsum der Verbraucher fördern.

Der rote Drache: Symbolik und Geschichte

Haben Sie sich jemals gefragt, warum die walisische Flagge ein roter Drache ziert und in welchem Zusammenhang er mit der Geschichte des Landes steht? Hier gehen wir der Legende auf den Grund und Sie erfahren, was Sie schon immer über unser Nationalsymbol wissen wollten - über die Sagen, ihre mythischen Anfänge und die heutige Bedeutung. Während Vortigerns Männer die Erde aushuben um mit dem Bau der Burg zu beginnen, fanden sie tatsächlich zwei Drachen - einen roten und einen weißen - die heftig gegeneinander kämpften. Die einen sagen, dass der rote Drache für Vortigerns Männer stand, während der Gelehrte Geoffrey of Monmouth ihn als Prophezeiung für König Artus’ Ankunft sah.

Im 5. Jahrhundert wurde es von walisischen Königen übernommen, die nach dem Rückzug der Römer aus Britannien ihre Autorität demonstrieren wollten. Für die Entstehung der modernen walisischen Flagge haben wir jedoch Heinrich Tudor zu danken. Um seine angebliche Abstammung von Cadwaladr ap Cadwallon („dem letzten König der Briten“) zu demonstrieren, platzierte er einen roten Drachen auf einem Hintergrund aus Weiß und Grün (den traditionellen Tudor-Farben) und präsentierte ihn 1485 in der St. Paul’s Cathedral nach seinem Sieg bei Bosworth gegen Richard III. Der in Pembroke geborene englische König regierte anschließend 24 Jahre lang als Heinrich VII.

Das Aussehen der Flagge von Wales unterscheidet sich deutlich von den üblichen Flaggen-Designs dieser Welt. Auf der walisischen Flagge sieht man auf weiß-grünem Grund einen roten Drachen (walisisch: Y Ddraig Goch). Der rote Drache mag auch die üblicherweise roten Trikots der walischen Fußballnationalmannschaft erklären. Der vaterlose Junge meinte also, Y Ddraig Goch, the Red Dragon, der rote Drache, der anfangs schwächer war, aber am Ende doch gewinnen sollte, stehe für die Kelten. Der Gegensatz zwischen Kelten und den „Angelsachsen“ spiegelt sich bis heute in der Sprache und Kultur wider.

Walisische Flagge mit rotem Drachen

Der Drache als nationales Emblem

Die bedeutendste Verbindung zwischen dem Symbol des roten Drachens und Wales entstand 1485, als Heinrich VII. Heinrich VII. war walisischer Abstammung und landete, nachdem er Frankreich mit einer Armee von 2.000 Mann verlassen hatte, am 7. Er machte sich seine walisische Abstammung zunutze, um Unterstützung zu sammeln und eine sichere Passage durch Wales zu erlangen. In der Schlacht von Bosworth Field traf Heinrich auf Richard III. und kämpfte gegen ihn, wonach er siegreich den englischen Thron bestieg. Nach der Schlacht trug Heinrich die rote Drachenstandarte in die St. Das moderne Erscheinungsbild der Flagge von Wales wurde in späteren Jahrhunderten weiter geformt; im Jahr 1807 wurde der rote Drache auf einem grünen Reittier als königliches Wappen von Wales angenommen, und am 11. März 1953 wurde der bereits genannte Wahlspruch Y Ddraig goch ddyry cychwyn hinzugefügt.

Archäologie und Molekularbefunde

Unsere ersten Analysen haben wir vor mehr als zehn Jahren gemacht, in Guatemala. Wir konnten nachweisen, dass die Maya bereits um 470 nach Christus herum Kakao tranken. Unsere neuen Arbeiten rücken den frühesten bekannten Kakao-Gebrauch jetzt weitere 1.000 Jahre in die Vergangenheit, bis in das Jahr 600 vor Christus. Jeffrey Hurst arbeitet beim US-amerikanischen Schokoladenhersteller Hershey. Der Biochemiker hat von Berufs wegen Ahnung von Kakao. Deswegen schickten Anthropologen der Universität Texas in Austin ihre Proben auch in sein Labor. Und zwar antike Keramik-Gefäße aus Colha, einer archäologischen Grabungsstätte im heutigen Belize, einem kleinen Nachbarland Mexikos.

Hursts Aufgabe bestand darin, mögliche Kakao-Spuren in den Gefäßen nachzuweisen: Die Rückstände waren völlig unscheinbar. So ein paar Kratzer im Inneren der Kannen. Eigentlich sahen sie aus wie Verunreinigungen mit rötlich-brauner Erde. Wir haben darin nach Theobromin und Koffein gesucht. Diese Stoffe gehören zur Gruppe der so genannten Methyl-Xanthine. Beide kommen typischerweise in Kakao vor, und Theobromin ist dabei das mengenmäßig wichtigste Methyl-Xanthin. Den pflanzlichen Biomarkern konnten selbst Jahrtausende im mittelamerikanischen Urwald nichts anhaben: Hurst wies sie tatsächlich in den Ablagerungen aus den antiken Keramik-Kannen nach. Mit Hilfe von aufwändigen Analysemethoden, die zunehmend Anwendung in der Archäologie finden. In diesem Fall waren das Massenspektrometrie und Flüssig-Chromatographie.

Aspekt Fakt / Legende
Ursprung Südamerika / Mesoamerika, Domestizierung mindestens ab 1000 v. Chr.
Kulturelle Rolle Opfer, Ritualgetränk, Währung, Prestige
Mythen Quetzalcoatl, Prinzessinnen, rituelle Blutmixturen
Moderne Probleme Kinderarbeit, Abholzung, Massenproduktion
Archäologie Molekulare Nachweise (Theobromin, Koffein) in Gefäßen

Rezepte, Rituale und Alltag

Die Zubereitung damals war aufwändig und mit viel Handarbeit verbunden. Allerdings war es vom Kakao zur Schokolade noch ein weiter Weg. Kakao war viele Jahrhunderte lang nur den Wohlhabenden vorbehalten. Erst die Industrialisierung half dabei das neue Produkt auch für eine Vielzahl von Verbrauchern zugänglich zu machen. In Deutschland wurde als erstes 1806 die Halloren Schokoladenfabrik in Halle an der Saale gegründet, 1839 eröffnete Franz Stollwerck in Köln. Leonard Monheim produzierte in Aachen 1857 die erste Tafelschokolade. Daniel Peter erfindet 1875 in der Schweiz die Milchschokolade.

Ist Schokolade ein Aphrodisiakum? Wer den Film Chocolat gesehen hat, der kennt noch eine andere Wirkung von Schokolade: die aphrodisierende. So kommt diese ganz besonders ins Spiel, wenn man edle Bitter-Schokolade mit scharfem Chili mischt. Denn Chili ist der absolute Scharfmacher unter den Gewürzen. Seine Wirkung: Chili soll die Blutfüllung der Sexualorgane verstärken. Zusätzlich werden Glückshormone freigesetzt. Zubereitung: Milch aufkochen und Schokolade grob hacken. 2 Chilischoten längs halbieren und die Kerne entfernen, Schoten fein hacken. Zucker, Schokolade und Chili in die Milch rühren, bis die Schokolade sich gelöst hat. Sahne halbsteif schlagen. Heiße Schokolade in Gläser füllen. Schlagsahne auf die Schokolade geben, mit Kakao bestäuben und mit einer Chilischote verzieren.

Sicher ist: Die Liebe zu Schokolade vereint Menschen aus alle Kulturen und Ländern. Viele Mythen ranken sich um das süße Lebensmittel und seit Jahrhunderten forscht man an verschiedenen Wegen der optimalen Verarbeitung. Schokolade ist Genussmittel und eignet sich bestens als Geschenk an sich selbst und andere liebe Menschen.

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