Schokolade gießen ohne Form — Detaillierte Anleitung zum Selbermachen

Mit dieser kinderleichten Anleitung, wie man individuelle Schokoladentafeln selber machen kann, will ich euch heute noch eine schöne Last-Minute-Geschenkidee präsentieren. Das ist zum einen ein ziemlicher Spaß, vor allem mit kleinen Kindern. Und am allerbesten: euer persönliches Schokoladengeschenk wird uuuuuuunglaublich lecker!

Warum Schokolade selber machen?

Das Ergebnis ist ein echtes Handmade-Präsent, auf das ihr stolz sein könnt. Die selbstgemachte Schokolade kann perfekt an jeden Anlass angepasst werden. Schokolade selber machen ist nicht nur kinderleicht, sondern geht auch noch blitzschnell.

Was du brauchst (Ausrüstung und Grundzutaten)

  • Kuvertüre oder Blockschokolade bzw. Kakaobutter und Kakaopulver für vegane Rezepte.
  • Backblech oder kleine Kastenkuchenform / Auflaufform, Backpapier oder Silikonformen.
  • Schüssel für Wasserbad oder mikrowellenfeste Schüssel.
  • Holzstäbchen / Gabel zum Mischen, Messer zum Hacken, Thermometer (empfohlen).
  • Toppings & Mix-Ins: Nüsse, Samen, Trockenfrüchte, Keksstückchen, Kokoschips, gepuffter Quinoa/Reis, karamellhappen, Zuckerdekor.

Schokoladenarten und Kakaoanteile

Der erste wichtige Punkt ist, dass Schokolade nicht gleich Schokolade ist. Die Schokolade zum Einschmelzen eignet sich am besten und bleibt relativ stabil. Zartbittere Schokolade hat ca. 65% Kakaoanteil und eignet sich gut für die meisten Rezepte. Schokolade mit 70-75% Kakaoanteil verwenden, ein höherer Anteil wäre bitter, es sei denn, man mag bittere Schokolade. Weiße Schokolade und Milchschokolade lässt sich manchmal schwerer bearbeiten.

Grundprinzipien beim Schmelzen

Die Kuvertüren jeweils im heißen Wasserbad oder in der Mikrowelle auf niedrigster Stufe langsam schmelzen lassen. Wenn die Schokolade in einem großen Haufen bliebe, würde sie nicht gleichmäßig schmelzen. Darum die Block- oder Schmelzschokolade in Stücke brechen. Je kleiner die Stückchen sind, umso schneller schmilzt die Schokolade.

Auf halber Leistung 1 Minute erwärmen, danach sofort durchrühren. Die Schokolade sollte an diesem Punkt nur leicht angetaut, noch nicht komplett geschmolzen sein. Den Ablauf wiederholen, bis sie komplett geschmolzen ist. Die 1 Minuten Intervalle auf halber Leistung haben einen bestimmten Grund. Wenn man immer wieder nachschaut und umrührt, ist die Chance geringer, die Schokolade zu heiß zu machen und damit zu verbrennen. Die Schokolade nicht überhitzen.

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Darauf achten, dass kein Wasser in die Schokolade kommt. Selbst ein einziger Tropfen könnte die Schokolade schon verderben. Bei der Wasserbadmethode: in den unteren Teil des Topfes genügend Wasser füllen, so dass der Wasserstand ungefähr 1 cm unter dem oberen Topf endet. Darauf achten, dass auf keinen Fall Wasser in den oberen Teil kommt. Die Schokolade darf auf keinen Fall in Berührung mit Wasser kommen. Selbst ein einziger Tropfen würde die Schokolade brüchig und klebrig machen, so dass man sie wegwerfen müsste.

Temperieren - wann und warum

Bei dunkler Schokolade (Vollmilch oder Zartbitter) die Stückchen am besten temperieren, sodass die fertige Schokolade knackt und glänzend bleibt. Temperiere Deine Schokolade richtig und kontrolliere die Temperatur mit einem Thermometer. Schokolade erst auf 45°C erwärmen, dann unter Rühren auf 27°C abkühlen lassen und dann wieder auf 30°C erwärmen. Je nach Kakaogehalt liegt die optimale Temperatur zwischen 30 und 40°C. Wenn die Schokolade eine Temperatur von 30-27°C hat und schön glänzt kannst Du sie in die Form füllen und an einem kühlen Ort 18°C aushärten lassen.

Methoden: Mit Form und ohne Form

1) Ohne Form - Bruchschokolade / Tafeln auf Backpapier

Anstelle der Silikon-Form brauchst du ein Backblech und Backpapier. Auf einem mit Backpapier ausgelegtes Backblech einfach nach Lust und Laune malen. Auf dem Backpapier verteilst du beliebig viel Schokolade. Abschließend schmilzt du die Schokolade im Ofen. Sobald die Schokolade geschmolzen ist, holst du sie aus dem Ofen. Die Schokolade zuerst ganz leicht abkühlen lassen und dann in die Ausstecher gießen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech einfach nach Lust und Laune malen. Etwas hin und her schütteln, damit eine gleichmäßige Schicht entsteht. Abkühlen oder auf der Arbeitsfläche aushärten lassen.

Bruchschokolade auf Backpapier mit Nüssen und Trockenfrüchten

2) Mit einfachen Formen: Ausstecher, Silikon, Metall

Bei den Keks-Ausstechern die mit der rundesten Form verwenden. Keks-Ausstecher aus Kunststoff oder Metall: Die Schokolade erst ganz leicht abkühlen lassen und dann in die Ausstecher gießen. Dazu ein Backblech mit Wachspapier auslegen, die Ausstecher darauf stellen und ausgießen. Variante 1: die Schokolade direkt in die Ausstecher gießen, diese dazu vorher auf ein ausgelegtes Backblech stellen. Variante 2: Ein Backblech mit Wachspapier auslegen und die Schokolade darauf gießen.

Formen verwenden: einfach die geschmolzene Schokolade direkt in saubere, ungefettete Backformen gießen. Silikon oder Metallformen sind gut, mit Kunststoff vorsichtig umgehen. Diese Formen können sich unter starker Hitze verbiegen. Jede Form leicht auf eine feste Oberfläche klopfen, damit sich Luftblasen lösen können. Alternativ kann man die Schokolade auch auf ein Backblech gießen, welches vorher mit Wachspapier ausgelegt wurde. Etwas schütteln und leicht anklopfen, damit Luftblasen entfernt werden. Anschließend in den Kühlschrank stellen.

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3) Schokoladenfiguren und große Formen

Beim Abkühlen verhärtet sich die Schokoladenhülle und zieht sich zusammen. Auf diese Weise gelangt die Schokoladenfigur aus die Form. Aber damit sich die Schokoladenhülle ausreichend zusammenzieht, muss diese ausreichend dick und fest sein. Entfernen Sie überschüssige Schokolade von der Form und lassen Sie sie mindestens zwanzig Minuten im Kühlraum ruhen. Für große Formen: stellen Sie sie mit der Öffnung nach oben in den Kühlraum.

- Bitte beachten Sie: bei mittel- bis großformatigen Figuren, empfehlen wir, Stufe 1 bis einschließlich 4 zweimal zu wiederholen, um eine Schokoladenwand zu erzielen, die dick genug ist und sich leicht aus die Form lösen lässt. Zu diesem Zweck lassen Sie die erste Schokoladenschicht nicht vollständig erhärten, damit die zweite Schicht gut haftet. Beim Abkühlen verhärtet sich die Schokoladenwand und zieht sich zusammen. Und diese Kontraktion ist entscheidend: dafür muss die Wand eine bestimmte Stärke haben.

Schokoladenfigur in Silikonform während des Abkühlens

Verzieren und Toppings

Die Toppings ggfl. kleinschneiden oder hacken. Die geschmolzene Kuvertüre in die Form gießen und mit den Toppings bestreuen. Eventuell zusätzlich mit buntem / weihnachtlichem Zuckerdekor verzieren. Die Zutaten im Rezept sind nur Vorschläge. Ihr könnt einfach eure Lieblingsschokolade mit euren Lieblingstoppings kombinieren - angefangen von klein gehackten Trockenfrüchten über Keksstückchen bis hin zu Gewürzen und Kernen.

Vorschläge: Milchschokolade mit Spekulatius-Stückchen und Knuspermüsli. Weiße Schokolade mit getrockneten Kirschen und Kokoschips. Bitterschokolade mit Macadamia-Nüssen und Karamellhappen. Die kunterbunte Variante der Bruchschokolade gefällt mir fast noch besser.

Kurzanleitung: Schritt-für-Schritt (ohne Form)

  1. Zuerst schmilzt du die Schokolade im Wasserbad. Achte dabei darauf, dass kein Wasser an die Schokolade kommt, denn sonst fängt sie an zu klumpen.
  2. Die geschmolzene warme Schokolade in ein auf Backpapier ausgelegtes Backblech gießen und nach Lust und Laune formen oder mit Schablonen arbeiten.
  3. Zum Schluss wird es kreativ: jetzt kannst du die Schokolade nach Lust und Laune verzieren. Dann kommt die Schokolade zum Aushärten circa 2 Stunden lang in den Kühlschrank.

Schnellmethode: Mikrowelle

Wir werden drei verschiedene Methoden erklären: Den schnellen und einfachen Weg - Schokolade in der Mikrowelle schmelzen, die Schokolade im Wasserbad erwärmen und in Formen gießen und einfach einschmelzen um künstlerische Garnituren zu fertigen. Die Schokolade ist sehr heiß, wenn sie aus der Mikrowelle kommt. Bei 600 W: 50 Sekunden, dann 30 Sekunden, wieder umrühren, dann 10 Sekunden bis alles geschmolzen ist. Dabei immer wieder mit dem Thermometer kontrollieren.

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Schokolade in der Mikrowelle schmelzen - kurze Demonstration

Vegane Variante (mit Kakaobutter)

Kakaobutter in Lebensmittelqualität verleiht der selbstgemachten Schokolade das gleiche Mundgefühl wie hochwertige Schokolade und kann temperiert werden. Zuerst die Kakaobutter über einem Wasserbad schmelzen und dabei häufig umrühren. Kakaopulver, Sirup und Vanilleextrakt (falls verwendet) dazugeben und mit dem Schneebesen verrühren, bis die Masse klumpenfrei ist. Die Schokoladenmischung in eine Silikonform deiner Wahl gießen und mindestens eine Stunde im Kühlschrank oder ca. 20 Minuten im Gefrierfach fest werden lassen.

Probleme und Lösungen

  • Weiße Stellen / Fettreif: Wenn die Schokolade zu schnell in den Kühlschrank gestellt wird, kann es zu weißen Stellen/Flecken auf der Schokolade kommen. Sie ist zwar genießbar, sieht aber nicht besonders schön aus.
  • Getrennte / zersetzte Schokolade: Wenn sich die Schokolade getrennt hat, körnig oder pastös geworden ist, kannst du kochendes Wasser hinzufügen. Sobald ein bestimmter Wasseranteil erreicht ist, wird sich die Masse wieder zusammenfügen.
  • Verbrannte Schokolade: Verbrannte Schokolade ist ungenießbar. Die Schokolade war schlichtweg verbrannt, wenn sie bitter schmeckt oder unangenehm.
  • Schokolade bleibt in Form kleben: Wenn die Formen abgekühlt sind und durch die kalten Temperaturen leicht dunstig aussehen, sind sie fertig. Die Form also in die Hand nehmen und vorsichtig das Papier von der Rückseite abziehen. Entnehmen Sie die Figuren vorzugsweise auf einer sauberen Oberfläche aus der Form, um weder Staub noch Schokoladenbrösel anzuziehen.

Tipps aus der Praxis

  • Immer wieder nachschauen und umrühren, ist die Chance geringer, die Schokolade zu heiß zu machen und damit zu verbrennen.
  • Wenn man nicht flexible Förmchen verwendet, die Schokolade temperieren, vor allem bei Zartbitter- oder Vollmilch-Schokolade.
  • Bei großen Formen: Die Wand der Schokolade muss dicker sein; wiederhole das Eingießen, ohne die erste Schicht vollständig aushärten zu lassen.
  • Zum Verzieren der Schokolade: Gieße die geschmolzene Mischung in die Form deiner Wahl und streu die Zutaten.

Aufbewahrung und Resteverwendung

Die Reste können in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank 2-3 Wochen oder im Gefrierschrank 3-4 Monate aufbewahrt werden. Die Reste kannst du auch wieder einschmelzen und neu verarbeiten.

Beispiele für Rezepte/Varianten (kurz)

  • Bruchschokolade: Milchschokolade + Spekulatius-Stückchen + Knuspermüsli.
  • Weiße Variante: Weiße Schokolade + getrocknete Kirschen + Kokoschips.
  • Bitterschokolade: Zartbitter + Macadamia + Karamellhappen.

Die Zutatenmengen in meinem Rezept reichen für etwa 6 Tafeln selbstgemachte Bruchschokolade. Wenn ihr selbstgemachte Schokoladentafeln zubereiten wollt, müsst ihr dafür etwa 20 Minuten Arbeitszeit einplanen sowie mindestens 2 Stunden zum Kühlen. Viel Spaß beim Testen! Und solltet ihr nach diesem Beitrag ein paar Schokoladentafeln selber machen, verratet uns gerne eure liebsten Kreationen. Wir sind gespannt!

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