Schokoladenschmuck für Weihnachtsbaum: Geschichte und Herstellung

Schokolade gehört zu Weihnachten wie der Weihnachtsbaum oder der Adventskalender, und zwar in vielen Ländern der Welt. Schon viel früher wurden Weihnachtsmänner und Nikoläuse aus Schokolade kreiert. Um das Jahr 1820, also vor rund 200 Jahren, sollen sich die ersten Konditoren an die künstlerisch herausfordernde und symbolträchtige Figur getraut haben und die ersten, manuell geformten Exemplare zum Verkauf angeboten haben. Diese waren, anders als heute, aus massiver Schokolade hergestellt.

Schokoladenfiguren im Kontext der Weihnachtsbaum-Tradition

Aber Schokolade gehört nicht nur als Figur zu Weihnachten, sie wurde auch als essbarer Baumschmuck verwendet: Äpfel, Nüsse und Zuckergebäck gehörten von Anfang an zum beliebten Baumbehang. Früher wurden dafür extra kleine Füllbehälter gebastelt: Diese sahen aus wie eine Schultüte, eine Tasche, eine Zigarre oder eine Trommel. Da hinein hat man dann kleine Leckereien gepackt wie Mandeln, Schokolade oder Zucker. Diese Täschchen durfte man als Kind dann räubern.

So war ein solcher Baumschmuck auch Leuten mit wenig Geld möglich. Manchmal wurden sogar Lebensmittel wie Käse in den Baum gehängt. Heutzutage wird der Weihnachtsbaum meist mit bunten Glaselementen (vor allem Christbaumkugeln), Nikolausfiguren, Lametta, Strohsternen, kleinen Holzfiguren sowie Süßigkeiten geschmückt. Auf die Spitze setzt man normalerweise einen Stern (in Anlehnung an den Stern von Betlehem), einen Engel oder eine Glasspitze.

Historiesche Darstellung: Kinder pflücken Naschwerk vom Weihnachtsbaum

Historischer Hintergrund: Der Weihnachtsbaum als Objekt des Schmucks

Der Weihnachtsbaum (Christbaum, Tannenbaum) ist ein geschmückter Nadelbaum, der zur Weihnachtszeit in einem Gebäude oder im Freien aufgestellt wird. Traditionelle Aufstellorte sind Kirchen und Wohnungen. Als Baumschmuck dienen meist Lichterketten, Kerzen, Christbaumkugeln, Lametta, Engels- oder andere Figuren. Auch die Christbaumständer und drumherum sind mitunter dekorativ gestaltet in Form von Miniatur-Weihnachtsdörfchen.

Der Ursprung dieses Brauchtums geht in die vorchristliche Zeit zurück. Immergrüne Pflanzen verkörpern Lebenskraft, und darum wird oft angenommen, dass die Menschen in früheren Zeiten glaubten, sich Gesundheit ins Haus zu holen, indem sie ihr Zuhause mit Grünem schmückten. Die Encyclopedia Britannica führt die Verwendung des Schmucks durch immergrüne Bäume, Kränze und Girlanden als Sinnbild des ewigen Lebens unter den alten Ägyptern, Chinesen und Hebräern an. Die Römer bekränzten zum Jahreswechsel ihre Häuser mit Lorbeerzweigen.

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Im Mithras-Kult ehrte man durch das Schmücken eines Baums zur Wintersonnenwende den Sonnengott. Im Christentum versinnbildlichte der Tannenbaum ursprünglich als „Paradiesbaum“ die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. Dafür brauchte man einen Baum, der auch am 24. Dezember noch grün war. Beim Paradiesspiel wurde wie in der biblischen Vorlage die Frucht (der Apfel) szenisch vom Baum gepflückt. Nach und nach wurde die Sitte der Stubenbegrünung auch beim gewöhnlichen Volk beliebt und dieses holte Zweige und „Dannenreisig“ ins Haus.

Verbreitung und literarische Erwähnungen

Eine der ältesten schriftlichen Erwähnungen eines Weihnachtsbaums wird ins Jahr 1527 datiert. Von 1539 gibt es wieder einen urkundlichen Beleg, dass im Straßburger Münster ein Weihnachtsbaum aufgestellt wurde. Die Zünfte und Vereine waren es schließlich, die ein immergrünes Bäumchen in die Zunfthäuser stellten. In einer zwischen 1642 und 1646 verfassten Schrift ereiferte sich der Prediger am Straßburger Münster Johann Conrad Dannhauer gegen den Brauch, in den Häusern Weihnachtsbäume aufzustellen: „Unter anderen Lappalien, damit man die alte Weihnachtszeit oft mehr als mit Gottes Wort begehet, ist auch der Weihnachts- oder Tannenbaum, den man zu Hause aufrichtet, denselben mit Puppen und Zucker behängt, und ihn hernach abschüttelt und abblühen (abräumen) lässt.“

Von Johann Wolfgang von Goethe stammt eine der ersten Erwähnungen des Weihnachtsbaums in der deutschen Literatur. In dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers (1774) besucht der Protagonist am Sonntag vor Weihnachten die von ihm verehrte Lotte und spricht von den Zeiten, da einen die unerwartete Öffnung der Türe und die Erscheinung eines „aufgeputzten Baumes“ mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln in paradiesisches Entzücken versetzte. Im Jahre 1805 wurde der Weihnachtsbaum einem großen Leserkreis dadurch bekannt, dass ihn Johann Peter Hebel in dem Lied Die Mutter am Christabend aus seinen Alemannischen Gedichten erwähnte. Am Vorweihnachtsabend 1815 stellte in Weimar Wilhelm Hoffmann für arme Kinder den weltweit ersten öffentlichen geschmückten Weihnachtsbaum auf.

Christbaumschmuck früher: Formen, Materialien und Bedeutung

Vor rund 150 Jahren liebten die Menschen vor allem bunte Tiere in ihrem Christbaum: Fische, Hunde, Dackel, Störche, Pfauen, Ziegen, Elefanten, der Fantasie waren da keine Grenzen gesetzt. Diese Tiere wurden aus Pappe gemacht: Diese war zunächst eine flüssige Masse, die in Formen gepresst wurde. Sie hießen Dresdner Pappe, weil sie hauptsächlich in Dresden hergestellt wurden. Die Kinder benutzten sie auch als Spielzeug - und sogar als Lernmaterial: Zoos gab es noch nicht, so konnten sich die Kinder früher nicht einfach so exotische Tiere anschauen.

Weihnachtskugeln aus Glas sind eher ungeplant entstanden. Für Glasbläser ist es einfach, runde Formen herzustellen. Solche glänzenden Kugeln haben sich die Menschen gerne an den Baum gehängt, so wurden Glaskugeln schnell zum Weihnachts- oder Christbaumschmuck. Später haben sich Glasbläser und Künstler überlegt, wie man auch andere Formen aus Glas machen kann.

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Begehrt war auch früher schon der Schmuck, der glitzert und funkelt - im Kerzenschein, ganz ohne künstliches Licht. Aus kleinen, gefärbten Glasperlen, die aussehen wie Omas Halskette, wurden feine Figuren geformt: Spinnen, Schiffe, Motorräder, Krabbeltiere, Krebse, Flugzeuge und Sterne. Bis in die 1950er und 60er Jahre war auch Lametta als Christbaumschmuck sehr beliebt: Das sind silbern- oder goldfarbene, feine Metallstreifen - ähnlich wie Rauschgold. Angeblich soll Lametta am Weihnachtsbaum Eiszapfen darstellen. Heute ist dieser "Glitzerkram" aus der Mode gekommen.

Von der handgefertigten Schokolade zur industriellen Herstellung von Schokoladenbaumschmuck

Wenige Jahrzehnte nach den ersten massiven Schokoladenfiguren schufen Konditoren die ersten Schokoladenhohlfiguren zur Weihnachtszeit. Doch für den Durchbruch zum Massenphänomen brauchte es die industrielle Fertigung in größeren Mengen. Dann, ab den 1950er Jahren, nahm die Erfolgsgeschichte richtig Fahrt auf und durch neue Verfahren konnte die Schokolade in verschließbare Formen gegossen werden. So entstanden die noch heute beliebten Relief-Weihnachtsmänner. Sie sind nicht hohl und zeigen ihre Struktur, wie den langen Bart, nur auf einer Seite. Die andere ist flach.

Darauf aufbauend und, eine aus Dänemark stammende Erfindung nutzend, begann in der Folge die Herstellung von Hohlfiguren, die dann geschleudert werden, so dass die flüssige Schokolade innen an der Form gleichmäßig verteilt wird. So entstehen die perfekt ausgeformten und mit vielen Details verzierten kleinen Kunstwerke. Ein Verfahren, dass auch bei Osterhasen eingesetzt wird - aber immer neu auf Basis frischer Kakaobohnen - denn aus Weihnachtsmännern werden keine Osterhasen und auch nicht umgekehrt.

Heute sind Schoko-Weihnachtsmänner aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2021 rund 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt. Knapp ein Drittel dieser besonderen Begleiter durch die Weihnachtszeit werden exportiert und erfreuen die Menschen in Europa und Übersee. Es gibt sie in vielen Größen, von Mini bis Maxi und in verschiedenen Sorten - etwa mit unterschiedlich hohem Kakaoanteil. Ihren ersten großen Auftritt haben sie am Nikolausmorgen, dem 6. Dezember, wenn die glitzernd eingewickelten Nikoläuse Groß und Klein erfreuen.

Schokoladen-Nikoläuse in verschiedenen Größen und Verpackungen

Herstellungsverfahren im Detail (aus vorhandenen Beschreibungen)

  • Manuelle Formung: Frühe, künstlerisch geformte, massive Figuren entstanden durch Handarbeit der Konditoren.
  • Gießen in verschließbare Formen: Ab den 1950er Jahren konnte Schokolade in verschließbare Formen gegossen werden, was Relief- und Halbrelieffiguren ermöglichte.
  • Hohlformen durch Schleudern: Hohlfiguren entstehen, indem die flüssige Schokolade in eine Form gegossen und geschleudert wird, sodass sich ein gleichmäßiger Innenbelag bildet.

Essbarer Baumschmuck: Praxis und Bedeutung

Äpfel, Nüsse und Zuckergebäck gehörten von Anfang an zum beliebten Baumbehang. Früher wurden dafür extra kleine Füllbehälter gebastelt: Diese sahen aus wie eine Schultüte, eine Tasche, eine Zigarre oder eine Trommel. Da hinein hat man dann kleine Leckereien gepackt wie Mandeln, Schokolade oder Zucker. Diese Täschchen durfte man als Kind dann räubern. Ein solcher Baumschmuck war auch Leuten mit wenig Geld möglich.

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So spiegelt der Brauch, essbare Dinge an den Baum zu hängen, nicht nur festliche Freude wider, sondern auch soziale und ökonomische Realitäten: simpler, erschwinglicher Schmuck für ärmere Schichten und aufwändig gestaltete Figuren für wohlhabendere Haushalte und städtische Bürger. Die Vielfalt des Baumschmucks - ob ganz bunt oder einfarbig, ob rot-golden oder kariert, glänzend oder aus schimmerndem Stroh - zeigt, dass erlaubt ist, was gefällt.

Herstellung von Hohl-Schokoladenfiguren in einer Confiserie

Verbindung von Tradition, Handwerk und Moderne

Die Geschichte des Christbaumschmucks verbindet alte Bräuche (Äpfel als Paradiessymbol, immergrüne Zweige als Sinnbild des Lebens) mit handwerklicher Fertigung (Glasbläser, Papperie, Konditoren) und moderner industrieller Produktion (serielle Gussverfahren und Schleudermethoden). Die ersten Christbaumkugeln wurden um 1830 geblasen. Lametta wurde 1878 in Nürnberg entwickelt und brachte dem Baum winterlichen Glanz.

Vor der Industrialisierung waren viele Baumschmuckstücke handgefertigt: Papp-Tierfiguren aus Dresdner Pappe, gefärbte Glasperlen zu kleinen Figuren aufgefädelt oder handgemachte Zuckerwaren. Später setzten sich industriell gefertigte Glas- und Schokoladenprodukte durch, die breite Bevölkerungsschichten erreichen konnten.

Soziale und kulturelle Aspekte

Zunächst waren Tannenbäume selten und teuer, und nur die reicheren Bevölkerungsschichten konnten sich einen Weihnachtsbaum leisten. Zunächst waren Tannenbäume selten und teuer, und nur die reicheren Bevölkerungsschichten konnten sich einen Weihnachtsbaum leisten. Die Beschaffung der Christbäume, damals hauptsächlich Weisstannen, wurde auch für die Forstleute zu einem Problem. Gegen das "Überhandnehmen der alljährlich wiederkehrenden nachhaltigen Waldverwüstungen durch Aushauen der Christbäume" findet man in alten Forstverordnungen einschränkende Vorschriften oder Verbote mit Strafandrohung.

Erst als ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vermehrt Bäumchen von den Grundbesitzern zur Verfügung gestellt wurden, konnte ein größerer städtischer Bedarf gedeckt werden. So blieb dieser neue Brauch im Süden Deutschlands und in Österreich zunächst auf das begüterte städtische Bürgertum beschränkt. Die ärmere Stadtbevölkerung kam zuerst mit Zweigen und anfallendem Grün aus.

Praktische Hinweise: Schokoladenschmuck am Baum

Essbarer Schmuck wie Schokoladenfiguren oder mit Süßigkeiten gefüllte Täschchen bringt Freude, jedoch sind einige praktische Punkte zu beachten:

  • Temperatur und Raumklima: Schokolade kann bei warmen Temperaturen weich werden oder schmelzen; kühle Räume verlängern die Haltbarkeit.
  • Tier- und Hygienefaktoren: Offener Süßigkeiten-Schmuck kann Insekten anziehen oder von Haustieren erreicht werden.
  • Sicherer Befestigung: Hohl- oder massive Schokoladenfiguren benötigen stabile Haken oder Bändchen, damit sie an Ästen nicht verrutschen oder herunterfallen.
  • Ästhetik und Tradition: Essbarer Schmuck verbindet nostalgische Traditionen (Abknabbern durch Kinder, Räubern der Täschchen) mit modernen Verpackungs- und Hygienestandards (glitzernde Folien, Einzelverpackungen).

Schokoladenschmuck heute: Markt und Beliebtheit

Heute sind Schoko-Weihnachtsmänner aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2021 rund 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt. Knapp ein Drittel dieser besonderen Begleiter durch die Weihnachtszeit werden exportiert und erfreuen die Menschen in Europa und Übersee. Es gibt sie in vielen Größen, von Mini bis Maxi und in verschiedenen Sorten - etwa mit unterschiedlich hohem Kakaoanteil.

Adventskalender gehören in die Vorweihnachtszeit und begleiten mit einer täglichen kleinen Überraschung durch den Dezember. Schokolade ist ein zentraler Bestandteil vieler Adventskalender und festlicher Geschenkideen. Die Kombination von Baum, Lichtern, handwerklich gestalteten Figuren und essbarem Schmuck ergibt ein sich über Jahrhunderte entwickeltes, lebendiges Brauchtum.

Adventskalender und Schokoladenfiguren als Teil der Vorweihnachtszeit

Tabelle: Vergleich historischer Schmuckarten (aus dem bereitgestellten Material)

Schmuckart Material / Herstellung Funktion / Bedeutung
Essbares (Äpfel, Nüsse, Zuckergebäck) Früher: natürliche Lebensmittel Symbolik (Paradiesfrucht), Leckerei für Kinder, erschwinglich
Papp-Tierfiguren (Dresdner Pappe) Pappe aus gepresster Masse, geformt Lern- und Spielzeug, dekorativ, exotische Tiere sichtbar machen
Glaskugeln Glasblasen, später künstlerische Formen Glänzender Schmuck, einfache runde Form
Lametta Feine Metallstreifen (silbern/gold) Glitzern als Eiszapfen, beliebt bis 1960er
Schokoladenfiguren Handgegossen, später industrielle Guss- und Schleuder-Verfahren Süßigkeit, Geschenk, Nikolaus-Tradition

Fazit-Elemente innerhalb des Flusses (kein eigener Abschluss)

Die Kombination aus alter Symbolik (Paradiesbaum, immergrünes Leben), handwerklicher Vielfalt (Pappe, Glas, Gebäck) und technischen Neuerungen (industrielle Schokoladenproduktion, Glasblasen) macht den Schokoladenschmuck für Weihnachtsbäume zu einem faszinierenden Kapitel der Weihnachtskultur. Ob als einfaches Täschchen mit Mandeln oder als kunstvoll geschleuderte Hohlfigur aus Schokolade - essbarer Baumschmuck verbindet Genuss, Tradition und handwerkliches Können.

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