Ist Schokolade giftig für Mäuse?
Die Frage, ob Schokolade für Mäuse giftig ist, wird häufig gestellt, wenn man sowohl Haustiere als auch gelegentlich unerwünschte Gäste im Haus hat. Der Mythos, dass Schokolade eine gefährliche Substanz für alle Tiere ist, hält sich hartnäckig. Doch wie gefährlich ist sie wirklich für Mäuse? Diese Frage klären wir in diesem Artikel anhand von Fakten und Forschungsergebnissen.
Schokolade und ihre Bestandteile
Schokolade enthält unter anderem Theobromin und Koffein. Theobromin und Koffein sind Purinalkaloide und zählen zu den psychoaktiven Substanzen. Ein Hauptbestandteil von Kakao ist der Stoff Theobromin, der bei Menschen eine leicht anregende Wirkung zeigt - ähnlich wie Koffein.
Theobromin: Giftig für Hunde und Katzen, aber wie für Mäuse?
Bei Hunden und Katzen ist Theobromin hochgiftig: Sie können den Stoff nur sehr langsam abbauen, da ihnen die entsprechenden Enzyme und Stoffwechselwege fehlen. Schnell kann es da zu einer Überdosierung kommen, was im schlimmsten Fall zu tödlichen Vergiftungen führen kann.
Menschen, wie auch Ratten und Mäuse, können die "Speise der Götter" - aus dem Griechischen "theos" (Gott) und "broma" (Speise) - mithilfe von speziellen Enzymen abbauen.
Wie reagieren Mäuse auf Schokolade?
Mäuse reagieren auf Theobromin nicht so empfindlich. Weiße Schokolade enthält zudem kaum Theobromin. Daher wird weiße Schokolade auch als Belohnung verwendet, wenn Mäuse dressiert werden sollen.
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Am liebsten mögen Mäuse tatsächlich Schokocremes und Milchschokolade und auch davon fressen sie keine Menge, in die wir uns auf den Menschen umgerechnet bis zum Knie quadratisch praktisch einbetonieren könnten.
Mit der Milchschokolade oder einem Klecks Schokocreme könnt Ihr aber durchaus wilde Nager fangen, um sie rauszukomplimentieren - ohne ihnen zu schaden.
Bei manchem Wildnager hilft nur Schoki, weil nur das bis in die Falle lockt. Den Tipp “nimm Schokolade, um die Maus zu fangen” könnt Ihr also beherzigen, wenn Maus mit nix anderem zu locken ist - ohne den Zwerg zu vergiften.
Theobromin-Konzentration in verschiedenen Schokoladensorten
Milkchschokolade enthält bis zu 2,3 mg Theobromin je Gramm Schokolade, Zartbitter bis zu 8,8 mg/g, Halb- bzw. Edelbitter bis zu 13,6 mg/g und Bitterschokolade bis zu 15,2 mg/g. Für Nutella siede man den Theobromingehalt deutlich unter Milchschokolade an.
| Schokoladensorte | Theobromin-Gehalt (mg/g) |
|---|---|
| Milchschokolade | bis zu 2,3 |
| Zartbitter | bis zu 8,8 |
| Edelbitter | bis zu 13,6 |
| Bitterschokolade | bis zu 15,2 |
| Weiße Schokolade | fast kein Theobromin |
Weiße Schokolade enthält kaum Theobromin, sodass ein Biss darin für Mäuse nicht toxisch ist.
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Toxische Dosis für Mäuse und praktische Risiken
LD50 - Wann wird Schokolade für Mäuse gefährlich?
Die LD50-Dosis ist die Dosis, bei der 50% der Tiere sterben, die einen bestimmten Stoff zu sich nehmen. Das wären für Theobromin 837 mg/kg für die orale Gabe bei Farbmäusen.
Rechnen wir diese LD50-Dosis auf die wohlgenährte 50g-Durchschnittsmaus um, wären wir bei rund 42 mg Theobromin, die 50% aller mäusischen Schokoholics ins Nirvana schicken.
Milchschokolade enthält bis zu 2,3 mg Theobromin je Gramm. Ein Stück Schokolade hat also je nach Sorte zwischen ca. 14,4 mg und 95 mg Theobromin.
Die besagte 50g-Durchschnittsmaus müsste also deutlich mehr als ein Stück zu einer Mahlzeit verdrücken, um in die Nähe einer symptomauslösenden Menge zu kommen. Bei 90% Bitterschokolade hätte ein Stück dann schon 95 mg. Japp, die Maus, die das Stück frisst, wäre todsicher hinüber.
Wählen Mäuse Schokolade freiwillig?
Methylxantine schmecken bitter. Bitter signalisiert auch Mäusen “giftig”. Von was werden sie also wohl kaum ein ganzes Stück verdrücken? Genau.
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Wenig überraschend ließen sich die wohlgenährten Mäuse sehr schnell davon abbringen, die Kammer mit der lockenden Schokolade zu betreten. Die ausgehungerten Mäuse allerdings verhielten sich deutlich anders.
Um die neuronalen Hintergründe dieses Verhaltens aufzuklären, führten die Forscher einen weiteren Versuch durch. Deshalb teilten die Wissenschaftler die ausgehungerten Mäuse in zwei Gruppen. Die eine blieb unbehandelt, die zweite jedoch erhielt Mittel, die die Ausschüttung von Norepinephrin selektiv hemmt.
Wieder wurde beide Gruppen vor die Wahl gestellt, die Schokoladenkammer zu betreten und einen Stromschlag zu erhalten oder aber die leere, aber sichere Kammer zu wählen. Es zeigte sich, dass die Mäuse mit der Signalstoff-Hemmung sich verhielten wie normale, wohlgenährte Tiere: Sie mieden die Elektroschocks und verzichteten auf die Schokolade.
Nach Ansicht der Forscher zeigen die ausgehungerten Mäuse damit eindeutig Verhaltensmuster einer Essstörung, deren Zwanghaftigkeit sie selbst negative Konsequenzen in Kauf nehmen lässt. Der Signalstoff Norepinephrin spielt dafür offensichtlich eine Schlüsselrolle.
Schokolade im Stoffwechsel der Maus
Theobromin ist ein Metabolit von Koffein. Der Mäusekörper macht aus Koffein selbst Theobromin. Das heißt nur, dass sich der Stoff trotz des extrem schnellen Stoffwechsels von Mäusen vergleichsweise lange im Körper hält und sich deshalb bei wiederholter Aufnahme innerhalb kürzerer Zeitfenster (z. B. innerhalb von 12 bis 24 h) aufaddieren kann. Das heißt aber explizit nicht, dass für immer drin bleibt, was einmal drin ist.
Schockzustände nach einer Vergiftung mit Theobromin können auch im Verlauf eines sogenannten sympathikomimetischen Syndroms entstehen. Dieses Syndrom ist unter anderem mit Blutdruckanstieg, Krämpfen und Herzrasen verbunden - Symptome, die auch eine akute Theobrominvergiftung zutage fördern könnte.
Bei Tieren lassen sich außerdem Unruhe, unkoordinierte Bewegungen, Zittern, erhöhte Urinausscheidung und verschlechtertes Allgemeinbefinden beobachten.
Erste Hilfe bei Schokoladenaufnahme
Hat eine Maus nur mal rein- oder zwei-, dreimal abgebissen, atmet Ihr einfach tief durch, schimpft den Schokodieb und räumt die Schokolade dahin, wo er das nächste Mal nicht dran kommt.
Habt Ihr jedoch Bedenken, der Zwerg könnte zu viel genascht haben, könnt Ihr den vierbeinigen Schokoholic vorsichtshalber entgiften. Das gilt auch für Mausexoten als Vorsichtsmaßnahme, falls diese mal flüchten und den Süßkram finden. Für exotische Mäuse gibt es nämlich keine Daten zu Toxizität und Verträglichkeit.
Die orale Entgiftung könnt Ihr dann mit dem machen, was hier der zweibeinige Krümel “schwarzer Joghurt” nennt. Das Gemisch besteht aus einem Teil Dysticum und zwei Teilen Naturjoghurt - gut verrührt, versteht sich. Im Idealfall frisst es der “Patient” freiwillig. Soweit möglich und nötig, könnt Ihr das Zeug aber auch mit Obst oder Ähnlichem aromatisieren, wenn Maus es dann lieber mag.
Fütterung von Mäusen - was ist zu beachten?
Eine ausgewogene Körnermischung, die nicht zu fettreich ist, ist essenziell für die Mäuseernährung. Biete Deinen Mäusen etwa einen Teelöffel Körnerfutter pro Tier an. Eine frische Körnermischung erkennst Du an glänzenden Körnern. Grau und staubig erscheinende Saatenmischungen sind zu alt.
- Frischfutter gehört zu einem gesunden Mäuse-Menü: Biete den Tieren täglich Gemüse und ein wenig Obst an.
- Am Abend sollten Futterreste kontrolliert und im Sommer öfter entfernt werden, da der Verderb bei Hitze schnell einsetzt.
- Zwei- bis dreimal pro Woche benötigen Deine Mäuse Proteine: Reiche jeder Maus einen Mehlwurm, ein Heimchen oder eine Grille.
- Alternativ bei Abneigung gegen Insekten: Quark oder Joghurt (etwa ein Teelöffel pro Maus).
Was beim Menschen nur zu Röllchen um die Taille führt, kann für Hund und Katze böse enden. Für Mäuse ist Schokolade nicht als geeignete Nahrung anzusehen.
Fazit: Schokolade und Mäuse - die Fakten
Schokolade kann für Mäuse bei sehr hohen Mengen toxisch sein. In haushaltsüblichen Mengen und Sorten (außer Bitterschokolade) besteht bei einmaligem kleineren Bissen kein akutes Risiko. Bitterschokolade ist aufgrund ihres hohen Theobromingehalts die größte Gefahr, wird aber wegen ihrer Bitterkeit selten von Mäusen in großen Mengen gefressen.
Weiße Schokolade enthält kaum Theobromin und wird als Belohnung beim Training eingesetzt. In der Praxis zeigt sich: Die wenigsten Mäuse entwickeln Vergiftungserscheinungen nach Schokoladenaufnahme. Dennoch gilt: Schokolade ist kein geeignetes Mausfutter, kann aber zur Falle werden, wenn nichts anderes lockt.
Mit Milchschokolade oder Schokocremes lässt sich die Maus aus dem Haus locken, ohne sie zu schädigen. Wer Mäuse als Haustiere hält, sollte auf eine ausgewogene Ernährung achten und Schokolade nicht regelmäßig verfüttern.
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