Schokoladennikolaus: Geschichte und Bedeutung der süßen Bischofsfigur
Der Schokoladennikolaus ist in der Adventszeit nicht mehr wegzudenken und erfreut Jahr für Jahr Kinder und Erwachsene. Doch was steckt hinter der Geschichte, Bedeutung und Herstellung dieser beliebten Schokoladenfigur? Die Ursprünge, Metamorphose zur modernen Konsumikone und die tiefgreifenden Werte, die mit dem Nikolaus-Brauchtum verbunden sind, geben der süßen Nascherei eine besondere Bedeutung.
Ursprung und Tradition des Nikolaus
Historisches Vorbild des Schokoladennikolaus ist der Heilige Nikolaus, im 4. Jahrhundert Bischof von Myra, der als Patron der Schüler gilt. Er ist der Legende nach am 6. Dezember gestorben und wurde außerhalb der Stadt Myra bei den Märtyrergräbern begraben. Der Überlieferung nach soll Nikolaus als Bischof von Myra, der Hauptstadt der Provinz Lykien in der heutigen Türkei, gelebt haben.
Heute wissen wir, dass die Figur des Nikolaus eine Art Mischung aus zwei historischen Personen gewesen sein muss: dem oben genannten Bischof Nikolaus von Myra und dem gleichnamigen Abt von Sion. Aus diesen beiden historischen Personen entwickelte sich ab dem 6. Jahrhundert die Heiligengestalt Nikolaus, wie sie heute bekannt ist.
Nikolausbräuche im Wandel der Zeit
In früheren Jahrhunderten brachte der Nikolaus den Kindern die Geschenke - und zwar an seinem Gedenktag, dem 6. Dezember. Oft kam er nachts - dann stellten die Kinder ihre Schuhe oder selbst gebastelte Schiffchen auf, die sie am Morgen mit Äpfeln, Nüssen und Süßigkeiten gefüllt vorzufinden hofften. Der Brauch, Gaben zum Nikolaustag in Stiefel oder Strümpfe zu legen, hat seinen Ursprung in der Legende der drei Jungfrauen: Nikolaus legte drei Goldklumpen in das Haus der drei Mädchen.
Der Nikolaus ist an seinem Bischofsstab, der Mitra (Kopfbedeckung), dem Bischofsring und dem Brustkreuz zu erkennen. In den Niederlanden heißt er Sinterklaas, Samichlaus wird er in der Schweiz und Kleeschen in Luxemburg genannt.
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Vom Bischof zum Schokoladennikolaus
Im Weihnachtsbrauch wurde die Nikolausfigur dementsprechend in Bischofskleidung mit weitem Mantel und Mitra dargestellt. In der Folge löste das Christkind den Nikolaus ab, Geschenke gab es jetzt am 24. oder 25. Dezember. Trotzdem bestand der Nikolausbrauch weiter und wurde im 19. Jahrhundert zu einer neuen Konkurrenz für das Christkind: Auf den alten Nikolausbildern basierend, entstand die Vorstellung vom Weihnachtsmann.
Der Weihnachtsmann ist eine Erfindung der Moderne. Diese Vorstellung hatte sich bis 1930 auch in Deutschland so weit durchgesetzt, dass etwa die Hälfte der Kinder an den Weihnachtsmann glaubten. Seit den 1920er-Jahren ist der Weihnachtsmann rot-weiß gekleidet.
Schokoladenfiguren in der Geschichte
Schokolade gehört zu Weihnachten wie der Weihnachtsbaum oder der Adventskalender, und zwar in vielen Ländern der Welt. Schon viel früher wurden Weihnachtsmänner und Nikoläuse aus Schokolade kreiert. Um das Jahr 1820, also vor rund 200 Jahren, sollen sich die ersten Konditoren an die künstlerisch herausfordernde und symbolträchtige Figur getraut haben und die ersten, manuell geformten Exemplare zum Verkauf angeboten haben. Diese waren, anders als heute, aus massiver Schokolade hergestellt.
Etwa 20 Jahre später wurde der Schoko-Nikolaus erstmals als Hohlkörper hergestellt. Circa 1840 folgten dann die heute bekannten Nikolause in Form von Schokoladenhohlkörpern. Wenige Jahrzehnte später schufen ebenfalls Konditoren die ersten Schokoladenhohlfiguren zur Weihnachtszeit.
Doch für den Durchbruch zum Massenphänomen brauchte es die industrielle Fertigung in größeren Mengen. Dann, ab den 1950er Jahren, nahm die Erfolgsgeschichte richtig Fahrt auf und durch neue Verfahren konnte die Schokolade in verschließbare Formen gegossen werden. So entstanden die noch heute beliebten Relief-Weihnachtsmänner. Sie sind nicht hohl und zeigen ihre Struktur, wie den langen Bart, nur auf einer Seite. Die andere ist flach.
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Darauf aufbauend und, eine aus Dänemark stammende Erfindung nutzend, begann in der Folge die Herstellung von Hohlfiguren, die dann geschleudert werden, so dass die flüssige Schokolade innen an der Form gleichmäßig verteilt wird. So entstehen die perfekt ausgeformten und mit vielen Details verzierten kleinen Kunstwerke. Ein Verfahren, dass auch bei Osterhasen eingesetzt wird. Verpackt werden die Schokoladen-Figuren seit Jahrzehnten in Aluminiumfolie. Mittlerweile gibt es sogar reißfeste Folien, die auch bei kantigen Schokoladenfiguren nicht reißen.
Verbreitung und Varianten
Die Schokoladenproduktion in Verbindung mit dem Nikolaus-Bildnis schwankte über die Jahrzehnte. Noch in den 1930er Jahren waren Schoko-Nikoläuse in katholischen Regionen stark verbreitet. In den folgenden Jahrzehnten nahm die Bedeutung des Heiligen jedoch stark ab - auch weil der Weihnachtsmann inzwischen in der Alltagskultur angekommen war. Trotzdem gibt es den Bischof Nikolaus auch heute als Schokofigur, vor allem in Österreich oder in ausgewählten deutschen Supermärkten.
Zudem biete Riegelein "als einer von wenigen Herstellern zahlreiche Varianten in unterschiedlichen Größen" an. Stolz betont man, der Nikolaus trage das traditionelle Bischofsgewand mit aufgesetzter Mitra und angeklebtem Bischofsstab.
Meistens ist der Weihnachtsmann alleine im Supermarktregal anzutreffen, denn bereits seit vielen Jahrzehnten ist er der unangefochtene Champion an der adventlichen Ladenkasse. In der Tat tun sich viele große Firmen der Schokoladen-Branche wesentlich schwerer mit dem Nikolaus als kleinere Unternehmen, von denen selbst nur eine Handvoll Schoko-Bischöfe herstellt. So sind etwa von den beiden größten Schokoladen-Marken Milka und Lindt in Deutschland keine Nikoläuse erhältlich. Sehr wohl aber in Österreich, wo die Schokoladenfiguren des Heiligen auch im Einzelhandel einen etablierten Platz haben.
Bedeutung und Werte des Nikolaus
Der Bischof von Myra steht für ein Handeln aus christlicher Nächstenliebe heraus und zeigt, wie ein faires Miteinander möglich ist. Gegen solche Werte erscheint der Weihnachtsmann in seinem roten Anzug mit Zipfelmütze inhaltsleer und auf Konsum ausgerichtet. Wenn der Heilige Nikolaus jedoch immer weiter aus dem Bild der Adventszeit und damit aus den Köpfen der Menschen verdrängt wird, geht ein Vorbild verloren, das diese wichtigen christlichen Werte vermittelt.
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Sr. Theresita betont den Einsatz des Heiligen für arme und benachteiligte Menschen: "Der Nikolaus hat uns auch heute noch viel zu sagen." Bewusst lobt die Confiserie die positiven Eigenschaften, die mit dem heiligen Nikolaus verbunden werden: Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Freude schenken.
Schließlich geht es dem Bonifatiuswerk darum, den Heiligen in der Öffentlichkeit präsenter zu machen. Das Nordeuropa-Hilfswerk aus Paderborn wirbt seit 2002 mit ihrer Aktion "Weihnachtsmannfreie Zone" für das Nikolaus-Brauchtum und hat durch ihre Initiative dafür gesorgt, dass der Schoko-Bischof auf dem Vormarsch ist.
Gesellschaftlicher Stellenwert heute
Der Heilige Nikolaus kann in der heutigen Gesellschaft eine Identifikationsfigur nicht nur für Kinder sein. Er ist ein Beispiel dafür, dass selbstloses Schenken möglich ist und nicht nur den anderen hilft. In vielen Supermarktregalen warteten in den letzten Tagen zipfelmützige Schokoweihnachtsmänner auf ihre Käufer. Wie schnell daraus ein original Schokonikolaus werden kann, zeigt ein Erste-Hilfe-Film. Für alle, die bis zum Nikolaustag keinen Schoko-Bischof im Laden gefunden haben, bietet die "Weihnachtsmannfreie Zone" zudem eine Last-Minute-Lösung: einen Bastelbogen mit Mitra, Bischofsstab und Rauchmantel zum Ausdrucken.
Schokoladennikolaus als Teil der globalen Schokoladenkultur
Im 17. Jahrhundert brachten Spanier von Reisen nach Mittelamerika Kakaobohnen mit nach Europa. Die daraus hergestellte Schokolade galt für eine lange Zeit als Luxusprodukt und war als solches den Adeligen vorbehalten. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts hin wurde sie allmählich für die breite Masse verfügbar, galt aber nach wie vor als luxuriöse Delikatesse, die nur zu besonderen Anlässen wie Weihnachten verschenkt wurde.
Allein in Deutschland wurden im Jahr 2021 rund 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt. Knapp ein Drittel dieser besonderen Begleiter durch die Weihnachtszeit werden exportiert und erfreuen die Menschen in Europa und Übersee. Es gibt sie in vielen Größen, von Mini bis Maxi und in verschiedenen Sorten - etwa mit unterschiedlich hohem Kakaoanteil.
| Jahr | Hergestellte Figuren (Mio.) | Export (Mio.) |
|---|---|---|
| 2020 | 151 | 50 |
| 2021 | 160 | etwa 53 |
| 2023 | 167 | 62 |
Herstellungsprozess
Die Produktion beginnt bei den großen Herstellern in der Regel bereits Anfang Mai. Dazu wird flüssige Schokolade zwischen die Hälften einer Form gegeben, die im Schleudergussverfahren die Schokolade gleichmäßig verteilt. Ist die Schokolade abgekühlt, kommt der fertige Schokoladenhohlkörper aus der Form und wird entsprechend verpackt. Der gesamte Herstellungsprozess dauert bis zu 24 Stunden.
Bis heute werden Hohlkörper-Figuren wie Weihnachtsmänner und Osterhasen auf diese Weise hergestellt - in Deutschland waren es im Jahr 2023 167 Millionen Schokoladen-Weihnachtsmänner, von denen 62 Millionen exportiert wurden. Die Weihnachtsmänner, die vor Weihnachten nicht verkauft werden konnten, werden entgegen aller Gerüchte nicht eingeschmolzen und zu Osterhasen verarbeitet, sondern in den Wochen danach billig verkauft oder gespendet.
Fairer Handel und Schokoladennikolaus
Zum Nikolaustag gehört für viele ein Nikolaus aus Schokolade dazu. Am liebsten eine richtig große Figur. Doch die Schokolade ist bei vielen Nikoläusen oft nicht fair gehandelt. Während sich also Kinder und auch Erwachsene bei uns über die Schokofiguren freuen, ist das in den Ländern des Südens ganz anders. Da hat der Kakao viel zu oft einen bitteren Geschmack, weil die Menschen, die die Bohnen ernten, nicht fair bezahlt werden. Deshalb stellt sich heute auch die Frage nach dem Kakao in der Figur.
Das ist den süßen Figuren leider nicht anzusehen. Und so manches Label, das den Kakao als fair gehandelt bezeichnet, ist fragwürdig, da es von den Herstellerfirmen selbst erstellt wurde. Also bleibt manchmal tatsächlich nur das schlechte Gewissen, wenn da nicht Schokofiguren im Regal stehen, die offizielle Hinweise tragen. Also Label, die bestätigen, dass der Kakao dieser Figur tatsächlich aus fairem Handel stammt.
Der Tag des Schokoladennikolaus
Seit 2021 feiern wir zum Nikolaustag in Deutschland den bundesweiten Tag des Schokoladennikolaus immer am 6. Dezember. Der Tag des Schokoladennikolaus ist eine Erfindung bzw. Idee von Sven Giese, Inhaber und Betreiber des Kalenders der kuriosen Feiertage aus aller Welt. Denn zu den Bräuchen anlässlich des Gedenktags des heiligen Nikolaus von Myra am 6. Dezember gehört traditionell auch das Verschenken eines Schokoladennikolaus bzw. Schokoladenweihnachtsmanns.
Damit reiht sich dieser Anlass in die Reihe vorweihnachtlicher Aktionstage im Dezember, wie zum Beispiel den Tag des Adventskalenders am 1. Dezember, den Tag der Spekulatius am 2. Dezember, oder den Tag des Baumkuchens am 12. Dezember.
| Jahr | Datum | Wochentag |
|---|---|---|
| 2025 | 6. Dezember | Samstag |
| 2026 | 6. Dezember | Sonntag |
| 2027 | 6. Dezember | Montag |
| 2028 | 6. Dezember | Mittwoch |
Häufige Fragen und Mythen
- Wer war der heilige Nikolaus von Myra?
Nikolaus gilt als historisch gesicherte Figur und wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof von Myra in der kleinasiatischen Region Lykien, die auf dem Gebiet der heutigen Türkei lag. - Wer hat den Schokoladennikolaus erfunden?
Die historische Figur des Nikolaus von Myra spielte eine zentrale Rolle für die Entstehung des Schokoladennikolaus. Um 1820 entstanden die ersten Schokoladenfiguren. - Wie entsteht ein Schokoladennikolaus?
Flüssige Schokolade wird in die Form gefüllt und im Schleudergussverfahren zu Hohlfiguren verarbeitet. - Wie viele werden hergestellt?
Im Jahr 2021 entstanden ca. 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner in Deutschland. - Werden aus Weihnachtsmännern wirklich Osterhasen gemacht?
Das ist ein hartnäckiges Gerücht, aber in der Massenproduktion nicht praktikabel.
In diesem Sinne bleibt der Schokoladennikolaus nicht allein eine süße Nascherei, sondern ein Stück gelebter Tradition und gesellschaftliches Symbol für Teilen, Gerechtigkeit und Nächstenliebe.
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