Schoko-Haselnuss-Aufstrich: Herstellung, Inhaltsstoffe und Rezepte
Selbstgemachter Schoko-Haselnuss-Aufstrich ist aromatisch, vielseitig und lässt sich deutlich gesünder zubereiten als viele Produkte aus dem Supermarkt. Mit gerösteten Haselnüssen, hochwertiger Schokolade und einer bewussten Zuckerauswahl bestimmen Sie Geschmack, Inhaltsstoffe und Konsistenz selbst.
Warum selbst machen? Inhaltsstoffe und gesundheitliche Aspekte
Hand aufs Herz: Wir alle lieben den Klassiker aus dem Supermarkt. Aber hast du mal auf die Zutatenliste geschaut? Zucker und Palmöl stehen ganz vorne, Haselnüsse machen oft nur mickrige 13 % aus. Das ändern wir heute!
Mit meinem Rezept für selbstgemachte Nuss-Nougat-Creme holst du dir den puren Geschmack aufs Brot. Meine Variante besteht fast zur Hälfte aus gerösteten Haselnüssen, kommt komplett ohne Palmöl aus und ist so cremig, dass sie auf der Zunge zergeht.
Nuss-Nougat-Cremes bestehen in der Regel zur Hälfte aus Zucker, oft kommt mehr als ein Drittel Fett hinzu. „Ungenügend“ lautet daher das Urteil der Zeitschrift Öko-Test für die Nuss-Nougat-Creme Nutella und die Haselnusscreme von Milka bei einem Test aus dem Jahr 2022. Mit 56 Prozent haben beide den höchsten Zuckeranteil der getesteten Produkte. Hinzu kommen über 35 Prozent Fett, hauptsächlich ungesundes Palmfett, außerdem künstliches Aroma oder der Aromastoff Vanillin.
Wird es industriell verarbeitet, gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren, dafür entstehen große Mengen an Fettschadstoffen. Vor allem die sogenannten 3‑Monochlorpropandiol‑Fettsäureester (3‑MCPD) stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.
Lesen Sie auch: Blechkuchen mit Kirschen
In fast allen Nuss‑Nougat‑Cremes im Test fanden sich Mineralölbestandteile. Diese können bei der Ernte, Verpackung oder beim Transport an die Rohstoffe gelangen. Die sogenannten MOSH (gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe) sind Kohlenwasserstoffe, die sich im Körper anreichern. Bislang ist noch unklar, was sie bewirken - als sicher gilt jedoch, dass sie ungesund sind.
Vorteile der selbstgemachten Variante
- Hoher Haselnussanteil statt nur 13 %.
- Kein Palmöl, kein künstliches Aroma, kaum Zusatzstoffe.
- Du steuerst die Süße (z. B. Ahornsirup, Agavendicksaft, Erythrit oder weniger Puderzucker).
- Intensiveres Aroma durch eigenes Rösten der Nüsse.
Wesentliche Zutaten und ihre Wirkung
Die Zutaten für deine Nuss‑Nougat‑Creme: Neben guten Haselnüssen kommt es auf die Feinheiten an: Schokolade: Ich nutze gerne eine Mischung aus Vollmilch und Zartbitter. Wer es herber mag, nimmt nur Zartbitterkuvertüre. Zucker: Verwende unbedingt Puderzucker. Kristallzucker löst sich im Fett kaum auf und würde beim Essen knirschen. Öl: Ein neutrales Sonnenblumen‑ oder Rapsöl sorgt für die Cremigkeit. Für die Luxus‑Version kannst du auch Haselnussöl verwenden. Kakao: Ein Löffel Backkakao sorgt für die tiefe, dunkle Farbe.
Das Geheimnis für den Geschmack: Haselnüsse rösten & häuten
Warum schmeckt selbstgemachte Creme oft fad? Weil die Nüsse nicht geröstet wurden! Das Rösten ist der wichtigste Schritt, um das ätherische Öl in den Nüssen zu aktivieren. Rösten: Gib die Haselnusskerne bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) für ca. 10-12 Minuten in den Ofen, bis die Haut dunkel wird und es in der Küche duftet. Häuten: Wickle die heißen Nüsse in ein sauberes Geschirrtuch und rubbele sie kräftig gegeneinander. So löst sich die bittere braune Haut und du erhältst den feinen, süßlichen Nusskern.
Gerüst‑Rezept: Klassische selbstgemachte Nuss‑Nougat‑Creme
Mit meinem Rezept für selbstgemachte Nuss‑Nougat‑Creme holst du dir den puren Geschmack aufs Brot. Meine Variante besteht fast zur Hälfte aus gerösteten Haselnüssen, kommt komplett ohne Palmöl aus und ist so cremig, dass sie auf der Zunge zergeht. Volle Haselnuss‑Power: Statt 13 % stecken hier ca. 2 mittelgroße Gläser (ca. 400 g).
Zutaten (ca. 2 Gläser / 400 g)
- 200 g Haselnussmus (oder 200-400 g geröstete, gehäutete Haselnüsse zum Selbermachen)
- 80 g Milch oder Sahne / alternativ Pflanzendrink
- 100 g hochwertige Schokolade (Vollmilch, Zartbitter oder gemischt)
- 60-80 g Puderzucker, Vollrohrzucker oder Erythrit
- 10-20 g Backkakao
- 1 TL Vanilleextrakt
- 1 Prise Salz
Zubereitung
- Milch, Vanille, Salz, Kakao und Zucker in einem Topf verrühren und kurz aufkochen lassen.
- Topf vom Herd nehmen und 2-3 Minuten abkühlen lassen. Die Schokolade in Stücken hinzufügen und darin schmelzen lassen. Glatt rühren.
- Wenn die Masse nur noch lauwarm ist (nicht heiß!), das Haselnussmus kurz, aber gründlich unterrühren.
- In sehr saubere Gläser füllen und komplett abkühlen lassen. Die Creme wird dabei fester.
Meine Tipps: Lagerung: Bei Zimmertemperatur (dunkel und trocken) hält sich die Creme 2-3 Wochen. Nicht in den Kühlschrank - durch die Kakaobutter würde sie steinhart! Creme zu fest geworden? Glas kurz in warmes Wasser stellen oder vorsichtig in der Mikrowelle erwärmen. Zuckeralternativen: Erythrit oder Kokosblütenzucker funktionieren gut.
Lesen Sie auch: Einfaches Roulade Rezept
Vegane, schnelle Variante (nur 4 Zutaten)
Mit nur 4 Zutaten kannst du in 5 Minuten cremiges veganes Nutella selber machen! Wer Nutella mag, aber auf Milchprodukte, große Mengen raffinierten Zucker und Palmöl verzichten möchte, wird dieses vegane Nutella Rezept lieben! Anders als viele Rezepte für selbstgemachtes Nutella kommt diese Variante ohne Rösten, Häuten und stundenlanges Mixen aus. Statt ganzer Haselnüsse verwende ich einfach Haselnussmus.
Haselnussmus: Heutzutage ist hochwertiges Haselnussmus mit wenigen Zutaten leicht erhältlich, daher verwende ich fast immer gekauftes, cremiges Haselnussmus statt selbstgemachtem für den typischsten Nutella‑Geschmack. Kakaopulver: Für den besten Geschmack hochwertiges Kakaopulver verwenden. Für ein kohlenhydratarmes, zuckerfreies Keto‑Nutella eignet sich auch eine Zuckeralternative wie Erythritpulver.
Rezeptvariante mit Schokolade (sehr nah am Supermarkt‑Original)
Passendes Rezept: Geschmacklich kommt dieses Rezept besonders nah ans Original aus dem Supermarkt heran. Das süße Geheimnis: Eine Tafel Schokolade steht auf der Zutatenliste. Sie ist zwar immer noch gesünder als die Industrieprodukte, sollte wegen des hohen Zuckeranteils auf dem Frühstückstisch aber eher die Ausnahme sein.
Zutaten
- 200 g geschälte Haselnüsse
- 100 g palmölfreie Vollmilchschokolade
- 8 EL Agavendicksaft
- 2 EL Erdnussöl
- 2 EL ungesüßter Kakao
Zubereitung
- Rösten: Rösten Sie die Nüsse etwa 30 Minuten auf einem Backblech bei 150 °C im vorgeheizten Backofen.
- Reiben: Reiben Sie die Vollmilchschokolade in feine Raspeln.
- Zerkleinern: Zerkleinern Sie die Nüsse im Mixer zu feinem Pulver. Geben Sie zuerst den Agavendicksaft hinzu und mixen Sie weiter.
- Dann fügen Sie Öl und Kakao hinzu.
- Zum Abschluss geben Sie die geriebene Schokolade bei. Mixen Sie die Masse so lange, bis sie eine streichfähige Konsistenz annimmt.
Herstellung des Haselnussmuse (Basis für viele Varianten)
Haselnüsse rösten & häuten: Haselnüsse auf einem Backblech verteilen. Bei 150-160 °C Ober-/Unterhitze ca. 10-12 Minuten rösten, bis sie duften und die Haut dunkel wird. Die heißen Nüsse in ein sauberes Geschirrtuch geben und kräftig aneinander reiben. So löst sich die bittere braune Haut. Die gerösteten Nüsse im Kühlschrank gut durchkühlen lassen. Wichtig: Kalte Nüsse verarbeiten, sonst trennt sich das Öl!
Haselnussmus herstellen: Die kalten Haselnüsse in einen Hochleistungsmixer oder Food Processor geben. In kurzen Intervallen (je 3-5 Sek.) auf hoher Stufe zerkleinern. Zwischendurch mit dem Spatel nach unten schieben. Nach dem ersten Zerkleinern für ca. 5 Min. auf mittlerer Stufe laufen lassen. Mit dem Spatel nach unten schieben. Nochmal 5 Min. auf mittlerer Stufe mixen. Zum Schluss 2-3 Mal für je 30 Sek. auf höchster Stufe mixen, bis die Masse ganz fein und sämig ist.
Lesen Sie auch: Schoko-Kokos-Kuchen für Genießer
Welches Gerät ist geeignet?
Wichtig ist nur ein leistungsstarker Mixer, der die harten Nüsse gut zerkleinern kann. Ich habe eine große „Food Processor von Kitchen Aid“ (4,0 L für 650 Watt). Aber Ihr könnt gern auch andere große Maschine verwenden (Philips, Thermomix und co…). Ich empfehle aber nicht kleine Mixer (wie beim Mandeln mixen oder Kaffee mahlen) weil der Motor einfach nicht die Dauer (mehr als 8 Minuten) durchhält. Ich habe schon 3 Maschinen mit diesem Rezept kaputt gemacht und bereite es nur noch mit dem großen Food Processor.
Hochleistungsmixer: Ideal! Er verwandelt die Nüsse in wenigen Minuten in flüssiges Mus. Food Processor / Zerkleinerer: Geht auch, braucht aber Geduld. Mixe in Intervallen und mach Pausen, damit das Gerät (und das Mus) nicht zu heiß wird. Es kann 10-15 Minuten dauern, bis das nusseigene Öl austritt und die Masse flüssig wird.
Tipps bei Problemen
- Wenn die Creme „kippt“, also Fett und Schokolade sich trennen: Liegt es oft daran, dass die Schokolade zu heiß geschmolzen wurde. Mehr als 38 °C und so was passiert. Kein Problem, man gibt einfach die Masse in einen hohen Becher und mit einem Stabmixer mixt man das Ganze noch mal cremig. Es hilft, die Emulsion wieder zusammenzubekommen.
- Hilfe, meine Masse wird nicht flüssig! Wenn dein Mixer Mühe hat, kannst du schon frühzeitig einen kleinen Schluck neutrales Öl (Sonnenblumen- oder Rapsöl) hinzugeben - das hilft den Messern, die Nüsse zu greifen und zu Mus zu verarbeiten.
- Das Entfernen der Schale ist wichtig, da diese bitter schmeckt.
- Die noch warmen Haselnüsse sollten sofort in einen Mixer oder Zerkleinerer gegeben werden, da sie das Fett viel schneller (und einfacher) freisetzen und die Butter somit schneller fertig ist.
Haltbarkeit & Lagerung
Ein wichtiger Tipp vorweg: Stell deine selbstgemachte Creme bitte nicht in den Kühlschrank! Durch die echte Schokolade und die Kakaobutter würde sie dort steinhart werden und ihren Schmelz verlieren. Bei Zimmertemperatur (dunkel und trocken gelagert) hält sich die Creme in sauberen Gläsern problemlos 2-3 Wochen - oft sogar länger, aber meistens ist sie vorher aufgegessen! Selbstgemachte Schokoladencreme ist im Kühlschrank etwa eine Woche haltbar. Da sie keine Konservierungsstoffe enthält, sollten Sie die Creme zügig verbrauchen und nach zwei Wochen nicht mehr verzehren. Tipp: Bereiten Sie kleine Mengen zu, die schnell aufgegessen werden.
Variationsideen und Personalisierung
Wie kann ich meine Schokoladen‑Creme personalisieren? Ich habe den Haselnüssen geröstet, aber man kann es mit normalen Haselnüssen machen. Es kommt auch geschmolzene Schokolade zu den Nüssen und man kann auch Vollmilchschokolade geben statt der Zartbitterschokolade, oder Mokka Schokolade (oder zum Beispiel die Dulcey oder Caramélia von Valrhona, oder die gute Mokka Schokolade vom Aldi!).
Espressopulver: Schon eine kleine Prise intensiviert das Schokoladenaroma. Extrakte: Mandelextrakt passt hervorragend. Besonders lecker sind auch Orangenextrakt (zusammen mit etwas Orangenschale) oder Pfefferminzextrakt. Proteinpulver: Schokoladen-, Haselnuss- oder Vanille‑Proteinpulver hinzufügen. Für einen dickeren Aufstrich mehr Nussmus oder Kakaopulver hinzufügen. Für einen ähnlichen Geschmack wie "Nutella" würde ich empfehlen, Haselnussmus zu verwenden, wenn du es jedoch nicht finden kannst, dann nimm einfach cremiges Erdnussmus oder dein Lieblingsnussmus.
Nährwerte (Beispielangabe)
| Portion (ca. 200 g) | Kalorien | Kohlenhydrate | Eiweiß | Fett |
|---|---|---|---|---|
| 1 Glas (ca. 200 g) | ≈ 1084 kcal | ≈ 74,4 g | ≈ 21,2 g | ≈ 84,1 g |
Serviervorschläge und Anlässe
Was wäre ein ausgiebiges Sonntagsfrühstück ohne die bei Klein und Groß beliebte Nuss‑Nougat‑Creme? Auch in Gebäck wie Croissants oder auf Crêpes darf der süße Aufstrich auf keinen Fall fehlen. Diese Nuss‑Nougat‑Creme ist übrigens auch das perfekte Last‑Minute‑Geschenkidee. Füll sie in hübsche kleine Gläser, mach ein Schleifchen drum und du hast das ideale Mitbringsel für den nächsten Brunch.
Wir haben sie direkt aufs Brot geschmiert und den Rest in Gläsern gefüllt. Ich wünsche euch eine schöne Zeit bei der Vorbereitung kleiner Geschenke und „biensûr“ beim Genießen dieser Creme! Vielen Dank im Voraus für eure Fotos! Ich freue mich immer sehr darüber!
tags: #Schoko #Haselnuss #Aufstrich #Herstellung #Inhaltsstoffe #und


