Warum glänzen Kinder Schoko-Bons?
Für viele Menschen sind Kinder Schoko-Bons eine süße Kindheitserinnerung. Ein Blick auf die Zutatenliste von Kinder Schoko-Bons wirft Fragen auf. Denn die beliebte Süßigkeit von Ferrero ist eigentlich nicht einmal vegetarisch. Der Grund: Läuse. Das soll sich ändern.
Schokobons glänzen dank Schellack. Schellack wird als Überzugsmittel eingesetzt, damit Lebensmittel stärker glänzen. Er überzieht Süßigkeiten, wie unsere geliebten Schokobons, mit Glanz. Er dient hauptsächlich als Überzugsmittel für Lebensmittel wie Obst und Süßigkeiten sowie als Beschichtung für Tabletten in der Pharmazie. In der Lebensmittelindustrie wird Schellack (E904) als Überzugsmittel eingesetzt, um Produkten wie Äpfeln, Süßigkeiten und Nüssen Glanz zu verleihen und sie vor Feuchtigkeit zu schützen.
Was genau ist Schellack?
Schellack ist ein Naturharz, das aus dem Sekret bestimmter Schildläuse gewonnen wird. Shellack ist ein natürliches Harz. Gewonnen wird es aus dem Sekret weiblicher Lackschildläuse! Sie leben in riesigen Kolonien auf asiatischen Bäumen, an denen sie saugen. Die Läuse produzieren das harzige Sekret, um ihre Eier zu schützen.
Zum Schutz ihrer Eier sondern die weiblichen Läuse ein Sekret ab, das die Äste bis zu einem Zentimeter dick umkrustet. Weibliche Läuse saugen zunächst den Harz aus Bäumen in warmen indischen Regionen, fermentieren den Saft und bilden hieraus eine kristalline Kruste. In diesem gepanzerten Schild legen die nur 0,5 Millimeter kleinen Insekten ihre Eier ab.
Ernte und Aufbereitung
Zweimal jährlich werden die Äste geerntet und der Brutlack abgekratzt. Die verkrusteten Harzteile werden von Landarbeitern und Arbeiterinnen geerntet und nach verschiedenen Brauntönen sortiert. Der darin enthaltene rote Farbstoff (Laccainsäure) wird mit verdünnten Laugen ausgewaschen und anschließend das Wachs mit Hypochlorit und Aktivkohle gebleicht. Die Ausbeute ist gering. Etwa 300.000 Läuse sorgen für ein Kilogramm Rohstoff.
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Ist Schellack giftig oder unbedenklich?
Dass die Süßigkeiten-Industrie, ja die Lebensmittel-Industrie als solche, nicht gerade dafür bekannt ist, immer nur die gesündesten und reinsten Lebensmittel herzustellen, ist wohl jedem klar. Tatsächlich ist der Konsum von Schellack aber vollkommen unbedenklich und ungiftig. In der Lebensmittelindustrie gilt die Substanz offiziell als Zusatzstoff und wird mit der Kennung E904 ausgewiesen.
Trotzdem lässt der Gedanke mich nicht los: eine Nagellack-Substanz auf meinen Naschis!? Daran werde ich nun wohl immer denken müssen, wenn ich die kleinen Drops weglutsche ... oder eben nicht mehr.
Wo steckt Schellack noch drin?
Auch in diesen (bekannten) Süßigkeiten steckt Schellack: Trolli - Saure Glühwürmchen, Mentos, M&Ms... aber sogar im Obstgarten und in der Müller Milch steckt Schellack drin. Die Insektenmasse Schellack steckt zudem noch in vielen anderen beliebten Produkten, etwa in der Milka-Schokoladen-Sorte Bunte Schokolinsen.
Auch in der Kosmetik- und Pharmaindustrie findet Schellack breite Anwendung, beispielsweise in Lippenstiften, Lacken und als Kapselüberzug für Medikamente. Steckt aber gleichzeitig in Nagellack, Haarspray, sogar in Zigaretten und auf Möbeln: Schellack!
Warum war das ein Problem für Vegetarier und Verbraucher?
Insekten in Lebensmitteln sind in anderen Kulturen ein ganz normales Lebensmittel, während sie in Deutschland verhalten und langsam als Fleischersatz in die Supermärkte wandern. Schellack ist nicht vegan oder vegetarisch. Für überzeugte Veganer bedeutet das: Beim Naschen der kleinen „Schoko-Bons“ ohnehin verzichten, denn die Bonbons enthalten Milchpulver.
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Insekten in Schokobons der Marke Kinder - das klingt etwas unappetitlich. Die Aussage, dass in Kinder Schokobons Insekten verarbeitet werden ist nicht ganz falsch. Denn tatsächlich stammte bis vor ein paar Monaten eine Zutat in Schokobons von Insekten - nämlich Schellack. Er diente als Überzugsmittel und verlieh den Schokobons seinen Glanz.
Rezepturänderung bei Ferrero: Schokobons ohne Schellack
Breaking News: Schokobons kommen endlich ohne Shellack aus. Ferrero hat den Schellack von der Zutatenliste der Kinder Schoko-Bons gestrichen. Ferrero hat aufgrund langjähriger Kritik an umstrittenen Inhaltsstoffen in Süßwaren nun eine bedeutende Änderung in seinem Rezept bekanntgegeben.
Ferrero hatte im Jahr 2023 angekündigt, künftig auf die Verwendung von Schellack in Kinder Schoko-Bons zu verzichten. Im vergangenen Jahr hat das Deutschland-Büro von Ferrero gegenüber inFranken.de gesagt, dass der Schokoladenhersteller „künftig das gleiche einzigartige Geschmackserlebnis von kinder Schokobons mit einer Zutatenliste bieten, in der Schellack kein Bestandteil mehr ist“.
Die neu produzierten Schokobons sollen bereits im Handel erhältlich sein. Jedoch sind aktuell noch ältere Produkte in den Supermarkt-Regalen zu finden, die noch den Insekten-Zusatz enthalten. Es wird jedoch einige Wochen dauern, bis der aktuell noch in den Regalen stehende Restbestand abverkauft ist. Verbraucher sollten also beim Einkaufen vorsichtig sein und auf die Inhaltsstoffe achten, wenn sie kein Schellack zu sich nehmen wollen.
Was verwendet Ferrero stattdessen?
Statt Schellack verwendet Ferrero nun Gummi Arabicum, ein pflanzliches Harz, das ähnliche Eigenschaften besitzt und ebenfalls für den Glanzeffekt sorgt. Die genaue Alternative zu Schellack bei der Produktion der Schokobons ist noch nicht bekannt. Doch wer zur günstigen Discounter-Alternative greift, sollte besser einen genauen Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe werfen.
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Auswirkungen und Perspektiven
Mit der neuen Rezeptur für die Schokobons könnte das Unternehmen den Negativ-Schlagzeilen entgegenwirken und so wieder mehr Schokoladen-Fans für sich gewinnen. Für Schoko-Liebhaber gibt es erfreuliche Neuigkeiten: Der lang umstrittene Inhaltsstoff Schellack wird nun aus der Schokobon-Rezeptur entfernt, die seit ihrer Markteinführung im Jahr 1992 unverändert blieb.
Die tierische Laus-Herkunft bleibt bei Ferrero unklar. Die Firma Stroever Schellack Bremen vertreibt seit 1893 den raren Stoff und benennt auf ihrer Webseite auch klar die Laus als tierischen Urheber für den Schellack. Die Bremer Firma verkauft den in Indien gewonnenen Rohstoff aufbereitet nach eigenen Angaben in 60 Ländern in der Welt und an große Konzerne - auch aus dem Lebensmittelbereich.
| Aspekt | Vorher (mit Schellack) | Nachher (ohne Schellack) |
|---|---|---|
| Glanzmittel | Schellack (E904) | Gummi Arabicum (pflanzlich) bzw. andere Überzüge |
| Vegetarisch/Vegan | nicht vegetarisch, nicht vegan | vegetarischer (nicht vegan wegen Milchbestandteilen) |
| Herkunft | Ausscheidungen der Lackschildlaus | Pflanzliche Harze |
| Verfügbarkeit | bis Restbestände im Handel | bereits in neuer Produktion |
Die Entscheidung fiel nach wachsender Kritik an der Nutzung von tierischen Inhaltsstoffen, insbesondere in vegetarischen und veganen Kreisen, die diese Zutat ablehnen. Gleichzeitig sorgte damals ein EU-Beschluss für die Freigabe bestimmter Insekten in Lebensmitteln für Unmut bei vielen Deutschen.
Na, wer hat jetzt noch Lust auf Schoki? Daran werde ich nun wohl immer denken müssen, wenn ich die kleinen Drops weglutsche ... oder eben nicht mehr. Schokobons ohne Schellack - Genuss ohne Läuse!
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