Wie schmeckt Stevia im Vergleich zu Zucker?
Stevia hat sich in den letzten Jahren als beliebte Alternative zu Haushaltszucker in Lebensmitteln und Getränken durchgesetzt. Verbraucher*innen greifen aus gesundheitlichen Gründen zu Stevia: Es ist kalorienfrei, beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht und hat keine kariogene Wirkung. Doch wie genau unterscheidet sich der Geschmack von Stevia im Vergleich zu herkömmlichem Zucker, und worauf sollte man bei der Auswahl eines guten Stevia-Produkts achten?
Stevia - Herkunft, Zusammensetzung und Wissenschaft
Die Stevia-Pflanze (Stevia rebaudiana) stammt ursprünglich aus den Regenwäldern Südamerikas. Schon seit Jahrhunderten wird sie von den Einwohnern Paraguays und Brasiliens nicht nur zum Süßen verwendet. Die Blätter enthalten sogenannte Steviolglykoside, die für den intensiv süßen Geschmack der Pflanze verantwortlich sind.
In Europa sind Steviolglykoside (E 960) seit 2011 als Süßstoff zugelassen. Sie werden mithilfe eines mehrstufigen chemischen Verfahrens aus den Blättern gewonnen und dürfen nur in klar definierten Mengen in Lebensmitteln eingesetzt werden.
Steviolglykoside sind nicht gleich Steviolglykoside: In den Blättern kommen unterschiedliche Glykosidvarianten vor, vor allem Rebaudiosid-A ist wegen seines weniger bitteren Geschmacks besonders geschätzt. Je nach Extraktionsverfahren und Produktqualität können Stevia-Produkte mehr oder weniger Bitterstoffe enthalten.
Der Geschmack von Stevia: Süß, aber anders
Stevia gilt als natürliche, aber nicht vollkommen geschmacksneutrale Süßungsalternative zu Zucker. Die Extrakte sind bis zu 300-450mal süßer als Saccharose, haben aber ein unterschiedliches Geschmacksprofil. Sie sind häufig durch einen charakteristischen, teils lakritzartigen, teils bitteren Beigeschmack gekennzeichnet.
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Studien und sensorische Tests der Technischen Universität München und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung haben gezeigt: Stevioside mit vielen Traubenzuckerbausteinen schmecken besonders süß, während Varianten mit weniger Glukose am Molekül eher bitter wirken. Der bittere Nachgeschmack entsteht, weil Steviolglykoside auf der Zunge nicht nur den einzigen Süßrezeptor, sondern zusätzlich verschiedene Bitterrezeptoren aktivieren (u.a. hTAS2R4 und hTAS2R14).
„Der bittere Beigeschmack der Steviolglycoside entsteht, indem die Glycoside die beiden Bittergeschmacks-Rezeptortypen auf der menschlichen Zunge aktivieren“, erklärt Anne Brockhoff vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung. „Je mehr Traubenzucker am Molekül gebundenen sind, desto süßer und weniger bitter“, so Prof. Thomas Hofmann (TUM).
Vergleich: Stevia versus Zucker
- Süße: Stevia süßt weitaus stärker als Zucker, bereits kleinste Mengen reichen aus.
- Geschmack: Viele Personen nehmen einen lakritzartigen, teils bitteren Nachgeschmack wahr, vor allem bei höher dosierten oder niedrigqualitativen Produkten.
- Geschmacksdauer: Der süße Geschmack von Stevia bleibt meist länger im Mund als der von Zucker (längerer Nachgeschmack).
- Geschmacksvielfalt: Der typische „Zucker“-Geschmack, an den sich Menschen gewöhnt haben, fehlt; Stevia hat ein eigenständiges, völlig anderes Geschmacksprofil.
Im direkten Vergleich mit Zucker wird Stevia daher oft als weniger vollmundig oder natürlich empfunden. Besonders ein erstmaliges Probieren kann irritieren, doch mit längerer Nutzung gewöhnen sich viele an den neuen Geschmack.
Stevia im Produktvergleich: Geschmackstest diverser Lebensmittel
Wie schmeckt Stevia in verschiedenen Produkten? Konsumententests bringen aufschlussreiche Details ans Tageslicht. Im Folgenden ein Auszug aus verschiedenen Tests und Verkostungen:
| Produkte | Stevia-Anteil | Geschmacksbeurteilung |
|---|---|---|
| FELIX Ketchup mit Stevia | Steviolglykoside | Volle Süße, kaum Unterschied zu klassischem Ketchup, tomatig-aromatisch, weniger Kalorien |
| Naturbursche Stevia-Eistee | Nur Stevia | Grüntee-Limette: Frisch und lecker; Weißtee-Kirsche: leicht bitter, lakritzartiger Nachgeschmack |
| Ricola Lakritz | Stevia | Sehr süß, wenig Lakritz-Geschmack, lakritzähnlicher Nachgeschmack, wohltuend für Hals und Rachen |
| CAVALIER Schokolade | Stevia | Leicht herb, nicht so vollmundig wie mit Zucker, pappiger Nachgeschmack |
| Stevia Marmeladen (z.B. Schwartau, Zentis) | Stevia & Zucker | Weniger süß, fruchtig, teils bitter oder glibbrig, aber guter Ersatz; subjektiv zu bewerten |
| Joghurt mit Stevia (z.B. Bauer „Balance“) | Stevia & Zucker | Angenehm süß, fruchtig; Konsistenz teils wässrig, wenig Fruchtstücke |
| fritz-kola Stevia | Stevia & Zucker | wesentlich weniger süß als Zucker, vereinzelt als bitter/fad empfunden |
Typische Stevia-Geschmackserfahrungen in unterschiedlichen Produkten
- Ketchup mit Stevia: Volle Tomatennote, kein Unterschied zu herkömmlicher Süße - sehr gute Akzeptanz.
- Eistee: Je nach Sorte süß und frisch (z.B. Limette), aber auch künstlich und bitter (z.B. Kirsche), lakritzartiger Nachgeschmack möglich.
- Bonbons & Lakritze: Der Stevia-eigene Nachgeschmack fügt sich oft gut in Lakritzaromen ein.
- Schokolade: Steviagesüßt eher herb, weniger vollmundig, möglicher pappiger Nachgeschmack.
- Marmeladen & Joghurt: Unterschiedliche Wahrnehmung der Süße, dominant, natürlich oder weniger intensiv, teils bitter.
Warum schmeckt Stevia für manche bitter, für andere nicht?
Empfindungen zu Stevia sind individuell verschieden. Auch kulturelle Prägungen spielen eine Rolle: Während Konsumenten aus Nord- und Osteuropa Bitterkeit eher akzeptieren, bevorzugen andere milderen Geschmack.
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Studien zeigten zudem: Steviaextrakt wird von einigen Menschen deutlicher als bitter wahrgenommen als von anderen. Das Geschmacksprofil der verschiedenen Steviolglykoside unterscheidet sich leicht voneinander und unterscheidet sich vom Geschmack des Zuckers. Das erste Mal, dass Steviaextrakt verwendet wird, kann Steviaextrakt als "bitter" empfunden werden und hat einen anderen Nachgeschmack. Mit längerer Nutzung gewöhnen sich viele an das Stevia-Extrakt - ähnlich wie an Zucker.
Der Geschmack von Stevia und Zucker ist nicht wirklich vergleichbar. Aufgrund des jahrelangen Zuckergebrauchs haben sich die Menschen an den spezifischen süßen Geschmack von Zucker gewöhnt. Stevia hat einen anderen Geschmack als Zucker, ein Geschmack, den Europäer noch nicht mit nach Hause bringen können.
Praktische Anwendung und Dosierung
Stevia wird in verschiedenen Formen angeboten: Flüssig, als Pulver oder in Tablettenform. Die Dosierung ist kritisch - ist sie zu hoch, schmeckt das Endprodukt schnell unangenehm oder zu bitter. Stevia ist bis zu 450-mal süßer als Haushaltszucker! Um eine Überdosierung zu vermeiden, werden bei Tabletten und Streusüßen Trägerstoffe verwendet.
Der Einsatz beim Backen ist möglich, aber Stevia übernimmt nicht die bräunende, karamellisierende Funktion von Zucker. Auch das Volumen geht verloren, sodass Rezepte angepasst werden müssen.
Qualität von Stevia-Produkten erkennen
Ein gutes Stevia-Produkt erkennen Sie an folgenden Punkten:
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- Mindestens 95% Steviolglykoside, ideal: hoher Anteil an Rebaudiosid-A
- Wenig bis keine Zusatzstoffe
- Extrakt möglichst rein, EU-zertifiziert
Hochqualitative Stevia-Extrakte (Rebaudiosid-A ab 60-98%) besitzen bei richtiger Dosierung kaum Bitterstoffe. Minderwertige Produkte schmecken oft unangenehm.
Kurzüberblick über die besten Stevia-Produkte auf dem Markt
| Rang | Artikelname | Herkunftsland | Vorzüge | Preis (€) |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Almitas Stevia Tabs | Deutschland | Vegan | ca. 7 € |
| 2 | Nkd Living Stevia Tropfen | k. A. | ca. 9 € | |
| 3 | Nkd Living Stevia Pulver | Niederlande | Vegan | ca. 13 € |
| 4 | Steviago Stevia-Pulver | k. A. | ca. 21 € | |
| 5 | Alphapower Food Stevia | Deutschland | ca. 6 € |
Gesundheitsaspekte und mögliche Nachteile beim Verzehr von Stevia
Stevia ist für Diabetiker geeignet, beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht und enthält keine Kalorien. Die European Food and Safety Authority (EFSA) hat einen ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) von vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt, der als unbedenklich gilt.
Zu den Nachteilen zählt, dass die täglich erlaubte Höchstmenge durch verschiedene Lebensmittel leicht überschritten werden kann. Besonders Kinder sollten auf die Inhaltsstoffe und die Mengen achten. In sehr hohen Dosen könnte das natürliche Empfinden für Süße beeinträchtigt werden.
- Stevia wird industriell hergestellt und muss klare Reinheitsanforderungen erfüllen.
- Qualitätsunterschiede wirken sich erheblich auf Geschmack und Nachgeschmack aus.
- Lakritzartiger oder bitterer Nachgeschmack ist abhängig von Produkt, Dosis und individueller Wahrnehmung.
Bei maßvoller Verwendung gilt Stevia als gesundheitlich unbedenklich. Für eine optimale Geschmacksakzeptanz empfiehlt es sich, hochwertige Produkte zu wählen und diese vorsichtig zu dosieren.
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