Rezept: Schlehen-Apfel-Marmelade

Nach dem ersten Frost ist die ideale Zeit, um fruchtige Schlehenmarmelade herzustellen. Lust auf etwas anderes als die üblichen Marmeladensorten? Aus Schlehen kannst du eine besondere Marmelade selber herstellen - und das ohne großen Aufwand.

Zutaten (für ca. 6 Gläser / Mengen variabel)

  • 1 kg Schlehen (reif, am besten nach dem ersten Frost oder tiefgefroren)
  • 1 kg Apfel (säuerlich, z.B. Boskoop) oder etwa 500 g frische Äpfel für 300 g Apfelmus
  • 1 kg Gelierzucker 1:1 (Menge nach Saftgewicht anpassen)
  • 2 EL Zitronensaft
  • evtl. Vanilleschote, Zimtstange oder Sternanis nach Geschmack
  • Wasser zum Kochen

Warum Schlehen und wie ernten?

Bei Schlehen handelt es sich um die Beeren des Schlehdorns, der sich häufig als Hecke an Hängen oder Wegrändern findet. Die Früchte für die Schlehenmarmelade kannst du einfach selber sammeln. Schlehen schmecken aufgrund ihrer vielen Gerbstoffe relativ herb. Wenn es draußen friert, zerfallen diese Stoffe und die Früchte schmecken weniger bitter. Deshalb solltest du sie erst nach dem ersten Frost pflücken und verarbeiten.

Wenn du der Schlehenmarmelade noch das gewisse Etwas verleihen möchtest, kannst du eine Vanilleschote mitkochen - diese muss allerdings von weit her importiert werden. Wer eine Marmelade nur mit Schlehen einkochen möchte, sollte die Schlehen erst nach dem ersten Frost ernten und dann zu Marmelade verarbeiten. Wer die geernteten Schlehen nicht auf den Frost warten möchte, kann sie alternativ eine Nacht in den Gefrierschrank legen.

Schlehen am Strauch

Vorbereitung

  1. Säubere und sterilisiere die Gläser für die Schlehenmarmelade.
  2. Wasche und putze die Schlehen.
  3. Die Äpfel samt Schale vierteln und die Gehäuse herausschneiden. (Alternativ: Äpfel schälen und entkernen und fein reiben oder für Apfelmus mit etwas Wasser weich kochen.)
  4. Wenn die Schlehen noch keinen natürlichen Frost hatten: die gesammelten Schlehen über Nacht in den Gefrierschrank legen oder 1-2 Tage einfrieren.

Zubereitung: klassische Variante mit Apfel

  1. Die Schlehen mit den Äpfeln und dem Zitronensaft mischen, mit Wasser bedeckt etwa 40 Minuten lang köcheln lassen. In einem Topf die Schlehen mit dem Wasser für 5 Minuten aufkochen.
  2. Mit Hilfe eines Kartoffelstampfers die Masse zerdrücken. Die Schlehen etwas mit dem Kartoffelstampfer andrücken, einzuckern und gut 1 Tag stehen lassen, wenn man Zeit und Lust auf intensiveren Geschmack hat.
  3. Dann durch ein Passiersieb streichen, damit man die Kerne rausfiltert. Das Schlehen-Apfelmus mit einem Holzstampfer durch ein Sieb drücken, anschließend den Saft durch ein Tuch laufen lassen.
  4. Den Saft abwiegen und die gleiche Menge an Gelierzucker hinzugeben. Ich habe die Schlehen im Dampfentsafter entsaftet.
  5. Das Mus in einem Topf mit dem Gelierzucker und den geriebenen Äpfeln für ca. 8-10 Minuten aufkochen. Bringe die Masse zum Kochen und lasse sie dann ungefähr fünf Minuten sprudelnd weiterkochen, bis sie geliert. Meist sind dies 4 bis 6 Minuten und variiert je nach Frucht und Zucker.
  6. Danach die Gelierprobe machen: Gib etwas Marmelade auf einen Teller und prüfe, ob die Masse nach ein bis zwei Minuten merklich fester wird. Wenn die Marmelade dicker wird, ist sie fertig.
  7. Fülle die heiße Schlehenmarmelade nun in die sterilisierten Marmeladengläser und verschließe sie sofort. Stelle sie für zehn Minuten auf den Kopf und lagere die Marmelade dann kühl und dunkel.

Die fertige Marmelade wird anschließend in sehr gut gesäuberte Schraubgläser gefüllt und schnell verschlossen. Nach dem Abkühlen ist die Schlehenmarmelade bereit zum Verzehr.

Schlehen-Apfel-Marmelade im Glas

Alternative Zubereitungsweisen und Tipps

  • Ich nehme bewusst nicht die Flotte Lotte! Würden wir die Schlehen komplett durch die Flotte Lotte durchdrehen, dann hätten wir jede Menge des herben Schlehengeschmacks in der Marmelade und das mag ich persönlich nicht so.
  • Das Apfelsaft-Verfahren: Zuerst die Schlehen (aus dem Gefrierschrank) mit Apfelsaft zusammen in einen großen Topf geben und mindestens 15 Minuten köcheln lassen, dann Sud durch ein feines Metallsieb schütten und Saft zurück in den Topf geben, mit Gelierzucker nach Packungsanleitung aufkochen.
  • Folglich wird der Apfelsaft mit der Schlehe aufgekocht und so nur ein wenig Schlehensaft mit in der Marmelade verarbeitet. Der hohe Zuckeranteil (Gelierzucker 1:1) gleicht die Schlehe sehr gut aus; wer mag, kann auch 2:1 oder 3:1 verwenden.
  • Die nicht verwendeten Kerne musst du übrigens nicht wegwerfen. Säubere und trockne sie stattdessen und mache ein mit Schlehenkernen gefülltes Wärmekissen daraus.
  • Anstelle von Apfel kann auch Quitte oder Birne verwendet werden.
  • Die Konfitüre schmeckt nicht nur köstlich auf einem frischen Butterbrot, sie passt natürlich gut auf den Frühstückstisch am Wochenende. Du kannst sie zum Beispiel zu selbst gebackenem Vollkornbrot, Sonntagsbrötchen oder Dinkel-Quark-Brötchen genießen.
  • Mit dieser Masse können ca. 6 Gläser à 340 g entstehen (je nach Rezeptvariation).
Zubereitungsschritte Schlehen-Apfel-Marmelade

Einkoch-, Lager- und Haltbarkeitshinweise

Anschließend das Mus in sterile Gläser mit Deckel einfüllen, fest verschließen und auskühlen lassen. Dann kühl und dunkel lagern. Es hält sich gut verschlossen ca. mehrere Monate. Die Gläser nach dem Befüllen 5-10 Minuten auf den Kopf drehen kann die Haltbarkeit unterstützen.

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Varianten-Rezeptauszug (konzentriert)

ZutatMenge (Beispiel)
Schlehenmus800 g
Apfelmus (ohne Zucker)300 g (aus ca. 500 g frischen Äpfeln)
Gelierzucker 1:11 kg
Vanille0,5 Schote
Zitronensaft0,5 Zitrone

Beide Mussorten in einen hohen Kochtopf geben und evtl. nochmals kurz mit dem Pürierstab durchmixen. Den Gelierzucker und die Gewürze hinzufügen, die Masse unter Rühren zum Kochen bringen. Ab dem Kochzeitpunkt unter ständigem Rühren 4 Minuten sprudelnd kochen lassen, kurz vor Ende der Kochzeit den Zitronensaft hinzufügen. Sofort in sterilisierte Gläser füllen und verschließen.

Geschmack und Verwendung

Der Geschmack meiner mit Schlehe angehauchten Marmelade erinnert an Johannisbeerenmarmelade. Ein bisschen weniger sauer vielleicht. Herb-fruchtiger Aufstrich, auch sehr gut zu Wildgerichten, Mehlspeisen, Kuchen und …

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