Ist in einer Saftkur viel Zucker enthalten?

Saftkuren sind bei vielen Menschen beliebt. Diese Form des Fastens soll die Gesundheit fördern und die Kilos purzeln lassen. Doch was genau steckt dahinter?

Was ist eine Saftkur und wie funktioniert sie?

Eine Saftkur, auch bekannt als Saftfasten, ist eine Methode zum Entgiften und Entschlacken des Körpers. Während einer Saftkur trinken Sie für einen bestimmten Zeitraum ausschließlich frisch gepresste Säfte aus Obst und Gemüse. Feste Nahrung ist tabu. Bei einer Saftkur nehmen Sie täglich mehrere Gläser Obst- und Gemüsesaft zu sich. Dazu gibt es reichlich Wasser und ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee. Wer nicht darauf verzichten kann, darf während der Saftkur auch Kaffee trinken, aber nur schwarz, ohne Milch und Zucker.

Wie eine Saftkur funktioniert, ist eigentlich immer gleich: Sie trinken über einen bestimmten Zeitraum als einzige Kalorien- und Nährstoffquelle Obst- und Gemüsesäfte. Das Grundprinzip einer Saftkur immer das gleiche: Ihr Speiseplan besteht täglich aus rund eineinhalb Litern Obst- und Gemüsesäften, die Sie über den Tag verteilt trinken; zusätzlich gibt es zwei bis drei Liter Wasser und ungesüßten Tee. So kommen Sie je nach Saftzusammenstellung auf nicht mehr als 300 bis 750 Kilokalorien pro Tag.

Welche Dauer und Auswahl gibt es?

Die Länge der ist dabei individuell und beträgt in der Regel 3 Tage, 5 Tage oder selten auch bis zu 7 Tage. Klassiker sind Saftkuren über zwei oder drei Tage sowie Saftfasten über fünf Tage bis hin zu 7-Tage-Saftkuren, also solche von einer Woche Dauer, manchmal auch länger. Neulinge sollten mit zwei bis drei Tagen Saftfasten anfangen, für Fortgeschrittene dürfen es fünf Tage oder mehr sein.

Die Dauer einer Saftkur hängt von Ihren Zielen ab. Einige Menschen bevorzugen 1- bis 3-tägige Saftkuren, während andere sie bis zu 2 Wochen oder länger durchführen. Es ist wichtig, dass Sie auf Ihren Körper hören und sich gut informieren, bevor Sie sich für die Dauer Ihrer Saftkur entscheiden.

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Welche Säfte eignen sich - und warum ist der Zucker relevant?

Welche Säfte sich für eine Saftkur besonders gut eignen, lässt sich pauschal nicht beantworten. Prinzipiell sollten Sie Säfte zu sich nehmen, die Ihnen auch schmecken. Tendenziell sollten Sie etwas mehr Gemüsesäfte oder Obst-Gemüse-Mischungen mit höherem Gemüseanteil trinken, da deren Fruchtzuckergehalt geringer ist. Beispiele wären zum Beispiel Mischungen aus: Apfel, Rote Bete, Ingwer und Zitrone; Ananas, Apfel, Zitrone und Minze; Gurke, Sellerie, Spinat, Zitrone, Apfel.

Die Säfte sollten möglichst frisch gepresst und nicht zusätzlich gesüßt werden. Das gilt auch für fertig zusammengestellte Saftkuren-Pakete - schauen Sie genau auf die Nährwertangaben auf den Fläschchen! Saftkuren aus Obst und Gemüse enthalten zudem deutlich mehr Fruchtzucker als reine Gemüsesaftkuren. Wenn du sensibel auf Fructose reagierst oder sogar an einer Fructoseintoleranz leidest, sind Saftkuren nichts für dich. Aber auch ein gesunder Darm ist mit großen Mengen Fruchtzucker (35 bis 50 Gramm) schlichtweg überfordert und es kann zu Blähungen oder Durchfall kommen.

Infografik: Vergleich Fruchtzuckeranteil Obstsaft vs. Gemüsesaft

Wer also das Maximum an positiven Effekten für sich herausholen möchte, setzt am besten größtenteils auf Gemüsesäfte, die nicht so viel Zucker enthalten wie Obstsäfte. Die Karotten enthalten viel Vitamin A, B und K und harmonieren geschmacklich perfekt mit den Äpfeln.

Ist der Zucker in Saftkuren problematisch?

Saftkuren enthalten je nach Zusammensetzung unterschiedlich viel Zucker. Besonders Obst- und Fruchtsäfte können viel Fruchtzucker (Fructose) liefern. Saftkuren aus Obst und Gemüse enthalten zudem deutlich mehr Fruchtzucker als reine Gemüsesaftkuren. Das eingesparte Geld könnte stattdessen in nützliche Anschaffungen wie einen hochwertigen Entsafter investiert werden.

Die Frage ist jedoch: Braucht es dafür unbedingt eine Saftkur? Denn die sind alles andere als günstig. Für eine 3- bis 5-Tages-Kur werden zwischen 60 und 180 Euro fällig, je nach Hersteller und Dauer der Kur.

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Gesundheitliche Effekte und wissenschaftliche Einordnung

Die Fans von Saftkuren schwören darauf, dass diese sich in vielerlei Hinsicht positiv auf die Gesundheit auswirken: Der Körper entgiftet: Eine Saftkur soll dazu beitragen, den Körper von schädlichen Toxinen zu reinigen, die sich im Lauf der Zeit im Körper ansammeln. Die Pfunde purzeln: Saftfasten ist ein beliebter Weg, an Gewicht zu verlieren. Die erhöhte Zufuhr von Ballaststoffen in den Säften sorgt zudem für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Die Vitalität nimmt zu: Viele Menschen berichten von einem Anstieg der Energie und der Vitalität während und nach einer Saftkur. Hautgesundheit verbessert sich: Die Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien in den Säften können sich positiv auf die Hautgesundheit auswirken und einen strahlenden Teint fördern.

Generell erhalten die meisten Säfte die Gesundheits-boostenden Effekte der Obst-, Gemüse- oder Kräutersorten, aus denen sie gemacht sind. Positive Effekte von verschiedenen Säften konnten in zahlreichen Studien belegt werden. Säfte können zudem wohl die Herzgesundheit fördern, indem sie den Blutdruck senken und die Blutfettwerte verbessern. Obst und Gemüse enthält beispielsweise Phenole, also antioxidative Wirkstoffe. Diese Wirkstoffe fangen aggressive Sauerstoffradikale, die sogenannten freien Radikale, ein, die in zu großer Menge den Körper krank machen können.

Der entgiftende Effekt (Detox), der Saftkuren mitunter zugeschrieben wird, lässt sich dagegen nicht hinreichend wissenschaftlich belegen. Weder nötig noch möglich - denn wissenschaftliche Belege gibt es dazu keine. Was Saftkuren machen sollen, tun Leber und Nieren ganz von allein - und zwar täglich 24/7. Die beiden Hauptentgiftungsorgane deines Körpers arbeiten so zuverlässig, dass kaum schädliche Stoffe zurückbleiben.

Risiken, Nebenwirkungen und wer davon Abstand nehmen sollte

Wenn Sie eine Saftkur nur über wenige Tage machen, dürfte es zu keinen Mangelerscheinungen kommen. In den ersten Tagen, wenn der Stoffwechsel sich umstellt, können bei einer Saftkur Kopfschmerzen auftreten oder Sie fühlen sich müde und frieren. Menschen mit empfindlichem Magen oder einer Fruktose-Unverträglichkeit können bei einer Saftkur Durchfall bekommen. Dann ist es eventuell sinnvoll, auf Gemüsesäfte auszuweichen.

Wer an bestimmten Krankheiten wie einer Herzkrankheit, Essstörung oder Diabetes leidet, sollte auf das Saftfasten verzichten. Für manche Personengruppen wie Schwangere, Stillende oder Menschen mit Herz- oder Nierenprobleme kann eine Saftkur gefährlich sein. In der Stillzeit eine Saftkur zu machen, ist nicht die beste Idee. Denn sie beschneidet merklich die zugeführte Menge an Kalorien und Nährstoffen. Gerade in der Stillzeit ist es aber wichtig, dass die Mutter genügend Nährstoffe zu sich nimmt.

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Wenn Sie sich schwindlig fühlen oder starke Kopfschmerzen bekommen, sollten Sie die Saftkur abbrechen. Vor Beginn einer Saftkur sollten Sie Ihren Arzt konsultieren, insbesondere, wenn Sie gesundheitliche Probleme haben. Wer an bestimmten Krankheiten wie einer Herzkrankheit, Essstörung oder Diabetes leidet, sollte auf das Saftfasten verzichten.

Praktische Hinweise: Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung

Eine Saftkur erfordert durchaus etwas Vorbereitung. Bevor Ihre Saftkur beginnt, sollten Sie idealerweise ein bis zwei Entlastungstage einlegen. Diese tragen dazu bei, dass die Saftkur ohne Schwierigkeiten - und viel wichtiger - ohne Hungergefühl durchgehalten wird. Während der Entlastungsphase ist es gut, auf Koffein, Zucker, tierische Produkte und künstliche Zusatzstoffe zu verzichten.

Wir haben 5 Schritte für Sie zusammengestellt, die Ihnen das Planen erleichtern: 1. Zeitraum: Bestimmen Sie, wie lange Ihre Saftkur dauern soll. Für Anfänger wird oft empfohlen, mit einem 1-tägigen Saftfasten zu beginnen und erst nach und nach den Zeitraum zu steigern. 2. Zusammenstellung der Säfte: Wählen Sie eine Vielzahl von Gemüse- und Obstsorten für Ihre Saftkur aus, um sicherzustellen, dass Sie eine breite Palette von Nährstoffen erhalten. Achten Sie darauf, dass Sie nicht nur süße Obstsorten wählen, sondern auch einen angemessenen Gemüseanteil einplanen.

Durch begleitende Maßnahmen wie Massagen oder Saunagänge lässt sich das Wohlbefinden während des Saftfastens fördern. Bewegung an der frischen Luft regt den Kreislauf an. Es ist normalerweise ratsam, während einer Saftkur anstrengende körperliche Aktivitäten zu vermeiden. Der Kalorien- und Energiegehalt von Säften ist begrenzt, und Ihr Körper benötigt Zeit, sich umzustellen. Leichte Bewegung ist empfehlenswert, Sie sollten aber während der Saftkur keinem Trainingsplan folgen, der intensive Einheiten vorsieht, oder eine anstrengende Phase in der Arbeit haben.

Durchführung: Während Ihrer Saftkur trinken Sie alle paar Stunden einen frisch zubereiteten Saft. Vergewissern Sie sich, dass Sie außerdem ausreichend Wasser trinken, um hydratisiert zu bleiben. Die Säfte trinken Sie langsam und schluckweise, das soll dem Körper helfen, die enthaltenen Nährstoffe zu verarbeiten. Wer einen empfindlichen Magen hat oder sehr vom Hunger gequält wird, darf etwas Hafer-, Reis- oder Leinsamenschleim in seine Säfte rühren.

Nach der Saftkur: Nach Ende der Saftkur ist es wichtig, langsam wieder feste Nahrung einzuführen. Beginnen Sie mit leichten Mahlzeiten wie Suppen und Salaten. Was Sie nach einer Saftkur essen sollten, um von flüssig wieder auf fest umzustellen, hängt davon ab, wie lange Sie gefastet haben. Bei einer eintägigen Saftkur können Sie am nächsten Tag normal essen. Ansonsten empfiehlt sich eine Wiedereinstiegsphase, die etwa einem Drittel der Fastenzeit, mindestens aber zwei Tagen, entspricht. Besonders am ersten Tag des Fastenbrechens sollten sie leicht verdauliche Lebensmittel zu sich nehmen, zum Beispiel: Suppengedünstetes Gemüse, Quark und Joghurt, gekochter Reis, gekochte Kartoffeln.

Tipps zur Auswahl und Zubereitung

Die besten Säfte für eine Saftkur sind frisch zubereitete Säfte aus einer Vielzahl von Gemüse- und Obstsorten. Der grüne Entgiftungssaft ist reich an Antioxidantien, Vitaminen und Mineralstoffen. Er kann dazu beitragen, Ihren Körper während Ihrer Saftkur mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen und gleichzeitig die Entgiftung zu fördern.

Zubereitung: Die grünen Äpfel, Gurke, Sellerie und die Zitrone gründlich waschen und in Stücke schneiden. Den Spinat und den Grünkohl ebenfalls waschen. Den Ingwer schälen und in kleine Stücke schneiden (die Menge je nach persönlichem Geschmack variieren). Alle Zutaten in einen Entsafter geben und zu einem köstlichen grünen Saft verarbeiten. Vor dem Servieren gut umrühren und nach Belieben mit Eiswürfeln servieren.

Schema: Zutaten und Schritte zur Zubereitung eines grünen Saftes

Du kannst die Säfte komplett als Saftkur kaufen oder dir alternativ die Säfte zu Hause selbst machen. Dazu kannst du entweder einen Entsafter nutzen oder einen Mixer. Den gemixten "Smoothie" musst du anschließend allerdings noch durch ein Sieb oder so einen Nussmilchbeutel filtern. Kaltgepresste Säfte enthalten aufgrund der schonenden Verarbeitung mehr Vitamine und Nährstoffe als solche, die mittels Verfahren entstehen, bei denen Hitze im Spiel ist.

Abnehmen mit einer Saftkur - was ist realistisch?

Auch wenn eine Saftkur nicht direkt zum Abnehmen gedacht ist, werden Sie während des Fastens ein paar Kilo leichter werden. Zwei bis drei Kilo pro Woche dürften es im Durchschnitt sein, die Sie durch eine Saftkur abnehmen. Allerdings hat eine Saftkur kaum Wirkung auf die Fettreserven, beziehungsweise deren Abbau - die Gewichtsabnahme beruht größtenteils auf dem Verlust von Wasser und Muskelmasse.

Ein kurzfristiger Gewichtsverlust wurde durch kleinere Studien bestätigt, aber wie nachhaltig der ist, ist fraglich. Andere Studien zeigen, dass es später sogar zu einer Gewichtszunahme kommen kann. "Natürlich nimmt man ab, wenn man kurzfristig nur wenig isst - das hat jedoch mit 'Detox' nichts zu tun", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der Verbraucherzentrale.

Sollte man eine Saftkur machen?

Prinzipiell ist die Idee des Saftfastens nicht schlecht, denn mehr Obst und Gemüse im Alltag und längere Essenspausen zwischen den Mahlzeiten würden den meisten Menschen guttun. Vor allem, wenn du dich im Alltag sehr zucker- und fettreich ernährst, kann es sinnvoll sein, den Körper (und Darm) gelegentlich zu entlasten. Die Frage ist jedoch: Braucht es dafür unbedingt eine Saftkur?

Die klare Antwort: Nein. Es gibt keinen zwingenden Grund dafür, denn wissenschaftlich fundierte Beweise für die oft angepriesenen Vorteile fehlen. Da die Bedürfnisse jedes Menschen einzigartig sind und unterschiedliche Reaktionen auf solche Kuren möglich sind, bleibt es jedem selbst überlassen zu entscheiden, ob diese Methode das persönliche Wohlbefinden tatsächlich verbessert. Um deine Gesundheit effektiv und nachhaltig zu fördern, brauchst du keine Saftkur. Beginne stattdessen jederzeit mit gesunden Alltagsroutinen, die zu langfristig positiven Gewohnheiten führen können. Ein Lebensstil, der regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung mit frischen Produkten, ausreichend Wasser, genügend Schlaf und minimierten Stress umfasst, macht Saftkuren überflüssig.

Diskussion: Expertenmeinungen zu Saftkuren und Zucker

Praktische Checkliste - Worauf achten bei einer Saftkur?

  • Bevorzugen Sie kaltgepresste Säfte mit hohem Gemüseanteil.
  • Keine zusätzlichen Zucker oder Zusatzstoffe.
  • Auf die Nährwertangaben fertiger Saftkuren achten.
  • Entlastungstag(e) vor Beginn einlegen und langsames Fastenbrechen danach.
  • Bei Vorerkrankungen vorher ärztlichen Rat einholen.
  • Bei Fructose-Intoleranz oder empfindlichem Magen besser auf Gemüsesäfte ausweichen.
Aspekt Empfehlung
Zuckeranteil Gemüsebetonte Säfte bevorzugen, Obstsäfte moderat verwenden
Dauer Einsteiger: 1-3 Tage, Fortgeschrittene: bis zu 7 Tage
Kalorien ca. 300-750 kcal/Tag (je nach Zusammensetzung)
Geeignet für Gesunde Erwachsene ohne Stoffwechselerkrankungen
Nicht geeignet für Schwangere, Stillende, Diabetiker, Menschen mit Essstörungen

Wer üppige Schlemmereien ausgleichen möchte, kann dies mit einer Saftkur über wenige Tage hinweg tun. Wer länger fasten möchte, sollte vorher mit einem Arzt sprechen. Damit die Saftkur sinnvoll bleibt, sollte am Ende immer das eigene Wohlbefinden im Fokus stehen.

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