Ruth Schokolade Wattenscheid: Geschichte und Produkte im Schokoladenwerk Bochum
Wenn es um hochwertige Schokolade geht, ist Max Ruth im Schokoladenwerk Bochum-Wattenscheid ganz in seinem Element. Das traditionsreiche Familienunternehmen Ruth gibt es seit 1968 und befindet sich heute in dritter Generation in Familienbesitz. Das Schokoladenwerk vereint hier am Standort nicht nur die handwerkliche Herstellung feinster Schokolade, sondern auch ein Café und eine Erlebniswelt rund um die Schokolade.
Die Geschichte des Ruth Schokoladenwerks
Das Unternehmen wurde 1968 in Bochum-Wattenscheid gegründet, der Stammsitz des Familienbetriebs liegt an der Metternichstraße 7. Bis 2020 wurde dort die Schokolade hergestellt, bevor man in das neue, modernere Gebäude an der Burgstraße 1a umzog. Dort ermöglicht eine große Glasfront den Besuchern und Kunden einen einzigartigen Blick auf die manuelle Herstellung von Pralinen und Schokoladen.
Seit Februar 2020 besteht das neue Produktionsgebäude, das einen Blick hinter die Kulissen erlaubt. „Wir würden uns nicht als Fabrik bezeichnen, sondern als ein Schokoladenwerk, das neben Produktion auch Erlebniswelt und Café kombiniert“, erklärt Max Ruth. Bis zu diesem Zeitpunkt war Ruth vielen Außenstehenden vor allem als ein „Hidden Champion“ bekannt, ein Geheimtipp unter Kennern.
Familiäre Unternehmensführung und Übergabe in dritter Generation
Max Ruth ist seit Januar 2025 alleiniger Geschäftsführer und Gesellschafter der Ruth GmbH & Co. KG. Nach einer zehnjährigen, gleitenden Übergabephase hat er von Vater Volker und Onkel Detlef die Leitung übernommen, die sich nun mehr in beratender Funktion engagieren. „Mein Vater hat immer den Einkauf mit Leidenschaft geführt, mein Onkel ist der Haustechnik-Spezialist“, erzählt Max Ruth.
Auch wenn Max Ruth nun die operative Führung übernommen hat, bleiben Vater und Onkel ihm beratend erhalten, was den sanften Generationswechsel zusätzlich stärkt. Sein Bruder und seine Cousins haben sich hingegen gegen eine Mitarbeit entschieden.
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Produktionsweise und Qualitätssicherung
Das Schokoladenwerk setzt konsequent auf Qualität statt Masse, wobei viele Produkte noch vollständig von Hand gefertigt werden. Max Ruth betont: „Noch heute ist nahezu alles in unserem Hause in Handarbeit gefertigt.“ Die Qualität der Rohstoffe ist dabei ein zentraler Pfeiler. Das Unternehmen bezieht seinen Kakao über langjährige, faire Partnerschaften und setzt auf Fairtrade-Standards, um eine faire und nachhaltige Rohstoffversorgung zu garantieren.
Diese Qualitätsphilosophie zeigt sich unter anderem darin, dass auf Massenware verzichtet wird. „Wir produzieren limitierte Mengen, beispielsweise mit nur drei Hauptzutaten: Kakaogehalt, Kakaobutter und Zucker. Massenwaren benötigen deutlich mehr Zutaten, die unserer Meinung nach nicht in gute Schokolade gehören“, erklärt Ruth.
Aufgrund steigender Kakaopreise muss Ruth auch Preisanpassungen vornehmen, plant aber nur die reine Weitergabe der gestiegenen Rohstoffkosten. Die Lust auf Schokolade bleibt laut Max Ruth auch in Krisenzeiten ungebrochen, da sie für viele Menschen einen Trost spendet und Genuss bereitet.
Produkte und Innovationen aus Wattenscheid
Das Schokoladenwerk Ruth produziert eine breite Palette hochwertiger Schokoladenprodukte: von klassischen Tafeln bis zu kunstvoll gearbeiteten Pralinen. Die Eigenmarken machen etwa 40 % der Produktion aus. Dabei entstehen immer wieder neue Ideen, wie die Streichpraline fürs Brot, die Bochum-Box mit blau-weißen Pralinen, Bruch-Schokoladen und weitere Spezialitäten.
Neben Eigenmarken fertigt das Unternehmen vorwiegend Schokolade für andere Firmen - ca. 60 % der Arbeit entfallen auf Auftragsproduktionen. Ein aktueller Renner ist die Dubai-Schokolade, eine Auftragsarbeit für einen Kunden, von der bereits über 93.000 Tafeln produziert wurden. Max Ruth: „Seit Ende Mai sind wir einer der größten Produzenten von Dubai-Schokolade.“
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Die Dubai-Pralinen zeichnen sich durch ihre besondere Kombination aus Crunch, Cremigkeit und Süße aus und sind auch beim Geschäftsführer persönlich beliebt. Sein Lieblingsgeschmack bleibt jedoch die Vollmilch mit Haselnuss sowie die Bochum-Praline mit Sahne-Nougat-Crunch.
Handarbeit als besondere Herausforderung
Die Herstellung der Schokolade und Pralinen geschieht überwiegend händisch, was als eine „echte Mammutaufgabe“ gilt, besonders in der Vorweihnachtszeit, wenn das Geschäft besonders floriert. Max Ruth klagt darüber, dass qualifiziertes Personal in der Branche schwer zu finden ist. Deshalb stemmt die Stammbelegschaft das Produktionsvolumen.
Als Anerkennung für die harte Arbeit bekommen die Mitarbeiter über die Feiertage bis zum 6. Januar frei. Diese Tradition möchte Max Ruth dauerhaft wieder einführen.
Direkter Kundenkontakt und Erlebniswelt
Das Schokoladenwerk bietet neben der Produktion auch Führungen mit exklusiven Einblicken, Tasting-Events sowie ein eigenes Café, das als Treffpunkt in der Region gilt. Dort können Gäste die Schokoladenherstellung live verfolgen und Spezialitäten genießen.
Die Erlebniswelt umfasst auch Schokoladen- und Wein-Tastings in Kleingruppen, die aufgrund der Pandemie neu adaptiert wurden und sehr gefragt sind. Bald startet zudem die „SCHOKOLADENWERKSTATT“, eine weitere Möglichkeit, mehr über Schokolade zu lernen.
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Engagement für Nachhaltigkeit und Transparenz
Besonderen Wert legt Max Ruth gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Jan de Boer darauf, dass Qualität schon bei den Plantagen beginnt. Deshalb reisen sie regelmäßig vor Ort zu den Kakaoplantagen, um sich persönlich von Anbau, Ernte und Verarbeitung zu überzeugen.
„Qualität endet nicht in der Manufaktur, sondern beginnt auf der Kakaoplantage“, sagt Max Ruth. Dieser direkte Austausch mit den Produzenten sichert die hohe Qualität, die für Ruth Schokolade charakteristisch ist.
Das Team und die Zukunft von Ruth Schokolade
Ruth beschäftigt etwa 60 Mitarbeiter, davon knapp 40 direkt in der Schokoladenproduktion in Wattenscheid. Anfang 2025 übernahm Max Ruth die Leitung und holte Jan de Boer als Prokurist und Mitgesellschafter an seine Seite, mit dem er strategische Entscheidungen gemeinsam trifft.
Das Unternehmen entwickelt neben der Produktion auch seinen Markenvertrieb weiter und plant eine stärkere öffentliche Präsenz der Eigenmarke „Ruth“. Max Ruth arbeitet daran, das Schokoladenwerk als festen Bestandteil der regionalen Genusskultur zu etablieren und die traditionsreiche Expertise auch in Zukunft zu sichern.
Standort und Expansion
Das Unternehmen hat neben dem Werk in Wattenscheid im Oktober 2025 eine weitere Filiale in Hattingen eröffnet. Zudem startet im September bereits die Produktion der Adventskalender, die als saisonale Highlights sehr gefragt sind.
Die Produktion konzentriert sich auf hochwertige Spezialitäten, darunter auch personalisierte Firmenpräsente in kleinen und großen Mengen. Damit spricht das Schokoladenwerk ein breites Kundenspektrum an, von Feinschmeckern bis zu Geschäftskunden.
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