Stiftung Warentest: Bitterschokoladen im Test – Sieger, Verlierer und Schadstoffbelastungen

Deutsche lieben Schokolade. Knapp 98 Prozent der Bevölkerung greifen regelmäßig zu, wobei dunkle Schokoladen mit einem Kakaoanteil von 60 bis 75 Prozent etwa ein Viertel des gesamten Schokoladenkonsums ausmachen. Angesichts dieser Beliebtheit hat Stiftung Warentest 24 Bitterschokoladen genauer unter die Lupe genommen, um Qualität, Geschmack und mögliche Schadstoffbelastungen zu untersuchen.

Der Test von Stiftung Warentest

Im Fokus des Tests standen 24 Bitterschokoladen mit einem Kakaogehalt zwischen 60 und 75 Prozent. Neben bekannten Marken wie Lindt und Ritter Sport wurden auch günstigere Produkte von Discountern wie Aldi und Lidl geprüft. Die Tester von Stiftung Warentest legten Wert auf verschiedene Kriterien, darunter Geschmack (50 Prozent der Gesamtnote), Schadstoffbelastung (25 Prozent), Deklaration (15 Prozent), mikrobiologische Qualität und Benutzerfreundlichkeit der Verpackung.

Die Ergebnisse: Gut, Befriedigend, Ausreichend

Das Ergebnis des Tests zeigt eine breite Qualitätsstreuung. 13 der 24 getesteten Bitterschokoladen wurden mit "gut" bewertet, während neun ein "befriedigend" erhielten. Zwei Produkte fielen mit der Note "ausreichend" durch.

Die Testsieger

Besonders positiv fielen folgende Schokoladen auf:

  • Hachez Edel Bitter (Note 1,7): Diese Schokolade überzeugte mit ihrem leicht blumigen und zitronenartigen Geschmack. Die Tester lobten den fruchtsäuerlichen Geschmack nach Zitrus und eine leichte Espresso-Note. Mit einem Preis von 1,99 Euro pro 100 Gramm ist sie zwar nicht die billigste, aber dennoch günstiger als andere Top-Produkte.
  • Lindt Excellence Edelbitter mild (Note 1,8): Die zweitplatzierte Schokolade von Lindt kostet 2,29 Euro pro 100 Gramm und erhielt ebenfalls ein sehr gutes sensorisches Urteil.
  • Aldi Moser Roth Edel Bitter (Note 2,0): Diese Discounter-Schokolade überraschte mit ihrem guten Geschmack und dem günstigen Preis von nur 0,84 Euro pro 100 Gramm. Sie erhielt ebenfalls ein "sehr gut" im geschmacklichen Urteil.

Die Verlierer

Weniger gut schnitten folgende Schokoladen ab:

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  • Fairafric Chocolate made in Africa Zartbitter (Note 4,0): Diese Schokolade erhielt die Note "ausreichend".
  • Rotstern Edelbitter Schokolade (Note 4,1): Auch die Schokolade von Rotstern konnte im Test nicht überzeugen und erhielt die Note "ausreichend".

Die Gründe für die schlechteren Bewertungen lagen im wenig überzeugenden Geschmack und dem Nachweis von gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) bzw. aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) in den Produkten.

Schadstoffbelastung: Mineralölrückstände und Kadmium

Ein besonders kritischer Punkt des Tests war die Schadstoffbelastung. In sechs der 24 getesteten Schokoladen wurden erhöhte Werte von Mineralölrückständen festgestellt. Betroffen waren die Produkte von Heilemann, Rewe, Rotstern, Zetti und Fairafric.

  • MOAH (aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe): Diese Stoffe gelten als potenziell krebserregend und wurden in den Schokoladen von Heilemann, Rewe, Rotstern und Zetti gefunden.
  • MOSH (gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe): Diese Stoffe können sich im Fettgewebe und in Organen anreichern und in Tierversuchen zu Schäden an der Leber geführt haben. Die Schokolade von Fairafric wies eine Menge an MOSH auf, die den Orientierungswert knapp überschritt.
  • Kadmium: Die Schokolade von Original Beans hatte einen erhöhten Kadmiumgehalt. Zu viel von diesem Schwermetall kann die Nieren schädigen.

Stiftung Warentest betont jedoch, dass die gemessenen Schadstoffwerte nicht akut schädlich sind. Dennoch wird empfohlen, diese Schokoladen nicht täglich zu konsumieren.

Nachhaltigkeit und Transparenz

Nur acht der 24 getesteten Schokoladen tragen ein Nachhaltigkeitssiegel wie Fairtrade, Gepa Fair+ oder Utz Certified. Diese Siegel sollen sicherstellen, dass die Kakaobauern in den Anbauländern fair behandelt und bezahlt werden. Allerdings gibt es auch Kritik an den Siegeln, da nicht jeder kleine Produzent sich die Zertifizierung leisten kann, auch wenn er faire Produktionsbedingungen gewährleistet.

Dunkle Schokolade und Gesundheit

Dunkle Schokolade hat im Vergleich zu Vollmilchschokolade einige Vorteile. Sie enthält mehr Kakao und weniger Zucker, wodurch der Blutzuckerspiegel langsamer ansteigt und das Appetitgefühl schneller gestillt wird. Studien deuten darauf hin, dass dunkle Schokolade das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte verringern und erhöhte Cholesterinwerte senken kann.

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Ernährungsmediziner empfehlen daher, täglich etwa 20 Gramm dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil (70, 80 oder 90 Prozent) zu konsumieren.

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