Herstellung und Bedeutung von riesigen Schoko-Weihnachtsmännern

Schoko-Weihnachtsmänner sind seit unser aller Kindheit fester Bestandteil der Adventszeit und bevölkern immer früher im Jahr die Regale der Supermärkte. Ihre Bedeutung reicht weit über eine bloße Süßigkeit hinaus - sie sind Symbol, Kulturgut und ein wirtschaftlicher Faktor, der Millionen Menschen erfreut. Doch wie werden diese imposanten Figuren hergestellt, und welche Geschichte und Fakten verbergen sich hinter ihrer süßen Hülle?

Entstehungsgeschichte: Von der Kakaobohne zum Weihnachtsmann

Im 17. Jahrhundert brachten Spanier von Reisen nach Mittelamerika Kakaobohnen nach Europa. Die daraus hergestellte Schokolade galt für eine lange Zeit als Luxusprodukt und war den Adeligen vorbehalten. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie allmählich für die breite Masse verfügbar, blieb aber vor allem zu besonderen Anlässen wie Weihnachten eine luxuriöse Delikatesse.

Die Idee für den Schokoladen-Weihnachtsmann entstand um 1820. Damals wagten die ersten Konditoren sich an die künstlerisch herausfordernde Figur aus massiver Schokolade. Die ersten Exemplare waren sogar gefüllt. Rund 1832 in Frankreich produzierte der Franzose Jean Baptiste Letang den ersten Schokoladen-Weihnachtsmann, der allerdings noch als Abbilder vom Bischof Nikolaus, dem Schutzpatron der Kinder, bekannt war.

Historische Entwicklung der Schoko-Weihnachtsmänner

Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten hohlen Schokoladenfiguren. Etwa 20 Jahre später wurde der Schoko-Nikolaus erstmals als Hohlkörper hergestellt - ein Verfahren, das sich auch bei Osterhasen durchsetzt.

Industrielle Revolution und Herstellungstechniken

Bis zur industriellen Fertigung dauerte es rund 100 Jahre. Ab den 1950er Jahren konnte der Schokoladen-Weihnachtsmann durch innovative Verfahren in großen Mengen industriell gefertigt werden. Zuerst wurden die Figuren in flache Formen gegossen, mit Reliefprägung auf einer Seite und flacher Rückseite. Dänische Erfinder entwickelten das Schleudergussverfahren: Dabei wird flüssige Schokolade in eine zweiteilige Form gegossen und so lange gedreht, bis sich die Schokolade gleichmäßig an den Innenwänden verteilt, erkaltet und fest wird.

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Schleudergussverfahren für Schoko-Figuren

Diese Technik erlaubt seit den 1950er Jahren die Herstellung von Hohlkörper-Schokoladenfiguren. Bis heute werden Weihnachtsmänner und Osterhasen in Deutschland auf diese Weise produziert - im Jahr 2023 waren es 167 Millionen Schokoladen-Weihnachtsmänner, von denen 62 Millionen exportiert wurden.

JahrProduzierte Schoko-Weihnachtsmänner (Deutschland)Exportierte Schoko-Weihnachtsmänner
2021160 Mio.ca. 1/3
2023167 Mio.62 Mio.

Herstellungsprozess im Detail

Die großen Schokoladenfabriken Europas nutzen heute ähnliche Fertigungsverfahren. Die Zutaten werden zunächst in einer Rührmaschine (Conche) veredelt. Nach etwa zehn Stunden ist die Schokoladenmasse glatt und wird auf 30°C erwärmt, um in Formen gegossen zu werden. Anschließend erfolgt das Schleudern und Kühlen, so dass die Schokoladenmasse gleichmäßig an der Form haftet.

Eine spezielle Maschine umhüllt die Figuren mit bedruckter Aluminiumfolie. Moderne reißfeste Folien können in einem Stück abgezogen werden, ohne bei kantigen Schokoladenfiguren zu reißen.

Die Produktion beginnt bereits im Sommer, oft ab Mai, um den Bedarf der Händler bis zum Advent zu decken. Die Herstellung bleibt ein umfangreiches und zeitaufwendiges Unterfangen: Rund 24 Stunden dauert es, bis eine Figur fertiggestellt und verpackt ist.

Industrielle Schokoladenproduktion

Superlative: Der größte Schoko-Weihnachtsmann der Welt

Bei den zahllosen Weihnachtsmännern verwundert es kaum, dass auch Weltrekorde aufgestellt werden: In Wernigerode entstand der größte Schokoladenweihnachtsmann der Welt. Gerhard Petzl baute in nur 72 Stunden einen 3,65 Meter hohen und 1,55 Meter breiten Schoko-Weihnachtsmann, umhüllt von 180 Kilogramm Schokolade.

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Weltrekord Schoko-Weihnachtsmann

Wirtschaftliche Bedeutung und Konsumverhalten

Schokolade ist mehr als nur eine nette Nascherei - sie ist Kulturgut und Wirtschaftsfaktor. Im Jahr 2011 lag der durchschnittliche Süßwarenverbrauch der Deutschen bei 31,96 Kilogramm, wobei Schokolade mit über neun Kilogramm den größten Anteil hatte. Mehr als zwei Drittel der Weihnachtsmänner werden innerhalb Deutschlands verkauft.

Allein in Deutschland wurden im Jahr 2021 rund 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt. 2020 waren es rund 151 Millionen. Damit nehmen Schoko-Weihnachtsmänner einen großen Teil des jährlichen Süßwarenverbrauchs ein. Adventskalender gehören zur Vorweihnachtszeit und begleiten mit einer täglichen kleinen Überraschung durch den Dezember. Schoko-Weihnachtsmänner und Adventskalender teilen sich den Platz mit ebenfalls sehr erfolgreichen Schokoosterhasen: Etwa 200 Millionen Osterhasen werden jedes Jahr verkauft.

ProduktJährliche Produktion (Deutschland)
Schoko-Weihnachtsmännerca. 150-167 Mio.
Schoko-Adventskalenderca. 60 Mio.
Schoko-Osterhasenca. 200 Mio.

Aufgrund der guten Kalkulation bleiben nur wenige Reste übrig. Übriggebliebene Weihnachtsmänner werden meist billig verkauft oder gespendet, nicht für Osterhasen umgeschmolzen - der Aufwand wäre zu groß.

Schokoladenfiguren: Vielfalt, Sorten und alternative Produkte

Schoko-Weihnachtsmänner gibt es in vielen Größen, von Mini bis Maxi und in unterschiedlichen Sorten wie Milchschokolade, Zartbitter oder Weißer Schokolade. Die Sortenvielfalt basiert auf den Grundzutaten: Milchschokolade muss mindestens 25 Prozent Kakao und 14 Prozent Milch- oder Sahnepulver enthalten. Zartbitterschokolade enthält mindestens 50 Prozent Kakao, während weiße Schokolade nur Kakaobutter, Zucker und Milchpulver enthält.

Darüber hinaus entstehen immer neue Varianten durch die Zugabe von Nüssen, Früchten, Gewürzen oder exotischen Zutaten. Seit etwa 10 Jahren gibt es auch die Möglichkeit, ein Schokoladenkamel von Al Nassma aus Dubai als Alternative zum Weihnachtsmann zu verschenken.

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Verwendung von übriggebliebenen Schoko-Weihnachtsmännern

  • Schoko-Glasur für Kuchen: 150-175g reichen für einen Gugelhupf.
  • Heiße Schokolade: 100g Weihnachtsmann-Schokolade auf 500ml Milch schmelzen.
  • Trinkschokolade am Stiel oder Schoko-Crossies (mit Cornflakes und Mandeln).
  • Schoko-Soße zum Dessert: 100g Schokolade mit Sahne und Baileys/Honig verfeinern.
  • Schoko-Raspeln als Topping für Desserts oder Müsli.
  • Kreative Ideen: Schokofondue, Schoko-Likör, neue Formen durch Ausstecher, selbstgemachte Tafeln oder Bruchschokolade.
Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten von Schoko-Weihnachtsmännern

Schokolade und Gesundheit

Schokolade enthält Antioxidantien und Flavonoide, die Zellalterung und Arterienverkalkung vorbeugen können. Der Grundstoff Kakao enthält bis zu 59 Prozent Kakaobutter, dazu Zellulose, Stärke, Gerbstoffe, Säuren, Geschmacksstoffe, Zucker, Koffein, Mineralstoffe und Vitamine.

Das Kakao-Fett hat einen guten Einfluss auf das HDL-Cholesterin und senkt das LDL. Antioxidantien und Flavonoide beschleunigen die Wundheilung und verbessern die Hautfunktion. Pure Kakaomasse ohne Zucker wirkt kariesverhindernd durch Fluor und Tannin. Schokolade ist kein Dickmacher, sofern man auf den Kakaogehalt achtet - bei 70-99 Prozent bleibt der Blutzuckerspiegel konstant.

Allerdings sollte man Schokolade in Maßen genießen, da sie auch viel Zucker und Fett enthält. Wer auf seine Gesundheit achten möchte, sollte daher eher zu Zartbitterschokolade mit hohem Kakaoanteil greifen.

Fairer Handel und nachhaltiger Konsum

Leider fällt durch die Kinderarbeit in einigen Anbauländern ein bitterer Schatten auf die süße Lust. Weitgehend verhindern kann man das mit dem Genuss von Fairtrade-Schokoladen und Bio-Schokoladen, bei denen durch die Verwendung von Rohrohrzucker außerdem Klimaschutz betrieben wird.

Allein im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste, mit 1,4 Mio. Tonnen Kakaoproduktion weltweit führend, arbeiten 60.000 Jugendliche unter unwürdigen Verhältnissen. Damit Kakaobauern existenzsichernde Einkommen erhalten, sollte auf fair gehandelte oder Bio-Schokolade geachtet werden. Internationale Gütezeichen und Zertifikate, ebenso wie die Bemühungen von Organisationen (wie Bill & Melinda Gates Stiftung), zeigen erste Erfolge.

Fairtrade und nachhaltige Schokoladenproduktion

Mehr als 60 Prozent der weltweit knapp 5 Millionen Tonnen Kakaoproduktion stammen aus westafrikanischen Ländern. Doch 75 Prozent der Kakaobauern verdienen kein existenzsicherndes Einkommen. Der Cacao-Barometer sagt voraus, dass die Preise weiter sinken und die Armut zunehmen würde, wenn die Situation nicht verbessert wird. Amsterdam mit seinem großen Kakaohafen ist zentraler Umschlagsplatz.

Für Bewusste gilt daher: Fairtrade-Schokolade unterstützt bessere Lebensbedingungen der Bauern, Bio-Produkte schonen die Umwelt.

Tipps für den Schokoladengenuss

  • Lagern Sie Schokolade kühl und trocken, vermeiden Sie Temperaturschwankungen.
  • Hochwertige Schokoladen zeichnen sich durch hohen Kakaoanteil, natürliche Zutaten und schonende Verarbeitung aus.
  • Lassen Sie Schokolade langsam im Mund schmelzen, um das Aroma voll zu genießen.
  • Kombinieren Sie Schokolade mit Früchten, Nüssen oder Käse - für neue Geschmackserlebnisse.
  • Probieren Sie verschiedene Sorten und Varianten aus.

Kultur und Symbolik der Schoko-Weihnachtsmänner

Schokolade gehört zu Weihnachten wie der Weihnachtsbaum oder der Adventskalender, und zwar in vielen Ländern der Welt. Ihren ersten großen Auftritt haben Schoko-Weihnachtsmänner am Nikolausmorgen, dem 6. Dezember, wenn die glitzernd eingewickelten Figuren Groß und Klein erfreuen.

Eng verbunden mit dem Schoko-Nikolaus ist die Tradition der Rute als bestrafendes Symbol für unartige Kinder, insbesondere durch den Gegenspieler Knecht Ruprecht. Bis heute ist der Schokoladen-Nikolaus in Österreich die gängige Weihnachtsfigur.

Kulturgeschichte des Schoko-Weihnachtsmanns

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