Ricarda Lang Schokolade Kontroverse: Körperbild, Politik und Öffentlichkeit
Manchmal sagt jemand in der Öffentlichkeit etwas, das eigentlich privat bleiben sollte, aber allen auffällt. In den vorangegangenen 18 Monaten hatte die 32-Jährige durch körperliche Aktivität und eine Umstellung ihrer Ernährung etwa 40 Kilogramm (88 Pfund) abgenommen. „Ohne Diät-Spritzen“, erklärte sie. Allerdings ging es ihr dabei nicht besonders um den körperlichen Aspekt. Lang, die Bundesvorsitzende der Grünen, war eine der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Body-Positivity-Bewegung. Das lag nicht daran, dass sie es bewusst so geplant hatte, sondern einfach daran, dass sie da war - lautstark, sichtbar und mit einem Körper, der in solchen öffentlichen Räumen nicht oft zu sehen ist. Sie setzte sich gegen Angriffe auf übergewichtige Frauen aufgrund ihres Aussehens ein. Auch wenn es ihr unangenehm war, tat sie dies. Ihr Verhältnis zu sich selbst hat sich weiterentwickelt. Sie erinnert sich, dass sie schon als Teenager „ziemlich mollig“ war. Schließlich begann sie, sich wegen ihres Aussehens unsicher zu fühlen. Lange Zeit verband sie Gesundheit, Sport und Ernährung mit Schmerz und Angst. Deshalb gab sie all das auf.
Bevor sie anfing, Gewicht zu verlieren, fragte sie sich: „Werde ich die Menschen enttäuschen?“ Nimmt dies den Frauen, die sich durch sie repräsentiert fühlten, ein Vorbild? Das ist ein ernstes Thema. Es ist eine Last. Mit dreißig begann sich etwas zu ändern. Mit fünfzig fragte sich Lang, ob sie sich überhaupt noch körperlich fit sein wollte. Ob sie sich täglich mit Knieproblemen herumschlagen musste. Manchmal berühren einen genau diese ganz konkreten, fast klinischen Fragen mehr als jede tiefgründige Erkenntnis. Sie traf die Entscheidung, ihr Wohlbefinden nicht von der Wahrnehmung anderer - oder davon, was diese in ihr sehen wollen - abhängig zu machen. Das klingt einfach. Die Reaktionen nach der Gewichtsabnahme waren „durchweg positiv“, sagt sie. Viele freuten sich für sie. Einige schrieben, dass sie selbst dadurch motiviert worden seien. Es gab auch hasserfüllte Kommentare, aber sie wies sie zurück - als kontraproduktiv, als verletzend, als das, was sie sind. Ob ihr das vollständig gelingt, ist eine andere Frage.
Die Körper von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens werden stets betrachtet, interpretiert und beurteilt. Das gilt insbesondere für Politikerinnen. Ricarda Lang weiß das. Und doch hat sie eine Entscheidung getroffen - nicht für andere, sondern für sich selbst. Kaum eine Politikerin hat wegen ihres Körpers so viel Hass erfahren wie Ricarda Lang. Nun hat sie abgenommen. Ziemlich viel. Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit unserem Ressort X. Ricarda Lang: Endlich mal! ZEITmagazin: Ja, ein bisschen komisch ist es schon. Lang: Ich habe auch lange überlegt, ob ich das überhaupt machen will. In den letzten Jahren habe ich mir Mühe gegeben, genau darüber nicht zu sprechen, keine Interviews zu machen zu meinem Äußeren, zu meinem Gewicht. Das wurde mir häufig übergestülpt, einfach weil ich so aussehe, wie ich aussehe. Aber ich habe gemerkt, dadurch, dass ich nicht über diese Themen rede, verschwinden sie nicht. Und wenn sie eh da sind, dann will ich auch selbst die Deutungshoheit darüber haben. Es ist deutlich sichtbar, dass Ricarda Lang abgenommen hat, und zwar sehr viel.
Ich habe einen Job, der wahnsinnig auslaugt, und ich will ihn noch ein paar Jahre machen. Sie habe aus gesundheitlichen Gründen abgenommen, nicht jedoch aus Kummer und Stress nach dem Rücktritt als Parteivorsitzende im September 2024, versichert die Grünen-Politikerin. Tatsächlich hat Ricarda Lang wegen ihres Übergewichts viel Hass und Häme in sozialen Medien erleiden müssen. Der Soziologe Friedrich Schorb von der Universität Bremen wundert sich darüber nicht. Im Gegenteil: Es gebe bei der Mehrheit der Bevölkerung eine regelrechte Abwehrhaltung gegenüber Menschen mit Übergewicht. Dabei seien Frauen immer noch stärker von Gewichtsdiskriminierung betroffen als Männer, sagt Schorb. Aber es gebe in der Politik durchaus auch prominente männliche Mobbing-Opfer wie etwa der SPD-Politiker Sigmar Gabriel oder die CDU-Politiker Peter Altmaier und Helmut Kohl. Schorb glaubt, dass die Grünen-Politikerin Ricarda Lang aber noch aus einem anderen Grund so stark von Gewichtsdiskriminierung betroffen war. Sie sei jung, redegewandt und grün. Schön ist das nicht und funktioniert auch nur in einer Gesellschaft, in der Schlanksein als Schönheitsideal gilt. Ebenso wie körperliche Fitness. Das machen sich Politikerinnen und Politiker wie Bundesaußenministerin Annalena Baerbock oder Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck übrigens zunutze. Sie joggen und stellen Bilder davon ins Netz. „Damit verbunden sind Botschaften wie Wir sind gesund, aktiv, zielstrebig. Alles positive Attribute“, meint Schorb. Es funktioniert also offenbar in die eine wie in die andere Richtung. Der Soziologe glaubt aber nicht, dass Ricarda Lang ihr Gewicht reduziert hat, um im aktuellen Bundestagswahlkampf zu punkten.
Unsere Quellen: Zeit online. Sie wurde am 17. Januar 1994 in Filderstadt geboren und ist Stand 2022 neben Omid Nouripur Vorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen. Vorher war sie stellvertretende Bundesvorsitzende und frauenpoltische Sprecherin der Partei, vorher war sie zwei Jahre Sprecherin der Grünen Jugend, der Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen. Ihre Themenschwerpunkte sind Bildungs- und Hochschulpolitik sowie Feminismus und Body Positivity. Umso heftiger die Reaktionen in sozialen Netzen, als ein Bild von ihr auftauchte, das sie im Zug mit einer Tüte des amerikanischen Fast Food Konzerns zeigt. Grundsätzlich stimme ich dem Standpunkt zu, dass Privates bei Politikern privat bleiben sollte. Auf der anderen Seite sollte es natürlich keinen zu großen Widerspruch zu gefordertem und eigenem Verhalten geben. Will sagen: wer qua Amt gegen McDonalds und Fast Food argumentiert, sollte dort auch nicht kaufen.
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Ricarda Lang gesteht Fehler ein: Die Bundestagsabgeordnete und ehemalige Grünen-Chefin Ricarda Lang hat Fehler ihrer eigenen Partei in Bezug auf Fleischkonsum bei Klimadebatten eingestanden. Menschen dürften natürlich ihr "Nackensteak essen", sagte die Politikerin im ntv-Talk „Pfeffer & Blome - der Hauptstadt-Talk“. Lang gibt aber auch Fehltritte zu: „Ich würde tatsächlich zugestehen, dass wir auch in meinem politischen Milieu diese Debatten oft nicht als strukturelle Debatte geführt haben, sondern sehr stark als individuelle und damit eher auf die moralische Distinktion gingen als auf: Wie kann ich es für alle bezahlbar machen, sich gesund zu ernähren?“
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Ricarda Lang: StartseiteDeutschlandBaden-WürttembergStand: 09.10.2023, 05:21 Uhr. Grüne-Chefin Ricarda Lang ist oft im Zentrum der Debatten über Doppelmoral und Privatleben. Generell lautete dabei der Vorwurf, dass es sich die Regierungspolitiker trotz Energiekrise gutgehen lassen, was nicht nur rechte Trolle auf die Palme brachte. Lang geriet erst vor Kurzem in die Schlagzeilen, als sie bei einer Veranstaltung in Ellwangen ausgebuht wurde. Mehr als hundert Menschen demonstrierten dort gegen die Grünen-Chefin, die den Menschen aus dem Ostalbkreis die Politik der Ampelregierung nahebringen wollte.
Startseite Deutschland - Ricarda Lang wird oft mit Bodyshaming konfrontiert, während sie sich öffentlich positioniert. Lang betont, dass Privates privat bleiben sollte, aber politische Entscheidungen oft auch öffentliche Debatten auslösen. Sie sagt, dass Privates bei Politikern privat bleiben sollte, aber es keinen zu großen Widerspruch zu gefordertem Verhalten geben dürfe. Startseite Süßwarennews zeigt, wie Themen um Schokolade, Marketing und Verbraucherschutz die öffentliche Diskussion begleiten.
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