Traditionelle Englische Kekse: Die Besten Rezepte und Ihre Geschichte

Englische Kekse zählen zu den traditionsreichsten Gebäckspezialitäten Großbritanniens und erfreuen sich international großer Beliebtheit. Insbesondere das berühmte Shortbread, aber auch andere Klassiker wie Jammie Dodgers, Ingwerplätzchen oder festliche Osterkekse haben eine lange Geschichte und bieten vielfältige Variationsmöglichkeiten. In diesem Beitrag stellen wir die bekanntesten Rezepte vor und geben Tipps zur perfekten Zubereitung britischer Kekse - von der klassischen Tea Time bis zu modernen Abwandlungen.

Klassische britische Teatime mit Shortbread, Scones und Tee

Die Geschichte der englischen Kekse

Shortbread ist wohl das bekannteste Mürbeteiggebäck aus Großbritannien und zählt zu den beliebtesten Gebäckarten der Briten. Der Ursprung geht bis in das mittelalterliche Schottland im 12. Jahrhundert zurück, wo das Mürbeteiggebäck als Keksbrot gegessen wurde. Das leckere Mürbeteig-Gebäck kommt besonders bei der britischen Tea Time und in der Weihnachtszeit groß raus. Die Erfindung der Teestunde am Nachmittag schreibt man der Hofdame von Queen Victoria, Lady Bedford zu. So zählt der Nachmittagstee (Afternoon Tea) zum geselligsten Teil des Tages und wird bis heute von vielen Inselbewohnern zelebriert. Klassisches Essen zum Afternoon Tea sind Scones, Sandwiches, Cookies und natürlich Shortbread.

Britische Tea Time: Ursprung und Traditionen

Am 6. Januar ist der offizielle Tag des schottischen Shortbreads (engl. National Shortbread Day). Am 29. Mai ist in Großbritannien „National Biscuit Day“, nationaler Keks- oder Plätzchentag. Großbritannien kennt viele klassische Kekssorten, wobei man darüber streiten darf, ob Shortbread ebenfalls ein Plätzchen ist oder eine eigene Gattung darstellt.

Shortbread: Der Klassiker unter den englischen Keksen

Das klassische Shortbread-Rezept

Shortbread (engl. „kurzes Brot“) ist die bekannteste Gebäckspezialität aus Großbritannien mit einer wunderbar mürben und knusprigen Textur. Das Originalrezept für Shortbread besteht aus nur drei Hauptzutaten im Verhältnis 1:2:3. Aus einem Teil Zucker, zwei Teilen Butter, drei Teilen (Reis-)Mehl und etwas Salz. Backtriebmittel wie Backpulver oder Natron kommen im Originalrezept nicht vor. Für englische Butterkekse brauchst du nur wenige Zutaten.

Zutat Menge (Standardrezept)
Butter 200 g
Zucker 100 g
Mehl 200 g
Reismehl (optional, für mehr Mürbheit) 100 g
Salz ¼ TL

Butter ist die wichtigste Zutat in diesem Rezept. Sie sorgt für den typischen Geschmack, den Müreteiggebäck auszeichnet. Ich mische Mehl Type 505 mit Reismehl, das du im Reformhaus bekommst, falls es nicht in deinem Supermarkt verfügbar ist. Kristallzucker sorgt nicht nur für Süße, sondern gibt dem Gebäck auch Struktur und den nötigen Knusper. Ich gebe noch eine Prise Salz in den Teig und bestreue ihn nach dem Backen mit Vanillezucker.

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Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Kalte Butter in Würfel schneiden, mit allen anderen Zutaten in eine Schüssel geben und alles gut mit dem Knethaken des Mixers zu einem glatten Teig verarbeiten. Du kannst den Teig natürlich auch mit den Händen kneten.
  2. Den Teig zu einem Rechteck formen, in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank kalt legen.
  3. Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick ausrollen. Dabei die Form des Rechtecks möglichst beibehalten.
  4. Mit einem scharfen Messer ca. 2 cm breite Streifen schneiden. Jeden Streifen quer in ca. 6-7 cm lange Stücke schneiden.
  5. Jeden Keks mit einer Gabel mehrfach von oben nach unten einstechen. So entsteht das typische Shortbread-Muster und die Kekse verlieren beim Backen nicht ihre Form.
  6. Kekse mit etwas Abstand auf mit Backpapier ausgelegte Bleche legen. In der Mitte des vorgeheizten Ofens bei 150 °C Umluft etwa 30-35 Minuten backen, bis die Kekse schön golden, aber nicht braun gebacken sind.
  7. Die noch warmen Kekse mit Zucker oder Vanillezucker bestreuen, anschließend auf einem Gitter abkühlen lassen.

Das Shortbread unbedingt gut, am besten über Nacht, auf einem Gitter abkühlen lassen. Nach dem Backen, noch heiß mit Fleur de Sel bestreuen. Du kannst Shortbread auch in anderen Formen backen. Kreisrund ausgestochen, heißen sie Shortbread Rounds. Es gibt auch die Variante, sie als Shortbread Wedges, wie eine Art Kuchen, zu backen.

Schottisches Shortbread in typischer Rechteck- und Dreiecksform

Variationen des klassischen Shortbread

  • Abgeriebene Zitronen- oder Orangenschale unter den Teig mischen
  • Mit Meersalz bestreuen
  • Schokoladenstückchen in den Teig geben oder zur Hälfte mit dunkler Kuvertüre überziehen
  • Mit Gewürzen wie Vanille oder Bergamotte aromatisieren

Shortbread mit Reismehl ist noch mürber als nur mit Mehl gebacken. Falls ihr kein Reismehl im Haus habt, könnt ihr auch ausschließlich feines Weizenmehl verwenden. Wer mag, besiebt die Shortbreads nach dem Abkühlen mit etwas Puderzucker.

Weitere traditionelle englische Keksrezepte und Spezialitäten

Jammie Dodgers

Der Jammie Dodger ist ein mit Himbeermarmelade oder - richtiger - Himbeerkonfitüre gefüllter Mürbeteigkeks, der besonders bei Kindern beliebt ist. Er wird von der Burton Biscuit Company in Wales hergestellt und erinnert ein wenig an Linzer Augen.

  • Das Mehl in eine Schüssel sieben, die Zitronenschale unterrühren.
  • In die Mitte des Mehls eine kleine Vertiefung drücken. Die in kleine Stücke geschnittene Butter um die Vertiefung verteilen, den Zucker darüberstreuen, das Ei in die Mitte schlagen, alles mit einem Messer grob zusammenmixen und dann mit den Händen rasch verkneten.
  • Eine halbe Stunde kaltstellen. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Den Teig ausrollen und Kreise oder auch andere Formen ausstechen. Aus der Hälfte der Kekse ein kleines Loch oder - besonders schön - ein Herzchen ausstechen.
  • Bei 180 Grad etwa zehn Minuten backen.
  • Auskühlen lassen. Die Plätzchen ohne Loch mit Lemon Curd oder Marmelade bestreichen, die jeweils andere Hälfte daraufsetzen, festdrücken.
  • Wer mag, bestreut die Lemony Dodgers nach dem Abkühlen mit etwas Puderzucker.
Jammie Dodgers mit Herzdeko und Lemon Curd

Ingwer Shortbread (Ginger Biscuits)

Die Engländer verwenden Ingwer zum Beispiel als Würzmittel für Keks- oder Marmeladenrezepte. Das schottische Gebäck harmoniert perfekt mit der leichten Schärfe von Ingwer. Wenn ihr aber kein Ingwer mögt, könnt ihr die Zutat auch einfach im Rezept weglassen.

  • Halbiere die Vanilleschote in der Länge und Kratze das Mark heraus. Nun den Ingwer klein hacken.
  • Weiche Butter mit Zucker aufschlagen, bis eine helle Masse entsteht. Mehl und Salz in einer Schüssel mischen und zur Butter-Zucker-Masse hinzugeben. Alles gut verkneten.
  • Den Teig in Klarsichtfolie einwickeln und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.
  • Rolle den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech ca. 1,5 cm dick aus. Schneide mit einem Messer etwa 9 - 10 cm lange Shortbread Fingers aus. Steche auch hier die typischen Löcher mit einer Gabel.
  • Bei 180 °C etwa 20 Minuten backen, abkühlen lassen und mit Puder- oder Vanillezucker bestreuen.

Englische Osterkekse

Was uns deutschen das süße Osterlamm und der Hefe-Osterzopf an Ostern sind, haben auch die Briten einige klassische Rezepte. Hot Cross, Buns, Simnel Cake, Easter Nests: Doch die Osterkuchen sind tatsächlich nicht so bekannt wie die englischen Backkreationen wie der Christmas Cake oder Christmas Pudding zu Weihnachten. Das von Generation zu Generation weitergegebene Osterkekse-Rezept kommt aus sehr alten Kochbüchern und enthält meist Trockenfrüchte wie Cranberrys oder Rosinen, lässt sich aber wunderbar variieren.

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Ihr könnt sie noch mit Puderzucker bestreuen oder vor dem Backen ein wenig braunen Zucker drübergeben. Alternativ und, wenn eure Kinder keine Trockenfrüchte mögen, könntet ihr die Kekse ohne die backen. Danach lassen sich die Kekse entweder mit Fondant gestalten oder auch mit Puderzuckerglasur. Wer Lebensmittelfarbe zu Hause hat, kann die Glasur in Pastellfarben erstellen, was toll zu Ostern passt.

  1. Butter und Marzipan würfeln und mit Mehl, Rohrzucker und Salz verkneten. Zu 1-2 dünnen Rollen formen und in Frischhaltefolie ca. 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
  2. Danach in etwa 0,5-1 cm dicke Scheiben schneiden. Im vorgeheizten Ofen bei ca. 180 Grad 10-15 Minuten backen.
  3. Nach dem Backen nicht berühren! Die Kekse beim Backen etwas zerlaufen, weswegen man keine schwierigen Ausstechförmchen nehmen würde.
Traditionelle britische Osterkekse in Pastellfarben dekoriert

Kreative Tipps und Ergänzungen

  • Besonders mürbe wird das Shortbread-Gebäck, wenn ein Teil des Weizenmehls durch Reismehl ersetzt wird.
  • Mit weihnachtlichen Gewürzen, fruchtigen Füllungen oder einseitig eingetunkt in Kuvertüre oder Karamell entstehen immer wieder neue Kreationen.
  • Shortbread kann auch in Formen wie dem klassischen Petticoat Tail, Kreisen (Rounds) oder in Fingers gebacken werden.
  • Bei Honeycomb handelt es sich um eine süße Leckerei aus Karamell, die vor allem in Großbritannien beliebt ist - und ihr braucht dafür nur drei Zutaten!

Shortbread ist schnell gemacht, allerdings auch schnell wieder weg. Das Gebäck ist der Lieblingskeks meines Sohnes und ich backe dieses köstliche Mürbeteiggebäck als Shortbread Fingers. Nach dem Backen, noch heiß mit Fleur de Sel bestreuen. Die Engländer haben dafür sogar einen eigenen Ausdruck: „biscuit-dunking“. Besonders gut eignet sich dafür aber ein kräftiger Schwarztee.

Englische „Biscuit Dunking“ Tradition

Ob klassisch, fruchtig oder gewürzt - die Rezepte britischer Kekse lassen viel Spielraum für Individualität und schmecken jedes Mal nach Tradition und Gemütlichkeit.

Vielfalt traditioneller englischer Kekse: Shortbread, Jammie Dodgers, Ginger Biscuits

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