Rausch Schokolade und Fairtrade: Einblick in Unternehmenspolitik und Nachhaltigkeit

Rausch Schokolade, ein deutsches Traditionsunternehmen mit Sitz in Berlin und Peine, ist bekannt für seine Edelkakao-Schokoladen. Dieser Artikel beleuchtet die Unternehmenspolitik von Rausch in Bezug auf Fairtrade, Kinderarbeit und Nachhaltigkeit, unter Berücksichtigung verfügbarer Informationen und Vorwürfe.

Unternehmenspolitik gegen Kinderarbeit

Für Rausch ist eine faire Preisgestaltung besonders wichtig. „Dazu gehört natürlich auch, dass wir jegliche Form von Kinderarbeit ausdrücklich verurteilen.“ Das Unternehmen hat Verträge mit den Erzeugern geschlossen, die jegliche Beschäftigung von Kindern ausschließen. Rausch prüft die Einhaltung dieser Vereinbarungen regelmäßig durch persönliche Besuche seiner Kakao-Biologinnen vor Ort.

Produkte und Produktionsorte

Rausch bezieht seine Edelkakaos direkt von Plantagen in verschiedenen Regionen rund um den Äquator. Dazu gehören Grenada, Trinidad, Madagaskar, Costa Rica, Venezuela, Ecuador und Peru. Seit 2014 betreibt Rausch in Costa Rica eine eigene Edelkakao-Plantage namens "Tres Equis - Finca de Cacao".

Nachhaltigkeit und Zertifizierung

Bei seinen Edelkakao-Schokoladen "Rausch Plantagen" hat sich das Unternehmen bewusst gegen die Verwendung von Siegeln wie "Fairtrade" oder "UTZ" entschieden. Rausch argumentiert, dass diese Siegel keine Qualitätsindikatoren seien, sondern lediglich die Einhaltung definierter Normen dokumentieren. Stattdessen setzt Rausch auf einen umfassenderen Ansatz und hat ein eigenes Siegel namens "Direct Trade" initiiert.

"Direct Trade" bedeutet den direkten Bezug des Edelkakaos auf nachhaltige und faire Weise. Rausch verzichtet auf Zwischenhändler und arbeitet eng, persönlich und langfristig mit den Kakaobauern zusammen.

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Durch den direkten Kontakt zu den Partnerplantagen hat Rausch einen Einblick, wo Unterstützung benötigt wird und bietet individuelle Schulungen und gemeinsame Trainings an. Beispiele hierfür sind "Erste Hilfe Maßnahmen bei Schlangenbissen auf dem Feld" oder "die Nutzung und Installation von Solartrocknern". Aktuell arbeitet Rausch an einem Online-Portal mit Schulungsvideos auf Spanisch und Englisch, das Themen wie "Organische Düngung und Pflanzenstärkungsmittel", "Nutzung und Herstellung von Terra Preta Erde als nachhaltige Bodenverbesserung" und neue Methoden der Nachernte behandelt.

Kontrollen der Produktionsstätten

Die Ansprüche und Leitlinien für Edelkakao-Schokoladen liegen bei Rausch, laut eigener Aussage, weit über bestehenden Siegeln und Zertifikaten. Um ihrem Anspruch vollumfänglich gerecht zu werden - fair und nachhaltig zu handeln, hat sich das Unternehmen gegen die Verwendung von Siegeln wie ›Fairtrade‹ oder ›Bio Seal‹ entschieden. Deshalb hat Rausch sich für den Einsatz eines eigens initiierten Siegels mit fest definierten Gütekriterien als Maßstab entschieden: »Direct Trade«, welches den Vergleich mit bestehenden Zertifizierungen besteht. Die Einhaltung der Unternehmenspolitik wird durch regelmäßige persönliche Besuche der Kakao-Biologinnen von Rausch vor Ort geprüft, die die Einhaltung der Verträge mit den Erzeugern kontrollieren.

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

Im ÖKO-TEST-Ratgeber "Essen und Trinken 2013" wurde eine Schokolade von Tobago (Rausch) mit "unfair" bewertet. ÖKO-TEST bemängelte, dass sich das Unternehmen nicht ausreichend bemühe, missbräuchliche Kinderarbeit zu verhindern. Es liegen keine Informationen darüber vor, wie das Unternehmen auf diese Vorwürfe reagiert hat.

Engagement gegen Kinderarbeit

Rausch engagiert sich durch den direkten Kontakt zu den Partnerplantagen und bietet individuelle Schulungen und gemeinsame Trainings an. Zudem arbeitet Rausch an einem Online-Portal mit Schulungsvideos, das verschiedene Themen rund um nachhaltigen Kakaoanbau behandelt. Auf der eigenen Plantage in Costa Rica hat Rausch ein Agroforstsystem aufgebaut, das die Artenvielfalt fördert und den Kakaoanbau nachhaltiger gestaltet.

Rausch und die Ablehnung von Fairtrade-Siegeln

Rausch hat sich bewusst gegen die Verwendung von Fairtrade-Siegeln entschieden, da diese nach Ansicht des Unternehmens keine ausreichenden Qualitätsindikatoren darstellen. Stattdessen setzt Rausch auf den direkten Kontakt zu den Kakaobauern und garantiert ihnen Preise deutlich über dem Weltmarktniveau.

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Die eigene Plantage in Costa Rica: Ein Beispiel für Nachhaltigkeit

Seit 2014 hat Rausch in Costa Rica eine eigene Edelkakao-Plantage: ›Tres Equis - Finca de Cacao‹. Für die Plantage wollte das Unternehmen keinen Regenwald abholzen, sondern zeigen, dass man auch auf ausgelaugten Böden nachhaltigen Kakao anbauen kann. Deshalb wurde sie auf Weideflächen angelegt, die nicht mehr bewirtschaftet werden, durch Huftritte von Pferden oder Rindern verdichtet sind und nährstoff- sowie artenarm sind. Insgesamt wurde über 37 verschiedene Arten angepflanzt, die aus den Weideflächen ein vielfältiges, artenreiches Agroforstsystem gemacht haben. Durch die Anpflanzung von Helferpflanzen ist aus Grasland eine vielfältige Plantage mit vielen Pflanzen- und Tierarten geworden. Insgesamt hat Rausch über 150.000 Schattenbäume und -pflanzen angebaut. Unter anderem verschiedene Edelhölzer und Obstpflanzen, wie zum Beispiel Banane, Grapefruit, Guave, Papaya und viele weitere.

Weitere Initiativen für Nachhaltigkeit

Rausch setzt auch in der Produktion in Peine auf Nachhaltigkeit. Durch intelligente Wärmepumpen-Technik wird Abwärme aus der Kühlung zurückgewonnen, und Photovoltaik-Module auf etwa 20.000 Quadratmetern der Produktionsfläche liefern Strom. Zudem werden die Minis künftig in Papier verpackt, das recycelt werden kann. In Kooperation mit dem Unternehmen Pacha bekämpft Rausch Lebensmittelverschwendung und fördert südamerikanische Kakaoplantagen durch das Getränk "JUICY CACAO".

Kritik und Herausforderungen

Trotz der Bemühungen um Nachhaltigkeit und fairen Handel stand Rausch auch in der Kritik. Die Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit im Jahr 2013 zeigen, dass das Unternehmen weiterhin gefordert ist, seine Lieferketten transparent zu gestalten und sicherzustellen, dass keine Kinder in den Kakaoanbau involviert sind. Auch die Entscheidung, sich aus dem Einzelhandel zurückzuziehen und auf den Direktvertrieb zu setzen, wurde kritisch hinterfragt.

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