Preiselbeermarmelade selber machen – Das perfekte Rezept und viele Tipps

Preiselbeermarmelade gehört zu den absoluten Klassikern unter den hausgemachten Aufstrichen. Besonders im September, wenn die Beeren reif sind, wird das gemeinsame Pflücken und die Zubereitung der eigenen Marmelade zu einem besonderen Erlebnis. Das fruchtig-herbe Aroma der Preiselbeeren und die Vielseitigkeit machen diese Marmelade einzigartig - egal, ob als Brotaufstrich, zu Wildgerichten, Käse oder auch zu Backhendl und Wiener Schnitzel.

Preiselbeeren am Strauch in den Alpen

Was sind Preiselbeeren und wie erkennt man sie?

Die Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) ist ein naher Verwandter der Moosbeere und gehört wie Cranberries zur Gattung der Heidelbeeren. Preiselbeeren wachsen bevorzugt in höheren Lagen, auf sauren Böden - etwa auf Almen, in Wäldern oder an Waldrändern. Die leuchtend roten Früchte sind reich an Pektin und haben einen charakteristisch säuerlich-herben Geschmack.

Preiselbeeren sind in Nordeuropa weit verbreitet und stellen nur geringe Ansprüche an den Standort. Sie gedeihen sogar in über 2000 m Höhe und ihre roten Früchte leuchten weithin. Trotzdem werden die Beeren selten frisch angeboten. Das Pflücken ist sehr mühsam, da sie wild und verstreut wachsen und die Beeren recht klein sind.

Preiselbeeren und Cranberries sehen sich sehr ähnlich und gehören beide zur Gattung der Heidelbeeren. Während beide Früchte einen säuerlich-herben Geschmack haben und roh kaum genießbar sind, unterscheiden sie sich deutlich in der Größe. Die Cranberry wird vor allem in Nordamerika gezielt in großen Mengen angebaut. Gezüchtete Preiselbeeren können bereits im Juli auf den Markt kommen, Wildsammlungen gibt es ab Ende August bis Anfang Oktober.

Ernte und Saison

Preiselbeeren werden in der freien Natur im August, Anfang September reif. In diesem Zeitraum kann man sie auch auf dem Wochenmarkt entdecken - wenn auch selten und zu stolzen Preisen (bis zu 18 Euro pro Kilo). Besonders schön ist das Sammeln in der Natur. Stundenlanges Pflücken und Entspannen in der Natur erfüllt mich einfach mit purer Freude. Hier kann man so richtig schön abschalten, herunterkommen und den Stress des Alltags vergessen - so wie beim Backen!

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Pflücken von Preiselbeeren im Gebirge

Zutaten für hausgemachte Preiselbeermarmelade

  • 1 kg frische oder tiefgekühlte Preiselbeeren (am besten selbst gepflückt)
  • 500 g Gelierzucker 2:1 oder 750 g normaler Haushaltszucker
  • Optional: 40 g Jamaica Rum (z.B. Jamaica Rum Special von Appleton)
  • Optional: 3 EL Zitronen- oder Orangensaft, 1 Zimtstange, Lebkuchengewürz

Um Preiselbeermarmelade selber zu machen, brauchst du eigentlich nur zwei Zutaten: Preiselbeeren und Zucker. Für die Marmelade wird kein Geliermittel benötigt, da die Preiselbeeren ausreichend Pektin enthalten. Achte beim Kauf der Zutaten möglichst auf Bio-Qualität.

Wer möchte, kann zum Abrunden des Geschmacks noch eine Zimtstange mitkochen. Fruchtiger wird es mit etwas Zitronen- oder Orangensaft.

Vorbereitung der Gläser

  1. Die Marmeladegläser und Deckel für ca. 15 Minuten bei 120 Grad im Backofen sterilisieren oder mit kochendem Wasser ausspülen.
  2. Gläser zum Abkühlen auf ein feuchtes Geschirrtuch stellen, damit sie nicht springen.
  3. Marmeladegläser nach dem Sterilisieren ca. 5 Minuten leeren und trocknen lassen.
Vorbereiten und Sterilisieren von Marmeladengläsern

Rezept für Preiselbeermarmelade: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Variante mit Gelierzucker

  1. Die Preiselbeeren gründlich mit Wasser waschen und putzen.
  2. Preiselbeeren und Gelierzucker in einen großen Kochtopf geben.
  3. Unter Rühren so lange erhitzen, bis der Zucker geschmolzen ist. Die Masse kochen bis die Beeren zum Großteil aufplatzen und die Konsistenz etwas flüssiger wird.
  4. Optional: 40 g Jamaica Rum einrühren und alles noch einmal kräftig aufkochen lassen.
  5. Gelierprobe machen: Einen kleinen Löffel Marmelade auf einen kalten Teller geben. Wird sie fest, ist die Marmelade fertig. Ist sie zu flüssig, noch etwas weiter köcheln lassen.
  6. Marmelade nach Wunsch pürieren oder stückig lassen und heiß in die vorbereiteten Gläser füllen. Schnell verschließen und abkühlen lassen.
Zubereitung von Preiselbeermarmelade zu Hause

Klassische Variante ohne Gelierzucker

  1. Preiselbeeren waschen und mit Kristallzucker gut vermischen. Über Nacht zugedeckt ziehen lassen.
  2. Am nächsten Tag optional ca. 250 ml Wasser und/oder Zitronensaft zugeben.
  3. Beerenmischung langsam erhitzen und unter Rühren köcheln, bis die Preiselbeeren aufplatzen. Ca. 5-15 Minuten köcheln (je nach gewünschter Konsistenz), dabei entstehenden Schaum abschöpfen.
  4. Gelierprobe auf einem kalten Teller machen. Ist die Marmelade noch zu flüssig, weiterkochen. Ist sie zu fest, kann löffelweise Wasser untergerührt werden.
  5. Marmelade heiß in die vorbereiteten Gläser füllen, gut verschließen und komplett abkühlen lassen.

Für ein besonders fruchtiges Aroma kann man den Zitronen- oder Orangensaft und je nach persönlichem Geschmack etwas Zimt oder Lebkuchengewürz zugeben. Die Preiselbeermarmelade schmeckt einfach wunderbar auf Brot, zu Käse (besonders Camembert) und als Begleiter zu Wild-, Geflügel- oder Kürbisgerichten.

Tipps zum Einkochen und zur Haltbarkeit

  • Mit Zucker eingekocht halten Preiselbeeren länger als ein Jahr.
  • Marmelade kühl und dunkel lagern.
  • Für die gelingsichere Marmelade am besten Gelierprobe machen und stets mit sauberem Besteck arbeiten.
  • Die heiße Marmelade sorgt für ein Vakuum, das den Inhalt optimal konserviert.
Preiselbeermarmelade als Brotaufstrich

Preiselbeermarmelade: Kulinarische Verwendung

  • Als klassischer süßer Brotaufstrich, pur oder mit Butter.
  • Zu Wildgerichten, Wiener Schnitzel und Backhendl.
  • Zum Käse, besonders Camembert oder Tiroler Almkäse.
  • Kulinarisch spannend in Kombination mit mariniertem Kürbis, Tiroler Speck oder als Füllung für Kuchen und Torten.

Unterschiede zwischen Preiselbeeren und Cranberries

Eigenschaft Preiselbeere Cranberry
Vorkommen Nordeuropa und Alpenraum Nordamerika
Größe Klein (5-8 mm) Größer (10-20 mm)
Geschmack Säuerlich-herb Säuerlich-herb
Genießbarkeit roh Kaum genießbar Kaum genießbar
Nutzung Marmelade, Kompott, Saucen Getrocknet, Saft, Saucen

Während beide Früchte einen säuerlich-herben Geschmack haben und roh kaum genießbar sind, werden Cranberries hierzulande vor allem getrocknet angeboten, meist stark gesüßt, und oft in Frühstücksbowls, Müsli oder Salaten verwendet.

Vergleich Preiselbeeren und Cranberries

Mein Rezept: Einfache Preiselbeermarmelade aus Tirol

Hausgemachte Preiselbeermarmelade, direkt aus der Tiroler Berglandschaft - ein einzigartiges Rezept von meinem Papa: einfach, lecker, mit etwas Pep und trotzdem nicht aufwendig. In dieser Marmelade steckt nämlich ein Schuss Jamaica Rum, der sie wunderbar aromatisch macht. Und ja: Es muss Jamaica Rum sein! Dieser ganz besondere Geschmack macht die Preiselbeermarmelade einfach perfekt.

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Zutaten für ca. 6 Gläser (à 250 ml):

  • 1 kg Preiselbeeren
  • 500 g Gelierzucker 2:1 oder 750 g Haushaltszucker
  • Optional: 40 g Jamaica Rum
  • Optional: 3 EL Zitronen- oder Orangensaft, 1 Zimtstange

Die Preiselbeeren werden gründlich mit Wasser gespült, mit dem Zucker vermischt und über Nacht ziehen gelassen. Anschließend mit (optional) Wasser und weiteren Zutaten in einen großen Topf geben, unter rühren erhitzen und ca. 10-15 Minuten köcheln. Gelierprobe machen, eventuell pürieren, heiß in Gläser füllen und verschließen.

Hausgemachte Preiselbeermarmelade im Glas

Alternative Zubereitungsmöglichkeiten und Variationen

  • Wer Marmelade lieber ohne Alkohol möchte, lässt den Jamaica Rum einfach weg.
  • Ein fruchtiger Kick entsteht durch das Hinzufügen von Zitrone oder Orangensaft.
  • Zimt oder Lebkuchengewürz geben eine weihnachtliche Note.
  • Marmelade kann nach dem Kochen optional püriert oder stückig serviert werden.

Selbstgemachte Apfelmarmelade, Holunderblütengelee, Weintrauben- oder Quittenmarmelade sind ebenfalls tolle Alternativen, doch an die Intensität und das Aroma von hausgemachter Preiselbeermarmelade reicht kaum etwas heran.

Verschiedene Marmeladensorten mit Preiselbeermarmelade

Fazit zur Preiselbeermarmelade

Wären Preiselbeeren von Natur aus süß, hätten sie aufgrund ihrer intensiv roten Farbe das Zeug, den mit ihnen verwandten Heidelbeeren den Rang abzulaufen. An der Preiselbeermarmelade wird vor allem ihr fruchtig-herbes Aroma geschätzt. Erst gekocht und zubereitet, werden sie bekömmlich und unglaublich vielseitig einsetzbar. Ob für den Eigenbedarf oder als Geschenk - dieses Rezept bringt den Alpencharme direkt auf den Frühstückstisch.

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