Pralinen ohne Palmöl: Herstellung, Gründe und Marken
Schokolade macht glücklich und wird besonders gern zu Anlässen wie Geburtstagen, Feiertagen oder einfach als kleines Dankeschön verschenkt. Schokolade ohne Palmöl wird von immer mehr Konsumenten explizit gesucht und gekauft.
Warum auf Palmöl verzichten?
Palmfett ist aufgrund des Anbaus und in letzter Zeit auch wegen der gesundheitlichen Auswirkungen in die Kritik geraten. Die Produktion zerstört den Regenwald und die Artenvielfalt. Nicht nur zerstört die Palmölproduktion die Artenvielfalt von Flora und Fauna, sondern auch viele Gemeinschaften von indigenen Urwaldvölkern. Die sozialen Auswirkungen sind weitreichend und die wirtschaftlichen Gewinne sind bei weitem nicht gleichmäßig verteilt. Mehr als 20 Millionen Menschen, die Hunderte von verschiedenen Sprachgruppen umfassen, sind von den Wäldern Indonesiens abhängig.
Als weiteren wichtigeren Grund Palmöl auszutauschen nennen viele Hersteller gesundheitliche Bedenken. Palmöl besteht zur Hälfte aus gesättigten Fettsäuren, die mit Herz-Kreislauferkrankungen in Verbindung gebracht werden. Viele Verbraucher vermeiden daher absichtlich die Produkte, die Palmöl enthalten.
Verwendung von Palmöl in Schokolade und Pralinen
Palmöl oder auch Palmfett genannt wird, wird aus der Ölpalme gewonnen. Diese wird hauptsächlich in Südostasien angebaut. In Indonesien und Malaysia wird das meiste angebaut. Palmöl wird vor allem bei Industrieprodukten eingesetzt, die streichfähig sein und cremiger schmecken sollen. Das können also zum Beispiel Schokocremes sein oder Schokoladen die einen zarten Schmelz erhalten sollen, wenn die Qualität des eingesetzten Kakaos nicht so gut ist. In Schokolade wird zudem Palmöl für Füllungen und häufig als Ersatz für Kakaobutter verwendet. Da Kakao für Schokolade Fett benötigt, wird die ausgepresste teure Kakaobutter durch billiges Palmfett ersetzt.
In der Süßwarenindustrie wird besonders auf das Geld geachtet, denn der Kunde will Schokolade günstig kaufen und hat den Preis für Schokolade im Fokus. Ein Weg dazu ist: die gute Kakaobutter aus der Kakaobohne auszupressen und an die Kosmetikindustrie zu verkaufen, z.B. für Lippenstifte oder Lippenpflegestifte. Dort wird viel Geld für die Kakaobutter bezahlt. Da jedoch Kakao von Natur aus palmölfrei ist, geht das auch für Schokoladen.
Lesen Sie auch: Pralinen selber machen mit Erdnussbutter
Marktentwicklung und Politik
Viele Lebensmittelhersteller in Österreich, Italien oder Spanien ersetzen Palmöl durch Sonnenblumenöl - und werben mit „Palmölfrei“-Hinweisen auf den Verpackungen. Sie ersetzen Palmöl zumeist durch Sonnenblumenöl und werben auf den Produktverpackungen mit Aufschriften und Emblemen damit, dass die Ware frei von Palmöl ist. In Ländern wie Österreich, Italien und Spanien gibt es bereits eine Vielzahl solcher gut sichtbar als palmölfrei deklarierten Produkte, und mittlerweile ist die Entwicklung auch in Deutschland angekommen.
Auch in Deutschland kommt diese Entwicklung langsam an - möglicherweise deshalb, weil die Bundesregierung mit vielen Millionen Euro die Verwendung von angeblich nachhaltig produziertem Palmöl finanziert. In Deutschland steckt diese Entwicklung noch in den Anfängen. Das liegt allerdings wohl nicht an mangelndem Umwelt- oder Gesundheitsbewusstsein. Die Entwicklung in der europäischen Nahrungsmittelindustrie spiegelt sich auch in den Palmölimporten der EU wider. Während die Branche im Jahr 2013 noch 5,2 Millionen Tonnen Palmöl einführte, gingen diese im Jahr 2017 auf 3,8 Mio.
Manche Hersteller wie Ja! Auch internationale Multis reagieren auf die Nachfrage nach Produkten ohne Palmöl und bieten inzwischen erste Produkte oder Marken an, darunter Rama 100% pflanzlich ohne Palmöl an. Der US-Multi Kellogg hat z.B. die neue Premiummarke W. Rettet den Regenwald e.V. Dazu gehört das Forum für Nachhaltiges Palmöl (FONAP), ein Zusammenschluss von 48 Unternehmen, Verbänden und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.
Wie erkennt man palmölfreie Pralinen und Schokolade?
Aufgrund des hohen Vorkommens von Palmöl in Schokoladenprodukten ist es keine leichte Aufgabe diejenigen darunter zu finden, die tatsächlich ohne Palmöl hergestellt wurden. Da Palmöl nicht gesondert ausgewiesen werden muss, kann man keine Blindkäufe betätigen, sondern sollte sich immer informieren. Diese Kategorie Seite führt nur einige Produkte auf, die ohne Palmfett produziert werden, insbesondere wenn der Hersteller dieses explizit deklariert.
Viele Verbraucher vermeiden daher absichtlich die Produkte, die Palmöl enthalten. Schokolade ohne Palmöl wird von immer mehr Konsumenten explizit gesucht und gekauft. Tatsächlich ist es bei Craft Chocolate / feiner Schokolade verpönt mit Palmfetten zu arbeiten, weil man bewusst auf Fremdfett verzichtet und nur die gute in der Kakaobohne vorhandene Kakaobutter zurückgreift.
Lesen Sie auch: Pralinen selber machen: Weiße Schokolade
Herstellung von Schokolade und pralinenrelevante Schritte
Die wichtigste Zutat zur Herstellung von Schokolade ist der Kakao. Man kann entweder Kakaobohnen oder Kakaopulver verwenden. Kakaobohnen wie Kaffeebohnen gibt es in verschiedenen Sorten und Geschmacksrichtungen, was sich auf den Geschmack der Schokolade auswirkt. Zunächst erhitzt man einen Topf mit Wasser, bis dieser kocht. In der Zwischenzeit verrührt man das Kakaopulver bzw. die gemahlenen -bohnen sowie die Butter zu einer dicken Paste. Die Kakaomischung in das erhitzte Wasser tauchen und wieder zum Sieden bringen. Die beiden Zucker und das Salz miteinander verrühren. In einer Schüssel oder Küchenmaschine glatt rühren. Den kombinierten Zucker und das Salz zur Kakaomischung hinzufügen. Schließlich die Milch langsam unter gründlichem Rühren ein gießen, um eventuelle Klümpchen zu entfernen.
In Craft Chocolate / Feine Schokoladen wird daher explizit darauf verzichtet. Weil man bewusst auf Fremdfett verzichtet und nur die gute in der Kakaobohne vorhandene Kakaobutter zurückgreift, ist dies besonders relevant für Pralinen mit feiner Textur und Eigengeschmack des Kakaos. Die allermeisten Schokoladensorten wurden mit der Zugabe von Palmöl hergestellt. Da Kakao von Natur aus palmölfrei ist, geht das auch für Schokoladen.
Bio- und Fairtrade-Alternativen
Bio-Fairtrade-Schokolade bietet in der Lieferkette bessere Bedingungen für Mensch und Natur. Das Fairtrade-Siegel steht für bessere soziale Bedingungen, verbietet ausbeuterische Kinderarbeit und den Einsatz einiger Chemikalien und unterstützt eine nachhaltige Produktion. Anders als etwa UTZ und Rainforest Alliance sichert es Mindestpreise und zahlt Prämien zur Förderung von Gemeinschaftsprojekten.
Für Mischprodukte (also auch Fairtrade-Schokolade) mit dem Fairtrade-Siegel gilt: Alle Zutaten, die es Fairtrade-zertifiziert gibt, müssen auch vollständig nach Fairtrade-Standards gehandelt worden sein (wie bei Schokolade: Kakao, Zucker, Vanille). Auch Bio-Schokolade ist meist besser als herkömmliche: Für die Gewinnung der Rohstoffe wird die Umwelt weniger belastet, etwa durch den Verzicht auf Pestizide und synthetische Dünger.
Beispiele und Marken mit palmölfreien Produkten
- Meybona: Meybona hat sehr früh die Notwendigkeit für Nachhaltigkeit und Umweltschutz erkannt und stellt deshalb seit über 25 Jahren Bio Schokolade her. 100% Bio-Zutaten und keine Fremdfette wie Palmöl oder Butterreinfett kommen in die Schokolade, stattdessen nur beste Bio-Kakaobutter.
- GEPA: Das Handelshaus GEPA setzt strenge Sozialstandards, verbietet Kinderarbeit, arbeitet direkt und langfristig mit verschiedenen, demokratisch organisierten Kleinbauerngenossenschaften zusammen und fördert diese. 70 Prozent der Mischprodukte - und damit auch der Schokolade - enthalten über 75 Prozent fair gehandelte Zutaten, das Unternehmen strebt 100 Prozent an. GEPA-Schokoladen sind seit Ende 2023 zu 100 Prozent biozertifiziert.
- Rama 100% pflanzlich ohne Palmöl: Ein Beispiel dafür, dass internationale Marken auf palmölfreie Rezepturen reagieren.
Die Bio-Schokolade von Meybona enthält keine künstliche Zusatzstoffe und Konservierungsmittel im Gegensatz zu herkömmlicher Schokolade. Außerdem werden bei der Verarbeitung nur natürlicher Rohrohrzucker anstelle von raffiniertem Zucker verwendet. Meybona besucht seine Kakaobauern regelmäßig vor Ort und überprüft die Qualität der Kakaobohnen, die Aufforstung und die Arbeitsbedingungen.
Lesen Sie auch: Pralinenfüllung mit Erdbeeren
Praktische Hinweise für Käufer
Aufgrund des hohen Vorkommens von Palmöl in Schokoladenprodukten ist es keine leichte Aufgabe diejenigen darunter zu finden, die tatsächlich ohne Palmöl hergestellt wurden. Da Palmöl nicht gesondert ausgewiesen werden muss, kann man keine Blindkäufe betätigen, sondern sollte sich immer informieren. Diese Kategorie Seite führt nur einige Produkte auf, die ohne Palmfett produziert werden, insbesondere wenn der Hersteller dieses explizit deklariert.
Nachhaltigkeit ist uns wichtig! Daher setzen wir ausschließlich Rainforest Alliance zertifizierten... Für den bewussten Schokoladengenuss.
Kurzanleitung: Worauf achten beim Kauf von pralinen ohne palmöl
- Etikett lesen: Herstellerkennzeichnung auf "ohne Palmöl", "palmölfrei" oder Angabe "nur Kakaobutter".
- Zertifikate prüfen: Fairtrade, Bio, Naturland Fair oder Rainforest Alliance als Hinweise auf nachhaltige Beschaffung.
- Hersteller recherchieren: Informationen zu Lieferketten und Direktkauf (z. B. Meybona, GEPA).
- Bei Unklarheiten: Hersteller kontaktieren oder auf Craft- und Bean-to-Bar-Produkte setzen.
| Aspekt | Wirkung bei palmölfreier Schokolade |
|---|---|
| Geschmack | Intensiverer Kakaogeschmack durch Verwendung reiner Kakaobutter |
| Nachhaltigkeit | Geringere Entwaldung, weniger Verlust an Biodiversität |
| Gesundheit | Weniger gesättigte Fettsäuren bei Verwendung von Kakaobutter statt Palmfett |
| Preis | Oft höher, da Kakaobutter teurer als Palmöl |
Die Vermeidung von Palmöl hat sich bei vielen Menschen zu einer Grundsatzentscheidung entwickelt. Der Verzicht auf das billig produzierbare und schnell nachwachsende Palmöl hat sich bei vielen Menschen zu einer Grundsatzentscheidung entwickelt. Gerade durch ein verändertes Bewusstsein in weiten Teilen der Gesellschaft rücken die sozialen und umweltfreundlichen bzw. nachhaltigen Aspekte vor den wirtschaftlichen in den Vordergrund.
tags: #Pralinen #ohne #Palmöl #Herstellung #und #Marken


