Pralinen Hohlkörper Zartbitter Herstellung: Eine umfassende Anleitung

Pralinen sind kleine, schokoladige Köstlichkeiten, die immer wieder für eine Überraschung sorgen. Jede Praline schmeckt anders, und wer sich die Zeit nimmt und Lust auf Handwerk hat, ist bei der Pralinenherstellung genau richtig. Dieser Artikel widmet sich der Herstellung von Pralinenhohlkörpern aus Zartbitterschokolade, einem wichtigen Schritt für die Kreation eigener Pralinenvariationen.

Was sind Pralinenhohlkörper?

Pralinenhohlkörper sind vorgefertigte Schokoladenformen, die mit verschiedenen Füllungen verfeinert werden können. Sie erleichtern die Pralinenherstellung erheblich, da sie eine gleichmäßige Form gewährleisten und die Produktion größerer Mengen ermöglichen. Diese Hohlkörper bestehen in der Regel aus Schokolade und haben eine kleine Öffnung, durch die die Füllung eingespritzt wird.

Warum vorgefertigte Pralinen Hohlkörper verwenden?

Vorgefertigte Pralinenhohlkörper bieten mehrere Vorteile:

  • Gleichmäßige Qualität: Sie gewährleisten eine gleichmäßige Form und Größe der Pralinen.
  • Zeitersparnis: Sie sparen Zeit, da das aufwendige Formen der Schokolade entfällt.
  • Vielseitigkeit: Sie können mit einer Vielzahl von Füllungen kombiniert werden.
  • Professionelles Ergebnis: Sie ermöglichen die Herstellung von Pralinen in Confiserie-Qualität.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es Qualitätsunterschiede bei den verwendeten Schokoladen gibt. Billige Produkte können minderwertige Schokolade enthalten.

Das richtige Equipment für die Pralinenherstellung

Pralinen selber machen ist einfacher, als viele glauben. Die wichtigsten Zutaten: Zeit, Ruhe und ein wenig Planung. Leckere Kuvertüre und feine Gewürze zum Aromatisieren sorgen für den Feinschliff. Richtiges Equipment erleichert die Pralinenherstellung.

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Pralinenformen reinigen

Vor dem Gießen ist es unerlässlich, die Mulden äußerst sorgfältig zu reinigen, da später sonst jeder Kalkfleck und jedes Staubkörnchen auf der Kuvertüre zu sehen wäre. Reinige die Pralinenformen deshalb am besten in der Spülmaschine, trockne sie gründlich ab und poliere jede einzelne Mulde vor dem Gießen sorgfältig mit Küchenpaier aus. Lege die Arbeitsfläche nun mit Backpapier aus. Reibe die Pralinenform zuerst mit Küchenrolle und anschließend mit Wattestäbchen gründlich aus, sodass sie glänzt. Ist die Pralinenform sehr kalt, solltest du sie vor dem Gebrauch etwas erwärmen.

Hohlkörper selber herstellen

Wer sich für die Pralinenherstellung ein wenig mehr Zeit nehmen möchte, kann online oder im Fachhandel Formen für die Pralinenhohlkörper erwerben und sie selber herstellen. Diese Hohlkörper werden mit Ganache befüllt und anschließend mit temperierter Kuvertüre überzogen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Herstellung von Pralinenhohlkörpern

  1. Vorbereitung der Pralinenform:
    • Nimm die Form (als Rechtshänder) in die linke Hand und gieße mit einer Schöpfkelle zügig so viel geschmolzene und temperierte Kuvertüre (siehe Tipp) in die Form, dass jede Mulde damit gefüllt ist.
    • Fasse die Form nun mit beiden Händen an und klopfe damit einige Male auf die Arbeitsfläche, so dass eventuell vorhandene Luftblasen entweichen können.
    • Wenn die Kuvertüre in der Form anzieht, das heißt, einen matten Glanz annimmt und fester wird, drehst du die Form wieder um und streifst die überstehende Kuvertüre mit einem Spachtel zügig von der Pralinenform ab. Die Kuvertüre soll nun mit dem Rand der Mulden sauber abschließen.
    • Lasse die Kuvertüre in den Mulden nun ca.
  2. Auskühlen und Lösen der Hohlkörper:
    • Stellen Sie die Form dann in den Kühlschrank. Ist die Kuvertüre richtig temperiert, schrumpfen die Kuvertüre-Stücke im Kühlschrank etwas. Es bilden sich kleine Zwischenräume zwischen Kuvertüre und Formwandung. An diesen Stellen ist ein milchiger Effekt zu beobachten.
    • Nach ca. 30 min, je nach Menge und Temperatur, sollten alle Hohlkörper sich von der Form gelöst haben.
    • Nehmen Sie die Form aus dem Kühlschrank und stürzen Sie die Form auf eine saubere Unterlage.

Tipps und Tricks für selbstgegossene Hohlkörper

  • Formen: Am besten eignen sich zum Selbstgießen entsprechende feste Polycarbonat-Gießformen, die zwar einen höheren Preis haben, dafür bei entsprechender Pflege aber jahrelang halten. Die kostengünstigste Variante besteht in der Verwendung von leeren Toffifee-Formen, Dosenmilch-Döschen oder Eiswürfelbehältern, die gereinigt und anschliessend gut getrocknet wurden. Dabei ist das Trocknen sehr wichtig, denn Schokolade und Wasser sind keine engen Freunde und schon ein kleiner Wassertropfen in der Form ruiniert das Ergebnis.
  • Temperierung: Wichtig bei allen Gießarten ist die korrekte Temperierung der Kuvertüre! Nur bei einer richtig vorkristallisierten Kuvertüre ist eine glänzende und knackige Hülle zu erwarten.
  • Gießen: Füllen Sie dann die Formen großzügig mit Kuvertüre aus, so dass auch alle Ränder gleichmäßig mit Kuvertüre bedeckt sind. Schwenken Sie die Form ein wenig hin und her und klopfen Sie diese zum Abschluss ein paar mal auf den Küchentisch, damit evtl. Luftbläschen entweichen. Drehen Sie dann die Form auf den Kopf und lassen die überschüssige Kuvertüre in eine Schüssel ablaufen. Am besten gelingt dies, wenn zwei Holzstäbchen quer über die Schüssel gelegt werden und die Form darauf abgelegt wird. Dabei bleibt eine dünne Wand an Schokolade in der Form haften. Diese Prozedur eventuell noch einmal wiederholen je nach gewünschter Wanddicke.
  • Variationen: Versuchen Sie z.B. auch einmal die Form vor dem Füllen mit Kuvertüre mit etwas flüssiger Kakaobutter, der Sie Farbpulver untergemischt haben, ausstreichen. Sie erreichen damit wunderbare Farbeffekte.

Pralinen füllen und verschließen

Wenn deine selbst gemachten Hohlkörper getrocknet sind, kannst du sie mit der Füllung deiner Wahl verfeinern. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie das funktioniert. Bereite die Füllung für die Pralinen - die Ganache - nach dem gewünschten Rezept zu und lasse sie ggf. abkühlen. Zum Verschließen der Hohlkörper anschließend die restliche Kuvertüre hacken, schmelzen und temperieren. Lasse die Kuvertüre anschließend kurz anziehen, ziehe die überschüssige Kuvertüre dann wieder mit dem Spachtel ab. Die Pralinen benötigen jetzt ca. noch weitere 2 Stunden, um fest zu werden. Ob die Kuvertüre richtig abgekühlt und auskristallisiert ist, erkennst du gut an der Unterseite der Formen: Die Kuvertüre hängt nun nicht mehr direkt an der Pralinenform, sondern hat sich etwas gelöst.

Ganache als Pralinenfüllung

Die Ganache ist die sahnige Grundmasse der Pralinen. Hierfür werden zunächst 80 Milliliter Sahne aufgekocht. Dann wird der Topf vom Herd genommen und 400 Gramm Zartbitterkuvertüre sowie 30 Gramm Butter hinzugegeben. Zum Abschluss wird alles unter stetigem Rühren vermengt und in eine andere, kühle Schale umgefüllt. Die Ganache wandert dann für zwei Stunden in den Kühlschrank, wo sie fester wird, bis sie eine cremige Konsistenz hat. Ist die Ganache-Masse aus dem Kühlschrank bereit, wird diese mit einem Handrührgerät aufgeschlagen und mit zwei Espressolöffeln auf einen Teller mit Backpapier gesetzt. So werden gleichmäßige Kugeln geformt. Wichtig: All das darf nicht bei hoher Raumtemperatur erfolgen. Wird die Ganache wieder weicher, muss sie zurück ins Kühle. Im letzten Schritt werden die Kugeln einzeln in die temperierte Kuvertüre eingetaucht bis sie vollständig ummantelt sindt.

Pralinen richtig temperieren

Das A und O für den Schokoladengenuss ist die richtige Temperatur der Kuvertüre: Körpertemperatur ist ein Muss. Ist sie zu heiß, trocknet sie nur schwer, wird gräulich und brüchig. Genießbar ist sie zwar, allerdings nicht mehr ansehnlich - und es wäre doch schade drum. Das sogenannte „impfen“ der Schokolade ist ein Trick, um die Kuvertüre auf die richtige Temperatur zu bringen. Was heißt das konkret? Die ganze Kuvertüre wird zunächst gehackt. Über dem Wasserbad werden zwei Drittel der Schokolade geschmolzen, ein Drittel verbleibt auf dem Brett. Achtung: Schokolade und Wasser vertragen sich nicht. Wenn die Schokolade geschmolzen ist, wird sie vom Wasserbad heruntergenommen. Damit sie nun auf Körpertemperatur herunterkühlt, wird die Masse mit dem verbleibenden Drittel der Kuvertüre „geimpft“.

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Temperatur der Schokolade testen

Um die Temperatur der Kuvertüre zu testen, wird der Löffel indie Schokolade getaucht und ein wenig der Schokolade auf demHandgelenk verteilt. Ist dabei kein Temperaturunterschied zwischenHaut und Kuvertüre zu spüren, kann die Kuvertüre weiterverarbeitetwerden. Pralinen brauchen einige Stunden, um auszukühlen.

Pralinen aus der Form lösen

Die gefüllten Pralinen werden aus der Form geklopft. Falte dafür ein Küchentuch mehrmals und lege es auf die Arbeitsfläche. Klopfe nun mit der unteren Kante der Pralinenform mit Elan mehrmals auf das Küchentuch und lege alle herausgefallenen Pralinen beiseite. Wiederhole den Vorgang so lange, bis sich alle Pralinen aus der Form gelöst haben.

Der finale Schliff: Verzieren von Pralinen

Kreativen Talenten bereitet das Dekorieren von fertig ausgekühlten Pralinen am meisten Freude. Temperierte Kuvertüre ist der Klassiker zum Verzieren - für wirkungsvolle Kontraste am besten in einer dunkleren oder helleren Farbe als die Pralinen. Mit einer Spritztülle können beispielsweise feine Linien über die fertigen Pralinen gegeben werden. Gehackte Nüsse und Trockenfrüchte verzieren die eigens kreierten Wunderwerke aus Schokolade und verleihen ihnen eine persönliche Note. Wie wäre es zum Beispiel mit fruchtigen Gojibeeren auf hellen Trüffeln mit weißer Schokolade? Gewürze sind nicht nur optische Highlights auf der Pralinenschokolade, sondern befeuern auch die Geschmacksknopsen. Ein echter Genießertipp ist bestes Fleur de Sel auf dunkler Schokolade. Sowohl hübsch als auch schmackhaft bei dunklem Trüffel ist edles Meersalz, das oben auf die halbtrockenen Trüffel gestreut wird.

Unterschied zwischen Pralinen und Trüffel

Tatsächlich gibt es einen Unterschied zwischen den beiden Naschwerken. Trüffel (auch Trüffelpralinen genannt) sind Pralinenmit nicht flüssiger Füllung.

Vielfalt an Formen für Pralinenhohlkörper

Pralinenhohlkugeln oder Pralinenhohlkörper werden vielfach bei der Herstellung von Pralinen eingesetzt und erleichtern die Arbeit ungemein. Durch den Einsatz dieser Hüllen beim Pralinen selber machen erreicht man einerseits eine gleichmäßige Form und gleichzeitig schafft man es damit auch problemlos, einige 100 Pralinen am Stück zu fertigen. Sie bestehen aus Schokolade und haben eine kleine Öffnung, in die die Füllung eingespritzt werden kann. Hohlkugeln oder Hohlkörper gibt es in zahllosen Formen, sei es als Hohlkugeln, Halbmondschalen, Halbkugeln, Dreieckschalen, Herzschalen, Herzchen Hohlkörper, Karreeschalen, Ovalschalen, Pralinenschalen, Sternschalen oder Rautenschalen, die für das Befüllen geeignet sind und genutzt werden. Daneben gibt es auch noch Pralinen Minihohlkugeln, die wir besonders gerne für die Herstellung von Chilitrüffeln benutzen.

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Reinigung der Pralinenformen

Die Pralinenformen nach der Verwendung lediglich mit heißem Wasser ausspülen und anschließend mit einem weichen Tuch abtrocknen. Die Reinigung in einer herkömmlichen Geschirrspülmaschine schädigt die Formen nachhaltig bis sie irgendwann nicht mehr verwendet werden können. Gleiches gilt für die Verwendung von aggressiven Spül- und Reinigungsmitteln.

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