Plattnerhof Südtirol Honig: Herstellung und Besonderheiten
Honig ist seit über 5.000 Jahren ein universelles Nahrungs- und Heilmittel. In Südtirol, insbesondere auf dem Plattnerhof, wird die Kunst der Imkerei und Honigherstellung auf bewundernswerte Weise bewahrt und gelebt. Der Plattnerhof, am Ritten gelegen, hat eine seiner alten Scheunen in ein einzigartiges Imkereimuseum verwandelt. Dort werden die Fragen rund um Bienen, Imkerei und die Entstehung des „süßen Goldes“ beantwortet und greifbar gemacht.
Die Bienen und ihre Bedeutung für Südtirol
Bienen aus mehr als 30.000 Bienenvölkern sammeln in Südtirol mit eifrigem Summen Nektar, vor allem von den Blüten der Alpenrose und des Löwenzahns, und Honigtau von den Nadelbäumen. Bienen haben eine enorme Bedeutung für unser Ökosystem. Sie sind auch für die Bestäubung der Nutzpflanzen verantwortlich und damit unverzichtbar. Ohne sie gäbe es viele landwirtschaftliche Kulturen, Obst und Gemüse nicht, denn Bienen sichern den Fortbestand vieler essenzieller Pflanzenarten.
Der Schwarm macht den Charme: Die gelb-schwarz-gestreiften Goldsch(l)ürfer werden hierzulande vom Südtiroler Imkerbund bei ihrer fleißigen Arbeit unterstützt. Obmann Engelbert Kohl vertritt die Interessen von rund 3.500 Mitgliedern, von denen die übergroße Mehrheit ihr Imkern als Nebenerwerb oder Leidenschaftsprojekt ausführt. In Südtirol stellen 120 Imker mit insgesamt 6.000 Bienenvölkern Honig mit Qualitätszeichen her, der Gegenstand strengerer Qualitätsauflagen als herkömmlicher Honig ist.
Fleißige Bienen für besonderen Honig
Man bedenke, dass eine einzelne Biene pro Kilogramm Honig 3 kg Nektar sammeln und dazu rund 60.000 Mal ausfliegen muss. Für die Jahresproduktion an Südtiroler Honig mit Qualitätszeichen bedarf es also stolze 5,4 Milliarden Bienenflüge! Kleine Bienchen, große Leistung: Bei einer durchschnittlichen Bevölkerungszahl von 40.000 bis 60.000 Bienen pro Volk sind das rund 300 Millionen Tierchen, die gemeinsam ganze 90.000 kg im Jahr produzieren.
Die Herstellung von Honig auf dem Plattnerhof
Von der Blüte zur Wabe: Wie das flüssige Gold entsteht, haben die meisten irgendwann mal in ihrer Schulkarriere oder beim Mithelfen am Bienenstock gelernt, wir frischen das Gedächtnis doch noch mal kurz auf. Bienen fliegen Blüten, Blätter oder Baumnadeln an, um Nahrung für ihr Volk in Form von zuckerhaltigen Pflanzenstoffen zu sammeln. Sie nehmen Nektar oder Pflanzensäfte über ihren Rüssel auf und spalten sie durch Enzyme in ihrem Körper. Im Bienenstock spielt sich ein ähnliches Verfahren bei der wiederholten Umlagerung der Pflanzenstoffe zig Male ab, bis daraus schließlich Honig wird; dabei gelangen immer mehr Enzyme, Säuren und Proteine in das Endprodukt. Ist der Honig ausreichend eingedickt, wird die Wabe mit Wachs versiegelt. Nun ist er erntereif!
Lesen Sie auch: Saftiger Apfelkuchen mit Mürbeteig und Zimt
Um den Namen einer Pflanze zu tragen, muss der Honig zu 50% aus deren Nektar bestehen. Das gesammelte Gut wird in Waben abgelegt und wenn diese mit einer Wachsschicht verschlossen werden, kann der Imker den Honig schleudern und reinigen. Es gibt ca. 3.000 Imker in Südtirol. Die Werkzeuge der Imker im Wandel der Zeit - und was passiert, wenn Ihre Majestät das Zeitliche segnet - all das ist Teil der Ausstellung im Imkereimuseum. Auch beim Rundgang durch das Bienenhaus des Plattnerhofs gibt es viel Spannendes zu entdecken.
Besuch im Imkereimuseum Plattnerhof
Das Museum bietet historische Imkereigeräte, spannende Präsentationen und informative Führungen. Bei unseren Führungen erhältst du spannende Einblicke in die Gewinnung von Pollen, Propolis und - sonnenklar - Honig. Die Besucher können eine Honigverkostung mit all unseren Honigsorten genießen. Zwischen Spiel, Interaktion und Verkostung kommen Groß und Klein der Bienenzucht, der Honiggewinnung und der Wachsverarbeitung näher, und lernen, dass die emsigen Bienchen noch viel mehr als nur leckeren Honig machen!
Das bekannteste Bienenprodukt ist natürlich der Honig. Mit dem ApiAir-Gerät (von Hans Musch) wird die von den Bienen aufgewirbelte Luft des Bienenstocks abgesaugt und über einen Schlauch zur Maske geleitet und inhaliert. Professor Dr. "Allgemein gesprochen ist die Apitherapie die leistungsfähigste und zugleich älteste Naturheilmethode des Menschen und dürfte sich an der Seite der Medizin zu einem wichtigen Bestandteil der komplementär-medizinischen Methode entwickeln.
Sortenvielfalt und Besonderheiten des Südtiroler Honigs
Von den unzähligen verschiedenen Honigarten erweisen sich in Südtirol vier als besonders ertragsstark und qualitativ hochwertig: Blüten-, Wald-, Löwenzahn- und Alpenrosenhonig.
- Blütenhonig: Der König unter den zahlreichen Gattungen von Südtiroler Blütenhonig ist der Lindenblütenhonig mit seinem kräftigen Geschmack und dem kräutrigen, an Pfefferminz erinnernden Aroma.
- Waldhonig: Der würzig-intensive Waldhonig wird nicht aus Nektar, sondern aus Honigtau gewonnen - der zuckerhaltigen Ausscheidung von Blatt- und Baumläusen.
- Löwenzahnhonig: Echter Löwenzahnhonig ist eine Rarität und will nicht mit eingedicktem Sirup verwechselt werden. Der echte Bienenhonig vom Löwenzahn ist orange leuchtend und mild süß mit kräftigem, aber nicht aufdringlichem Aroma.
- Alpenrosenhonig: Um diesen besonders fein fruchtigen und aromatisch milden Honig herzustellen, müssen die Bienen hoch in die Berge gebracht werden, da sich die Alpenrose erst ab 1.500 m ü. M. richtig wohlfühlt. Da die Bedingungen so speziell sind, gibt es lediglich begrenzte Mengen, was Alpenrosenhonig besonders wertvoll macht.
Von kräftigem Waldhonig, über mild-süßen Süßkleehonig, bis hin zu cremigen Sorten wie dem Zitronenhonig - am Plattner Bienenhof in Südtirol findest du Honig in allen Varianten.
Lesen Sie auch: Erfahre mehr über die Geschichte und Zubereitung der Linzer Torte vom Blech
Inhaltsstoffe & gesundheitliche Wirkung
Honig ist um ein Drittel süßer als Zucker und gilt als entzündungshemmend. Er enthält um die 200 Nährstoffe. Dank seiner antibakteriellen, antibiotischen und entzündungshemmenden Wirkung leistet Honig gute Dienste, etwa als natürliches Schutzschild bei kleineren Wunden. Wichtig ist hierbei: immer darauf achten, dass es sich um reinen, echten Honig handelt!
| Hauptbestandteile von Honig | Anteil (%) |
|---|---|
| Fructose (Fruchtzucker) | 40 |
| Glucose (Traubenzucker) | 30 |
| Wasser | 15-20 |
| Saccharose, Maltose, andere Mehrfachzucker | 10 |
| Vitamine, Eiweiße, Enzyme, Mineralstoffe | ~10 |
Honig, Blütenpollen und mehr: Feinste Südtiroler Spezialitäten und Naturkosmetik erhält man auf dem Plattnerhof auch aus Honig, etwa Naturkosmetik, Fruchtaufstriche oder deftige Ragouts. Wer noch mehr erfahren möchte, sollte zum Imkereimuseum Bienenhof Plattner am Ritten kommen und sich bei einer Führung alles rund um die Imkerei und die Besonderheiten dieser faszinierenden Honigspezialität zeigen lassen.
Um den Bestand der Bienen zu wahren und den Menschen das Naturprodukt Honig näher zu bringen, gibt es den Plattner Bienenhof mit seinem Museum. Südtiroler Honig wird überwiegend im Direktverkauf angeboten: Rund 90% gelangen direkt von den Imkern zum Verbraucher, was Frische und Qualität sichert.
Lesen Sie auch: Gesundheitliche Lage von Heinz Hoenig im Detail
tags: #Plattnerhof #Südtirol #Honig #Herstellung #und #Besonderheiten


