Die Geschichte und Fakten der Peter Ludwig Schokolade

Peter Ludwig ist nicht nur Synonym für exquisite Schokolade, sondern auch für kulturelle Weitsicht und nachhaltige Sammlertätigkeit. Die Ludwig Schokolade GmbH & Co. KG ist heute einer der erfolgreichsten Anbieter von Süßwaren in Europa und verbindet seit Jahrzehnten unternehmerische Kompetenz mit gesellschaftlichem Engagement.

Ursprünge und Entwicklung der Ludwig Schokolade

Geboren wird Peter Ludwig am 9. Juli 1925 als Sohn eines Juristen in Koblenz. Seine Mutter stammt aus der industriellen Familie Klöckner. Auch seine Eltern machten als Kunstsammler auf sich aufmerksam. Nach dem Abitur am Humanistischen Gymnasium in Koblenz studierte Ludwig in Bonn und Mainz Rechtswissenschaften und Kunstgeschichte. 1950 promovierte er mit einer Arbeit über "Das Menschenbild Picassos" zum Dr. phil.

1951 heiratet er seine Kommilitonin Irene, Tochter des Aachener Schokoladenfabrikanten Monheim. Nach der Dissertation über das Menschenbild Picassos steigt er in das Schokoladenunternehmen seiner Frau ein. 1953 wurde er geschäftsführender Gesellschafter der Firma Leonhard Monheim (Trumpf, Lindt & Sprüngli, Mauxion) und übernahm später den Vorsitz des Aufsichtsrats.

Expansion und internationale Erfolge

Unter der Leitung von Peter Ludwig entwickelte sich die Monheim-Gruppe, zu der u. a. die Trumpf Schokoladenfabrik, die Lindt & Sprüngli Schokoladenfabrik und die Mauxion Schokoladenfabrik (alle Aachen; Trumpf auch Berlin) gehörten, zu einem der umsatzstärksten Unternehmen der Branche. Mit Beteiligungsfirmen und Lizenzproduktionen in Polen, Bulgarien und der damaligen DDR gewann die Monheim-Gruppe internationales Format. 1979 wurde der Konzern, bis dahin ein reines Familienunternehmen, in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt.

1986 wurde das Monheim-Unternehmen verkauft. Irene und Peter Ludwig führten das vorher ausgegliederte inländische Markenartikelgeschäft unter der Firmierung Ludwig Schokolade weiter. 1998, kurz nach dem Tod ihres Mannes, verkaufte Irene Ludwig das Unternehmen an die Firma Krüger in Bergisch-Gladbach.

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Historische Entwicklung und internationale Expansion der Ludwig Schokolade

Marken und Produkte von Ludwig Schokolade

Unter den Marken Trumpf, Schogetten, FRITT und Mauxion bietet das Unternehmen ein breites Schokoladen- und Kaubonbonsortiment aus Tafelschokoladen, Pralinen-Spezialitäten, Riegeln, Saisonartikeln und Kaustreifen. Zu den beliebtesten Offerten der Ludwig Schokolade gehören Klassiker wie Schogetten und Edle Tropfen in Nuss, Wappenklasse, Feinschmecker, Goldnuss und Aero.

Darüber hinaus ist das Unternehmen mit Sitz in Bergisch-Gladbach einer der größten Hersteller von Eigenmarken des Handels.

Produktionsstätten und innovative Technik

Das Unternehmen Ludwig Schokolade hat in Saarwelligen eine neue Produktionsanlage für Schokolade in Betrieb genommen. In die Erweiterung der Fabrik investierte das Unternehmen insgesamt 18 Millionen Euro. Dafür wurden 4.000 Quadratmeter neue Produktionsfläche geschaffen, die Gesamtfläche in Saarwellingen beträgt jetzt 9.000 Quadratmeter.

Die neue Produktionsanlage kann flexibel eingesetzt werden. Von der Tafel bis hin zu Schokoladen-Riegeln kann hier fast alles Produziert werden. Zunächst aber soll die Anlage nur für die Marke Schogetten verwendet werden. Diese sind auch einer der Gründe für den Ausbau. Nachdem die Marke in den letzten Jahren verjüngt wurde, stieg der Umsatz mit Schogetten um rund 25 %.

Standorte Jährliche Produktion (Tonnen)
Saarwellingen & Saarlouis 95.000
Polen 20.000

Ludwig Schokolade produziert an seinen beiden Standorten in Saarwellingen und Saarlouis jährlich rund 95.000 Tonnen. Dazu kommen noch einmal rund 20.000 Tonnen aus zwei Produktionsstätten in Polen. Der Konzern gehört mit 400 Millionen Euro Umsatz zu den 20 größten Süßwaren-Herstellern in Europa.

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Produktion der Ludwig Schokolade - Anlage, Standorte und Maschinen
Produktionsprozess Schogetten

Kunstsammlung und gesellschaftliches Engagement

Irene (geborene Monheim, 1927 - 2010) und Peter Ludwig (1925−1996) studierten gemeinsam Kunstgeschichte und widmeten sich bereits währenddessen ihrer Leidenschaft für Kunst. Als erfolgreiche Unternehmer intensivierten sie ihre Sammeltätigkeit und trugen eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammen.

Ab 1957 wurde daraus ein selbst gestellter Auftrag im öffentlichen Interesse: Sie trugen eine Sammlung zusammen, die sich über mehr als vier Jahrtausende erstreckt. Beginnend mit der Sammlung von Antiken und mittelalterlichen Bildwerken startete das Engagement für die zeitgenössische Kunst in den späten 1950er-Jahren. Zunächst mit Blick auf Deutschland und Frankreich vollzogen die Ludwigs mit dem Ankauf einer Arbeit von Tom Wesselmann 1967 den Sprung in die USA.

Pop Art und internationale Kunst

New York im Jahr 1967: Der Aachener Fabrikant Peter Ludwig will nicht nur die besten Zutaten für seine Schokoladenproduktion einkaufen, sondern wie immer bei Geschäftsreisen auch Kunstwerke erkunden. Dabei sieht er zusammen mit seiner Frau Irene zum ersten Mal die knalligen Werke der Pop Art. "Das traf uns wirklich wie ein Schock, weil solche Bilder nie vorher zu sehen waren", erinnert sich der promovierte Kunsthistoriker später.

Ludwig ist begeistert von Künstlern wie Warhol, Lichtenstein, Johns und Rauschenberg, die farbig, schrill und provokant die Facetten der Konsumgesellschaft aufgreifen. Ludwig kauft mit "Landscape No 2" von Tom Wesselmann - ein enorm großer VW-Käfer, der frontal aus dem Bild fährt - sein erstes Pop Art Bild. In den folgenden zwei Jahren erwirbt der besessene Jäger und Sammler 150 Werke.

"Eines Tages werden die Amerikaner ihre eigene Kunst entdecken, dann können wir sie nicht mehr erwerben, also jetzt", sagt Ludwig. Der zudem allen klar macht, dass diese Bilder Kunst sind.

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Pop Art Sammlung von Peter Ludwig

Das Ehepaar Ludwig sammelt unermüdlich: Die Kunst der Azteken, barockes Porzellan, antike Plastiken, Buchmalerei des Mittelalters, Kunst aus Afrika, China, Kuba und dem Ostblock. Rund 14.000 Werke trägt das Ehepaar Ludwig zusammen, der Wert ist unschätzbar. Die gesamte Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst wird 1976 auf 45 Millionen Mark taxiert.

Doch im Gegensatz zu anderen Sammlern hat Ludwig seine "Schätze" nie als Geldanlage oder Spekulationsobjekte gesehen. Und er behält die Kunst nicht für sich, sondern sammelt für die Öffentlichkeit. Das Erworbene gibt Ludwig Museen und Instituten - zu seinen Bedingungen. Das nennen Kritiker wie Bewunderer das "System Ludwig". So überlässt Ludwig einen Großteil seiner Pop-Art-Sammlung dem Kölner Wallraf-Richartz Museum als Leihgabe und verspricht zu schenken, wenn die Stadt sich zum Neubau eines Museums Ludwig entschließt. Das ruft Proteste hervor. Denn das Museum, das Köln vertragsgemäß neu baut und 1986 eröffnet, verschlingt Millionen.

Doch dank der Stifter zählt Köln zur obersten Liga moderner Kunst. Was in der Domstadt gelingt, funktioniert auch in anderen Städten: Aachen, Wien, Basel, Oberhausen. Saarlouis, Bamberg, Budapest, Koblenz, St. Petersburg und Peking - Ludwig verteilt seine Werke und seinen Namen in der ganzen Welt. Kritiker werfen ihm Machtmissbrauch mittels Kunst, Unersättlichkeit und Materialismus vor. Als die Ludwigs "ihrem" Kölner Museum Mitte der 90er Jahre weitere 90 Picasso-Bilder überlassen, muss erneut umgebaut werden, das Wallraf-Richartz-Museum zieht in ein neues Gebäude.

Der Einfluss der Ludwig-Stiftung

Ihre Passion und ihre ausgeprägte kulturpolitische Vision führte dazu, dass Irene und Peter Ludwig über Jahrzehnte hinweg enge persönliche Beziehungen zu Kuratorinnen und Kuratoren, Direktorinnen und Direktoren sowie weiteren Fachpersonen aufbauten und stabile Verträge mit Museen und Kulturinstitutionen verhandelten. Dies geschah grenz- und kulturübergreifend mit der Idee der Völkerverständigung, unabhängig von den jeweiligen politischen Systemen, in denen sich ihre Gesprächspartner befanden. In enger Zusammenarbeit mit öffentlichen Trägerschaften überreichten sie substanzielle Schenkungen oder umfassende Dauerleihgaben aus ihrer Sammlung an öffentliche Institutionen.

Die Gründung der Museen und Stiftungen, die „Ludwig“ in ihrem Namen tragen, sind ebenfalls in diesem Zusammenhang zu sehen. Das Verständnis von Kunst als einzigartiges menschliches Ausdrucksprinzip, das Nationengrenzen überwindet und weltoffen operiert, motivierte dabei das Stifterehepaar. Sie folgten dabei ihrer Vision der Weltkunst als einem transhistorischen und transkulturellen Ansatz.

Weltweite Ludwig Museen und Schenkungen

Ihre Richtschnur dabei war und ist für uns als Stiftung bis heute die unbedingte Liebe zur Kunst.

Peter Ludwig - Unternehmer, Kunsthistoriker und Mäzen

Peter Ludwig, katholisch, entstammte einer bekannten Koblenzer Industriellenfamilie (Kalkwerke Ludwig). Ludwig treibt dank des Wirtschaftswunders den Ausbau von Monheim mit Marken wie Trumpf zum Süßwaren-Imperium voran. Das Geschäft sei für ihn eine Erholung von der Kunst, sagt er einmal. Der deutsche Unternehmer, Kunsthistoriker, Kunstsammler und Mäzen, ab 1953 geschäftsf. Gesellschafter der Firma Leonard Monheim (Trumpf, Lindt & Sprüngli, Mauxion) spätere Ludwig Schokolade GmbH & Co. KG, später Aufsichtsratsvorsitzender.

Große Kunstschenkungen an die Stadt Köln ("Museum Ludwig") prägen seinen Ruf als Stifter und Sammler. Die Wiedereröffnung des umgebauten Museum Ludwigs 2001 erlebt der Stifter nicht mehr. Er stirbt am 22. Juli 1996 in Aachen.

Peter Ludwig - Porträt und Lebenslauf
Lebenshistorie Peter Ludwig

Mediale Erinnerungen und Anerkennung

Auf WDR 2 können Sie den Stichtag immer gegen 9.40 Uhr hören. Wiederholung: von Montag bis Samstag um 18.40 Uhr. "ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.05 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 09. Juli 2015 ebenfalls an den Geburtstag von Peter Ludwig.

Radiobeitrag: Erinnerungen an Peter Ludwig

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