Operation Zucker Besetzung: Einblicke in den deutschen Kriminalfilm und die Jagd nach Kinderhändlern

„Operation Zucker: Jagdgesellschaft“ ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2016. Der Film setzt die Thematik seines Vorgängers fort und beleuchtet die Ermittlungen der Kommissarin Karin Wegemann gegen pädophile Kriminelle. Die Handlung spielt hauptsächlich in Potsdam und zeichnet sich durch ihre direkte und dramatische Darstellung gesellschaftlicher Missstände im Bereich des Kinderhandels und sexuellen Missbrauchs aus.

Filmplakat Operation Zucker und zentrale Charaktere

Die Handlung: Ein Kampf gegen das Netzwerk des Kinderhandels

Karin Wegemann hat sich aus dem aktiven Dienst beim LKA zurückgezogen und unterrichtet seit einigen Monaten angehende Kolleginnen und Kollegen an der Polizeischule. Doch für eine Frau, die sich im Gegenwind am wohlsten fühlt, ist ein Leben im Stillstand nicht gemacht. Der berufliche Wechsel bringt ihr weder äußere Stabilität noch innere Ruhe.

Eines Abends begegnet Wegemann dem investigativen Journalisten Maik Fellner. Seit Jahren ist der Kinderhandel in Deutschland Fellners Thema; seine Artikel haben letztlich keinerlei Wirkung, seine erschütternden Recherchen werden höchstens als Verleumdung verunglimpft. Fellner braucht Wegemann als aktive Polizistin und setzt sie unter Druck. Er erzählt ihr von einer 14-jährigen Zeugin, die ihn auf die Spur eines Kinderhändlerrings in Potsdam gebracht hat.

Mit Hilfe von Victor, dessen Freundin Laura ebenfalls dem Kinderhändlerring ausgesetzt ist, wird Wegemann auf die zehnjährige Lucy aufmerksam. Auffällig geschminkt sitzt das Mädchen alleine am Bahnsteig. Als Wegemann die Kleine anspricht, kommt eilig der angesehene Potsdamer Bauunternehmer Kai Voss dazu und stellt sich als Lucys Vater vor.

Obwohl Krug und Staatsanwalt Mack für Kai Voss und seine Frau bürgen, weiß Wegemann die Zeichen zu deuten. Die Spur führt schließlich zu dem Ehepaar Voss, das in einem noblen Vorort wohnt und junge Mädchen, die bei ihnen zu Hause wohnen, an fremde Männer vermietet.

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Schauplatz Potsdam: Villa und Bahnhof

Die Ermittlungen: Risiken und Widerstände

Die Männer missbrauchen die Kinder sexuell im Wald und sind in einer geheimen Gruppe organisiert, zu der auch ein hochrangiger Landespolitiker gehört. Dieser hat Zugang zu Informationen über den Ermittlungsfortschritt und erschwert die Aufklärung maßgeblich.

Die Gruppe beauftragt sogar den Politiker, das andere Mädchen zu töten, wozu er sich nicht durchringen kann. Wegemann und ihr Kollege erreichen den Tatort zu spät; die Gruppe konnte kurz zuvor flüchten. Der USB-Stick mit entscheidenden Informationen verschwindet aus mysteriösen Gründen, sodass das pädophile Netzwerk ebenso wie das Ehepaar Voss ungestört weiteroperieren kann.

Mit Informationen von Fellner, die er Wegemann kurz vor seinem Tod per USB-Stick übergeben hat, kommt es zur Festnahme von Helen Voss, der Ehefrau aus dem Ehepaar Voss. Die Pädophilen-Gruppe trifft sich in einem abgelegenen Haus, wo sie verschiedene Kinder missbrauchen, ehe sie sie - ähnlich einer Jagd - in den Wald laufen lassen, um sie zu erschießen. Dabei wird eines der zwei Voss-Mädchen niedergeschossen.

Fellner, der die Ermittlungen maßgeblich vorantreibt, wird von der Gruppe vergiftet und stirbt. Die tragische Entwicklung verstärkt die Dramatik des Films und unterstreicht die Gefahr, die von der streng organisierten Gruppe ausgeht.

Filmtrailer Operation Zucker: Jagdgesellschaft

Gesellschaftliche Dimension und filmische Umsetzung

Die zehnjährige Fee wird aus ihrer Heimat in Rumänien an einen Berliner Kinderhändler verkauft und in einem als Single-Club getarnten Etablissement zur Prostitution gezwungen. Die Polizisten Wegemann und Hansen, die schon an dem Fall des Clubs arbeiten, wenden sich an die zuständige Staatsanwältin Lessing. Diese schenkt dem Fall aber kaum Beachtung - bis sie erfährt, dass der mit ihr befreundete Richter Hans Neidhart in die Sache verwickelt ist. Bei einer Razzia machen die Ermittler Fee und einige andere Kinder ausfindig und bringen sie in Sicherheit.

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Nach einem Tipp ihres Informanten spüren sie zudem eine Villa auf, in der Kinder zu sexuellen Handlungen gezwungen werden. Diese Szene verdeutlicht die internationalen Verflechtungen des Kinderhandels; das Netzwerk agiert nicht nur lokal, sondern hat Verbindungen nach Osteuropa.

HauptcharaktereRolle im Film
Karin WegemannKommissarin, Ermittlerin
Maik FellnerInvestigativer Journalist, Informant
Kai Voss und Helen VossTäter-Ehepaar, vermietet Kinder
Lucy und FeeOpfer, involvierte Kinder
Victor und LauraZeugen, Hinweisgeber
Struktur des Kinderhändlerrings im Film

Kritik und Rezeption

Der Film wurde am 20. Januar 2016 von Das Erste ausgestrahlt. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lobte Heike Hupertz den Film: Er gehe „wohlüberlegt mit den Mitteln des Fernsehens um. Fakten und Hintergrundinformation werden nicht langatmig vorgetragen, sondern von den beiden Polizisten herausgezischt […].“

Katharina Riehl kommentierte in der Süddeutschen Zeitung: Mit „Operation Zucker: Jagdgesellschaft“ wird die bedrückende Realität unter deutschen Dächern sichtbar gemacht. Auch die internationalen Bezüge wurden in Kritiken positiv erwähnt, die Verknüpfung zu osteuropäischen Kinderhändlerringen hebt die Komplexität des Films hervor.

Der Film stellt die Ermittler als geprägt vom Widerspruch zwischen beruflichem Pflichtgefühl und persönlicher Ohnmacht dar. Wegemann findet letztlich keine Ruhe, ihre Arbeit bleibt ohne abschließenden Erfolg, das Netzwerk bleibt aktiv und entzieht sich der Justiz.

Pressestimmen zu Operation Zucker

Besetzung und Produktion

BR | ARD Degeto - Nadja Uhl, Misel Maticevic, André Szymanski u.a. sind zentrale Schauspieler. „Operation Zucker: Jagdgesellschaft“ wurde vom Studio BR produziert. Der Film genießt ein besonderes Ansehen für die konsequente und mutige Aufarbeitung eines gesellschaftlichen Tabuthemas.

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JahrStudioDauerErstausstrahlung
2016BR1 Std.20. Januar 2016

Romy-Akademiepreise: ATV und Puls 4 teilen sich die beste Programmidee, in: DerStandard.at vom 15. April 2016.

Hauptdarsteller und Filmszenen Operation Zucker

Fazit: Bedeutung und Wirkung des Films

Der Film „Operation Zucker: Jagdgesellschaft“ setzt ein Zeichen gegen den weitverbreiteten Kinderhandel und sexuellen Missbrauch. Die konsequente Ermittlungsarbeit von Wegemann und Fellner, die tragische Entwicklung von Opfer und Täter, sowie die gesellschaftlichen Widerstände und das unaufgelöste Ende zeigen die Tiefe des Problems.

AspektBeschreibung
FilmgenreDrama, Krimi
SchauplatzPotsdam, Berlin, Rumänien
ThematikKinderhandel, Missbrauch, Ermittlungen
Infografik: Kinderhandel in Deutschland

tags: #Operation #Zucker #Besetzung

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