Omas Mürbeteig-Tortenboden Rezept
Heute verrate ich dir das ganz geheime Mürbeteig-Rezept meiner Oma. Ich habe das Rezept in ihrem ersten handgeschriebenen Rezeptbuch von 1961 gefunden und natürlich direkt ausprobiert.
Grundzutaten und Mengen (für Ø 26-28 cm Springform)
Mürbeteig für Tortenboden: 150 g Weizenmehl, 1 Msp. Dr. Oetker Original Backin, 50 g Zucker, 100 g weiche Butter oder Margarine (oder alternativ 250 g Mehl, 75 g Zucker, 1 Prise Salz, 1 Ei, 125 g Butter). Varianten im Text geben ähnliche Mengenangaben (z. B. 250 g Mehl, 75 g Zucker, 1 Ei, 125 g Butter).
Vorbereitung
Die Butter aus dem Kühlschrank holen und in kleine Stücke schneiden. Das Mehl auf die Arbeitsfläche sieben und in der Mitte eine Mulde formen. Die Butter in Stücken mit dem Ei, Salz und Zucker in die Mitte geben und zu Bröseln hacken. Mit den Händen rasch zu einem glatten Teig verkneten und nach Bedarf etwas Sahne ergänzen.
Alles zügig zu einem glatten Teig kneten und in Frischhaltefolie einwickeln. Zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie gewickelt ca. 30 Minuten kalt stellen. Du kannst den Teig für lediglich 30 Minuten kühlen oder doch für mehrere Stunden oder sogar bis zum nächsten Tag im Kühlschrank lassen.
Kneten, Temperatur und Tipps
Man liest oft, dass man Mürbeteig traditionell mit kühlen Händen verkneten soll. Angeblich soll man Mürbeteig mit kalter Butter herstellen und relativ zügig mit der (ebenso kühler) Hand kneten, weil der Teig wohl eine tolle Konsistenz bekommt. Keine Angst, beim Kneten deines Mürbeteiges muss keine Hektik ausbrechen. Allerdings sollte dieser Prozess recht zügig vonstattengehen.
Lesen Sie auch: Blechkuchen Rezept: Omas Apfelkuchen
Wichtig ist nur, dass man alles sehr gut durchgeknetet ist und ein glatter Teig entsteht. Tipp: Knete den Mürbeteig nicht zu lange! Was die Temperatur des Mürbeteiges betrifft, ist dieser ein empfindlicher Zeitgenosse. Ist er zu warm, bleibt er an der Arbeitsplatte und am Nudelholz kleben - zum verrückt werden!
Ausrollen und in die Form bringen
Die Arbeitsfläche bemehlen und den Mürbeteig gleichmäßig ausrollen. Nach der Kühlzeit könnt ihr den Teig gleichmäßig ausrollen. Wird der zu weich (z.B. weil das Ausrollen zu lang dauert) fügt auf keinen Fall weitere Zutaten wie z.B. Mehl dazu, sonst leidet die Mürbeteig-Qualität zu sehr. Legt ihn stattdessen einfach nochmals zum Kühlen in den Kühlschrank.
Wird der Mürbeteig zu warm und klebt, hilft kühlen; damit beim Ausrollen nichts auf der Tischplatte kleben bleibt, braucht es Mehl. Hier solltest du aber sparsam sein. Landet zu viel vom weißen Staub auf der Arbeitsfläche, zieht dieser auch in den Teig ein.
Den Teig auf bemehlter Arbeitsfläche auswellen und die Form damit auslegen. Dann mit beiden Händen flach unter den Teig fahren und ihn zügig in die Form legen. Wenn der ausgerollte Teig die richtige Größe hat, heißt es: ab in die Form! Sollte der Teiglappen beim Anheben leicht brechen, hier ein kleiner Tipp: Klappt ihn in der Mitte einmal zusammen und hebt ihn auf bzw. in die Form und klappt ihn dann wieder auseinander.
Welche Form? Vorbereitung der Form
Als Backform ist eine mit einem herausnehmbaren Boden (z.B. eine Springform) zu empfehlen. Du benötigst eine Kuchenform, die im besten Fall einen herausnehmbaren Boden besitzt (z. B. eine normale Springform). Solltet ihr eine andere Form nutzen, fettet diese richtig gut ein, damit sich der Mürbeteig anschließend gut aus der Form löst. Die Form muss vorher richtig dick eingefettet werden und kann optional mit Paniermehl oder Speisestärke bestreut werden, bevor der Teig in die Form gedrückt wird.
Lesen Sie auch: Rührteig-Apfelkuchen nach Omas Art
Die Form vorher fetten und mehlen. Die Obstbodenform fetten und mehlen. Die Form auf dem Rost in den Backofen schieben.
Blindbacken und Vorbacken (wichtig!)
Für alle, die der Tradition treu bleiben wollen, habe ich das „blind backen“ in einem anderen Beitrag erklärt (Link siehe oben). „Blind Backen“ alternativ (und von mir favorisiert) normales Vorbacken des Mürbeteigs ist Pflicht. Jetzt wird der Teig „blind gebacken“ oder alternativ einfach so für 12-15 Minuten bei 200°C im vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene vorgebacken (mein Favorit).
Du fragst dich, weshalb du den Mürbeteig nicht einfach so in den Ofen schieben kannst und die Backerbsen überspringen kannst? Das Blindbacken des Mürbeteiges sorgt dafür, dass dieser nicht unschöne Wölbungen entwickelt. Die Erbsen beschweren den Teig und halten ihn für die gesamte Backzeit flach. Anstelle von Backerbsen kannst du auch andere getrocknete Hülsenfrüchte verwenden.
Nach dem Vorbacken muss der Mürbeteig kurz auskühlen. Lasst ihn aber auf keinen Fall - wie so oft im Netz empfohlen - ganz auskühlen, bevor ihn aus der Form holt. Das Fett wird sonst fest und der Teig klebt an der Form wie mit Kleber fixiert (habe ich leider alles schon erlebt).
Backzeiten und Temperaturen
Den Ofen auf 180°C Unter- und Oberhitze vorheizen. Den Mürbeteig im vorgeheizten Backofen (E-Herd: 175 °C/Umluft: 150 °C) je nach Füllung ca. 30-60 Minuten backen. Kekse (E-Herd: 200 °C/Umluft: 175 °C) ca. 8-10 Minuten backen. Für das schnelle Vorbacken: etwa 12-20 Minuten bei 200-220 °C, je nach Rezeptangabe. Soll er mit einer Creme befüllt werden, die nochmals gebacken werden muss, kann der Tortenboden aus Mürbeteig bereits nach 12 Minuten aus dem Ofen genommen werden.
Lesen Sie auch: Kindheitserinnerungen: Omas süße Rezepte
Tipps gegen einen klebrigen oder matschigen Boden
Mürbeteig als Boden für Obsttorten ist übrigens genial. Saftiges Obst sollte nicht direkt auf den Teig gelegt werden, weil der Mürbeteig sonst schnell matschig wird. Auch wenn du deinen Mürbeteig vorab fleißig vorgebacken hast, ziehen manche Obstbeläge (insbesondere Rhabarber) richtig Wasser. Das Ergebnis: Der Boden wird schnell knatschig.
Es gibt allerdings verschiedene Tricks, um dies zu verhindern. Ich muss sagen, dass ich mittlerweile Fan davon bin, gemahlene Nüsse, Mandeln, etc. in mein Rezept zu verarbeiten und auf den Boden zu streuen. Natürlich, bevor die Obstschicht eingefüllt wird. Man kann die Form auch mit Paniermehl bestreuen oder erst ohne Füllung backen und dann mit geschmolzener Schokolade bestreichen.
Varianten und kleine Kniffe
1. Tipp: Die Zugabe von einem halben Teelöffel Backpulver lockert den Teig auf. 2. Tipp: Wer den Mürbeteig als Tortenboden verwendet, sollte den Boden vor dem Backen in der Form mit einer Gabel einstechen, damit er gleichmäßig bleibt. 3. Tipp: Verwendet man nur Eigelb, wird das Gebäck mürber. Man kann das Ei auch weglassen und ein pflanzliches Fett für den Mürbeteig verwenden, dann ist er sogar vegan. 4. Tipp: Mehr Geschmack bekommt der Mürbeteig, wenn man ihn mit Gewürzen wie Vanille und Zimt verfeinert.
Besonders fein wird der Mürbeteig, wenn du 50 g des Mehls durch Speisestärke oder gemahlene Mandeln ersetzt. Mürbeteig liebt schwere Torten, brillante Blechkuchen, knuspriges Kleingebäck und krümelige Kekse: Ohne ihn geht in der Backstube gar nichts!
Praktische Arbeitsanleitung (Kurzfassung Schritt-für-Schritt)
- Mehl, Zucker, Salz (falls verwendet) mischen und eine Mulde formen.
- Butter in Stücken, Ei und vanillin-Zucker in die Mulde geben und zu Bröseln hacken.
- Mit den Händen rasch zu einem glatten Teig verkneten, evtl. etwas Sahne ergänzen.
- Zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und ca. 30 Minuten kalt stellen.
- Auf bemehlter Fläche ausrollen und die Form damit auslegen, Ränder abschneiden.
- Mit einer Gabel mehrfach einstechen, Backpapier auflegen und mit Backerbsen belegen (blindbacken) oder ohne Beschwerung kurz vorbacken.
- Im vorgeheizten Ofen je nach Rezept 12-30 Minuten vorbacken bzw. fertig backen.
- Kurz abkühlen lassen, Formrand lösen und weiterverarbeiten (füllen oder belegen).
Weitere Hinweise und Servierideen
Es bieten sich viele verschiedene Möglichkeiten, wie du Omas Mürbeteig-Tortenboden nun weiterverarbeiten kannst. Ob du daraus eine Obsttorte, einen Quarkkuchen oder eine fruchtige Torte zauberst - das bleibt allein dir überlassen. Denn diese Kuchen sind super einfach nachzubacken und zählen zu den Klassikern auf jedem Kaffeetisch.
Teile dein neues Lieblingsrezept mit deiner Familie, Freunden und Kollegen. Wir empfehlen nur Produkte, von denen wir 100 % überzeugt sind und die wir selber nutzen würden, versprochen.
Nährwerte (Beispielangabe)
| Portion | Kcal | Eiweiß | Fett | Kohlenhydrate |
|---|---|---|---|---|
| Gesamtteig (Beispiel) | 2170 kcal | 33 g | 112 g | 257 g |
Die Grundrezepte stammen übrigens aus dem Backbuch meiner Oma und haben schon ganz schön viele Jahre „auf dem Buckel“.
tags: #omas #murbeteig #tortenboden #rezept


