Die Geschichte der Nikolaus-Schokolade: Eine süße Tradition im Wandel

In unserer heutigen Zeit, in der soziale Netzwerke und Kommentarfunktionen im Internet allgegenwärtig sind, mag es überraschen, wie viel Kritik und sogar Feindseligkeit scheinbar banalen Dingen entgegenschlagen kann. Ein Beispiel dafür ist die Debatte um Schokoladenfiguren in der Vorweihnachtszeit.

Ursprünge und Entwicklung der Schokoladenfigur

Schokolade gehört untrennbar zu Weihnachten, wie der Weihnachtsbaum oder der Adventskalender. Bereits um 1820 begannen Konditoren, Weihnachtsmänner und Nikoläuse aus Schokolade herzustellen. Diese ersten Exemplare waren noch aus massiver Schokolade gefertigt. Wenige Jahrzehnte später entstanden die ersten Schokoladenhohlfiguren zur Weihnachtszeit. Der Durchbruch zum Massenphänomen gelang jedoch erst durch die industrielle Fertigung ab den 1950er Jahren. Neue Verfahren ermöglichten es, Schokolade in verschließbare Formen zu gießen, wodurch die beliebten Relief-Weihnachtsmänner entstanden. Aufbauend auf einer dänischen Erfindung begann die Herstellung von Hohlfiguren, bei denen flüssige Schokolade durch Schleudern gleichmäßig an der Innenseite der Form verteilt wird.

Der Schokoladen-Nikolaus im Wandel der Zeit

Der heilige Nikolaus, Bischof von Myra im 4. Jahrhundert, ist bekannt für seine Mildtätigkeit und gilt als "Kinderbeglücker". In der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember füllt er traditionell Stiefel oder Socken mit Süßigkeiten. Doch fast zeitgleich mit den ersten Schoko-Nikoläusen im 19. Jahrhundert erlangte der Weihnachtsmann als amerikanische Nikolaus-Metamorphose zunehmend an Bedeutung.

In den 1930er Jahren waren Schoko-Nikoläuse in katholischen Regionen noch stark verbreitet. In den folgenden Jahrzehnten nahm ihre Bedeutung jedoch ab, da der Weihnachtsmann in der Alltagskultur immer präsenter wurde. Heute findet man im Supermarktregal meist den Weihnachtsmann, während der Schoko-Nikolaus mit Mitra und Bischofsstab selten geworden ist.

Die "Weihnachtsmannfreie Zone" und die Rückbesinnung auf den Nikolaus

Das Bonifatiuswerk setzt sich seit 2002 mit der Aktion "Weihnachtsmannfreie Zone" für das Nikolaus-Brauchtum ein. Schwester Theresita Müller betont, dass der Nikolaus auch heute noch viel zu sagen hat, insbesondere im Hinblick auf seinen Einsatz für arme und benachteiligte Menschen. Das Bonifatiuswerk vertreibt in Zusammenarbeit mit dem Leipziger St.-Benno-Verlag seit einigen Jahren einen Schoko-Nikolaus.

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Kontroversen um Schokoladenfiguren

Die Debatte um Schokoladenfiguren zeigt, wie stark Traditionen und Werte mit vermeintlich einfachen Produkten verbunden sein können. So sorgte beispielsweise das "Zipfelmännchen" der Supermarktkette Penny für Aufregung, da es keinen weihnachtlichen Bezug hat. Kritiker bemängelten, dass christliche Motive immer mehr verschwinden und Weihnachten "aufgeweicht" werde.

Auch der Lindt-Adventskalender "1001 Weihnachtstraum" erregte Hass-Kommentare aufgrund seiner Darstellung orientalischer Motive. Der Hersteller argumentierte, dass die Verpackung die damaligen lokalen Lebensumstände zur Zeit von Christi Geburt visualisiere.

Wirtschaftliche Aspekte

Letztlich geht es den Herstellern aber auch um wirtschaftliche Interessen. Der Trend, das Angebot um nicht-weihnachtliche Winterschokoladen zu erweitern, ist aus ökonomischer Sicht nachvollziehbar. In der Vorweihnachtszeit kaufen Kunden mehr Süßigkeiten, weshalb die Angebote individualisiert werden.

Die Bedeutung des Nikolaustags heute

Der Nikolaustag am 6. Dezember ist mehr als nur ein Tag der Süßigkeiten und Traditionen. Er erinnert an Werte wie Solidarität, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft. Der heilige Nikolaus steht für Nächstenliebe und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Herstellung und Vielfalt der Schokoladenfiguren

In Deutschland werden jährlich etwa 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner hergestellt, von denen ein Drittel exportiert wird. Es gibt sie in vielen Größen und Sorten, mit unterschiedlichem Kakaoanteil. Verpackt werden die Schokoladenfiguren meist in Aluminiumfolie.

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Die Herstellung von Schokoladen-Weihnachtsmännern beginnt bei großen Herstellern in der Regel bereits Anfang Mai. Dabei orientiert sich der Produktionsumfang an der Herstellernachfrage, um einen möglichen Überschuss zu vermeiden.

Mythos oder Wahrheit: Werden Schokoladen-Nikoläuse zu Osterhasen?

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass nicht verkaufte Schokoladen-Nikoläuse eingeschmolzen und zu Schokoladen-Osterhasen umgewandelt werden. Dieses Gerücht entbehrt jedoch weitgehend der Wahrheit. Das Einschmelzen und Wiederverwerten wäre für die Massenproduktion nicht rentabel. Stattdessen werden die übrig gebliebenen Weihnachtssüßigkeiten oft als Sonderangebote verkauft oder an gemeinnützige Einrichtungen gespendet.

Der Tag des Schokoladennikolaus

Seit 2021 wird in Deutschland am 6. Dezember der Tag des Schokoladennikolaus gefeiert. Dieser Tag soll die Tradition des Schokoladennikolaus ehren und an die Bedeutung des heiligen Nikolaus erinnern.

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