Neuer Food-Trend nach Dubai-Schokolade: Angel Hair, Tokyo-Style und die Folgen für Geschmack und Nachhaltigkeit
Ein neuer Schokoladen-Trend kommt mit großen Schritten auf uns zu! Während der Hype um die Dubai-Schokolade langsam aber sicher abgeflacht ist, steht schon die nächste Süßigkeit in den Startlöchern: die sogenannte „Angel Hair Chocolate”.
Was ist die Angel Hair Schokolade und warum fällt sie auf?
Mit der Angel Hair Schokolade könnte ein neuer Stern am Food-Trend-Himmel stehen! Vorhang auf, für die sogenannte Angel Hair Schokolade von der belgischen Firma Tucho! Der belgische Schokoladen-Hersteller Tucho, der für seine handgefertigten gefüllten Tafeln bekannt ist, verkauft auf seiner Webseite jetzt ein neues Produkt: die Angel Hair Schokolade. DAS macht sie so besonders. Mit Zuckerwatte! SO schmeckt die neue Angel Hair Schokolade.
Preis und Verfügbarkeit
Der Dämpfer: Die pinke Schokoladentafel von Tucho hat einen stolzen Preis. Schokoladen-Fans, die an dem neuen Produkt interessiert sind, müssen für eine 185-Gramm-Tafel 19 Euro blechen. 19 Euro für eine Tafel Angel Hair Schokolade.
Lindt und die nächste Welle: Tokyo-Style statt Dubai
Lindt setzt nach der Edition "Lindt Dubai Style" nun auf eine andere Geschmacksrichtung. Nach dem Erfolg der "Lindt Dubai Style" im letzten Jahr setzt Lindt seine kulinarische Entdeckungsreise fort - diesmal führt sie nach Japan. Sie soll von der Ruhe japanischer Teezeremonien inspiriert sein und trägt den Namen "Lindt Tokyo Style Chocolade Matcha Strawberry".
Das Produkt beinhaltet unter anderem weiße Lindt Chocolade, Chamei Minami Matcha, Erdbeer-Stückchen und Genmai-Röstreis. Die Sorte ist als limitierte Auflage geplant: Von dieser Lindt-Sorte gibt es 1.000 Stück. Die aktuellen Launch-Termine in ausgewählten Lindt-Shops sind unter anderem Düsseldorf, Dresden, München, Stuttgart, Metzingen, Hamburg, Ingolstadt, Berlin und Frankfurt.
Lesen Sie auch: Namensänderung bei Afrika-Keksen: Eine Analyse
Schon bald kann man die Schokolade erwerben - allerdings vorerst nur in Deutschland in streng limitierter Auflage. Und der neue Hype hat seinen Preis: Pro 150-Gramm-Tafel verlangt der Schweizer Schokoladenhersteller 14,99 Euro.
Vom Hype zur neuen Schokoladen-Ära: Lektionen aus der Dubai-Schokolade
Lange Zeit war es still um die berühmte Dubai-Schokolade. 2024 sorgte die Dubai-Schokolade für den wohl größten Food-Hype aller Zeiten. Monatelang drehte sich in den sozialen Medien alles um die cremige Versuchung mit ihrer verführerischen Pistazien-Kadaifi-Füllung. Doch wie bei jedem Hype flaute auch dieser irgendwann ab. Virale Food-Trends haben oft eine kurze Lebensdauer, und die Dubai-Schokolade ist keine Ausnahme.
Ursprünglich ein Symbol für Luxus und Exklusivität, wurde die Schokolade durch ihre immense Popularität zur Massenware, was die anfängliche Faszination schmälerte. Einst als Luxusprodukt gefeiert, hat sie sich von einer exklusiven Delikatesse zu einem weit verbreiteten Phänomen entwickelt, das inzwischen seinen Reiz zu verlieren scheint.
Was machte die Dubai-Schokolade besonders?
Außen milde Vollmilchschokolade, innen weiche Pistaziencreme mit knusprigen zuckersüßen Kadayif-Fäden, zu Deutsch Engelshaar - Dubai-Schokolade gilt als Inbegriff des süßen Luxus. Inspiriert von der gehypten Dubai-Schokolade besteht der Dubai Chewy Cookie aus einer dünnen schokoladigen Hülle aus Marshmallow, die mit Pistaziencreme und knusprigen Kadayif-Fäden gefüllt ist. Beim Hineinbeißen ist die Konsistenz weich und angenehm zäh, genau das, was das "chewy" in seinem Namen verspricht.
DIY: So macht ihr Dubai-Schokolade selber
Die dunkle Schokolade in einer hitzebeständigen Schüssel über einem Wasserbad langsam schmelzen. Gelegentlich umrühren, bis die Mischung glatt und glänzend ist. Vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen. Den Boden der Silikonform mit etwas Schokolade bedecken und die Form für 30 Minuten in den Kühlschrank geben.
Lesen Sie auch: nachhaltige Schokoladenproduktion
Das Engelshaar mit einem scharfen Messer zerkleinern. In einer Pfanne bei mittlerer Hitze die Teigfäden (Engelshaar) mit der Butter leicht goldbraun rösten. Vorsichtig rühren, damit sie nicht verbrennen. Nach dem Rösten die Fäden zur Seite stellen und abkühlen lassen und die Pistaziencreme unterrühren.
Die Silikonform aus dem Kühlschrank nehmen und die Mulden mit der Pistazien-Engelshaar Mischung befüllen und mit flüssiger Schokolade übergießen. Erneut im Kühlschrank abkühlen lassen. Nach dem Erkalten die Schokoladen-Riegel aus der Silikonform drücken.
Dubai Chewy Cookie: Rezept aus dem Hype
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Kadayif-Fäden (fein gehackt) | 150 g |
| ungesalzene Butter | 20 g |
| Pistaziencreme | 250 g |
| Tahin (optional) | 1 EL |
| Marshmallows | 200 g |
| Kakaopulver | 20 g |
| Milchpulver | 20 g |
- Füllung vorbereiten: Die gehackten Kadayif-Fäden in Butter goldbraun rösten. Anschließend mit der Pistaziencreme und ggf. Tahin vermengen. Die Mischung zu gleichmäßigen kleinen Kugeln formen und für etwa 15 Minuten einfrieren.
- Hülle herstellen: Butter und Marshmallows bei niedriger Hitze schmelzen, danach Hitze ausstellen und gesiebtes Kakaopulver und Milchpulver unterrühren. Die Masse vollständig abkühlen lassen.
- Cookies zusammensetzen: Die Marshmallow-Mischung flach drücken, die Füllungs-Kugeln darin einwickeln und vorsichtig zu runden Cookies rollen. Zum Schluss die Cookies leicht mit Kakaopulver bestäuben.
Soziale Medien, Stars und die Verbreitung von Trends
Der Hype um die mochi-ähnlichen Cookies fing Ende 2025 an und nahm zu, als zahlreiche K-Pop-Idols und Promis, allen voran K-Pop-Star Jang Won-Young, das Dessert auf ihren Social-Media-Kanälen präsentierten. Junge Menschen in Südkorea stehen nun Schlangen vor Cafés und Bäckereien, um auch einen Bissen von dem süßen Genuss zu bekommen, von denen ihre Idole schwärmen. Aktuell kosten die Cookies in Korea zwischen 5000 (rund 3 Euro) und 10.000 Won (etwa 6 Euro) pro Stück und werden in vielen Läden außerdem pro Person limitiert verkauft.
Inzwischen gibt es sogar einen Dubai-Cookie-Filter, den die Stars nutzen, um auf unterhaltsamer Weise ihre Liebe für das neue Dessert zu zeigen. Damit man nicht vergeblich zu einem ausgekauften Laden rennt, wurde mittlerweile sogar eine Live-Karte entwickelt, die anzeigt, welche Shops in der Nähe den Dubai Cookie anbieten und wie viele noch auf Lager sind.
Umwelt- und soziale Folgen: Wenn Zutaten plötzlich Mangelware werden
Seit der Hype um Dubai-Schokolade Ende 2023 an Fahrt aufnahm, ist auch der globale Appetit auf Pistazien gestiegen. Und das hat Folgen für die Anbauländer. Weil Pistazienbäume in heißem, trockenem Klima gut zurechtkommen, ersetzen sie in einigen Regionen immer öfter andere Kulturpflanzen, etwa Olivenbäume. Doch die Realität sieht meist anders aus: Die Pistazien werden zusätzlich bewässert. So sind zur Produktion von einem Kilogramm Pistazien mehr als 10.000 Liter Wasser nötig - und das stammt zum größten Teil aus zusätzlicher Bewässerung. Und das kann in trockenen Regionen zu massiven Wasserproblemen führen. Zum Vergleich: Für ein Kilo Erdnüsse sind es durchschnittlich nur knapp 2800 Liter.
Lesen Sie auch: Hintergründe zum Dubai-Schokolade-Trend
Außerdem würden Pistazien, wie viele andere Agrarprodukte, "die dann auf dem Weltmarkt auf einmal nachgefragt werden, hauptsächlich in Monokulturen gepflanzt". Auch wenn die Pistazie gut mit Hitze zurechtkommt, setzt ihr der Klimawandel dennoch zu: durch die immer wärmeren Winter.
Auch bei anderen Ernährungs-Hypes wachsen die negativen Auswirkungen. Matcha-Tee zum Beispiel wird inzwischen immer teurer und knapper, seit die Nachfrage weltweit explodierte. In Japan wird das hochwertige Grüntee-Pulver hauptsächlich für die traditionellen Teezeremonie verwendet. Doch weil er viele Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe enthält, wurde Matcha in den letzten Jahren zum weltweit begehrten "Superfood". Laut dem Deutschen Tee & Kräutertee Verband wurden zwischen Januar und August 2024 mehr als 240 Tonnen Matcha allein nach Deutschland geliefert. Das war ein Plus von 240 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die steigende Nachfrage führt schon jetzt zu Engpässen.
Wirtschaftliche und ethische Aspekte: Monokultur, Preise und lokale Versorgung
Ein weiteres Beispiel für die negativen Folgen eines globalen Heißhungers auf ein bestimmtes Produkt ist Quinoa. In den beiden Haupterzeugerländern, Peru und Bolivien stiegen die Preise so stark, dass sich die lokale Bevölkerung Quinoa kaum noch leisten konnte. Wegen der hohen Nachfrage hätten viele Bäuerinnen und Bauern die Anbauperiode auf nur ein Jahr reduziert. Außerdem habe man Flächen für den Anbau erschlossen, die gar nicht geeignet waren. Auch das Umpflügen des Bodens für den Ackerbau hatte negative Auswirkungen.
Seien es Pistazien, Matcha, Quinoa oder der nächste Food-Hype: Produzentinnen und Produzenten sollten sich wirtschaftlich nicht nur von einem Agrarrohstoff abhängig machen, raten die Fachorganisationen des fairen Handels. Und das hieße, nicht nur für den Weltmarkt, sondern auch für die lokalen Märkte anzubauen, sagt Claudia Brück, Vorständin von Fairtrade Deutschland. Die Idee ist, weg von Monokulturen zu kommen, ganz konkret gucken, dass man zwei Reihen Kaffee und eine Reihe Bohnen anbaut. Das macht den Boden gesund und ermöglicht den Bauern, eigene Nahrung zu erzeugen.
Nicht nur Bäuerinnen und Bauern, vor allem diejenigen, die einen Trend lostreten und fördern, müssten nachhaltiger denken und handeln, fordert Stig Tanzmann. Und vielleicht sollten wir Verbraucherinnen und Verbraucher skeptischer sein, wenn wieder ein neuer Trend ausgerufen wird.
Fazit zur Entwicklung: Sensorik, Limitierung und nachhaltig denken
Die Dubai-Schokolade mag ihren Höhepunkt überschritten haben, doch die Idee hinter ihrer Beliebtheit - die Verbindung von luxuriösen Zutaten und ungewöhnlichen Texturen - bleibt relevant. Lindt greift den Kern des Hypes - die Kombination aus Geschmack und Textur - auf, um eine neue Richtung im Premium-Segment einzuschlagen. Mit „Dubai Style Chocolade“ will der Hersteller auf sensorische Innovation und Positionierung im gehobenen Preissegment setzen, um sich von der Massenware abzuheben. Diese Strategie könnte langfristig erfolgreicher sein, da sie sich auf sensorische Erlebnisse konzentriert und nicht auf die Vergänglichkeit eines geografischen Trends.
Ob die neue Schokoladenkreation von Lindt oder die Angel Hair Schokolade tatsächlich zum nächsten großen Trend wird, bleibt abzuwarten. Doch eines zeigt sich deutlich: Die Zukunft des Premium-Schokoladenmarktes liegt in sensorischen Erlebnissen, die über Geschmack hinausgehen und Konsumenten auf neue Weise begeistern. Und wir sollten dabei auch die ökologischen und sozialen Folgen dieser Trends im Blick behalten.
tags: #neuer #food #trend #nach #dubai #schokolade


