Nelson Müllers "Zucker-Kompass": Eine kritische Auseinandersetzung mit Zucker in unserer Ernährung
Unser Körper benötigt Zucker, um zu funktionieren. Zucker ist ein Energielieferant, der für viele Stoffwechselprozesse unerlässlich ist. Allerdings konsumieren wir heutzutage viel zu viel Zucker, da er in fast allen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten ist. Für die Lebensmittelindustrie ist Zucker eine äußerst attraktive Zutat, da er kostengünstig ist und die Produkte schmackhafter macht. Diese Entwicklung hat jedoch weitreichende Konsequenzen für unsere Gesundheit und die Umwelt. Nelson Müller nimmt sich in seinem "Zucker-Kompass" dieser Problematik an und beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Zuckerkonsums kritisch.
Zucker: Allgegenwärtig und verführerisch
Nelson Müller reist nach Brüssel, in die Stadt der Schokolade, um zu zeigen, welche Auswirkungen Zucker in Lebensmitteln hat und warum wir ihn so lieben. Bei einem der besten Pralinenhersteller der Stadt erfährt er, wie kunstvoll Zucker eingesetzt werden kann, um uns zu verführen. Der Patissier Jean Paul Fournier erklärt, welche vielfältigen Funktionen Zucker in der Pralinenherstellung erfüllt.
Die Zuckerproduktion: Zwischen Kostendruck und Umweltbelastung
Müller besucht einen der größten Zuckerhersteller, der unter dem Druck steht, Zucker dauerhaft möglichst günstig produzieren zu müssen. Dazu benötigt er große Mengen an Zuckerrüben, auch wenn die Ernte schwankt. Auf einem Zuckerrübenfeld in Deutschland erfährt Müller, welche Konsequenzen dies für die Landwirte und die Umwelt hat. Um den Ertrag zu steigern, werden Pestizide eingesetzt, die nicht nur Schadorganismen abtöten, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt in den Randstreifen und Gewässern schädigen. Der Ökotoxikologe Prof. Matthias Liess erklärt, dass selbst niedrige Konzentrationen von Pestiziden in Flüssen und anderen Gewässern Wasserlebewesen schädigen können.
Versteckter Zucker: Die unterschätzte Gefahr
Viele Lebensmittel enthalten viel mehr Zucker, als wir vermuten. Dies gilt insbesondere für Säfte, da Fruchtzucker ebenfalls Zucker ist. Ein Experiment zeigt, dass der Konsum von Obst in seiner natürlichen Form gesünder ist als der Konsum von Saft oder Smoothies. Obst enthält Ballaststoffe, die den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen und länger sättigen.
Süßstoffe als Alternative?
Angesichts der negativen Auswirkungen von Zucker stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, ihn durch andere Süßungsarten zu ersetzen. Viele Hersteller bieten Light-Limos und kalorienarmes Eis an, die mit Süßstoffen gesüßt sind. Müller untersucht, welche Stoffe stattdessen verwendet werden und ob sie wirklich gesünder sind als herkömmlicher Zucker. Light- oder Zero-Produkte mit Süßungsmitteln sind keine gute Alternative, da sie dem Gehirn kein Sättigungsgefühl vermitteln. Besser wäre es, weniger süße Lebensmittel herzustellen und zu essen, um sich an einen weniger süßen Geschmack zu gewöhnen. Bei Bio-Lebensmitteln dürfen Süßstoffe überhaupt nicht eingesetzt werden.
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Die Tricks der Lebensmittelindustrie
Die Lebensmittelindustrie setzt verschiedene Tricks ein, um den Zuckerkonsum zu fördern. So werden zuckerhaltige Produkte als empfehlenswerte Mahlzeiten vermarktet und mit beliebten Comicfiguren in Kinderaugenhöhe beworben. Oliver Huizinger von Foodwatch kritisiert, dass gezuckerte Joghurts als empfehlenswerte Frühstücksmahlzeiten beworben werden, obwohl sie viel Zucker enthalten. Teilweise werden Produkte sogar in einer zuckerhaltigeren Variante speziell für Kinder verkauft. Durch den Zuckerkonsum in der Kindheit werden Geschmackserfahrungen geprägt und der Grundstein für lebenslangen Zuckerkonsum gelegt, was zu gesundheitlichen Problemen wie Karies oder Diabetes führen kann.
Verbrauchertipps für einen bewussten Zuckerkonsum
Müller gibt den Zuschauern wertvolle Tipps für einen bewussten Zuckerkonsum. Verbraucher sollten sich nicht von den Bezeichnungen der Zutaten täuschen lassen, sondern immer in die Nährwerttabelle des Produkts schauen, um den tatsächlich enthaltenen Zucker zu erkennen. Obst sollte am besten im Naturzustand und nicht als Smoothie oder Saft konsumiert werden, da der Blutzuckerspiegel so langsamer ansteigt und Ballaststoffe erhalten bleiben. Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin empfiehlt, die Nährwerttabelle zurate zu ziehen, um Verschleierungstaktiken zu durchschauen. Sie warnt davor, dass Kinder an den süßen Geschmack gewöhnt werden, was das Geschmacksempfinden für das ganze Leben prägt.
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