Kakao und Bauchschmerzen: Ursachen und Lösungen

Viele Menschen lieben Schokolade und Kakao, aber einige erleben nach dem Verzehr unangenehme Bauchschmerzen. Dieser Artikel untersucht die verschiedenen Ursachen von Bauchschmerzen nach dem Kakaokonsum und bietet Lösungsansätze.

Einführung

Schokolade ist eine beliebte Süßigkeit, und Kakao wird in vielen verschiedenen Produkten verwendet. Trotz ihrer Beliebtheit können diese Produkte bei manchen Menschen Verdauungsprobleme verursachen. Es ist wichtig, die möglichen Ursachen dieser Beschwerden zu verstehen, um geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.

Allergie oder Unverträglichkeit?

Ein wichtiger erster Schritt ist die Unterscheidung zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit.

Allergie

Allergien sind Überreaktionen des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen, sogenannte Allergene. Eine solche Reaktion kann durch einen erhöhten IgE-Wert im Blut nachgewiesen werden. Allergien äußern sich oft in Form von Hautveränderungen, Rötungen, Ausschlag, Juckreiz im Mund- und Rachenraum, Unwohlsein, Magenbeschwerden, Darmproblemen und in schweren Fällen Atemnot oder anaphylaktischen Symptomen. Eine Allergie gegen Kakao selbst ist jedoch äußerst selten.

Unverträglichkeit

Unverträglichkeiten hingegen spielen sich hauptsächlich im Darm ab, wenn dieser bestimmte Lebensmittelbestandteile nicht verdauen kann. Typische Symptome sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Blähungen. Diese sind zwar unangenehm, aber in der Regel nicht so gefährlich wie eine Allergie.

Lesen Sie auch: Leitfaden für den Keksversand nach England

Mögliche Ursachen für Bauchschmerzen nach Kakaokonsum

Wenn keine extreme Symptome nach dem Konsum von Schokolade auftreten, kann man einfach herausfinden, ob man auf Schokolade an sich, also die Kakaomasse, reagiert oder auf einen Inhaltsstoff. Für diesen Selbsttest braucht man nur ein kleines Stück pure Kakaomasse, also 100 Prozent Schokolade. Wenn danach keine Symptome auftreten, sind es ziemlich sicher andere Inhaltsstoffe in der Schokolade, auf die der Körper reagiert. Bei Beschwerden ist es wohl doch die Kakaomasse, die einem nicht gut bekommt.

Histaminintoleranz

Eine Histaminintoleranz ist keine Allergie, sondern eine Abbaustörung, bei der das Enzym Diaminoxidase (DAO) nicht richtig arbeitet und Histamin im Körper nur eingeschränkt abbaut. Da die Betroffenen überwiegend weiblich sind, gehen Experten von einem hormonellen Zusammenhang aus. Auf Histamin als Ursache wird oft geschlossen, wenn andere Unverträglichkeiten nicht mehr infrage kommen. Ein wirklicher Nachweis ist schwierig, da der Histamingehalt in Nahrungsmitteln stark schwankt.

Symptome einer Histaminintoleranz

Die Symptome können vielfältig sein und umfassen:

  • Hautreaktionen (Rötung, Ekzem, Juckreiz)
  • Kopfschmerzen
  • Atembeschwerden
  • Halsschmerzen
  • Dauerschnupfen
  • Herzrasen
  • Magen-Darm-Störungen (Blähungen, Durchfall, Übelkeit)
  • Wassereinlagerungen
  • Erschöpfung
  • Schlafstörungen

Zusammenhang mit Kakao

Kakao zählt zu den Histaminliberatoren, die Histamin im Körper freisetzen können. Zwar enthält Kakao selbst nur relativ wenig Histamin, aber dafür stecken im Kakao andere biogene Amine wie Tyramin und Phenylethylamin. Diese werden - wie auch Histamin - vor allem über die Diaminoxidase (DAO) abgebaut, wodurch ein „Konkurrenzkampf“ um dieses histaminabbauende Enzym entsteht. Dies ist besonders problematisch, wenn ohnehin schon zu wenig DAO produziert wird, wie das bei einer Histamin-Intoleranz der Fall ist. Erst durch das Fermentieren bzw. Gären, das Rösten und die Weiterverarbeitung entstehen die biogenen Amine.

Laktoseintoleranz

Leckerer Kakao, süße Schokolade - wer nach dem Verzehr milchhaltiger Lebensmittel über Druck- und Völlegefühl, Blähungen und krampfartige Bauchschmerzen sowie Übelkeit und Durchfall klagt, verträgt möglicherweise den Milchzucker nicht. Für Betroffene der Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) heißt es, bestimmte Lebensmittel zu meiden und Alternativen zu suchen. Kindern und Erwachsenen mit einer Milchzuckerunverträglichkeit fehlt ganz oder teilweise das Enzym Laktase, das in der Dünndarmschleimhaut den Milchzucker (Laktose) in seine Bausteine zerlegt. Der unverdaute Milchzucker gelangt in den Dickdarm, wo er von Bakterien vergärt wird. Die Gärungsprodukte führen schließlich zu Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall.

Lesen Sie auch: Richtige Ernährung nach der Mandel-OP

Andere Inhaltsstoffe in Schokolade

Ein Hinweis, dass eine Allergie oder Unverträglichkeit gegen zugesetzte Stoffe besteht, ist eine höhere Reaktion je niedriger der Kakaogehalt. Beispielsweise hat der Kakaobestandteil Kakaobutter, der in weißer Schokolade ist, keine bekannten Allergene. Klassische Störenfriede, also Allergene, die in Schokolade enthalten sein können, sind Gluten, Milch, Nüsse, Eier und Soja.

Insektenreste

In Schokolade können Insektenreste mitverarbeitet werden. Tatsächlich können die Insektenbestandteile Allergien triggern, beispielsweise gegen Hausstaub.

Was tun bei Verdacht auf Unverträglichkeit?

Selbsttest mit Kakaomasse

Wenn man keine extremen Symptome, also erträgliche, nach dem Konsum von Schokolade hat, kann man ganz einfach herausfinden, ob man auf Schokolade an sich, also die Kakaomasse, reagiert oder auf einen Inhaltsstoff. Für diesen Selbsttest braucht man nur ein kleines Stück pure Kakaomasse, also 100 Prozent Schokolade. Hat man danach keine Symptome, sind es ziemlich sicher andere Inhaltsstoffe in der Schokolade, auf die der Körper reagiert. Hat man danach Beschwerden, ist es wohl doch die Kakaomasse, die einem leider nicht gut bekommt.

Zutatenliste prüfen

Lest Euch immer gut die Inhaltsstoffe durch, die in der Schokolade enthalten sind und überprüft, ob Ihr gegen einen davon eine Unverträglichkeit habt oder haben könntet.

Arzt oder Ernährungsberater konsultieren

Wenn Ihr bei Euch eine Histaminunverträglichkeit vermutet, ist es auf jeden Fall sinnvoll, sich Unterstützung beim Arzt oder einer:m Ernährungsberater:in zu suchen.

Lesen Sie auch: Tipps gegen Risse beim Käsekuchenbacken

Provokationstest

Ob bei euch wirklich eine Unverträglichkeit gegen Histamin vorliegt, zeigt der sogenannte Provokationstest. Dabei wird einem Patienten eine hohe Dosis Histamin verabreicht, üblicherweise in einem Getränk beigemischt. Um einen Placebo-Effekt auszuschließen, bekommt der Patient im Laufe des Verfahrens mehrere Getränke verabreicht, das Ganze wird ärztlich dokumentiert. Außerdem sollten mindestens einen Tag davor keine natürlich histaminhaltigen Lebensmittel aufgenommen werden, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Auch Antihistaminika und andere Medikamente wie Cortison und bestimmte Schmerzmittel müssen davor abgesetzt werden. Von einer Selbstbehandlung raten Experten ausdrücklich ab. Die Begründung: Wenn ihr auf eigene Faust eine Diät festlegt, kann es zu weiteren gesundheitlichen Problemen und zu einer Mangelernährung kommen.

Weitere Tipps

  • Bean-to-bar Schokolade: Um sicherzugehen, gut verarbeitete Schokolade ohne unnütze Zusatzstoffe, die Intoleranzen triggern können, macht es am meisten Sinn, auf fair gehandelte, feine, Bean-to-bar Schokolade zu setzen.
  • Weiße Schokolade: Weiße Schokolade ist deutlich besser geeignet für eine histaminarme Ernährung als dunkle Schokolade oder Vollmilchschokolade.

Die gesundheitlichen Vorteile von Kakao

Trotz der möglichen Unverträglichkeiten hat Kakao auch viele gesundheitliche Vorteile.

Nährwerte von Kakao

Die Kakaobohne gilt als Superfood. So enthält die Kakaobohne neben Magnesium und Kalzium auch wertvolle Pflanzenstoffe.

Inhaltsstoffe von 100 Gramm purem Kakaopulver im Durchschnitt:

  • Energie (Kcal/kJ): 390/1631
  • Fett: 19,8 g
  • Eiweiß (Protein): 22,6 g
  • Kohlenhydrate: 17,8 g
  • Ballaststoffe: 26,3 g
  • Natrium: 292 mg
  • Kalium: 3660 mg
  • Calcium: 154 mg
  • Eisen: 46,8 mg
  • Magnesium: 545 mg

Vitamine pro 100 g:

  • Vitamin A: 3 μg
  • Vitamin E: 4,8 mg
  • Vitamin B1: 0,12 mg
  • Vitamin B2: 0,18 mg
  • Niacin: 6,18 mg
  • Vitamin B4: 0,34 mg

Positive Auswirkungen auf die Gesundheit

Studien belegen: Kakao wirkt positiv auf das Immunsystem und den Gehirnstoffwechsel und kann die Merkfähigkeit und Konzentration steigern. Zu seinen zahlreichen gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffen gehört der sekundäre Pflanzenstoff Epicatechin, der die Gehirndurchblutung anregt. In Kakao ist auch Theobromin enthalten, das stimulierend auf das zentrale Nervensystem wirkt und einen vitalisierenden und stimmungsaufhellenden Effekt hat. Die enthaltenen Amine Phenylethylamin (PEA) und Tryptamin wirken ebenso stimmungsaufhellend. Kakao hat auch einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System.

Kakao im Ernährungsalltag integrieren

Um die gesundheitlichen Vorteile von Kakao zu nutzen und gleichzeitig Unverträglichkeiten zu vermeiden, können folgende Tipps helfen:

  • Dunkle Schokolade bevorzugen: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt statt Milchschokolade dunkle Schokolade mit höherem Kakaoanteil. „Wir raten dazu, Bitterschokolade, die mindestens 60 Prozent Kakao enthält, zu bevorzugen. Aber auch diese nur in kleineren Mengen und am besten nicht täglich verzehren“, sagt Diplom-Oecotrophologin Silke Restemeyer von der DGE.
  • Purer Kakao statt kakaohaltiges Getränkepulver: Anstatt pures Kakaopulver für ein Kakaogetränk zu verwenden, bevorzugen meist Kinder, aber auch viele Erwachsene, kakaohaltige Getränkepulver. Die Pulver sind durch eine Spezialbehandlung selbst in kalter Milch löslich. „Oft enthalten diese Fertigprodukte bis zu 80 Prozent zugesetzten Zucker und sind damit wesentlich süßer und zuckerhaltiger als klassische Trinkschokolade. Gleichzeitig fällt der Kakaogehalt geringer aus“, sagt Restemeyer.

tags: #kakao #bauchschmerzen #ursachen

Populäre Artikel: